1905 wurde Raymond B. Cattell als der zweiter von drei Söhnen in England in Devonshire geboren.
In den zwanziger Jahren studierte er an der Universität zu London Chemie und beendete dieses Studium 1924 erfolgreich. Anschließend wandte er sich jedoch dem Bereich der Psychologie zu und erhielt 1929 auch den Doktortitel für dieses Fach.
Im Laufe seines wissenschaftlichen Werdegangs veröffentlichte er eine Vielzahl von Büchern und über 400 schriftliche Beiträge in Sammelwerken und fachspezifischen Zeitschriften. Auch eine große Anzahl psychologischer Tests sind Cattells Schaffen und Forschen zu verdanken.
Diese Arbeit setzt sich mit dem Schaffen Raymond B. Cattells auseinander, der sich mit der Erforschung der Persönlichkeit beschäftigte. Das Konzept der Persönlichkeitswesenszüge insgesamt und Cattells Überlegungen zu den Faktoren der Persönlichkeit im Speziellen finden hierbei Beachtung.
Somit soll ein kleiner Einblick in einen Bereich der Persönlichkeitspsychologie geschaffen werden.
Als Quellen liegen bekannte Studienbücher vor, von denen der überwiegende Teil umfassende Überblickswerke zum Bereich der Differentiellen Psychologie und Persönlichkeitspsychologie sind. Ein Buch von Cattell selbst beschreibt genauer seine empirische Erforschung der Persönlichkeit.
Im Anschluss an die Einleitung findet sich ein Kapitel zu Cattells Leben. Im Hauptteil der Arbeit wird das Konzept der Persönlichkeitswesenszüge näher erläutert, wobei Cattells Theorie vergleichend zu der von Allport und Eysenck dargestellt wird. Eine eingehendere Betrachtung werden im Anschluss daran von Cattell aufgelistete verschiedene Persönlichkeitsfaktoren und Wesenszüge finden.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Biographisches zu R. B. Cattell
3. Konzept der Persönlichkeitswesenszüge nach Cattell
3.1 Allport und Eysenck
3.1.1 Übereinstimmungen mit Cattell
3.1.2 Differenzen zu Cattell
3.2 Persönlichkeitsfaktoren
3.3 Betrachtung der Wesenszüge nach Cattell
4. Die Faktorenanalyse von R. B. Cattell
5. Zusammenfassung und kritische Betrachtung
6. Schlusswort
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Einblick in das wissenschaftliche Schaffen von Raymond B. Cattell, mit besonderem Schwerpunkt auf seinem Konzept der Persönlichkeitswesenszüge und der Faktorenanalyse zur Bestimmung der Persönlichkeitsstruktur. Dabei wird die Theorie in den Kontext zeitgenössischer Ansätze von Allport und Eysenck gestellt, um Gemeinsamkeiten und methodische Unterschiede herauszuarbeiten.
- Biografischer Werdegang von Raymond B. Cattell
- Vergleichende Analyse der Persönlichkeitstheorien (Cattell, Allport, Eysenck)
- Darstellung der 16 Persönlichkeitsfaktoren und ihrer Erfassung
- Methodik der Faktorenanalyse zur Identifikation von Wesenszügen
- Kritische Würdigung der faktorenanalytischen Forschungsergebnisse
Auszug aus dem Buch
3. Konzept der Persönlichkeitswesenszüge nach Cattell
Persönlichkeit setzt sich aus vielen Bestandteilen zusammen. Es gibt sozusagen viele Einheiten und Subeinheiten, aus denen sich Persönlichkeit ähnlich einem Puzzle erst zusammenfügt. Persönlichkeitswesenszüge kann man als solche (Sub-)Einheiten verstehen. Sie kennzeichnen jede Person, machen sie individuell und lassen erahnen, wie sich der/die Betreffende in einer spezifischen Situation verhalten wird. Genauer gesagt, beschreiben sie eine „Neigung, sich in einer bestimmten Art und Weise zu verhalten.“ Hier wird schon deutlich, dass es sich dabei um Verhaltenstendenzen handelt.
Da Persönlichkeit eine sehr umfassendes Konstrukt ist und ihre Beschreibung und Erklärung sich somit äußerst komplex gestaltet, kann die Theorie der Persönlichkeitswesenszüge auch nur annähernd beschreiben und erfassen, wobei es sich dabei handelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Persönlichkeitsforschung nach Cattell ein und erläutert den Aufbau der Hausarbeit sowie die gewählte Vorgehensweise.
2. Biographisches zu R. B. Cattell: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg des Psychologen nach, von seiner Ausbildung in England bis zu seiner Forschungstätigkeit an US-amerikanischen Universitäten.
3. Konzept der Persönlichkeitswesenszüge nach Cattell: Hier wird Cattells Verständnis von Persönlichkeit als Zusammensetzung verschiedener Einheiten und Verhaltenstendenzen dargelegt.
3.1 Allport und Eysenck: Das Kapitel bietet eine vergleichende Einordnung von Allports Eigenschaftsansatz und Eysencks Fokus auf biologisch verankerte Persönlichkeitsdimensionen.
3.1.1 Übereinstimmungen mit Cattell: Es werden die gemeinsamen Nenner identifiziert, insbesondere das Verständnis der Persönlichkeit als Konstrukt und die Nutzung empirischer Methoden.
3.1.2 Differenzen zu Cattell: Die Abgrenzung erfolgt hier über methodische Ansätze, die Gewichtung der Persönlichkeitsstruktur sowie die Einstellung zur Psychoanalyse.
3.2 Persönlichkeitsfaktoren: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung und Anwendung des 16-PF-Fragebogens sowie die Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärfaktoren.
3.3 Betrachtung der Wesenszüge nach Cattell: Hier erfolgt eine Klassifizierung in Fähigkeits-, Temperaments- und dynamische Wesenszüge sowie eine Unterscheidung zwischen Oberflächen- und Grundwesenszügen.
4. Die Faktorenanalyse von R. B. Cattell: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Datenquellen (L-, F- und T-Daten) und deren Bedeutung für die faktorenanalytische Forschung.
5. Zusammenfassung und kritische Betrachtung: Eine abschließende Evaluation von Cattells Beitrag zur Psychologie, ergänzt durch eine Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Kritik an seiner Person und Methodik.
6. Schlusswort: Das Schlusswort bilanziert den Erkenntnisgewinn der Hausarbeit und reflektiert die Problematik bei der Zusammenfassung des umfangreichen Quellenmaterials.
Schlüsselwörter
Persönlichkeitspsychologie, Raymond B. Cattell, Wesenszüge, Faktorenanalyse, 16-PF-Test, Persönlichkeitsstruktur, Verhaltensdispositionen, L-Daten, Q-Daten, T-Daten, Primärfaktoren, Sekundärfaktoren, Differenzielle Psychologie, Verhaltensvorhersage, Psychologische Testverfahren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Persönlichkeitstheorie von Raymond B. Cattell, insbesondere mit seinem Konzept der Persönlichkeitswesenszüge und der empirischen Erforschung mittels Faktorenanalyse.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Biografie Cattells, der Differenzierung von Wesenszügen, der methodischen Erhebung mittels 16-PF-Test sowie einem Vergleich mit anderen theoretischen Ansätzen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen fundierten Einblick in Cattells Modell der Persönlichkeitsstruktur zu geben und aufzuzeigen, wie er durch statistische Methoden Verhaltensweisen operationalisiert und kategorisiert hat.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet Cattell laut der Arbeit?
Cattell stützt sich primär auf die Faktorenanalyse, um komplexe Persönlichkeitsdaten aus unterschiedlichen Quellen (L-, F- und T-Daten) zu strukturieren und in messbare Faktoren zu überführen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das Konzept der Wesenszüge, der Vergleich zu Allport und Eysenck, die 16-PF-Faktoren sowie die Datengewinnungsmethodik detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Untersuchung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Faktorenanalyse, Persönlichkeitswesenszüge, 16-PF, Verhaltensdisposition und empirische Psychologie definiert.
Inwiefern unterscheidet sich Cattell in seiner Strategie von Eysenck?
Während Cattell einen induktiv-hypothetisch-deduktiven Ansatz verfolgt, der auf einer großen Menge an Daten basiert, wählt Eysenck einen stärker hypothetisch-deduktiven Ansatz, der mit weniger, aber sehr spezifischen Komponenten arbeitet.
Wie bewertet die Autorin die Persönlichkeit von Cattell in ihrer Arbeit?
Sie nimmt Bezug auf die in der Literatur geäußerte Kritik an Cattells teils arroganter Art und seinem mitunter zu forschen wissenschaftlichen Vorgehen, würdigt jedoch gleichzeitig die enorme Bedeutung seiner wissenschaftlichen Pionierarbeit.
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- Stefanie Liebig (Author), 2002, Raymond B. Cattell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29316