Bei der Interkulturellen Pädagogik kann es auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten für die Defizite nicht darum gehen, eine Sonderpädagogik für ausländische Kinder und Jugendliche zu schaffen, vielmehr ist zu fragen, wie die gegebene Pädagogik theoretisch und praktisch verändert werden muss, damit sie adäquate Antworten auf die durch die Migration bestimmte gesellschaftliche Situation zu geben vermag. Interkulturelle Erziehung ist als Versuch zu definieren, die Balance zwischen Integration, die weder Germanisierung noch kulturelle Invasion bedeuten soll, und Stärkung kultureller Identität zu halten.
Auf diesem Hintergrund gliedert sich diese Hausarbeit in zwei Teilbereiche. Der erste Teil befasst sich mit geschichtlichen Aspekten von der Initiativgruppenarbeit zur Ausländerpädagogik und weiterhin mit der Ausländerpädagogik und endet dann mit der Kritik an der Ausländerpädagogik. Der zweite Teil geht demzufolge auf systematische Aspekte der Interkulturellen Pädagogik ein, auf deren Begriff, auf vier Dimensionen der Immigration. Die bestehenden Grenzen und gegenwärtigen Ansätze werden anschließend detailliert vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG
II. GESCHICHTLICHE ASPEKTE
2.1 VON DER INITIATIVGRUPPENARBEIT ZUR AUSLÄNDERPÄDAGOGIK
2.2 AUSLÄNDERPÄDAGOGIK
2.3 KRITIK AN DER AUSLÄNDERPÄDAGOGIK
III. SYSTEMATISCHE ASPEKTE
3.1 ZUM BEGRIFF `INTERKULTURELLE PÄDAGOGIK´
3.2 VIER DIMENSIONEN DER IMMIGRATION,
3.2.1 Die Politische Dimension
3.2.2 Die soziale Dimension
3.2.3 Die ökonomische Dimension
3.2.4 Die kulturelle Dimension
3.3 DIE BESTEHENDE GRENZEN DER INTERKULTURELLEN ERZIEHUNG
3.4 GEGENWÄRTIGE ANSÄTZE ZUR INTERKULTURELLEN PÄDAGOGIK, DIE FÜR SCHULE UND UNTERRICHT ERFORDERLICH SIND
V. SCHLUßFOLGERUNG
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den Übergang von der sogenannten Ausländerpädagogik zur modernen interkulturellen Pädagogik innerhalb einer multiethnischen Gesellschaft, um pädagogische Konzepte aufzuzeigen, die soziale Integration fördern und Diskriminierung abbauen.
- Historische Entwicklung der Ausländerpädagogik und Kritik daran
- Systematische Begriffsbestimmung der interkulturellen Pädagogik
- Analyse der vier Dimensionen der Immigration (politisch, sozial, ökonomisch, kulturell)
- Grenzen und Herausforderungen der aktuellen interkulturellen Erziehung
- Notwendigkeit einer Neuausrichtung von Schule und Unterricht durch antirassistische Ansätze
Auszug aus dem Buch
3.2 Vier Dimensionen der Immigration, die eine Interkulturelle Pädagogik bestimmen.
Migration betrifft nicht nur die Migranten selbst oder deren Herkunftsländer; sie wirkt sich auch auf die Aufnahme länder aus. Dabei lassen sich bei einer Analyse der Motive für die Migration, wie sie dargestellt wurden, vier Dimensionen herausarbeiten, die eng miteinander verwoben sind. Interkulturelle Pädagogik wird die politische, soziale, ökonomische und kulturelle Dimensionen einbeziehen müssen:
3.2.1 Die Politische Dimension
„Ausländer raus“, solcher Schrei von Ausländerfeindlichkeit betrifft nicht allein die Ausländer, er betrifft die Inländer. D.h. das Problem der Minderheiten z.B. der Türken, Jugoslawen, Griechen usw. ist nicht nur das Problem der Minderheiten. Es ist auch das Problem des politischen Bewußtseins der Mehrheit der Deutschen. Für den Pädagogen bedeutet dies, daß er bei der Reflexion der politischen Dimension nicht „neutral“ sein kann, sondern „parteilich“ sein muß. Für die interkulturelle Pädagogik ergibt sich als Konsequenz: sie ist politische Pädagogik.
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITUNG: Die Einleitung definiert die Aufgabe der interkulturellen Pädagogik im Kontext einer modernen, multiethnischen Gesellschaft und skizziert den Aufbau der Hausarbeit.
II. GESCHICHTLICHE ASPEKTE: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Weg von der frühen Gastarbeiteranwerbung über die Entstehung der Ausländerpädagogik bis hin zur fundierten Kritik an deren segregierenden Ansätzen nach.
III. SYSTEMATISCHE ASPEKTE: Der Hauptteil erläutert theoretische Grundlagen, definiert den Begriff der interkulturellen Pädagogik, beleuchtet vier zentrale Dimensionen der Migration und diskutiert aktuelle pädagogische Ansätze für die Schulpraxis.
V. SCHLUßFOLGERUNG: Das Fazit fordert ein Umdenken weg von monokulturellen Strukturen hin zu einem internationalen, konsensuellen Curriculum, das soziale Gleichstellung und antirassistische Erziehung in den Mittelpunkt stellt.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Pädagogik, Ausländerpädagogik, Migration, Integrationspolitik, Schule, Sozialisation, kulturelle Identität, antirassistische Erziehung, Globalisierung, Ethnozentrismus, politische Bildung, soziale Ungleichheit, Interkulturelles Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die pädagogische Reaktion auf die durch Zuwanderung geprägte multiethnische Gesellschaft in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kritik der Ausländerpädagogik, der theoretischen Fundierung interkultureller Pädagogik sowie der notwendigen Reform von Bildungsinhalten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Pädagogik einen Beitrag zur sozialen Gleichheit und Integration leisten kann, ohne kulturelle Identitäten zu nivellieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Aufarbeitung und Analyse pädagogischer Diskurse anhand bestehender Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Begriffsbestimmung, den politischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Dimensionen der Migration sowie den Grenzen bestehender Erziehungskonzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem interkulturelle Pädagogik, soziale Ungleichheit, Antirassismus und Bildung für eine multikulturelle Gesellschaft.
Warum wird die klassische Ausländerpädagogik kritisiert?
Sie wird kritisiert, weil sie als stigmatisierend empfunden wird, Kinder als "Mängelwesen" definiert und individuelle Symptome statt gesellschaftliche Ursachen adressiert.
Was bedeutet in diesem Kontext "politische Pädagogik"?
Sie bedeutet, dass Lehrende nicht neutral gegenüber Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung bleiben dürfen, sondern aktiv Stellung beziehen müssen.
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- MA. Mansoon Ahn (Author), 1999, Interkulturelle Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29346