Die NS-Propagandapolitik. Phasen, Mittel, Umsetzung und Wirkung


Facharbeit (Schule), 2015
22 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Hauptteil
1 Historischer Kontext
a) Die Jahre vor der „Machtergreifung“ (1918-1933)
b) Die Jahre nach der „Machtergreifung“ (1933-1945)
2 Definition
a) Definition „Propaganda“
b) Adolf Hitler über Propaganda in „Mein Kampf“
3 NS-Propaganda
a) Umsetzung und Kernpunkte der Propaganda
b) Joseph Goebbels – „Demagoge schlimmster Sorte“?
c) Phasen der Propaganda (1933-1945)
d) Mittel der Propaganda
e) Rundfunk
f) Öffentliche Veranstaltungen / Reden
g) Film
4 Wirkung der Propaganda auf Bevölkerung

III Schlussteil

Literaturverzeichnis:

I Einleitung

Zu Beginn meinen Überlegungen, als feststand, dass ich meine Facharbeit in dem Fach Geschichte, zugleich einer meiner Leistungskurse, schreibe, habe ich mir Gedanken über den Zeitabschnitt, über den ich schreiben wollte, gemacht. Relativ schnell war für mich klar, dass ich gerne etwas über die Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) schreiben würde, da ich mich persönlich besonders für diesen Zeitabschnitt interessiere. Ich habe schon viele Bücher und Zeitzeugenberichte gelesen, diese fand ich immer besonders spannend, zum Teil haben sie mich fasziniert. Es hat mir schon immer Freude bereitet, mich mit den Umständen und Inhalten dieser Zeit auseinanderzusetzen. Außerdem war ich mir klar darüber, dass ich noch mehr über diese Zeit lernen und wissen will. Als nächste Überlegung stand die genaue Themenwahl an. Nach kurzen Gesprächen mit meinem Fachlehrer und Literaturrecherche spezifizierte ich mich auf das Thema „NS – Propagandapolitik“. Zum einen habe ich früh schon sehr umfassende und interessante Quellen gefunden und zum anderen finde ich besonders diesen Bereich des Nationalsozialismus spannend, da man sich heutzutage nicht mehr vorstellen kann, wie so ein Mythos entstehen konnte, dem so viele Menschen gefolgt sind. Die Propaganda war einer der Schlüssel für diese erfolgreiche Politik.

Warum hat dieser Begriff bei gewissen Leuten einen derart schlechten Ruf? Ich habe schon oft gelesen, dass neben dem systematischen Terror gegen Gegner der Bewegung, Adolf Hitler zum großen Teil aufgrund einer sehr erfolgreichen Propagandaarbeit das deutsche Volk von seiner Einstellung zu überzeugen vermochte. Trifft dies wirklich zu oder war das Volk so leicht zu beeinflussen? Genauer werde ich mich damit beschäftigen, welche Bedeutung Propaganda für Adolf Hitler hatte und wie er sie umgesetzt hat. Darüber hinaus werde ich darüber informieren, wie erfolgreich die nationalsozialistische Propaganda war und welche Wirkung beim Volk erzielt wurde. Diesen Fragestellungen werde ich in dieser Facharbeit nachgehen. Ich habe mich jedoch auf einige Punkte beschränkt, denn eine komplette Betrachtung der Propaganda der NSDAP ist im Rahmen einer Facharbeit nicht leistbar. Dennoch werde ich versuchen, ein möglichst genaues und umfassendes Bild über die nationalsozialistische Propaganda zu vermitteln und die Zusammenhänge aufzeigen.

Im Folgenden werde ich ein kurzes Wort über den Aufbau dieser Arbeit verlieren.

Einleitend werde ich einen groben historischen Überblick der Jahre 1918 bis 1945 geben, um ein besseres Verständnis der Gegebenheiten zu ermöglichen. Anschließend werde ich mich mit der allgemeinen Theorie von Propaganda beschäftigen. Folgend werde ich mich speziell mit den Vorstellungen Adolf Hitlers, der Rolle Joseph Goebbels und ausgewählten Elementen der Propaganda auseinandersetzen, um eine genauere Vorstellung zu ermöglichen. Des Weiteren gliedere ich die Propaganda von 1933 – 1945 in Abschnitte, in denen unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte gesetzt wurden. Nach den Anfangsjahren, in denen die Friedenspropaganda Vorrang hatte, betrieb man unmittelbar vor dem beginnenden und geplanten Krieg Wehrpropaganda. In dem Krieg dominierten psychologische Mobilmachungen und Durchhalteparolen. Außerdem wurde viel Wert auf die Anfangserfolge des Krieges gelegt, die zu Beginn des Krieges dementsprechend in der Öffentlichkeit stark propagiert wurden. Abschließend werde ich in meinem Schlussteil eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte und ein persönliches Fazit liefern.

II Hauptteil

1 Historischer Kontext

a) Die Jahre vor der „Machtergreifung“ (1918-1933)

Am 9. November 1918 wurde in Deutschland im Zuge des verlorenen Krieges und der sogenannten „Novemberrevolution“ die Republik ausgerufen. Ihren Namen „Weimarer Republik“ erhielt sie nach der thüringischen Stadt Weimar, dem ersten Tagungsort der verfassungsgebenden Nationalversammlung. Im Herbst 1923 wurde Adolf Hitler zunehmend bekannter. Angesichts von Inflation, französischer Besetzung und wirtschaftlicher Not sah Hitler seine Chance gekommen. Hitler versuchte mit wenigen Gefolgsleuten (u.a. General Ludendorff) in Bayern einen Putsch, der nicht von Erfolg gekrönt war. Er kam darauf in Festungshaft, jedoch nach knapp einem Jahr wieder auf freien Fuß. Gustav Stresemann war ein bedeutender Politiker zu der Zeit, 1923 Kanzler, anschließend bis zu seinem Ableben Außenminister der Republik. Er stand für die Demokratie und versuchte, Deutschland wieder an den Westen heranzuführen. In den darauffolgenden Jahren ging es für Deutschland in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht langsam bergauf. Deutschland begann in Europa wieder an Ansehen zu gewinnen. Als jedoch am 24. Oktober 1929 die Aktienkurse an der New Yorker Börse zusammenbrachen, löste dies auf der Welt einen finanziellen und wirtschaftlichen Kollaps aus. Besonders in Deutschland waren diese Folgen aufgrund ausländischer Kredite für die Wirtschaft und die damit einhergehende katastrophale soziale Lage verheerend. Der damalige Reichspräsident, Paul von Hindenburg, kam dem allgemeinen Wunsch einer autoritären Regierung nach und ernannte Heinrich Brüning zum Reichskanzler, der vom 30. März 1930 bis Ende Mai 1932 die Geschicke Deutschlands lenkte. Brüning besiegelte das Schicksal der Demokratie, das Parlament spielte keine Rolle mehr. Seine Deflationspolitik trieb das Land tiefer in die Krise. Die NSDAP mit Adolf Hitler als Parteivorsitzenden kam bei der Wahl am 14. September 1930 auf erstaunliche 18,3%. Die soziale Verelendung schritt immer weiter fort, dies spielte Hitler in die Karten. Er machte sich in der Bevölkerung beliebt und gewann immer mehr an Zustimmung. Hindenburg griff zu der Maßnahme, Ende Mai 1932 Franz von Papen als Regierungschef einzusetzen, um den Staat vor den Nationalsozialisten zu retten. Als sich am 31. Juli 1932 die NSDAP 37,4% der Stimmen bei den Reichstagswahlen sicherte und somit zur stärksten Partei aufstieg, war der Bann endgültig gebrochen. Die NSDAP war zu einer Massenbewegung geworden, die über alle gesellschaftlichen Schichten verbreitet war. Als letzter Versuch, die NSDAP von der Regierung fernzuhalten, wurde Kurt von Schleicher als Kanzler eingesetzt. Franz von Papen drängte sich mit Hilfe Hitlers beim Reichspräsidenten auf und forderte, Schleicher zu entlassen. Nach vielem Hin- und Her setzte Hindenburg am 30. Januar 1933 Adolf Hitler als Kanzler des Deutschen Reiches ein. Die Nationalsozialisten feierten diesen Tag als „Machtergreifung“.

b) Die Jahre nach der „Machtergreifung“ (1933-1945)

Seit dem Tag der „Machtergreifung“ bis zum 8. Mai 1945 gehend, errichtete die NSDAP eine Diktatur. Adolf Hitler ging in dieser Zeit selbstbezeichnend als „Führer“ in die Geschichte ein. Innerhalb eines halben Jahres zerschlugen die Nationalsozialisten, beginnend mit der „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“, alle demokratischen und rechtsstaatlichen Säulen. Als am 2. August 1934 Paul von Hindenburg, der Reichspräsident, starb, wurde Adolf Hitler auch faktisch das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches. Infolgedessen versuchte man schon gezielt den geplanten 2. Weltkrieg vorzubereiten. Man hob Rüstungsbeschränkungen des Versailler Vertrages auf und führte die allgemeine Wehrpflicht ein. Am 12. März 1938 marschierte die Deutsche Wehrmacht in Österreich ein und am 29. September 1938 zwang man im Zuge des „Münchener Abkommens“ die Tschecheslowakei, das Sudetenland an das Deutsche Reich abzutreten. In der Nacht auf den 01. September 1939 entfesselte Adolf Hitler mit dem Überfall auf Polen den 2. Weltkrieg. Nachdem das Deutsche Reich sich über fast ganz Europa ausgebreitet hatte, griff Hitler am 22. Juni 1941 die Sowjetunion an. Bei der Schlacht von Stalingrad im Februar 1943 wurde die Wehrmacht geschlagen, zwei Drittel der Soldaten sind entweder im Krieg gefallen, verhungert oder erfroren. Als am 6. Juni 1944 („D-Day“) die alliierten Invasionstruppen in der Normandie landeten, geriet das Deutsche Reich in einen Zwei-Fronten-Krieg. Kurz bevor Deutschland bedingungslos am 8. Mai 1945 kapitulierte, beging der Führer Adolf Hitler am 30. April 1945 Selbstmord.

2 Definition

a) Definition „Propaganda“

Propaganda bezeichnet die Verbreitung einer Überzeugung bzw. einer Ideologie, die schriftlich oder mündlich geschehen kann. Es können politische Überzeugungen, wie auch religiöse Ideologien verbreitet werden. Im modernen Sinne ist Propaganda eine eigens zur Beeinflussung, Herrschaftssicherung und Manipulation eingesetzte Werbetechnik. Propaganda kann als eine Art Indoktrination bezeichnet werden, in der massive und systematische Verbreitung betrieben wird. Es werden Meinungen und Einstellungen manipuliert. Dies geschieht durch den Einsatz von Medien. Der Begriff hat einen negativen Beigeschmack, er wird häufig mit autoritären und totalitären Regimes in Verbindung gebracht.

In Anlehnung an die genannten Ausführungen werde ich im Folgenden mit dieser Begriffsdefinition arbeiten:

Ich verstehe unter Propaganda eine aktive Beeinflussung des Menschen. Es werden bewusst Informationen weggelassen oder verändert, sodass der Empfänger manipuliert wird. Dies kann durch Einsatz verschiedenster Medien geschehen, beispielsweise durch die Presse, Plakate bzw. Schriften, Radio oder öffentliche Reden.

b) Adolf Hitler über Propaganda in „Mein Kampf“

Adolf Hitler widmete in seinem 1924 erschienenen Buch „Mein Kampf“ zwei Kapitel der Propaganda. Hitler sah in einer erfolgreichen Propagandapolitik einen Grundstein seiner später geplanten Regierungszeit. Er äußerte sich zur Umsetzung und den Grundmerkmalen einer nach ihm erfolgreichen Propaganda.

Das hochgestellte Ziel einer Propagandaarbeit müsse das Anwerben von Anhängern sein. Er unterteilt die Aufgaben der Propaganda in zwei Bereiche: „Die erste Aufgabe der Propaganda ist die Gewinnung von Menschen für die spätere Organisation.“ „Die zweite Aufgabe einer Propaganda ist die Zersetzung des bestehenden Zustandes und die Durchsetzung dieses Zustands mit der neuen Lehre.“ Damit hatte Hitler verdeutlicht, dass zuerst Menschen für die Bewegung gewonnen werden müssten und erst auf dieser Basis könne man diese Bewegung durchsetzen und erfolgreich sein. Propaganda sei außerdem komplex und nur eine wirklich umfassende Propaganda könne die erhoffte Wirkung bei den Bürgern beisteuern.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Die NS-Propagandapolitik. Phasen, Mittel, Umsetzung und Wirkung
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V293506
ISBN (eBook)
9783668285439
ISBN (Buch)
9783668285446
Dateigröße
569 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hitler, nationalsozialismus, propaganda, goebbels, deutschland, geschichte, 2.weltkrieg, drittesreich
Arbeit zitieren
Maximilian Weber (Autor), 2015, Die NS-Propagandapolitik. Phasen, Mittel, Umsetzung und Wirkung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293506

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