Die Versorgung von Patienten mit totalen Prothesen ist kein neuartiges Konzept. In diesem Fall wurde im Oberkiefer eine Totalprothese mit Modellgussbasis im Doublierverfahren hergestellt. Indikation und Kontra-indikationen, Vor- und Nachteile dieser Behandlungsmodalität sind gründlich dokumentiert.
Bei der Totalprothese handelt es sich um eine nicht paradontal gestützte sondern rein schleimhautgetragene Prothese. Die Schwierigkeit liegt sowohl in der Saugkraft der Prothese als auch in der Zufriedenstellung des Patienten hinsichtlich Form, Farbe und Zahnstellung, d.h. es muss stets das gesamte persönliche und medizinische Umfeld des Patienten berücksichtigt werden. Die körperliche und geistige Fähigkeit des Patienten sich an neue Formen und Funktionsabläufe im Mund zu gewöhnen, ist von großer Bedeutung für den Behandlungserfolg. Für den Behandler heißt dies, dass er neben manuellem Geschick und medizinischem Wissen auch psychologisches Feingefühl bei der Behandlung von Totalprothesenträger einbringen muss.
Inhaltsverzeichnis
1. Sitzung: Anamnese und Untersuchung
2. Sitzung: Kieferrelation und Funktionsabformung
3. Sitzung: Einprobe im Mund
4. Sitzung: Eingliederung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit beschreibt ein systematisches klinisches und zahntechnisches Vorgehen zur Herstellung einer Totalprothese mittels eines Doublierverfahrens. Ziel ist es, die ästhetische und funktionelle Akzeptanz bei Patienten, die bereits langjährige Träger einer Totalprothese sind, durch eine präzise Nachbildung der bewährten Prothesenkonfiguration zu maximieren und den Behandlungsprozess effizient zu gestalten.
- Anwendung des Doublierverfahrens zur 95-prozentigen Nachbildung bestehender Prothesen.
- Methodik der klinischen Untersuchung und Kieferrelationsbestimmung bei Totalprothesenpatienten.
- Einbindung einer Metallbasis zur Stabilitätssicherung in der Oberkieferprothetik.
- Individuelle ästhetische Gestaltung durch Kunststofffrontschildästhetik mittels Pinseltechnik.
- Klinische Einprobe und finale Eingliederung mit Fokus auf Phonetik und Okklusionskontrolle.
Auszug aus dem Buch
1. Sitzung: Anamnese und Untersuchung
Nachdem in der ersten Sitzung zunächst die Wünsche und Erwartungen des Patienten erläutert wurden, galt die Aufmerksamkeit im weiteren Verlauf der Untersuchung des Patienten. Es werden die Alveolarfortsätze, die Schleimhaut, der Speichel und die Unterkieferfunktion untersucht. Es wird zunächst kontrolliert, ob die Alveolarfortsätze noch gut erhalten und mit unverschieblicher Schleimhaut bekleidet sind. Der Kieferkamm ist noch gut erhalten und stellt eine gute Grundlage für eine saugfähige Prothese dar. Nach der Palpation des dorsalen Bereichs des Oberkiefers wurde kein Würgereiz festgestellt, was die Abrucknahme und Gestaltung der Ah-Linie erleichtern sollte.
Es lagen keine Anzeichen für einen Druckulcus oder einen Schlotterkamm vor, auch Reizungen der Schleimhaut durch Haftcreme, Allergien oder Druckstellen waren nicht erkennbar. Der Patient hatte einen mukösen und reichlich fließenden Speichel. Der Neuanfertigung der Totalen Prothese stand nichts entgegen.
Die vorhandene Oberkieferprothese wird nun in das Labor gegeben, um dort ein Duplikat zu erstellen. Diese Duplikat wird aus Prothesenkunststoff hergestellt und entspricht zu 90% der alten Prothese. Mit diesem Duplikat wird in der nächsten Sitzung der Funktionsabruck genommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sitzung: Anamnese und Untersuchung: In dieser Phase werden der klinische Status des Patienten sowie die Eignung der vorhandenen Prothesen für das Doublierverfahren evaluiert.
2. Sitzung: Kieferrelation und Funktionsabformung: Hier erfolgt die Erstellung der Meistermodelle unter Nutzung der Doublierprothese, um eine präzise Übertragung der Bisslage und Kieferrelation sicherzustellen.
3. Sitzung: Einprobe im Mund: Dieses Kapitel beschreibt die ästhetische und funktionelle Überprüfung der Wachsaufstellung sowie die individuelle Gestaltung der Kunststofffront.
4. Sitzung: Eingliederung: Der abschließende Termin konzentriert sich auf die finale Kontrolle von Phonetik, Okklusion und Sitz der fertigen Prothese im Munde des Patienten.
Schlüsselwörter
Totale Prothese, Doublierverfahren, Zahnlose Kiefer, Oberkieferprothese, Funktionsabdruck, Kieferrelation, Meistermodell, Metallbasis, Kunststofffrontschildästhetik, Okklusionskontrolle, Zahntechnik, Prothetik, Ästhetik, Phonetik, Tragekomfort.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt ein spezifisches klinisches und zahntechnisches Protokoll zur Herstellung von Totalprothesen bei Patienten, die bereits an eine bestimmte Prothesenform gewöhnt sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Doublierverfahren, der analogen Nachbildung bestehender Zahnersatzkonfigurationen und der prothetischen Rehabilitation zahnloser Kiefer.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die effiziente Neuanfertigung einer Totalprothese, die in Form, Farbe und Zahnstellung zu 95 Prozent der alten Prothese entspricht, um die Patientenakzeptanz zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine klinische Fallstudie beschrieben, die auf der systematischen Duplizierung und Modellierung von Prothesenbasen sowie der anschließenden manuellen Kunststoffverarbeitung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in vier Sitzungen, von der Anamnese und Untersuchung über die Funktionsabformung und Einprobe bis hin zur endgültigen Eingliederung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Totale Prothese, Doublierverfahren, Metallbasis, Funktionsabdruck und ästhetische Kunststoffgestaltung.
Warum wird im Oberkiefer eine Metallbasis verwendet?
Die Metallbasis dient der Stabilität und Verwindungssteifigkeit der Prothese, was insbesondere bei der Nutzung des Doublierverfahrens für eine passgenaue Versorgung wichtig ist.
Welchen Vorteil bietet das Doublierverfahren dem Patienten?
Der Patient profitiert davon, dass das gewohnte Aussehen und die Zahnstellung beibehalten werden, wodurch eine aufwendige Gewöhnungsphase an eine völlig neue Prothesenform entfällt.
Wie wird die Ästhetik des Zahnfleisches individualisiert?
Dies erfolgt durch eine Pinseltechnik, bei der rosa und weißer Kunststoff kombiniert werden, um eine natürliche Charakterisierung des Zahnfleisches zu erzielen.
- Arbeit zitieren
- Thomas Hahn (Autor:in), 2015, Die tägliche Praxis in der Totalprothetik. Die Herstellung einer Totalen Prothese im Doublierverfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293184