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Die Motive der „Melusinensage“ im Vergleich bei Thüring von Ringoltingen und Ludwig Tieck

Title: Die Motive der „Melusinensage“ im Vergleich  bei Thüring von Ringoltingen  und Ludwig Tieck

Bachelor Thesis , 2014 , 41 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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In der folgenden Arbeit soll ein Vergleich erarbeitet werden, bei dem zwei Versionen der "Melusinensage" gegenüber gestellt werden. Der verarbeitete Stoff dieser Sage handelt von der Erzählung einer Fee, welche sich an jedem Sonnabend in eine Schlangenfrau verwandelt, indem ihr vom Nabel abwärts ein Fischschwanz wächst.
Sie kann nur dann von ihrem Schicksal erlöst werden, wenn sie einen Mann findet, der sich an ihr Verbot hält und ihr niemals an einem Samstag nachsteigt.
Sollte er sich daran jedoch nicht halten, wären beide für immer verloren.

Dieser Stoff wird zum einen in dem Prosaroman von Thüring von Ringoltingen verarbeitet, welcher sein Werk im Jahr 1456 vollendete. Es handelt sich hierbei um eine Auftragsarbeit für den Marktgrafen Rudolf von Hohenberg, der mit diesem Werk beabsichtigte, seine Abstammung auf die des Hauses Lusignan zu rechtfertigen. Aus diesem Grund bediente sich Thüring bei seiner Version an der Vorlage von Jean d’Arras, welche in den Jahren 1387-93 verfasst wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Melusinensage bei Thüring von Ringoltingen und Ludwig Tieck

2.1. Der Hintergrund des Melusinenstoffs

2.2. Thüring von Ringoltingen

2.2.1. Der Prosaroman

2.3. Ludwig Tieck

2.3.1 Die romantische Erzählung

2.4. Genealogie als Hintergrund der Melusinensage

2.4.1. Die Genealogie bei Thüring von Ringoltingen

2.4.2. Die Genealogie bei Ludwig Tieck

2.5. Das Motiv der Mahrtenehe

2.5.1. Die Mahrtenehe bei Thüring von Ringoltingen

2.5.2. Die Mahrtenehe bei Ludwig Tieck

2.6. Der Tabubruch in der Mahrtenehe

2.6.1. Der Tabubruch bei Thüring von Ringoltingen

2.6.2. Der Tabubruch bei Ludwig Tieck

2.7. Die Person der Melusine

2.7.1. Die Melusine bei Thüring von Ringoltingen

2.7.2. Die Melusine bei Ludwig Tieck

2.8. Analyse weiterer Unterscheidungsmerkmale

3. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht die Motive der Melusinensage in der Fassung von Thüring von Ringoltingen (1456) und der romantischen Erzählung von Ludwig Tieck (um 1800), um zu analysieren, ob Tiecks Werk lediglich eine Kopie darstellt oder als eigenständige, interpretative Variante des Stoffes zu bewerten ist.

  • Vergleich des Motivs der Genealogie als Legitimationsinstrument vs. inhaltliches Element.
  • Analyse der Mahrtenehe nach dem Schema von Friedrich Panzer in beiden Werken.
  • Untersuchung der Struktur und Motivation des Tabubruchs durch Neugier und Emotion.
  • Differenzierung der Darstellung Melusines als Stammmutter vs. Femme Fatale.
  • Herausarbeitung der formalen Unterschiede zwischen Prosaroman und der Mischung aus Prosa und Lyrik.

Auszug aus dem Buch

2.5. Das Motiv der Mahrtenehe

Das Motiv der Mahrtenehe wird durch folgende Begebenheit definiert: „Verbindung eines Sterblichen mit einem überirdischen Wesen, […] deren Dauer an die Beachtung eines Verbotes gebunden ist.“

Besonders oft aufgegriffen wurde die Mahrtenehe im späten Mittelalter, wo sie zu den mythischen Erzählungen zählt, da durch diese Liebesverbindung unter anderem außergewöhnliche Taten erklärt werden sollen und so eine Vermittlung zwischen göttlicher und menschlicher Welt geschaffen wird. Dieses Zusammenwirken von Minne und Genealogie macht den Stoff der Mahrtenehe zu etwas Besonderem, denn es wird nicht nur ein Erzählmotiv aufgegriffen, sondern es kommt zu einer Verschmelzung von mehreren einschlägigen Themen des Mittelalters.

Außerdem führt das Zusammenspiel von Faszination und Abscheu dazu, dass die Anziehungskraft dieses Stoffes auf die gesamte Bevölkerung des 15. und 16. Jahrhunderts übergriff und die Mahrtenehe zu einem der am häufigsten verwendeten Motive machte.

Diese Faszination beruht vor allem auf den verwendeten Charakteren dieser Liebesgeschichte. Auf der einen Seite ist es der Ritter, welcher durch den ebenfalls im Mittelalter weit verbreiteten Stoff der Artusromane eine tragende Rolle einnimmt. Durch die Assoziation des Ritters in glänzender Rüstung tritt er als Held zum ersten Mal in Erscheinung. Jedoch ist es ein tragisches Ereignis, welches ihm zur ersten Begegnung mit seiner zukünftigen Gemahlin führt. Ihm gegenüber steht ein dämonisches Wesen, auf welches sich die meiste Aufmerksamkeit richtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit stellt die Melusinensage vor und definiert das Ziel, die Fassungen von Thüring von Ringoltingen und Ludwig Tieck anhand zentraler Motive zu vergleichen.

2. Die Melusinensage bei Thüring von Ringoltingen und Ludwig Tieck: Dieses Kapitel umfasst die detaillierte Analyse der vier Hauptmotive (Genealogie, Mahrtenehe, Tabubruch, Person der Melusine) und stellt die Unterschiede in Aufbau und Interpretation zwischen den beiden Autoren gegenüber.

3. Resümee: Die Arbeit fasst zusammen, dass sich beide Werke inhaltlich zwar sehr ähneln, Tieck jedoch durch formale Mittel und eine veränderte Interpretation der Figur Melusine eine Umschichtung der phallischen Eigenschaften weg von der Frau hin zum Mann vollzieht.

Schlüsselwörter

Melusinensage, Thüring von Ringoltingen, Ludwig Tieck, Genealogie, Mahrtenehe, Tabubruch, Neugier, Wasserfrau, Lusignan, Romantik, Legitimationsfunktion, Prosaroman, Liebesgeschichte, Mythos, Femme Fatale

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht zwei literarische Bearbeitungen der Melusinensage: den Prosaroman von Thüring von Ringoltingen aus dem 15. Jahrhundert und die romantische Erzählung von Ludwig Tieck aus dem 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die vier Motive Genealogie, Mahrtenehe, Tabubruch und die Person der Melusine selbst, deren Darstellung und Interpretation auf Veränderungen im Zeitverlauf hin geprüft werden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob Tiecks Version eine bloße Kopie der Vorlage von Thüring von Ringoltingen ist oder ob Tieck durch inhaltliche und formale Anpassungen eine eigene, spezifische Variante des Stoffes geschaffen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt einen komparatistischen Ansatz, bei dem beide Werke systematisch anhand definierter Motive gegenübergestellt und mit Bezug auf literaturtheoretische Konzepte analysiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Motivuntersuchung, in der die theoretischen Grundlagen (z.B. nach Friedrich Panzer oder Claude Lecoutex) jeweils auf die beiden Werke angewendet und deren Gemeinsamkeiten sowie signifikante Unterschiede herausgearbeitet werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Kernthema der "Mahrtenehe" sind Begriffe wie "Genealogie", "Tabubruch", "Neugier" sowie die Entwicklung der Melusine von der "Stammmutter" zur "Femme Fatale" entscheidend.

Warum ist der "Tabubruch" so wichtig für die Erzählung?

Der Tabubruch gilt als konstitutives Element der Mahrtenehe, da er die dramatische Wende einleitet, die das Schicksal der Liebenden besiegelt und deren dauerhafte Trennung oder das Scheitern ihrer harmonischen Beziehung zur Folge hat.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Melusine bei Thüring und Tieck?

Während Melusine bei Thüring als geschickte Stammmutter und Legitimationsfigur für das Haus Lusignan fungiert, rückt Tieck sie in das Licht einer hilfsbedürftigen, beinahe bemitleidenswerten Frau und macht sie stärker zum Objekt männlicher Begierde.

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Details

Title
Die Motive der „Melusinensage“ im Vergleich bei Thüring von Ringoltingen und Ludwig Tieck
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik)
Grade
2,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2014
Pages
41
Catalog Number
V293348
ISBN (eBook)
9783656912521
ISBN (Book)
9783656912538
Language
German
Tags
motive melusinensage vergleich thüring ringoltingen ludwig tieck
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2014, Die Motive der „Melusinensage“ im Vergleich bei Thüring von Ringoltingen und Ludwig Tieck, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293348
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