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Die Symbolik in den politischen Plakaten der DDR

Title: Die Symbolik in den politischen Plakaten der DDR

Term Paper , 2014 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sarah Glöckler (Author)

Communications - Media History
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Da Zeitung und Rundfunk sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erst allmählich wieder etablierten, wurde das Plakat zum zentralen und quantitativ bedeutendsten Kommunikationsmittel der Politik. Die Funktionen des politischen Plakats im öffentlichen Raum der DDR waren in erster Linie die Festigung des Staatsbewusstseins, die Selbstinszenierung der DDR und die Propagierung der Vorzüge einer sozialistischen Gesellschaft.

Ein Plakat war also nichts anderes, als ein politischer Appell in Plakatgestalt. Es sollte einen Dialog mit dem Passanten aufbauen und ihn von dessen Aussage überzeugen. Um dies zu gewährleisten, setzten die für die Plakatgestaltung zuständigen Abteilungen und Ämter bestimmte Symbole ein, die in der Geschichte der DDR-Plakate immer wieder auftauchten. Die Hauptfunktion solcher Symbole ist die Reduktion von Komplexität. Das Pars-pro-toto-Prinzip beschreibt den stellvertretenden Bezug eines konkreten Teiles auf ein abstraktes Ganzes. Demnach steht das jeweilige Symbol „stellvertretend für eine Person, Idee oder Institution und strahlt als Bild den Sinn dieser Wirklichkeit aus, es „repräsentiert“, ist Sinn-Bild.“ Es gewährleistet die Darstellung eines komplexen, nicht unbedingt fassbaren Sachverhalts durch einzelne Objekte. Denn „mittels symbolischer Reduktionen ließen sich Apelle […] leichter transportieren.“ Die Verwendung von Symbolik ersetzte eine verbale Vermittlung, wodurch das gesamte Volk erreicht wurde, ungeachtet des jeweiligen Bildungsstatus. Die illustrativen Symbole evozierten eine emotionale und affektive Wirkung beim Betrachter. Der kontinuierliche Einsatz garantierte ihren Wiedererkennungswert, sodass eine erneute Erklärung des jeweiligen politischen Sachverhalts nicht notwendig war.

Die nachfolgende Arbeit wird die poltischen Plakate der DDR auf diese Symbole hin untersuchen und deren Bedeutung analysieren. Dabei gilt es besonders auf den Zusammenhang zwischen den Illustrationen auf den Plakaten und dem Leben in der DDR einzugehen. Im ersten Kapitel wird gezeigt, inwiefern die Plakate den Aufbau des Staates und die Etablierung des Sozialismus voranzutreiben versuchten. Das zweite Kapitel geht auf die Selbstinszenierung der SED und deren propagierte Feindbilder gegen die Westmächte ein. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den Themen Krieg und Friede und dem Einsatz von christlicher Symbolik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Quellenkritik

1. Die Errichtung eines neuen Staates

1.1 Der ideale Staatsbürger

1.2 Der Neuaufbau

2. Selbstinszenierung und Feindbilder

2.1 Der Vereinigungshandschlag

2.2 Feindbilder

3. Krieg und Friede

3.1 Christliche Symbolik

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die symbolische Bildsprache politischer Plakate in der DDR zwischen 1945 und 1963, um aufzuzeigen, wie das SED-Regime durch visuelle Reduktion von Komplexität gezielt staatliche Ideologien verbreitete, ein Wir-Gefühl schuf und Feindbilder gegen westliche Mächte etablierte.

  • Die Funktion des Plakats als zentrales Propagandainstrument der SED
  • Die Darstellung von Idealbildern (Arbeiter, Bauern, Jugend) zum Aufbau des Staates
  • Die Bedeutung und Mythenbildung des Vereinigungshandschlags
  • Visuelle Strategien der Dehumanisierung von Feindbildern
  • Die Verwendung christlicher Symbolik für friedenspolitische Appelle

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Vereinigungshandschlag

„Mit der Vereinigungssymbolik des iunctio dextrarum berief sich die Propagandaabteilung der SED auf ein Motiv mit langer ikonographischer Tradition“. Die Verbindung zweier rechter Hände gilt als das Sinnbild für Einheit, Einigkeit und Verbundenheit und wurde in der Geschichte schon mehrfach als politisches Symbol eingesetzt. Im Falle der SED beruht dieser Händedruck auf dem Zusammenschluss der beiden Parteien SPD (Sozialdemokratische Partei) und KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) zur SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands). Auf dem Vereinigungsparteitag am 21. April 1946 lieferten die jeweiligen Parteivorsitzenden Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl die Vorlage für alle späteren Illustrationen des Vereinigungshandschlags. (Abb. 26) „Dieser Händedruck ist eines der meist zitierten und immer wieder rezipierten Motive in der Sichtagitation der DDR.“

Er wurde zum Parteisymbol und durch die ständige Wiederholung auf zahlreichen Plakaten, Briefmarken und Flaggen, auch zum Dauersymbol, zu einem lasting image. Zwar ist bekannt, dass die beiden ineinander verschränkten Hände zu Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl gehören; durch die Isolation von den Protagonisten gewann der Händedruck jedoch an Zeitlosigkeit. Der von Raum und Zeit unabhängige Ausschnitt der Hände „diente der visuellen Konkretisierung eines komplexen politischen Vorgangs“, wodurch auch an dieser Stelle das in der Einleitung beschrieben Pars-pro-toto-Prinzip zum Tragen kommt (Abb. 27 bis 31).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die historische Ausgangslage der DDR nach 1945 und die Rolle des Plakats als wichtigstes Propagandamedium zur Verbreitung sozialistischer Ideologie.

Quellenkritik: Reflexion über die limitierte Quellenlage und die Schwierigkeit, die Bedeutung der Plakate ohne zeitgenössische Rezeptionsdokumente objektiv einzuordnen.

1. Die Errichtung eines neuen Staates: Analyse der Plakate, die den neuen „sozialistischen Menschen“ sowie das Idealbild von Arbeitern und Bauern zur Staatsbildung propagierten.

1.1 Der ideale Staatsbürger: Untersuchung der Fokussierung auf die Jugend (FDJ) als Hoffnungsträger der Nation und deren visuelle Darstellung als Träger einer neuen Zeit.

1.2 Der Neuaufbau: Erläuterung der Bau-Metaphorik als visuelles Symbol für Fortschritt und gemeinsame Kraftanstrengung beim Wiederaufbau des Landes.

2. Selbstinszenierung und Feindbilder: Betrachtung der propagandistischen Gegensätze zwischen der Idealisierung der eigenen Regierung und der Abwertung des westlichen Gegners.

2.1 Der Vereinigungshandschlag: Analyse des Vereinigungssymbols der SED und wie dieses ein harmonisches Bild der Parteigründung suggerierte, um interne Zwänge zu kaschieren.

2.2 Feindbilder: Untersuchung der gezielten Dehumanisierung des politischen Gegners durch karikaturistische Darstellung als Insekten oder Parasiten.

3. Krieg und Friede: Analyse des Umgangs mit der Angst vor einem Atomkrieg und der Instrumentalisierung des Friedensbegriffs durch das SED-Regime.

3.1 Christliche Symbolik: Untersuchung, wie religiöse Symbole wie die Friedenstaube oder biblische Motive umgedeutet wurden, um der Propaganda Glaubwürdigkeit und Tiefe zu verleihen.

Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung des DDR-Plakats als Instrument der staatlichen Manipulation und Einbettung in den historischen Kontext bis 1989.

Schlüsselwörter

DDR, Plakatpropaganda, SED, Sozialismus, politische Symbolik, Vereinigungshandschlag, Feindbild, Friedenspropaganda, Pars-pro-toto-Prinzip, Kalter Krieg, AgitProp, Dehumanisierung, Bildsprache, Staatsbildung, DDR-Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die symbolische Bildsprache und Funktion von politischen Plakaten in der DDR im Zeitraum von 1945 bis 1963.

Welche Themenfelder stehen im Fokus der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Errichtung des Staates, der Selbstinszenierung der SED sowie der Konstruktion von Feindbildern und der Propagierung des Friedens.

Was ist das zentrale Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu analysieren, wie durch visuelle Symbole komplexe politische Ideologien vereinfacht wurden, um die Bevölkerung von den Zielen des Sozialismus zu überzeugen.

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Die Autorin kombiniert historische Analysen der Plakate mit ikonographischen Methoden, insbesondere dem Pars-pro-toto-Prinzip, um die Wirkung der Symbolik auf den Betrachter zu erklären.

Welche inhaltlichen Aspekte prägen den Hauptteil?

Der Hauptteil behandelt die Inszenierung des „idealen Staatsbürgers“, die Mythenbildung rund um den Vereinigungshandschlag und die Nutzung christlicher Metaphorik für politische Zwecke.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben DDR und SED insbesondere politische Symbolik, Propaganda, Feindbild und das Pars-pro-toto-Prinzip.

Warum wurde gerade der "Vereinigungshandschlag" als Symbol hervorgehoben?

Dieses Motiv war eines der am häufigsten rezipierten Parteisymbole und diente dazu, den unter massivem Druck erfolgten Zusammenschluss von SPD und KPD als harmonische Einheit zu legitimieren.

Wie wurde die "Dehumanisierung" des Feindes in den Plakaten umgesetzt?

Durch die Darstellung westlicher Gegner als Insekten oder Parasiten sollten negative Assoziationen geweckt und die Hinterlistigkeit des Gegners plakativ erfahrbar gemacht werden.

Welche Bedeutung hatte christliche Symbolik für eine atheistische Staatsführung?

Die Regierung nutzte die überzeitliche Gültigkeit religiöser Symbole wie die Friedenstaube, um die eigene Friedenspolitik glaubwürdiger und überzeugender zu gestalten.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin bezüglich der Kommunikation durch Plakate?

Die Autorin stellt fest, dass die Kommunikation einseitig war und Plakate primär als Instrument der gezielten Manipulation und Festigung staatlicher Ideologien dienten.

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Details

Title
Die Symbolik in den politischen Plakaten der DDR
College
University of Regensburg  (Lehrstuhl für Medienwissenschaft)
Course
Das Werbeplakat
Grade
1,0
Author
Sarah Glöckler (Author)
Publication Year
2014
Pages
31
Catalog Number
V293307
ISBN (eBook)
9783656907268
ISBN (Book)
9783656907275
Language
German
Tags
DDR Plakate Plakatwerbung Propaganda politische Symbole
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Glöckler (Author), 2014, Die Symbolik in den politischen Plakaten der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293307
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