Der Bologna-Prozess dient zur europaweiten Harmonisierung der Studienstrukturen und zur Erarbeitung von Standards, welche das diffizile Geflecht von Kooperationsverträgen zwischen zwei Staaten und unvereinbare Austauschprogramme im europäischen Hochschulraum vereinfachen sollen. Um jedoch auf europäischer Ebene dies zu ermöglichen, mussten erst einmal die nationalen Hochschulsysteme umgestellt werden, so dass wiederrum bestimmte Mindestanforderungen gestellt wurden. Um dies zu gewährleisten, haben die Kultusministerkonferenz und die Hochschulrektorenkonferenz Qualitätssicherungsmaßnahmen in Deutschland eingeführt, von denen in dieser Arbeit zwei näher betrachtet werden sollen.
Dementsprechend beschäftigt sich diese Arbeit mit dem Thema, Qualitätssicherungsmaßnahmen im Bologna-Prozess: Konzepte, Entwicklungsstand in Deutschland und Kritik. Dabei wird das Augenmerk auf die Konzepte der Modularisierung und Akkreditierung gelegt, mit dessen Hilfe die Frage, ob die externen Maßnahmen der Modularisierung und Akkreditierung, welche zur Qualitätssicherung im Bologna-Prozess eingeführt wurden wirklich erfolgreich durchgeführt oder nur theoretische Grundüberlegungen sind, beantwortet werden soll.
Aufgrund des Umfanges der Arbeit wird sich auf die genannten Maßnahmen beschränkt und keine weiteren besprochen, da ansonsten die Maßnahmen nur angeschnitten, aber nicht näher erläutert werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffserklärungen
3 Konzepte der Qualitätssicherung in Deutschland
3.1 Modularisierungskonzept
3.2 Konzept der Akkreditierungsagenturen
3.2.1 Struktur des deutschen Akkreditierungssystems
3.2.2 Programmakkreditierung
3.2.3 Systemakkreditierung
4 Entwicklungsstand in Deutschland
5 Kritische Schlussbetrachtung der Qualitätssicherungsmaßnahmen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die im Zuge des Bologna-Prozesses in Deutschland eingeführten Qualitätssicherungsmaßnahmen, insbesondere die Konzepte der Modularisierung und Akkreditierung. Dabei wird der Forschungsfrage nachgegangen, inwieweit diese externen Maßnahmen tatsächlich erfolgreich zur Qualitätssicherung beitragen oder ob sie über theoretische Grundüberlegungen hinaus bisher nur begrenzt wirksam sind.
- Grundlagen des Bologna-Prozesses und Begriffsdefinitionen
- Das Konzept der Modularisierung als Basis für Vergleichbarkeit
- Struktur und Funktionsweise des deutschen Akkreditierungssystems
- Unterscheidung zwischen Programm- und Systemakkreditierung
- Aktueller Entwicklungsstand und kritische Reflexion der Reformmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
3.2.3 Systemakkreditierung
Im Jahre 2008 wurde nach zehnjähriger Erkenntnis mit der Programmakkreditierung die Systemakkreditierung eingeführt. Im Gegensatz zur Programmakkreditierung ist der Gegenstand der Systemakkreditierung das interne Qualitätssicherungssystem. Dabei werden die Steuerungs- und Qualitätssicherungssysteme innerhalb einer Hochschule auf ihre Tauglichkeit und Effektivität, bezüglich der Gewährleistung der Qualität der Studiengänge und Einhaltung der formalen Vorgaben, begutachtet.
Die erfolgreiche Systemakkreditierung bestätigt in diesem Fall, dass dieses Qualitätssicherungssystem der Hochschule in den Bereichen Studium und Lehre zweckmäßig ist und somit alle Qualifikationsziele erreicht werden können und die Qualitätsstandards der Studiengänge eingehalten werden. Jedoch wird – wie bei der Programmakkreditierung – das Verfahren nach dem Prinzip des Peer Review durchgeführt. Auch bei diesem Akkreditierungsverfahren stellt eine Hochschule bei einer von ihr ausgewählten Agentur einen Antrag auf Systemakkreditierung, welcher eine kurze Erklärung der internen Qualitätssicherungsmechanismen beinhaltet. Daraufhin wird eine Vorprüfung von der Agentur organisiert, bei der die Voraussetzungen für die Aufnahme der Systemakkreditierung geprüft werden.
Nach der Positiventscheidung der Agentur wird eine Gutachtergruppe aus fünf Personen eingesetzt, die folgende Kriterien erfüllen müssen: Im Gegensatz zur Programmakkreditierung werden bei der Systemakkreditierung zwei Begehungen der Hochschule und eine Programm- und Merkmalsstichprobe durchgeführt. Der Grund für die Stichprobe ist die Überprüfung, inwiefern die ambitionierten Wirkungen auf Studiengangebene wirklich eintreten. Dadurch ist die Qualität im Bereich Studium und Lehre zu gewährleisten. Herausgefunden wird demzufolge, ob Qualitätsmängel eine systematische Ursache haben oder nicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den Kontext des Bologna-Prozesses ein und formuliert die Zielsetzung der Arbeit, die Konzepte der Modularisierung und Akkreditierung kritisch zu beleuchten.
2 Begriffserklärungen: Hier werden die zentralen Termini wie Bologna-Prozess, Qualität, Qualitätssicherung, Modularisierung, Output-Orientierung und Akkreditierung für das weitere Verständnis definiert.
3 Konzepte der Qualitätssicherung in Deutschland: Dieser Abschnitt erläutert die Funktionsweise der Modularisierung sowie die Strukturen des deutschen Akkreditierungssystems einschließlich Programm- und Systemakkreditierung.
4 Entwicklungsstand in Deutschland: Es wird dargestellt, dass zwar eine flächendeckende Umstellung auf Bachelor- und Masterstrukturen stattgefunden hat, jedoch noch nicht alle Studiengänge akkreditiert sind.
5 Kritische Schlussbetrachtung der Qualitätssicherungsmaßnahmen: Das Fazit zieht eine Bilanz, dass die Maßnahmen bisher nicht vollkommen erfolgreich sind, aber den Grundstein für eine bessere Vergleichbarkeit und Standardisierung legen.
Schlüsselwörter
Bologna-Prozess, Qualitätssicherung, Modularisierung, Akkreditierung, Studienstrukturen, Akkreditierungsrat, Programmakkreditierung, Systemakkreditierung, Output-Orientierung, Leistungspunkte, Peer Review, Hochschulsteuerung, Qualitätsstandards, Hochschulreform, Vergleichbarkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Qualitätssicherungsmaßnahmen, die im Rahmen des Bologna-Prozesses in deutschen Hochschulen eingeführt wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Konzept der Modularisierung sowie das deutsche Akkreditierungssystem, unterteilt in Programm- und Systemakkreditierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob die externen Qualitätssicherungsmaßnahmen der Modularisierung und Akkreditierung tatsächlich erfolgreich umgesetzt wurden oder nur theoretische Konzepte darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung offizieller Dokumente von Institutionen wie der Kultusministerkonferenz und dem Akkreditierungsrat.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Definitionen der Fachbegriffe, die inhaltlichen Anforderungen an Module und die detaillierten Strukturen sowie Verfahrensarten der Akkreditierung beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bologna-Prozess, Modularisierung, Akkreditierung, Output-Orientierung und Qualitätssicherung.
Was unterscheidet die Programm- von der Systemakkreditierung?
Während die Programmakkreditierung einzelne Studiengänge prüft, fokussiert die Systemakkreditierung auf die Tauglichkeit und Effektivität des internen Qualitätssicherungssystems der gesamten Hochschule.
Warum gibt es keine Systemakkreditierung unter Auflagen?
Nach den Regelungen des Akkreditierungsrates ist die Systemakkreditierung eine Zertifizierung des gesamten QM-Systems; entweder die Hochschule erfüllt die Kriterien zur Qualitätssicherung und wird zertifiziert, oder sie tut es nicht.
- Quote paper
- Konrad Steinwachs (Author), 2014, Qualitätssicherungsmaßnahmen im Bologna-Prozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293327