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Diskrepanzen zwischen Erziehen und Strafen im Jugendstrafvollzug. Pädagogisches Handeln in der totalen Institution?

Title: Diskrepanzen zwischen Erziehen und Strafen im Jugendstrafvollzug. Pädagogisches Handeln in der totalen Institution?

Term Paper , 2013 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Seda Ulucay (Author)

Psychology - Forensic Psychology and Penal System
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„Der Vollzug des Jugendarrests soll das Ehrgefühl des Jugendlichen wecken und ihm eindringlich zum Bewußtsein bringen, daß er für das von ihm begangene Unrecht einzustehen hat. Der Vollzug des Jugendarrests soll erzieherisch gestaltet werden. Er soll dem Jugendlichen helfen, die Schwierigkeiten zu bewältigen, die zur Begehung der Straftat beigetragen haben.“ §90 Abs.1 JGG

In dieser Arbeit werde ich mich mit der Frage beschäftigen, in wieweit eine Institution wie der Jugendvollzug erzieherisch gestaltet werden kann, so dass auch die Anforderung im §90 Abs.1 des Jugendgerichtsgesetzes erfüllt werden kann. Es geht um die Diskussion der Tauglichkeit des pädagogischen Handelns in der Jugendvollzugsanstalt und um die damit zusammenhängenden Diskrepanzen zwischen Strafen und Erziehen. Da der Jugendvollzug schon immer den Charakter den Strafens und des totalitären Klimas hatte und hat, ist es fraglich ob pädagogische Initiativen generell eine Chance und Aussicht auf eine Förderung zum gesetzeskonformen Leben und zur Resozialisierung bieten und den Strafgedanken in diesem Kontext verdrängen. Um diesen Fragen etwas Antwort geben zu können, werde ich zunächst allgemeine Informationen zum Thema Straffälligkeit geben. Hierbei werde ich die Bereiche der Kriminalität und Jugenddelinquenz in Deutschland anschneiden.
Im weiteren Verlauf werde ich zum Spannungsverhältnis Erziehung und Strafe kommen und einen Einblick in das pädagogische Geschehen bzw. die Bedingungen des pädagogischen Handelns im Kontext der Jugendvollzugsanstalt bieten. Damit gehen auch die Möglichkeiten und Grenzen des pädagogischen Handelns einher. Diese Arbeit wird zusammenfassend und mit einem Ausblick abgeschlossen – hier wird deutlich werden, ob das pädagogische Handeln in der JVA erfolgreich sein kann und wie sich die geforderte erzieherische Gestaltung auf Institution und Klientel auswirkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Straffälligkeit und Jugenddelinquenz

III. Ist die Erziehung in der totalen Institution möglich? Oder: Das pädagogische Handeln im Jugendstrafvollzug

IV. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem gesetzlichen Erziehungsauftrag im Jugendstrafvollzug und der repressiven Realität einer totalen Institution. Ziel ist es zu analysieren, ob und unter welchen Bedingungen pädagogisches Handeln in einer Umgebung, die primär auf Strafe und Freiheitsentzug ausgelegt ist, wirksam zur Resozialisierung beitragen kann.

  • Grundlagen der Jugenddelinquenz in Deutschland
  • Das Spannungsverhältnis zwischen Strafe und Erziehung
  • Pädagogische Interventionsmöglichkeiten und deren Grenzen
  • Anforderungen an die professionelle pädagogische Arbeit im Strafvollzug
  • Gesetzliche Rahmenbedingungen und deren Zielsetzung

Auszug aus dem Buch

III. Ist die Erziehung in der totalen Institution möglich? Oder: Das pädagogische Handeln im Jugendstrafvollzug

In diesem Abschnitt wird es um die Frage, ob erzieherisches Handeln in Strafanstalten überhaupt eine Chance haben kann gehen. Allein durch diese Frage ergibt sich ein paradoxes Verhältnis zwischen den Einheiten Erziehung und Strafe: es geht einerseits um Freiheitsentzug bzw. Strafe und andererseits um die Erziehung zur Freiheit bzw. Resozialisation.

Es gibt eine problematische Beziehung zwischen dem lang bewährten Strafrecht und dem neuen Aufgabenfeld der Erziehung, da im Jugendvollzug die lange Tradition des Strafgedankens dominiert und auch diese bestimmen kann inwieweit Erziehung sein kann oder sein muss. Für die eigentliche pädagogische Erziehung bleibt entweder kein Platz oder keine Zeit.

Auch stellt sich die Frage, ob der Freiheitsentzug Erziehung eigentlich zulässt, da der Jugendvollzug vor allem in der Öffentlichkeit als ein Ort der totalitären Anpassung, Dressur und Disziplin gesehen wird. Das Klima als totale Strafinstitution bringt das Problem mit sich, dass es für die Inhaftierten keine Möglichkeit der Eigeninitiative gibt, d.h. das Selbstkonzept und die Bereitschaft zum Lernen wird unter Umständen negativ geprägt. Die starke Beachtung von Ordnung und Sicherheit innerhalb der Institution hemmen produktive Förderungen und dies zeigt seitens der Jugendlichen deprimierende Perspektiven auf. Die deprimierende Perspektive zeigt sich auch allein in der Ausgangslage – schließlich ist der Vollzug der Jugendstrafe laut Jugendgerichtsgesetz die tiefgreifendste Sanktionsform. Der Freiheitsentzug wird von den Betroffenen immer als Strafe empfunden. Auch das Strafrecht formuliert den Freiheitsentzug als eine eindeutige Strafe; weder als Schutzmaßnahme, noch als Erziehungsmaßnahme – nur als Strafe für die begangene Straftat.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Diskrepanz zwischen dem erzieherischen Anspruch des Jugendgerichtsgesetzes und der restriktiven Realität im Jugendstrafvollzug.

II. Straffälligkeit und Jugenddelinquenz: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Formen der Jugendkriminalität und verdeutlicht, dass diese häufig episodisch und durch soziale Benachteiligungen geprägt ist.

III. Ist die Erziehung in der totalen Institution möglich? Oder: Das pädagogische Handeln im Jugendstrafvollzug: Hier wird das Kernproblem erörtert, wie pädagogische Interventionen inmitten einer auf Disziplin und Freiheitsentzug basierenden Institution überhaupt erfolgreich umgesetzt werden können.

IV. Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die Unvereinbarkeit zwischen dem Strafzweck und dem erzieherischen Ziel und fordert klarere Rahmenbedingungen sowie den Ausbau präventiver Netzwerke.

Schlüsselwörter

Jugendstrafvollzug, Erziehung, Strafe, Resozialisierung, Jugenddelinquenz, pädagogisches Handeln, totale Institution, Jugendgerichtsgesetz, Sozialisation, Persönlichkeitsförderung, Prävention, Konfliktbewältigung, Freiheitsentzug, Straffälligkeit, pädagogische Intervention

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Diskrepanzen zwischen dem gesetzlich verankerten Erziehungsauftrag und dem faktischen Strafcharakter innerhalb von Jugendvollzugsanstalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Bedingungen für pädagogisches Handeln, die Struktur totaler Institutionen und die Herausforderungen bei der Resozialisierung delinquenter Jugendlicher.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob und wie trotz der einschränkenden Struktur des Strafvollzugs eine wirksame erzieherische Gestaltung möglich ist, die den Jugendlichen zur sozialen Verantwortung befähigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Fachliteratur, pädagogischen Konzepten und juristischen Grundlagen wie dem Jugendgerichtsgesetz.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Möglichkeiten pädagogischer Interventionen, die Bedeutung von psychischen Dispositionen und die Hindernisse durch den Ordnungs- und Sicherheitsanspruch der Anstalt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Jugendstrafvollzug, Resozialisierung, Pädagogik, Diskrepanz, Freiheitsentzug und erzieherische Gestaltung.

Warum wird der Jugendvollzug als „totale Institution“ bezeichnet?

Der Begriff beschreibt Einrichtungen, in denen Leben und Alltag der Insassen durch rigide Fremdbestimmung, Kontrolle und eine straffe Trennung von der Außenwelt geprägt sind.

Warum ist die Unterscheidung zwischen „Behüten“ und „Gegenwirken“ für Erzieher wichtig?

Diese Aspekte verdeutlichen die Ambivalenz der pädagogischen Arbeit: Einerseits sollen Jugendliche geschützt werden, andererseits ist bei Fehlverhalten eine konsequente Grenzsetzung erforderlich.

Welche Rolle spielt die Zeitdauer des Freiheitsentzugs für den Erziehungserfolg?

Kurze Haftstrafen werden oft als Hindernis gesehen, da sie kaum Zeit für den Aufbau tragfähiger pädagogischer Lernprozesse bieten und oft durch den Fokus auf reine Verwahrung gestört werden.

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Details

Title
Diskrepanzen zwischen Erziehen und Strafen im Jugendstrafvollzug. Pädagogisches Handeln in der totalen Institution?
College
University of Hannover  (Institut für Sonderpädagogik)
Grade
2,3
Author
Seda Ulucay (Author)
Publication Year
2013
Pages
19
Catalog Number
V293359
ISBN (eBook)
9783656907978
ISBN (Book)
9783656907985
Language
German
Tags
Jugendstrafvollzug Pädagogik und JGG pädagogisches Handeln Erziehen Strafen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Seda Ulucay (Author), 2013, Diskrepanzen zwischen Erziehen und Strafen im Jugendstrafvollzug. Pädagogisches Handeln in der totalen Institution?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293359
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