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Not- und Katastrophenpsychologie. Ist es möglich eine eindeutige Richtlinie für traumatische Ereignisse und psychosoziale Interventionen zu erstellen?

Titel: Not- und Katastrophenpsychologie. Ist es möglich eine eindeutige Richtlinie für traumatische Ereignisse und psychosoziale Interventionen zu erstellen?

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2014 , 35 Seiten , Note: 2

Autor:in: Student B.A. Emergency Practitioner Roland Dombrowski (Autor:in)

Psychologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Nachfrage nach frühzeitiger psychosozialer Betreuung und Nachsorge steigt durch Großschadensereignisse wie Rammstein, Eschede oder aber der Loveparade in Duisburg. Katastrophen in Deutschland und in den Niederlanden, wie zum Beispiel der Flugzeugabsturz im Amsterdamer Stadtteil Bijlmermeer oder aber die Katastrophe in Rammstein haben gezeigt, dass die psychosozialen Auswirkungen und die gesundheitlichen Folgen einer Katastrophe längerfristig sind als anfänglich gedacht. Einsatzkräfte, Betroffene und Angehörige haben meist jahrelang an den Folgen zu arbeiten. Psychosoziale Hilfe ist deshalb von essenzieller Bedeutung, muss aber gemäß den aktuellsten, nachweisbar wirksamen Methoden angeboten werden. Die Angebote reichen hier von Einsatznachsorge Teams für die Einsatzkräfte über psychosoziale Betreuung durch Psychologen für Individuen. Inzwischen haben sich in allen Ländern diverse Formen von Krieseninterventionsteams, Notfallseelsorgedienste und ähnliche Angebotsstruckturen herausgebildet und bewährt. Es besteht trotz dieser positiven Entwicklung weiterhin Handlungsbedarf wie z.B. in der Qualitätssicherung und Schulungen des Zivil- und Katastrophenschutzes. Ziel ist es, im Interesse der Betroffenen von Unglücksfällen und Katastrophen die psychosoziale Notfallversorgung zu einem Leistungsfähigen Bestandteil der polizeilichen und nicht polizeilichen Gefahrenabwehr zu entwickeln.Aus professionellen Kreisen wurde der Ruf nach deutlichen und eindeutigen Richtlinien laut. Als Antwort hierauf wurde die vorliegende evidenzbasierte, multidisziplinäre Richtlinie für frühzeitige psychosoziale Intervention entwickelt. Diese Richtlinie dient als Hilfsmittel, um gemäß den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen und (systematischen) Erfahrungen in der Praxis eine Antwort auf die Frage bieten zu können, was in den ersten sechs Wochen nach einer Katastrophe, einem terroristischen Anschlag oder einem anderen erschütternden Ereignis unternommen und was unterlassen werden muss.
Die Fragestellung, womit sich diese Arbeit befasst lautet:
Ist es möglich eine eindeutige Richtlinie für traumatische Ereignisse und deren psychosozialen Interventionen zu erstellen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problembetrachtung

2. Belastende Erlebnisse und ihre Verarbeitungsformen

2.1 Risikogruppen

3. Der Kölner Risikoindex-Desaster

4. Adaption des KRI an Großschadenslagen – der Kölner Risikoindex-Disaster

5. Screening

6. Maßnahmen der Zielgruppenorientierten Intervention im Rahmen der Psychosozialen Notfallversorgung von Großschadenslagen und Katastrophen

7. Risikounabhängige Maßnahmen der ZGI

7.1. Psychosoziale Akuthilfe (Phase A und Übergang zu Phase B)

7.2. Psychosoziale Unterstützungsmaßnahmen in der Einwirkzeit (Phase B und C)

8. Psychoinformation

9. Psychoedukation

9.1. Psychoedukation und Trauma: Die wissenschaftliche Perspektive

9.2. Psychoedukation und Trauma: Die europäische Perspektive

10. Das Konzept der traumabasierten Psychoedukation

10.1. Kernelemente einer traumabasierten Psychoedukation in der Psychosozialen Nachsorge für Betroffene von Katastrophen

11. Durchführung und Instruktionen zur Psychoedukation für Betroffene von Katastrophen

11.1. Durchführung und Instruktionen zur Psychoedukation für Betroffene von Katastrophe

11.2. Durchführung

12. EUTOPA-IP Rehabilitation von psychischen Beeinträchtigungen nach Großschadenslagen

12.1. ICF und Q-FIS-SR

13. Offizielle Diskussion der EUTOPA / EUTOPA IP und deren Zusammenfassungen

14. Schlussfolgerungen

15. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Möglichkeit, evidenzbasierte und eindeutige Richtlinien für psychosoziale Interventionen nach traumatischen Ereignissen wie Großschadenslagen oder Katastrophen zu erstellen, um eine strukturierte und wirksame Nachsorge zu gewährleisten.

  • Standardisierung europäischer Konzepte zur psychosozialen Nachsorge
  • Anwendung des Kölner Risikoindex zur Identifikation von Risikogruppen
  • Einsatz traumabasierter Psychoedukation als Interventionsmaßnahme
  • Integration der ICF und des Q-FIS-SR in den Rehabilitationsprozess

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Die Nachfrage nach frühzeitiger psychosozialer Betreuung und Nachsorge steigt durch Großschadensereignisse wie Rammstein, Eschede oder aber der Loveparade in Duisburg. Katastrophen in Deutschland und in den Niederlanden, wie zum Beispiel der Flugzeugabsturz im Amsterdamer Stadtteil Bijlmermeer oder aber die Katastrophe in Rammstein haben gezeigt, dass die psychosozialen Auswirkungen und die gesundheitlichen Folgen einer Katastrophe längerfristig sind als anfänglich gedacht. Einsatzkräfte, Betroffene und Angehörige haben meist jahrelang an den Folgen zu arbeiten. Psychosoziale Hilfe ist deshalb von essenzieller Bedeutung, muss aber gemäß den aktuellsten, nachweisbar wirksamen Methoden angeboten werden.

Die Angebote reichen hier von Einsatznachsorge Teams für die Einsatzkräfte über psychosoziale Betreuung durch Psychologen für Individuen. Inzwischen haben sich in allen Ländern diverse Formen von Krieseninterventionsteams, Notfallseelsorgedienste und ähnliche Angebotsstruckturen herausgebildet und bewährt. Es besteht trotz dieser positiven Entwicklung weiterhin Handlungsbedarf wie z.B. in der Qualitätssicherung und Schulungen des Zivil- und Katastrophenschutzes. Ziel ist es, im Interesse der Betroffenen von Unglücksfällen und Katastrophen die psychosoziale Notfallversorgung zu einem Leistungsfähigen Bestandteil der polizeilichen und nicht polizeilichen Gefahrenabwehr zu entwickeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den wachsenden Bedarf an psychosozialer Nachsorge nach Katastrophen und die Notwendigkeit evidenzbasierter Richtlinien.

2. Belastende Erlebnisse und ihre Verarbeitungsformen: Erläutert das Verlaufsmodell psychischer Traumatisierung und die Differenzierung von Risikogruppen bei Belastungsstörungen.

3. Der Kölner Risikoindex-Desaster: Stellt den KRI als Instrument zur Risikoeinschätzung von Überlebenden bei Großschadenslagen vor.

4. Adaption des KRI an Großschadenslagen – der Kölner Risikoindex-Disaster: Diskutiert die Erweiterung des KRI um spezifische Faktoren, die für Katastrophenopfer relevant sind.

5. Screening: Beschreibt die diagnostische Vorgehensweise durch Belastungsscreening und den Einsatz der PTSS-10.

6. Maßnahmen der Zielgruppenorientierten Intervention im Rahmen der Psychosozialen Notfallversorgung von Großschadenslagen und Katastrophen: Definiert das Konzept der abgestuften Interventionen (ZGI) basierend auf Risikoprofilen.

7. Risikounabhängige Maßnahmen der ZGI: Unterscheidet zwischen psychosozialer Akuthilfe und unterstützenden Maßnahmen in der Einwirkphase.

8. Psychoinformation: Gibt einen kurzen Ausblick auf erste psychoinformative Maßnahmen nach Abklingen der Schockreaktion.

9. Psychoedukation: Definiert Psychoedukation und beleuchtet wissenschaftliche sowie europäische Perspektiven zur Trauma-Nachsorge.

10. Das Konzept der traumabasierten Psychoedukation: Erläutert Ziele und Wissensbausteine für eine strukturierte Psychoedukation bei Betroffenen.

11. Durchführung und Instruktionen zur Psychoedukation für Betroffene von Katastrophen: Definiert die Rahmenbedingungen und methodischen Anforderungen an die Durchführung von Psychoedukationsmaßnahmen.

12. EUTOPA-IP Rehabilitation von psychischen Beeinträchtigungen nach Großschadenslagen: Führt die ICF und den Q-FIS-SR zur Erfassung funktionaler Beeinträchtigungen ein.

13. Offizielle Diskussion der EUTOPA / EUTOPA IP und deren Zusammenfassungen: Fasst die Ergebnisse und Konsenspunkte aus den EUTOPA-Workshops zusammen.

14. Schlussfolgerungen: Reflektiert die Anwendbarkeit der ICF in der klinischen Praxis und schlägt Core Sets wie den Q-FIS-SR vor.

15. Fazit: Bewertet den aktuellen Fortschritt der EUTOPA-Projekte und betont die Notwendigkeit individueller, aber strukturierter Nachsorgekonzepte.

Schlüsselwörter

Psychosoziale Nachsorge, Großschadenslagen, Katastrophenpsychologie, EUTOPA, Kölner Risikoindex, Psychoedukation, Trauma, Zielgruppenorientierte Intervention, PTSS-10, ICF, Q-FIS-SR, Notfallversorgung, Krisenintervention, Risikogruppen, Psychotraumatisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich mit der Entwicklung und Etablierung standardisierter, evidenzbasierter Richtlinien für die psychosoziale Nachsorge von Betroffenen nach Großschadensereignissen auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Identifikation von Risikogruppen mittels Kölner Risikoindex, die Durchführung von psychosozialen Interventionen und Psychoedukation sowie die Rehabilitation nach traumatischen Ereignissen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist zu evaluieren, ob eine eindeutige Richtlinie für traumatische Ereignisse und die entsprechenden psychosozialen Interventionen erstellt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf der Analyse der EUTOPA-Manuals, der Evaluation von Interventionskonzepten (ZGI) und dem Vergleich mit internationalen Standards wie der ICF.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Traumatisierung, Methoden des Screenings, das Konzept der zielgruppenorientierten Intervention sowie die Implementierung der Psychoedukation und Rehabilitation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Psychosoziale Nachsorge, Großschadenslagen, Kölner Risikoindex, Psychoedukation und Trauma.

Warum ist die Psychoedukation erst nach 72 Stunden sinnvoll?

In der unmittelbaren Schockphase ist die Aufnahmekapazität der Betroffenen stark eingeschränkt; eine zu frühe Konfrontation mit Inhalten kann retraumatisierend wirken.

Was unterscheidet die "Selbsterholer" von der "Risikogruppe"?

Selbsterholer können das Trauma mit eigenen Ressourcen bewältigen, während die Risikogruppe eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung chronischer Störungen aufweist und gezielte Unterstützung benötigt.

Inwiefern ist die ICF für die psychosoziale Nachsorge praktikabel?

Die ICF wird als zu komplex für das Feld empfunden, weshalb praktikablere "Core Sets" wie der Q-FIS-SR als sinnvollere Alternative zur Erfassung von Behinderungen vorgeschlagen werden.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Not- und Katastrophenpsychologie. Ist es möglich eine eindeutige Richtlinie für traumatische Ereignisse und psychosoziale Interventionen zu erstellen?
Note
2
Autor
Student B.A. Emergency Practitioner Roland Dombrowski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
35
Katalognummer
V293151
ISBN (eBook)
9783656904045
ISBN (Buch)
9783656904052
Sprache
Deutsch
Schlagworte
psychologische Belastungen Posttraumatische Belastungsstörung PTBS psychische Belastungen für Einsatzkräfte Psychologische Einflussfaktoren ICD10 EUTOPA Risikoindex Belastende Ereignisse Risikogruppen Psychosoziale Notfallbetreuung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Student B.A. Emergency Practitioner Roland Dombrowski (Autor:in), 2014, Not- und Katastrophenpsychologie. Ist es möglich eine eindeutige Richtlinie für traumatische Ereignisse und psychosoziale Interventionen zu erstellen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293151
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Leseprobe aus  35  Seiten
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