Maskottchen als Kundenbindungsinstrument in der familienorientierten Ferienhotellerie. Datenanalyse, Interpretation & Handlungsempfehlungen


Bachelorarbeit, 2013
53 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

B. Abbildungsverzeichnis

C. Tabellenverzeichnis

D. Management Summary

1. Einleitung
1.1 Thematische Einführung und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage
1.3 Methodische Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
1.4 Begriffliche Erklärungen und Abgrenzungen
1.4.1 Maskottchen
1.4.2 Kundenbindung

2. Aktueller Forschungsstand
2.1 Rückblick: Methode der Datenerhebung und Datenanalyse
2.2 Bisherige Erkenntnisse

3. Auswertung der Interviewdaten
3.1 Zusammenfassender Überblick
3.2 Diskussion: Vergleich der Resultate mit Literaturangaben in Bezug
auf die Zielgruppe Kinder
3.2.1 Äußere Gestaltung des Maskottchens
3.2.1.1 Geschlecht
3.2.1.2 Erscheinungsform
3.2.1.3 Corporate Design
3.2.1.4 Bekleidung
3.2.1.5 Mimik und Gestik
3.2.2 Charakter des Maskottchens
3.2.3 Name des Maskottchens
3.2.4 Qualitätsmanagement
3.2.4.1 Beobachtung aktueller Trends
3.2.4.2 Richtlinien und Schulungen
3.2.5 Kommunikationsinstrumente des Kindermarketings
3.2.5.1 Give Aways / Merchandising
3.2.5.2 Preisausschreiben
3.2.5.3 Internet

4. Abgleich der Erkenntnisse aus der Datenerhebung mit der
Diskussion

5. Beantwortung der Forschungsfrage und Handlungsempfehlungen

6. Conclusio

E. Literatur- und Quellenangabe

F. Glossar

G. Anhang

B.Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Aspekte für Diskussion im Kontext der Literatur

Abbildung 2: Attraktive Erlebniswelten

Abbildung 3: Unterschiedliche Darstellungsmöglichkeiten Printprodukte

Abbildung 4: Maskottchen der WM 2006 - Goleo.

Abbildung 5: Ausschnitt eines Handbuchs für Maskottchen

Abbildung 6: Maskottchen Lindani

Abbildung 7: Entwicklung Internet-Nutzer 2010/2008/2006.

Abbildung 8: Das Haus der Erfolgsfaktoren von Maskottchen.

C. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Veränderung von Maskottchenkostümen

D. Management Summary

Im Wirtschaftssektor Tourismus spielt eine frühzeitige Kundenbindung eine große Rolle. Zum einen wird das Reiseverhalten im Alter durch die Reiseerfahrung in den jungen Jahren geprägt und zum anderen besitzen Kinder einen hohen Einfluss auf die familiäre Reiseentscheidung. Eine Möglichkeit die junge Zielgruppe anzusprechen und zu binden, bietet sich durch den Einsatz eines Maskottchens. Jedoch gibt es in der Literatur bisher keine konkreten Handlungsempfehlungen, wie diese gestaltet, umgesetzt oder vermarktet werden müssen, um die gewünschte Wirkung bei den Kindern zu erzielen.

Diese Erkenntnis lieferte den Anlass für das Forschungsvorhaben, mit dem Ziel, die Erfolgsfaktoren von Maskottchen für die Kundenbindung in der familienorientierten Ferienhotellerie zu identifizieren. Zu diesem Zweck wurden in einer vorangegangenen Datenerhebung 14 Maskottchen einer objektiven Bewertung unterzogen sowie 10 Experteninterviews geführt.

Anhand einer induktiven Vorgehensweise wurde in der vorliegenden Arbeit das gewonnene Datenmaterial analysiert und vor dem Hintergrund der Zielgruppe Kinder diskutiert.

Im Ergebnis konnten acht Erfolgsfaktoren sowie Handlungsempfehlungen formuliert werden. So hat ein männliches, bekleidetes Maskottchen in Tierform, mit einer an die Zielgruppe angepassten Mimik und Gestik, ein hohes Potenzial, die Kinder emotional anzusprechen. Zudem sollte es einen Charakter besitzen, mit dem sich die Kinder identifizieren können und einen klangvollen, international anwendbaren Namen tragen. Ein konstant gleiches Auftreten durch Richtlinien und Schulungen sowie eine dauerhafte Präsenz durch diverse Medien tragen ebenfalls zum Erfolg eines Maskottchens bei. Des Weiteren zeigte sich, dass die Basis aller Faktoren die konsequente Berücksichtigung der altersspezifischen Bedürfnisse der Kinder ist. Wird diese Grundvoraussetzung nicht beachtet, verlieren die Erfolgsfaktoren ihre Wirkung. Da nur die Interviewantworten einer literarischen Analyse unterzogen wurden, die eine Tendenz bezüglich der Forschungsfrage aufgewiesen haben, gibt es gewiss noch weitere Erfolgsfaktoren. Jedoch wird den Unternehmen durch die im Rahmen dieser Arbeit aufgestellten Faktoren ein guter Ansatzpunkt für den erfolgreichen Einsatz eines Maskottchens geboten.

1. Einleitung

Das erste Kapitel bietet Informationen über den Gegenstand des Themas und soll dem Leser eine Vorstellung über den Inhalt dieser Arbeit erlauben.

1.1 Thematische Einführung und Problemstellung

Bevorzugen Sie beim Einkaufen auch bestimmte Marken, die Sie schon seit Kindertagen kennen? Nachweislich dauern bis zu 23 Prozent der in der Kindheit aufgebauten Markenpräferenzen bis ins Erwachsenalter an (Lindstrom & Seybold, 2003). Dieses Phänomen lässt sich auch auf den Tourismus übertragen. So wird das Reiseverhalten im Alter durch die Reiseerfahrung in den jungen Jahren geprägt, das heißt, ältere Reisende statten beispielsweise den Zielgebieten ihrer Jugend einen wiederholten Besuch ab (Scherhag, 2007). Kinder sind jedoch nicht nur die potenziellen Gäste von morgen, sondern haben auch einen hohen Einfluss auf die familiäre Reiseentscheidung. In mehr als der Hälfte der Familien (54 Prozent) bestimmen die Kinder das Urlaubsziel und in fast jeder zweiten Familie (46 Prozent) wählen die Kleinen die Unterkunft aus (Meins, 2012).

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie wichtig es für touristische Unternehmen ist, diese Zielgruppe frühzeitig anzusprechen.

Eine Möglichkeit bietet sich hierbei durch den Einsatz von Maskottchen.

Maskottchen erhöhen den Wiedererkennungswert und schaffen eine Basis für eine emotionale Kundenbindung. Wie eine Studie im Auftrag von Super RTL im Jahre 2007 zeigte, sind Sympathiefiguren wie die „Milka-Kuh“, der „Haribo-Bär“ oder „Paula die Kuh“ bei den Kindern oft bekannter als die zugehörigen Logos (IP Deutschland GmbH, 2007).

Doch wie müssen die Maskottchen gestaltet sein, wie müssen sie umgesetzt oder vermarktet werden, um die junge Zielgruppe erfolgreich an das Ferienhotel zu binden? Auf diese Fragen gibt es in der Literatur keine konkreten Antworten, da die Thematik bisher kaum grundlegend, geschweige denn wissenschaftlich bearbeitet worden ist. Diese Feststellung lieferte zusammen mit den oben genannten Punkten den Beweggrund, das Thema Maskottchen als Kundenbindungsinstrument in der familienorientierten Ferienhotellerie genauer zu analysieren.

1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die zuvor durchgeführte eigene Datenerhebung. Die Interviewdaten wurden bereits einer ersten Sichtung unterzogen und sollen im Rahmen dieser Arbeit genauestens analysiert und interpretiert werden. Die daraus entstehenden Ergebnisse werden in dieser Arbeit zusammen mit den bereits ersten Erkenntnissen vor dem Hintergrund der entsprechenden Literatur diskutiert und abgeglichen. Durch dieses Vorhaben soll letztlich auch die endgültige Beantwortung der folgenden Forschungsfrage erfolgen:

- Welches sind die Erfolgsfaktoren eines Maskottchens zur Kundenbindung in der familienorientierten Ferienhotellerie?

Nachstehend wird das zur Beantwortung der Forschungsfrage gewählte methodische Vorgehen vorgestellt.

1.3 Methodische Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

Der inhaltliche Aufbau der Arbeit stützt sich auf eine induktive Vorgehensweise. Diese wissenschaftliche Methode eignet sich besonders, wenn zu einem bestimmten Erkenntnisbereich bislang kaum übergeordnete Konzepte vorliegen (Sandberg, 2012). Sie ist charakterisiert durch das schrittweise Vordringen vom Einzelnen und Besonderen, beispielsweise von auf empirischem Wege herausgefundenen Ergebnissen, zu allgemeinen Schlussfolgerungen. Die Einzelerscheinungen werden untersucht, indem ihre Merkmale erkannt, bezeichnet, verglichen, geordnet und abstrahiert werden. Durch das Anwenden und Konkretisieren wird das Erkannte auf seine Richtigkeit bzw. Eignung überprüft und verallgemeinert (Riehme, 1986).

Basierend auf der induktiven Vorgehensweise gliedert sich die Arbeit in sechs Kapitel. Nach dem einleitenden Kapitel 1, welches die Relevanz des Themas, die Zielsetzung, die methodische Vorgehensweise sowie begriffliche Erklärungen beinhaltet, wird in Kapitel 2 der aktuelle Forschungsstand aufgezeigt. Dabei erfolgt zum einen ein Rückblick über die Methodik der vorangegangenen eigenen Datenerhebung und zum anderen werden die bisherigen Erkenntnisse erläutert.

Dies soll dem Leser ermöglichen, unmittelbar an den aktuellen Forschungsstand anzuknüpfen. Im darauf folgenden Kapitel 3 wird die Auswertung der Interviewdaten vorgenommen. Als Ergebnis werden diejenigen Aspekte, die im Laufe der Interviews häufig genannt wurden und eine Tendenz hinsichtlich der Forschungsfrage aufweisen, zusammen mit den Ergebnissen der objektiven Bewertung in einer Abbildung klassifiziert. Dadurch entsteht ein verständlicher Überblick über die als am wichtigsten identifizierten Aspekte in Bezug auf Maskottchen, welche im Kontext der entsprechenden Literatur diskutiert werden. Im Rahmen der Diskussion werden die identifizierten Punkte hinsichtlich ihrer Richtigkeit bzw. Eignung überprüft, um allgemeine Aussagen treffen zu können.

Im Anschluss an Kapitel 4, indem ein Abgleich der bisherigen Erkenntnisse mit den Diskussionsergebnissen stattfindet, werden in Kapitel 5 konkrete Erfolgsfaktoren formuliert und Handlungsempfehlungen gegeben. Kapitel 6 bildet den Abschluss der Arbeit und beinhaltet ein Schlusswort.

1.4 Begriffliche Erklärungen und Abgrenzungen

Die Begriffe „Maskottchen“ sowie „Kundenbindung“ wurden bereits in der vorherigen Arbeit definiert. Da sie jedoch auch von großer Relevanz für die vorliegende Ausarbeitung sind und in der Fachliteratur unterschiedlich definiert werden, soll nachstehend eine kurze Erläuterung erfolgen.

1.4.1 Maskottchen

Der Begriff Maskottchen leitet sich zum einen von dem französischen Wort „mascotte“ ab, welches einen Glücksbringer bezeichnet, sowie aus dem provenzalischen Wort „masco“, das übersetzt für das Wort Hexe steht (Burmester, 2007). Heutzutage dient ein Maskottchen unter anderem als ein Glücksbringer für einen Verein oder eine Personengruppe, welches oft in Form von personifizierten Tieren oder sonstigen Wesen eingesetzt wird (Eisbär Media GmbH). Ebenso dienen Maskottchen neben Logos häufig auch als ein Erkennungszeichen für beispielsweise Unternehmen, Städte oder Veranstaltungen und ist Teil der Corporate Identity. Damit sind Maskottchen ein zentraler Teil der Markenführung des Bezugsobjekts und bilden oft die Basis für Motivations- oder Kommunikationskampagnen (Rohlmann, 2009). Häufig wird in der Literatur der Begriff „Sympathiefigur“ als Synonym für das Maskottchen verwendet. Diese sprachliche Gleichsetzung soll auch im weiteren Verlauf dieser Arbeit Anwendung finden.

1.4.2 Kundenbindung

Für den Begriff Kundenbindung wurde die Definition von Bruhn und Homburg zugrunde gelegt: „Kundenbindung umfasst sämtliche Maßnahmen eines Unternehmens, die darauf abzielen, sowohl die Verhaltensabsichten, als auch das tatsächliche Verhalten eines Kunden gegenüber dem Anbieter oder dessen Leistung positiv zu gestalten, um die Beziehung zu diesem Kunden für die Zukunft zu stabilisieren bzw. auszuweiten“ (Bruhn & Homburg, 2010, S. 8). Wie diese Definition verdeutlicht, bezieht sich Kundenbindung sowohl auf eine Anbieter- als auch auf eine Nachfragerseite. Mit gezielten Aktivitäten versucht der Anbieter, den aktuellen Kunden, langfristig an das Unternehmen zu binden. Dabei lässt sich die Kundenbindung durch Gebundenheit sowie durch Verbundenheit unterscheiden.

Bei der Gebundenheit geht der Kunde die Bindung zwar prinzipiell freiwillig ein, jedoch ist er innerhalb eines bestimmten Zeitraumes in seiner Entscheidungsfreiheit hinsichtlich der Nutzung von Leistungen des entsprechenden Anbieters eingeschränkt. Im Rahmen der Arbeit steht die Verbundenheit im Vordergrund, die durch eine freiwillige, emotionale Bindung gekennzeichnet ist und einen Wechsel jederzeit zulässt (Meffert & Bruhn, 2009).

2. Aktueller Forschungsstand

2.1 Rückblick: Methode der Datenerhebung und Datenanalyse

In der vorangegangenen eigenen Datenerhebung wurde eine vergleichende Fallstudie mit zehn Fällen durchgeführt, welche sich aus sieben Beispielen der familienorientierten Ferienhotellerie sowie aus drei Beispielen aus anderen Branchen zusammensetzt (Übersicht; siehe Anhang 1). Diese Aufteilung unterlag der Absicht, aus anderen Branchen Erkenntnisse zu erlangen, die sich in das touristische Umfeld übertragen lassen. Im Rahmen des Forschungsprozesses fanden sowohl eine Auswertung der objektiven Merkmale von 14 Maskottchen als auch zehn telefonische Experteninterviews statt, die anhand eines Leitfadens durchgeführt wurden. Der Leitfaden diente bei der Gesprächsführung lediglich als Anhaltspunkt und sollte sicherstellen, dass alle relevanten Themenbereiche im Verlauf der Befragung ausreichend berücksichtigt werden. Die Verarbeitung der Interviewdaten erfolgte nach einem allgemeinen Schema in Anlehnung an Lamnek. Grundlage bildeten die transkribierten Aufzeichnungen, die nach einer inhaltsanalytischen Auswertung stark gekürzt wurden. Eine Themenmatrix bildete daraufhin einen Überblick über die in den Interviews angesprochenen Themen und Antworten. Die empirische Datenerhebung endete mit einer ersten Sichtung der Themenmatrix und dem Formulieren von ersten Vermutungen (Kelbing, 2013).

2.2 Bisherige Erkenntnisse

Hinsichtlich der objektiven Merkmale der Fallbeispiele (Abbildungen; siehe Anhang 2) wurde deutlich, dass ein Großteil der Unternehmen ein Maskottchen mit männlichem Charakter verwendet. Diese Tatsache erweckte den Eindruck, dass sich sowohl Jungen als auch Mädchen mit einem männlichen Maskottchen identifizieren können und diesbezüglich keine Differenzierung notwendig ist. Weiterhin lässt die Anzahl der jeweiligen Gestaltungsformen (menschliche Form, Fantasieform, Tierform) darauf schließen, dass Maskottchen in Tierform bei den Kindern am beliebtesten sind.

Im Hinblick darauf, dass die meisten der untersuchten Maskottchen vollständig bekleidet sind, kam die Mutmaßung auf, dass dies von Nutzen für die Unternehmen sein könnte. Diese haben dadurch zum Beispiel mehr Gestaltungsmöglichkeiten bei der Charakterdarstellung oder können eine Unternehmenszugehörigkeit besser ausdrücken. Letzteres könnte auch der Grund dafür sein, dass die Mehrzahl der Maskottchen einen visuellen Bezug zum Firmenlogo aufweist, welcher durch die gleiche Farbe oder Symbole ausgedrückt wird. Ferner wurde der Eindruck erweckt, dass es auch von Vorteil ist, wenn die Maskottchen international verständliche, kurze Namen tragen und somit leichter für die Kinder aus aller Welt zu merken sind.

Demgegenüber vermittelte die erste Sichtung der Interviewdaten den Anschein, dass die Auswahl der Erscheinungsform und des Namens weniger von Relevanz ist, als die eigentliche Gestaltung der Mimik und Gestik des Maskottchens. Außerdem zeigte sich, dass es möglicherweise erfolgsversprechend ist, wenn Maskottchen einen Charakter und eine Geschichte besitzen. Es scheint weiterhin empfehlenswert zu sein, das Maskottchen in das Qualitätsmanagement zu integrieren sowie ständig an der Figur zu arbeiten und an aktuelle Trends anzupassen.

Nachdem der Leser mit den ersten Erkenntnissen der Datenerhebung vertraut gemacht wurde, werden im nächsten Schritt die Interviewdaten detailliert ausgewertet, interpretiert und im Kontext der Literatur betrachtet.

3. Auswertung der Interviewdaten

Die Auswertung der Interviewergebnisse erfolgt mithilfe einer Themenmatrix. Diese bietet einen Überblick über alle im Interview behandelten Themen und befindet sich im Teil 3 des Anhangs. Generell gibt es bei den befragten zehn Experten in den jeweiligen Themenfeldern unterschiedliche Antworten aber auch Gemeinsamkeiten. Im Folgenden wird nicht auf jede einzelne Antwort1 eingegangen, sondern nur auf diese, welche eine Tendenz aufweisen und Aussagen hinsichtlich der Forschungsfrage zulassen. Wenn Unterschiede zwischen den Branchen zu erkennen sind, werden diese erwähnt, ansonsten bezieht sich die Analyse auf zehn Fallbeispiele. Die Auswertung orientiert sich an der Reihenfolge des Interviewleitfadens. Des Weiteren werden die befragten Personen im Verlauf der Arbeit nicht beim richtigen Namen genannt, sondern erhalten ein Pseudonym. Laut Gläser & Laudel müssen empirische Befunde in Publikationen anonymisiert werden. Dies bedeutet, dass eine Publikation so zu verfassen ist, dass keine Identität auf die befragten Personen geschlossen werden kann (Gläser & Laudel, 2010).

Beweggründe für den Einsatz eines Maskottchens

Stefan Maier ist sich sicher: „Die Kinder bestimmen heutzutage, wo es hingeht. Das ist definitiv so, deswegen ist ein Maskottchen ja auch so wichtig“ (Interview mit Stefan Maier, 13.11.2013). Auch Silke Jung misst der Zielgruppe Kinder eine hohe Bedeutung bei und fügt hinzu: „Wo Kinder sich wohlfühlen, da kommen auch die Eltern zu ihrer Auszeit. Kinder kommen später meist auch mit ihren eigenen Kindern wieder ins Urlaubshotel ihrer Kindheit zurück“ (Interview mit Silke Jung, 26.11.2012). Als weitere Gründe, für die Einführung eines Maskottchens, erwähnten die Teilnehmer der Befragung unter anderem die Funktion als Sympathie- und Identifikationsfigur sowie die Möglichkeit das Branding des Unternehmens zu unterstreichen. Frau Jung kann sich das Hotel ohne das Maskottchen gar nicht mehr vorstellen: „Es bringt Leben ins Haus und lässt Kinderherzen höher schlagen – ein wahrer Glücksgriff, denn die Kinder sind heute nicht mehr leicht zu begeistern“ (Interview mit Silke Jung, 26.11.2012).

Einsatzgebiete des Maskottchens

Alle befragten Unternehmen setzen ihre Maskottchen als Walking Act ein, um die Zielgruppe Kinder zu begeistern und zu unterhalten. Fünf von vierzehn Maskottchen haben sogar ihr eigenes Lied sowie einen dazu passenden Tanz. Frau Jung merkt an, dass es nicht ganz kostengünstig ist, ein Kostüm kreieren oder ein eigenes Lied komponieren zu lassen. Dafür ist ihr Maskottchen aber auch das meist fotografierteste Objekt des Hauses (Interview mit Silke Jung, 26.11.2012). Ebenso bringen die Gesprächspartner ihre Maskottchen bei diversen Werbeveranstaltungen und bei Printprodukten, wie zum Beispiel in der Clubzeitung oder in Programmaushängen, zum Einsatz. Im Gegensatz zu den anderen Maskottchen besitzt eine der untersuchten Figuren zusätzlich einen erklärenden sowie belehrenden Charakter und soll als Vorbild für die Kinder fungieren.

Bei der Auswertung der Interviews wurde außerdem deutlich, dass die angegebene Altersklasse der Zielgruppe Kinder stark zwischen den Unternehmen variieren. So erwähnten zwei Unternehmen, dass die Zielgruppe für das eingesetzte Maskottchen bis zu sieben Jahre alt ist, im Gegensatz dazu sehen drei Befragte die Altersgrenze erst bei zwölf Jahren.

Eine weitere Meinung vertritt Stefan Maier und erklärt, dass er keine Altersgrenze für den erfolgreichen Einsatz eines Maskottchens sieht, sondern eher phasenweise eine Abneigung zu dem Thema erkennen kann. Als Beispiel nennt er das Verhalten eines siebenjährigen Kindes, das begreift, dass in Wirklichkeit ein Mensch die Sympathiefigur verkörpert. Dann können schon mal Kommentare kommen wie: „Äh, du bist der Stefan. Ich weiß, dass da im Kostüm der Stefan ist“. Etwa 60 Prozent würden sich aber gerne mit dem Maskottchen fotografieren lassen. „Und grad auch die Teenies, weil die das schon wieder cool finden“ (Interview mit Stefan Maier, 13.11.2013).

Allgemein kann nach Aussagen der Befragten eine Altersgruppe von zwei bis zwölf Jahren festgelegt werden, die durch den Einsatz eines Maskottchens angesprochen werden sollen.

Darstellungsmöglichkeiten des Maskottchens

Bei dem Thema „Äußere Gestaltung“ fällt auf, dass keines der Fallbeispiele die Zielgruppe in den Entscheidungsprozess integriert hat. Bei der Begründung der Gestaltung erklärten drei der befragten Unternehmen, dass die jeweilige Figur per se mit Sympathie bei der Zielgruppe belegt ist. Je zwei Übereinstimmungen beruhen auf eine Verwandtschaft zum Logo sowie auf eine außergewöhnliche Figur in ihrer Art, welche einen Überraschungseffekt hervorruft und bei den Kindern somit leichter in Erinnerung bleibt. Des Weiteren haben sich zwei Fallbeispiele bewusst für die Verwendung von nur einem Maskottchen entschieden. Frau Uhlig erklärt: „Wir persönlich haben uns bewusst dagegen entschieden zwei Maskottchen zu haben, weil aus der Marketingphilosophie heraus dann keine Konkretisierung erfolgen kann, das heißt auch keine Fokussierung“. Aus diesem Grund verzichtet das Unternehmen von Frau Uhlig bei der Gestaltung des Maskottchens auf eine eindeutige Geschlechtszuordnung (Interview mit Sarah Uhlig, 15.11.2012). Auch das Unternehmen von Elke Neuer möchte sowohl den Jungen als auch den Mädchen die Möglichkeit geben, sich mit der Sympathiefigur zu identifizieren (Interview mit Elke Neuer, 14.11.2012).

Im Gegensatz zur Gestaltung der Maskottchen ließen drei Fallbeispiele die Zielgruppe, in Form eines Preisausschreibens, bei der Namenswahl mitentscheiden. Auffallend ist, dass nur ein Unternehmen aus der familienorientierten Ferienhotellerie dazu zählt. Folglich scheint es in anderen Branchen üblicher zu sein, die Zielgruppe bei solch einer Entscheidung zu integrieren. Die Punkte „International verwendbar“ sowie „Anlehnung an eine Region“ waren für jeweils zwei Unternehmen ein Entscheidungskriterium bei der Namenswahl.

Alle Befragten, mit Ausnahme eines Unternehmens, welches sein Maskottchen gerade erst eingeführt hat, arbeiten ständig an der Figur. Bei der Hälfte der Teilnehmer wird zudem die Gestaltung des Printproduktes zu bestimmten Anlässen oder für verschiedene Bereiche angepasst.

In der Übersicht der Themenmatrix zeigt sich weiterhin, dass sieben von zehn Fallbeispielen für ihre Maskottchen Charaktere beziehungsweise Geschichten entwickelt haben. Die Frage, ob das Maskottchen sprechen kann, verneinten alle zehn Beispiele.

[...]


1 Zitate der Experten wurden den Transkripten der Interviews entnommen. Eine anonyme Übersicht der Interviewpartner befindet sich im Anhang 4.

Ende der Leseprobe aus 53 Seiten

Details

Titel
Maskottchen als Kundenbindungsinstrument in der familienorientierten Ferienhotellerie. Datenanalyse, Interpretation & Handlungsempfehlungen
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten
Note
1
Autor
Jahr
2013
Seiten
53
Katalognummer
V293532
ISBN (eBook)
9783656910671
ISBN (Buch)
9783656910688
Dateigröße
1238 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Maskottchen, Kundenbindung, Hotellerie
Arbeit zitieren
Sina Kelbing (Autor), 2013, Maskottchen als Kundenbindungsinstrument in der familienorientierten Ferienhotellerie. Datenanalyse, Interpretation & Handlungsempfehlungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293532

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Maskottchen als Kundenbindungsinstrument in der familienorientierten Ferienhotellerie. Datenanalyse, Interpretation & Handlungsempfehlungen


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden