Raymond B. Cattell


Hausarbeit, 2002

23 Seiten, Note: bestanden


Leseprobe

Inhalt

1.Einleitung

2. Biographisches zu R. B. Cattell

3. Konzept der Persönlichkeitswesenszüge nach Cattell
3.1 Allport und Eysenck
3.1.1 Übereinstimmungen mit Cattell
3.1.2 Differenzen zu Cattell
3.2 Persönlichkeitsfaktoren
3.3 Betrachtung der Wesenszüge nach Cattell

4. Die Faktorenanalyse von R. B. Cattell

5. Zusammenfassung und kritische Betrachtung

6. Schlusswort

7. Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Diese Hausarbeit setzt sich mit dem Schaffen Raymond B. Cattells auseinander, der sich mit der Erforschung der Persönlichkeit beschäftigte. Dabei sollen das Konzept der Persönlichkeitswesenszüge insgesamt und Cattells Überlegungen zu den Faktoren der Persönlichkeit im speziellen besondere Beachtung finden.

Somit soll ein Einblick in einen Bereich der Persönlichkeitspsychologie geschaffen werden. Allerdings kann sich diese Hausarbeit nur exemplarisch mit einem Vertreter beschäftigen, da ein umfassender und vergleichender Einblick in das Konzept der Persönlichkeitswesenszüge bei weitem den Rahmen sprengen würde.

Als Quellen liegen bekannte Studienbücher vor, von denen der überwiegende Teil umfassende Überblickswerke zum Bereich der Differentiellen Psychologie und Persönlichkeitspsychologie sind. Ein Buch von Cattell selbst beschreibt genauer seine empirische Erforschung der Persönlichkeit.

An die Einleitung schließt sich ein Kapitel zu Cattells Leben an. Im Hauptteil der Arbeit wird das Konzept der Persönlichkeitswesenszüge näher erläutert, wobei Cattells Theorie vergleichend zu der von Allport und Eysenck dargestellt werden soll. Eine eingehendere Betrachtung werden im Anschluss daran Cattells verschieden Persönlichkeitsfaktoren und Wesenszüge finden. Den Abschluss dieser Arbeit bilden eine Zusammenfassung und das Schlusswort.

2. Biographisches zu R. B. Cattell

1905 wurde Raymond B. Cattell als der zweiter von drei Söhnen in England in Devonshire geboren.

In den zwanziger Jahren studierte er an der Universität zu London Chemie und beendete dieses Studium 1924 erfolgreich. Anschließend wandte er sich jedoch dem Bereich der Psychologie zu und erhielt 1929 auch den Doktortitel für dieses Fach.

In diesen Jahren war Cattell wissenschaftlicher Mitarbeiter unter Charles Spearman und Sir Cyril Burt. Diese beiden Psychologen waren Vertreter der Faktorenanalytischen Fachrichtung und prägten somit Cattells Laufbahn in dieser Hinsicht erheblich. Er dozierte in den Jahren an der Londoner Universität und leitete u.a. fünf Jahre lang eine psychologische Klinik in Leicester, wo eine große Anzahl praktischer Erfahrungen sammeln konnte.

1937 folgte Cattell E. C. Thorndikes Einladung an die Columbia Universität in New York und übernahm dort eine Forschungsstelle. Es folgten weitere Aufenthalte an amerikanischen Universitäten wie Harvard, Clark und Duke. Auf Anfrage von H. Woodrow ging er 1944 nach Illinois und war dort als forschender Professor für Psychologie tätig. Bis zu seiner Pensionierung 1973 leitete R. B. Cattell als Direktor ein Laboratorium, welches im Bereich der Persönlichkeits- und Gruppenanalysen forschte.

Cattells Forschungen bezogen sich auf nahezu alle Bereiche der Psychologie, obwohl sein Hauptaugenmerk immer der Erforschung und Beschreibung von Persönlichkeit und ihren einzelnen Aspekten galt.

Im Laufe seines wissenschaftlichen Werdegangs veröffentlichte er eine Vielzahl von Büchern und über 400 schriftliche Beiträge in Sammelwerken und fachspezifischen Zeitschriften. Auch eine große Anzahl psychologischer Tests sind Cattells Schaffen und Forschen zu verdanken.[1]

3. Konzept der Persönlichkeitswesenszüge nach Cattell

Persönlichkeit setzt sich aus vielen Bestandteilen zusammen. Es gibt sozusagen viele Einheiten und Subeinheiten, aus denen sich Persön­lichkeit ähnlich einem Puzzle erst zusammenfügt. Persönlichkeitswesens­züge kann man als solche (Sub-)Einheiten verstehen. Sie kennzeichnen jede Person, machen sie individuell und lassen erahnen, wie sich der/die Betreffende in einer spezifischen Situation verhalten wird. Genauer gesagt, beschreiben sie eine „Neigung, sich in einer bestimmten Art und Weise zu verhalten.“[2] Hier wird schon deutlich, dass es sich dabei um Verhaltenstendenzen handelt.

Da Persönlichkeit eine sehr umfassendes Konstrukt ist und ihre Beschreibung und Erklärung sich somit äußerst komplex gestaltet, kann die Theorie der Persönlichkeitswesenszüge auch nur annähernd beschreiben und erfassen, wobei es sich dabei handelt.

Cattell äußerte sich dazu folgendermaßen:

„Die wissenschaftliche Untersuchung der Persönlichkeit versucht, diese so zu verstehen wie den Mechanismus einer Uhr, die chemischen Abläufe der Lebensprozesse in einem Säugetier oder das Schillern eines entfernten Sterns. Das heißt, das Stadium zielt ab auf objektive Einsichten; und auch darauf, vorherzusagen und zu bestimmen, was als nächstes passieren wird und außerdem darauf, ganz genaue wissenschaftlich gesetzmäßige Aussagen zu machen über die ganz gewöhnliche menschliche Beschaffenheit ... Ein Persönlichkeitswesenzug ist dasjenige, was eine Vorhersage darüber ermöglicht, wie sich jemand in einer gegebenen Situation verhalten wird.“[3]

Auf die verschiedenen Arten von Wesenszügen wird im Kapitel 3.3 noch genauer eingegangen. An dieser Stelle soll die Feststellung genügen, dass Cattell die Wesenszüge als grundlegendes Element der Persönlichkeit sieht und seine Theorie auf dieser Basis aufbaut.

Die Erfassung und Erfragung dieser speziellen Wesenszüge wird im Kapitel zur Faktorenanalyse noch genauer dargestellt.

Cattell geht in seiner Klassifizierung der Persönlichkeitsmerkmale neben den Wesenszügen auch noch in eine andere Richtung, nämlich der Einstufung nach Typen. Er sieht in Typen die Zusammenfassung bestimmter Wesenszüge, d. h.: eine bestimmte Zahl und Art von Persön­lichkeitswesenszügen klassifiziert einen bestimmten Typen. „Dieser und jeder andere Typ ist eine einmalige Verbindung von Wesenszügen, die sich genügend oft wiederholt, um die Zweckmäßigkeit der Namensgebung zu rechtfertigen.“[4] Allerdings betrachtet er die Beschreibung der Person und ihre Einstufung nach Typen auch kritisch, da die Institution ‚Typ’ einerseits zu global zu sein scheint, um genaue Aussagen zum individuellen Wesen eines Menschen zu treffen, es andererseits aber auch Fälle gibt, in denen es zweckmäßiger und treffender ist, diese durch Wesenszüge zu beschreiben, da sie sich nicht genau in eine Typ-Kategorie einstufen lassen.

Damit sind die wesentlichen Bestandteile der Cattell’schen Persön­lichkeitstheorie beschrieben worden. Im folgenden wird seine Theorie denen von Allport und Eysenck gegenübergestellt.

3.1 Allport und Eysenck

Gordon W. Allport (1897-1967) und Hans J. Eysenck (1916-1997) zählen ebenfalls zu den Vertretern der Persönlichkeitspsychologie, die sich mit dem Konzept der Persönlichkeitswesenszüge und der Faktorenanalyse auseinander setzten und in diesem Bereich arbeiteten und forschten.

G. W. Allport gilt als einer der Hauptrepräsentanten des Eigenschaft­sansatzes. Demnach ist bei ihm die Eigenschaft der Grundbaustein, aus deren Vielzahl sich die Persönlichkeit zusammensetzt.[5] Allerdings ist in der vorliegenden Literatur in Bezug auf Allports Arbeiten und Forschung sowohl von Eigenschaften als auch von Wesenszügen die Rede, so dass davon ausgegangen werden kann, dass diese Begriffe synonym verwandt werden und diese Arbeit im Folgenden ebenso verfahren wird.

Die Differenzierung erfolgt nach Allport in kardinale, zentrale und sekundäre Eigenschaften bzw. Wesenszüge.[6] Die kardinalen Eigenschaften sind dominant und nahezu für die gesamte Lebens­organisation und –koordination bestimmend. „Zentrale Persönlichkeits­wesenszüge (z.B. Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Bestimmtheit) drücken Eigenschaften aus, die eine begrenztere Reihe von Situationen abdecken, als es für die Haupteigenschaften zutrifft.“[7] Diese Eigenschaften sind also weniger dominierend, aber dennoch von großer Wirkungsbreite und allgemeinem Einfluss. Die sekundären Eigenschaften stellen diejenigen dar, welche am wenigsten stabil und nur sehr schwer deutlich zu erkennen sind. Dabei handelt es sich um spezifische Eigenschaften, die das menschliche Handeln innerhalb begrenzter Wirkungsbahnen lenken.

[...]


[1] vgl. Pervin, L. A., S. 243 und 244

[2] Pervin, L. A., S. 301

[3] Cattell, R. B., S. 302

[4] Cattell, R. B., S. 55

[5] vgl. Herrmann/Lantermann, S. 240

[6] vgl. Pervin, L. A., S. 306

[7] Pervin, L. A., S. 306

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Raymond B. Cattell
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Psychologie)
Veranstaltung
Persönlichkeitstheorien
Note
bestanden
Autor
Jahr
2002
Seiten
23
Katalognummer
V29316
ISBN (eBook)
9783638308632
ISBN (Buch)
9783638679862
Dateigröße
746 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Raymond, Cattell, Persönlichkeitstheorien
Arbeit zitieren
Stefanie Liebig (Autor:in), 2002, Raymond B. Cattell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29316

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