Das globale Wasserproblem


Seminararbeit, 2015

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Abkürzungsverzeichnis

2. Wasser als Grundlage des Lebens

3. Trinkwasservorkommen der Erde
3.1. Ressourcen und Wasserkreislauf
3.2. Wassernutzung
3.3. Globale Trinkwasserverteilung

4. Ursachen und Folgen der globalen Wasserproblematik
4.1. Wasserstress und Wassermangel
4.2. Bevölkerungsentwicklung und Urbanisierung
4.3. Trinkwasserverschmutzung
4.4. Klimawandel
4.5. Wasserqualität und Gesundheit
4. 6. Konfliktpotenziale

5. Internationaler Ansatz zur gerechteren Ressourcenverteilung und Nachhaltigkeit

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Wasser als Grundlage des Lebens

„Unser Planet Erde wäre ohne Wasser eine riesige tote Wüste.“1 „So aber präsentiert sie sich als blauer, von Leben überquellender Planet, einzigartig, wie wir bis heute glauben.“2 Denn nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft ist sie der einzige Planet unseres Sonnensystems mit flüssigem Wasservorkommen und in diesem Umstand begründet sich die Entstehung und Entfaltung von Leben auf unserem Planeten.3

Kein anderes Element ist von so existentieller Bedeutung für unseren Planeten und dessen Ökosystem wie das Wasser.4 „Als grundlegende Voraussetzung zur Entwicklung von Leben, als entscheidender Bestandteil unseres Weltklimageschehens, verantwortlich für geophysikalische Prozesse und die Stabilität des Ökosystems und lebensnotwendige Ressource für den Menschen, war und ist die Verfügbarkeit von Wasser eines der entscheidenden Kriterien für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft.“5

Wasser ist in fast alle Lebensprozesse involviert, zudem hat es viele Funktionen im Klimasystem. Diese Funktionen des Wassers können von keiner anderen Substanz ersetzt werden.6

So entwickelten sich die ersten organischen Moleküle im Wasser und auch bis heute brauchen alle Lebewesen der Erde viel Wasser um zu überleben.7 Alle Organismen der Erde bestehen zu 50 – 80 Prozent aus Wasser8, der Körper eines Erwachsenen zu etwa 60 Prozent.9

Schon von der Frühzeit an war sich die Menschheit der Bedeutung des Wassers für die Existenz von Leben bewusst. In vielen Riten und Bräuchen, sowie in den Sprachen der verschiedenen Kulturen findet sich die existentielle Bedeutung des Wassers wieder. So sind viele Redewendungen auf die Unentbehrlichkeit, aber auch auf die Gefahren des Elementes Wasser bezogen, wie beispielsweise „´sich über Wasser halten`“10 oder „´ein Schlag ins Wasser`“11. Ebenso spiegelt die Entwicklung der verschiedenen Zweige zur Wasserforschung dessen gesellschaftliche Bedeutung wieder.12

Im Folgenden wird zunächst auf das globale Trinkwasservorkommen, sowie dessen Nutzung und Verteilung eingegangen. Im Anschluss liegt der Schwerpunkt auf den zentralen Ursachen und Folgen der globalen Wasserknappheit. Abschließend wird sich mit dem Versuch der Umsetzung einer global verbindlichen Umweltpolitik durch die Vereinten Nationen auseinandergesetzt.

3. Trinkwasservorkommen der Erde

3.1. Ressourcen und Wasserkreislauf

„Die Menschheit lebt auf einem Blauen Planeten.“13 70 Prozent der Erdoberfläche werden von Wasser in flüssiger Form bedeckt, weitere fünf Prozent in Form von Eis.14 Von den etwa 1,4 Milliarden Kubikkilometer Gesamtmenge Wasser der Erde sind nur ca. 2,5 Prozent Süßwasser. Große Teile dieser globalen Vorräte wiederum sind für die Bevölkerung nur schwer oder überhaupt nicht erschließbar, da sie zu 69 Prozent in Gletschern oder im ewigen Eis gebunden sind. Weitere 30 Prozent des Süßwassers befinden sich unterirdisch als sauberes Grundwasser. Etwa 0,7 Prozent bilden Grundeis, Dauerfrost, Bodenfeuchtigkeit und Sumpfwasser. Nur die verbleibenden 0,3 Prozent des Süßwassers befinden sich in für die Menschheit verhältnismäßig leicht zugänglichen Seen und Flüssen.15

„´Den Lauf der Wasser von den Bergen zu den Thälern [sic], von dem Lande zum Meere sehen wir unaufhörlich vor unserem Auge sich vollziehen, und dennoch wird das Meer nicht voller und die Quellen und Ströme versiegen nicht`16.“ Ursache dieses Naturphänomens ist der sich unablässig vollziehende Kreislauf des Wassers.17 Aus diesem Grund ist die Menge des Wassers auf der Erde seit Millionen von Jahren als annähernd konstant anzusehen.18

Das Meer bildet beim hydrologischen Kreislauf den bedeutendsten Ausgangs- und Endpunkt. Über offenen Wasseroberflächen verdampft das Wasser durch die Sonnenstrahlung, welches anschließend in destillierter Form in der Atmosphäre als Wolken oder Nebel kondensiert. Durch den Wind werden diese Wasseransammlungen über den ganzen Erdball verströmt. In der Luft lagern sich die Wassermoleküle zu wachsenden Aggregaten zusammen, bei welchen ab einer gewissen Größe die Erdanziehungskraft überwiegt und sie in Form von Regen, Hagel oder Schnee zur Erde fallen.19 Der größte Anteil des Niederschlags, etwa 76 Prozent, fällt direkt über den Ozeanen ab, wobei es von neuem verdunsten kann, die restlichen 24 Prozent werden über der Landoberfläche abgeregnet.20 So befinden sich in zumeist großer Tiefe unter der Erde bis zu Jahrtausende alte Grundwasserreservoire, welche durch den nachsickernden Regen beständig aufgefüllt werden.21 „Auf dem Land fließt das Wasser über die Oberfläche ab und speist Flüsse, versickert im Untergrund und füllt Grundwasserspeicher auf oder wird in Form von Gletschern oder Seen lokal gebunden.“22 Unter dem Begriff Wasserressourcen versteht man den Anteil des Niederschlages, welcher in Oberflächengewässer oder in das Grundwasser fließt.23 Auf diesen Ressourcen beruht in erster Linie die Wasserversorgung der Menschheit.24

3.2. Wassernutzung

Neben der existentiellen Bedeutung des Wassers für die Entstehung des Lebens und das Weltklimageschehen, hat es seit Jahrtausenden weitere Funktionen inne.

„Wir Menschen nutzen Wasser auf vielfältige Weise: zum Trinken und Waschen, zur Herstellung von Nahrungsmitteln und von industriellen Gütern, zur Stromerzeugung – und zum Vergnügen.“25

Gegenwärtig werden auf diese Weise etwa acht Prozent der erneuerbaren Trinkwasserressourcen genutzt.26 Dabei sind die Anteile der jeweiligen Nutzungsformen in Industrie- und Entwicklungsländern sehr different.

Die Landwirtschaft verbraucht mit 69 Prozent den mit Abstand größten Anteil des Wassers. In Ländern wie China, Pakistan, Indien und Indonesien erfordert der hohe Anteil an Bewässerungslandwirtschaft über 80 Prozent der Wasserentnahmen. So werden zur Bewässerung von einem Hektar Land in einem Trockengebiet rund 10.000 Kubikmeter pro Jahr benötigt.

Gefolgt werden diese Zahlen vom industriellen Verbrauch, welcher im weltweiten Durchschnitt bei 23 Prozent liegt. Dabei variiert die Entnahme zwischen Industrieländern mit ca. 60 bis 80 Prozent, und Entwicklungsländern mit zehn bis 30 Prozent stark. Der größte Anteil des Wasserverbrauchs im Industriesektor entfällt vor allem auf die chemischen Industrien, Erdölraffinerien, sowie die Produktion von Strom und die Bergung von Grundmetallen. Pro Kopf liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch durch Industrieprodukte bei 40 Kubikmeter pro Jahr.

Der Anteil der Wasserentnahme zur Versorgung der Haushalte liegt bei acht Prozent. Prognosen zu Folge wird dieser Anteil zukünftig ansteigen, da in ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer viele Haushalte noch unterversorgt sind27 und sich der Wasserbedarf dementsprechend erhöht, wenn eine verbesserte Lebensqualität sowie sanitäre Einrichtungen angestrebt werden.28

„Während man für die traditionellen Sektoren ungefähre Entnahmeangaben machen kann, ist dies für die Erhaltung von Ökosystemen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, aber auch für ihre Funktion als natürliche ´Produktionsstätten` (Fischvorkommen), für ihren Freizeitwert und den Erhalt der Selbstreinigungskraft von Gewässern schwer möglich.“29

3.3. Globale Trinkwasserverteilung

„Wenn sich die Menschheit auch einen verschwindend geringen Teil des zur Verfügung stehenden Wassers unseres Planeten teilen muss, so gibt es rein statistisch gesehen heute dennoch für alle Menschen ausreichend Süßwasser.“30

Die derzeitige globale Jahresnutzung des Süßwassers durch alle menschlichen Aktivitäten umfasst ca. 4.2000 Kubikkilometer. Demgegenüber stünden den Menschen jährlich fast zehnmal so viel, 40.000 Kubikkilometer Wasser durch Niederschläge auf dem Festland für die Nutzung zur Verfügung.31

Und auch wenn man die für die Menschheit zugänglichen Wasserressourcen mit der gegenwärtigen Weltbevölkerung von etwa 7,174,611,58432 vergleicht, so stünde prinzipiell allen Menschen Süßwasser in ausreichender Menge zur Verfügung. Diese Theorie entspricht jedoch nicht der tatsächlichen Begebenheit.33 Die Hauptursache von Wasserknappheit ist die höchst ungleiche regionale wie zeitliche Verteilung der Niederschläge auf der Erde34, welche die einzige erneuerbare, natürliche Süßwasserquelle bildet.35 In Mitteleuropa wird Frischwasser als beinahe selbstverständlich hingenommen, es gibt keinen Mangel.36 Regionen wie Südafrika, der indische Subkontinent, sowie Teile von Amerika, Asien und Ozeanien unterliegen ausgeprägten saisonalen Niederschlagsschwankungen. Das ganze Jahr über leiden große Teile Nordafrikas sowie der Mittlere Osten unter extremen Niederschlagsmangel.37

4. Ursachen und Folgen der globalen Wasserproblematik

Frisches Trinkwasser ist ein Ausdruck des menschlichen Lebens. Trotzdem ist sauberes Wasser für Menschen in vielen Gebieten der Erde praktisch nicht zu haben.38 „Der Grund liegt nicht nur in der räumlich sehr heterogenen Verteilung, sondern besonders auch im verantwortungslosen Umgang mit der Ressource Wasser.“39

Im Folgenden wird im Rahmen der Ursachen und Folgen des globalen Wasserproblems besonders auf die Bevölkerungsentwicklung und Urbanisierung, die Trinkwasserverschmutzung, den Klimawandel sowie die gesundheitlichen Auswirkungen des Wassermangels und die Konfliktpotenziale eingegangen.

4.1. Wasserstress und Wassermangel

Nach der technischen Dimension40 spricht man von Wasserstress, wenn das Verhältnis der entnommenen Wassermenge im Verhältnis zum gesamten erneuerbaren Trinkwasservorrat in einer Region eine bestimmte Schwelle übersteigt. Liegt dieses Verhältnis bei rund zehn Prozent so handelt es sich um ein gut versorgtes Gebiet.41 Von einem mittleren bis hohen Wasserstress sind Länder betroffen, deren Wert 20 Prozent überschreitet.42 Als sehr kritisch versorgt gelten Gebiete, in welchen der Wert über 40 Prozent liegt. Bereits heute wird die Wasserversorgung in vielen Ländern der Tropen und Subtropen auf diesem Niveau eingestuft.43 Derzeit lebt rund ein Drittel der Weltbevölkerung in Gebieten, welche von mittlerem bis sehr kritischem Wasserstress betroffen sind.44

Ein weiterer Indikator für Wasserknappheit ist die demographische Dimension.45 Nach gängiger Definition gilt die Wasserversorgung ab 1.700 Kubikmeter pro Kopf und Jahr als ausreichend.46 Eine kritische Grenze ist erreicht, wenn die Versorgung im Jahr unter 1.000 Kubikmeter pro Kopf liegt. In diesem Fall kommt es bereits zu Beeinträchtigungen der Gesundheitsbedingungen und der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Der Wassermangel erreicht ein lebensbedrohliches Ausmaß, wenn im Jahr pro Kopf weniger als 500 Kubikmeter Wasser zur Verfügung stehen. Diese absolute Wasserknappheit gibt weltweit bereits in 15 Ländern.47

In weiten Teilen Europas und Nordamerikas sowie Nordasiens, steht Trinkwasser jederzeit in ausreichenden Mengen und guter Qualität aus den Leitungen zur Verfügung.48 Treten lokale Mängel in dichteren Siedlungsgebieten auf, werden sie durch ein entsprechendes Trinkwassernetz kompensiert.49 „In unserer Welt des Überflusses und der Verschwendung vergessen wir allzu leicht, dass weltweit 1,4 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser in akzeptabler Quantität und Qualität haben, dass etwa 850 Mio. Menschen an Hunger und Unterernährung leiden und dass Tag für Tag auf der Erde etwa 8.000 Kleinkinder sterben müssen, nur weil das ihnen zur Verfügung stehende verschmutzte Wasser sie krank gemacht hat.“50

Davon betroffen sind vor allem die Bewohner in Lateinamerika, Asien und Afrika. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden bereits 2025 zwei Drittel der Menschheit von Wassermangel geplagt sein. Prognosen der UNESCO für das Jahr 2050 gehen davon aus, dass rund zwei bis sieben Milliarden Menschen von Wasserknappheit betroffen sein werden. Die Probleme um das Wasser werden sich auf Europa ausweiten, denn schon jetzt leiden Spanien und Portugal unter massiven Wasserproblemen. Auch in der Region Brandenburg in Deutschland droht aufgrund der zunehmenden Erderwärmung die Versteppung. Hinzu kommt die Möglichkeit einer Völkerwanderung von Umweltflüchtlingen nach Europa. So gehen Schätzungen davon aus, dass die Zahl der Umweltflüchtlinge bis zum Jahr 2050 auf rund 150 Millionen Menschen ansteigen könnte. Größere Wanderungsbewegungen bergen jedoch sowohl für die Herkunftsländer als auch für die aufnehmenden Länder die Gefahr von Instabilität und Konflikten.51

„Fehlt es an Wasser, dann nehmen Hunger, Armut, Elend und Krankheiten zu, breiten sich Wüsten aus, soziale Unruhen, Konflikte und Kriegsgefahr um die Wassernutzung nehmen zu. Den Menschen bleibt oft nur die Flucht aus ihrer angestammten Heimat. Ohne Wasser keine Entwicklung, keine Sicherheit, keine Zukunft. Bislang ist Europa von solchen Problemen weitgehend verschont geblieben, aber wiegen wir uns nicht in Sicherheit.“52

4.2. Bevölkerungsentwicklung und Urbanisierung

„Wasser ist ein wertvolles Gut, das angesichts des stetigen Bevölkerungswachstums und des hierdurch steigenden Nahrungsmittelbedarfs sowie infolge wachsender individueller Ansprüche zunehmend knapper wird.“53

Da die Süßwasservorräte begrenzt sind, hat dies zur Folge, dass sich der Anteil an den Wasserressourcen pro Person verkleinert, zudem werden sich Wasserstress und Wassermangel weiter verschärfen.54

Besonders besorgniserregend ist das prognostizierte Bevölkerungswachstum. Laut dem US-amerikanischen Population Reference Bureau steigt bis zum Jahr 2050 die Anzahl der Menschen auf ungefähr 9,4 Milliarden. Davon werden rund acht Milliarden in Gebieten mit bereits heute bestehendem geringem Trinkwasserversorgungsgrad leben.55

Denn in Abhängigkeit der Bevölkerungsentwicklung steigt auch der weltweite Wasserverbrauch.56 In den letzten 50 Jahren hat sich die Weltbevölkerung verdoppelt, der Wasserverbrauch sogar vervierfacht.57 Die Versorgung mit Frischwasser auf dem aktuellen Stand zu halten, oder gar zu verbessern, ist unter diesen Bedingungen mit großen Schwierigkeiten verbunden.58

Eine weitere Herausforderung stellt die rasche Urbanisierung, durch welche immer mehr Menschen auf engem Raum zusammenleben. Um die Trinkwasserversorgung in diesen Gebieten sicher zu stellen, müssen stetig wachsende Mengen an Wasser über immer größere Distanzen transportiert werden.59 Hinzu kommt, dass in den urbanen Slums der Anschluss an die Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungssysteme absolut unzureichend ist.60

Industrielle Großstädte konkurrieren bereits heute mit der Landwirtschaft um die verfügbaren Wasserressourcen; diese Kontroversen werden auch in Zukunft weiter zunehmen. Hinzu kommt politische Macht und Wohlstand der Städte, welche ihnen ermöglichen, Wasser zu kaufen.61

„Jeweils 1,18 Milliarden Menschen haben zwischen 1990 und 2004 einen Zugang zu Trinkwasser und zu sanitären Anlagen erhalten – doch werden die Fortschritte vom Bevölkerungswachstum förmlich geschluckt: Die Anzahl unversorgter Menschen bleibt trotz der Fortschritte nahezu gleich.“62

4.3. Trinkwasserverschmutzung

„Industrialisierung und Verstädterung ebneten Europa den Weg aus der Armut, doch die Kehrseite der Medaille war eine starke Umweltverschmutzung. Rauchschwaden verpesteten die Luft und aus Städten, Fabriken und Gewerbegebieten ergoss sich ein Strom ungereinigter Abwässer in die Flüsse.“63

Als ein zentrales Problem der zukünftigen Wasserversorgung wird die Übernutzung und Verschmutzung der Gewässer betrachtet.64

Gegenwärtig weisen einige Gewässer stellenweise extreme Schadstoffbelastungen auf; oft sind diese für menschliche Zeitintervalle irreversibel. Dabei sind die Schadstoffe von mannigfaltiger Art und umfassen beispielsweise Salze, Radionuklide, Gase oder Pestizide. Sie können aus Punktquellen in Form von industriellen oder kommunalen Abwässern oder über mobile Quellen, wie saurem Regen oder deponierte Luftschadstoffe entstehen.65

In vielen Ländern führen falsche Bewässerungstechniken zur Versalzung und Versauerung des Erdreiches. Zu einer unmittelbaren Gefährdung der Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern führt der unsachgemäße sowie übermäßige Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden. Die Massentierhaltung führt in vielen Ländern zu einer Verschmutzung des Grundwassers mit Nitrat, welche die menschliche Gesundheit, besonders die der Säuglinge gefährdet. Diese Belastung findet man bereits in großen Flächen Europas, der ehemaligen UdSSR und der USA. Neben der Umweltverschmutzung durch unsachgemäße Landwirtschaft sind die mit der Urbanisierung einhergehenden Probleme der Abfall- und Abwasserentsorgung zu erwähnen. Trotz der Verbesserung von Kläranlagensystemen in zahlreichen Städten der Entwicklungsländer ist ihre Kapazität teilweise völlig unzureichend, sofern überhaupt Kläranlagen existieren.66 Schätzungen zufolge werden weltweit nur etwa fünf Prozent der Abwässer geklärt.67

Ursache hierfür ist, dass in den Entwicklungsländern die finanziellen, institutionellen, sowie technischen Voraussetzungen für den Aufbau von Entsorgungssystemen fehlen oder nicht ausreichen. Nach Angaben der Vereinten Nationen besteht derzeit für rund 2,4 Milliarden Menschen keine Abwasserentsorgung.68 Die unvermeidbare Folge ist eine Verseuchung der Oberflächengewässer.69

Diese Verseuchung führt zu einer Abnahme der Biodiversität der weltweiten Süßwasserökosysteme. Dieser Umstand hat sowohl für den Naturhaushalt als auch für die davon abhängigen Bewirtschaftungsweisen negative Auswirkungen.70 „Der Missbrauch von Gewässern als Müllabladeplatz erweist sich bei zunehmender Industrialisierung als tödliche Falle für Mensch und Tier.“71

4.4. Klimawandel

„Natürliche Klimaveränderungen hat es im Laufe der Erdgeschichte schon immer gegeben. Nicht zuletzt dadurch konnte sich in der Evolution der Lebewesen eine so enorme Vielfalt ausbilden. Jedoch erhärten sich seit Anfang der 1980er Jahre die Indizien dafür, dass die Klimaveränderung der letzten hundert Jahre auch durch einen anthropogenen Einfluss zumindest mitverursacht ist.“72

Dieser Klimawandel hat aber auch unbestrittene Auswirkungen auf den globalen Wasserhaushalt.73 Aufgrund des Klimawandels wird die Temperatur weltweit ansteigen. Dies führt zu der Vermutung, dass es zu einer Veränderung der Regenfälle kommen wird. So wird der Niederschlag in manchen Regionen und Jahreszeiten abnehmen, während er in anderen zunehmen wird.74

Diese klimatischen Änderungen führen nach Modellrechnungen bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts in Regionen wie Nordostbrasilien und dem Mittelmeerraum zu einer Verringerung der Grundwasserressourcen um mehr als 70 Prozent.75 Schätzungen gehen davon aus, dass allein in Afrika bis zum Jahr 2020 75 bis 250 Millionen Menschen aufgrund des Klimawandels unter einer Verschärfung des Wasserstresses leiden werden.76

[...]


1 Lozán / Meyer / Karbe, 2005, S. 19

2 Sager, 2008, S. 28

3 Vgl. Lozán / Meyer / Karbe, 2005, S. 19

4 Vgl. Alwardt, 2011, S. 1

5 Alwardt, 2011, S. 1

6 Vgl. Lozán / Meyer / Karbe, 2005, S. 19

7 Vgl. Döll, 2008, S. 54

8 Vgl. Lozán / Meyer / Karbe, 2005, S. 19

9 Vgl. Baltes / Matissek, 2011, S. 30

10 Lozán / Graßl / Hupfer / Menzel / Raschke / Schönwiese, 2005, S. 11

11 ebd.

12 Vgl. Lozán / Graßl / Hupfer / Menzel / Raschke / Schönwiese, 2005, S. 11

13 Mauser, 2007, S. 29

14 Vgl. Mauser, 2007, S. 29

15 Vgl. Fröhlich, 2006, S. 32

16 Pfaff, 1878, S. 33 In: Marcinek / Rosenkranz, 1996, S. 26

17 Vgl. Marcinek / Rosenkranz, 1996, S. 26

18 Vgl. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, 1998, S. 47

19 Vgl. Lahl, 1984, S. 11

20 Vgl. Alwardt, 2011, S. 3

21 Vgl. Lahl, 1984, S. 12

22 Alwardt, 2011, S. 3

23 Vgl. Döll, 2008, S. 55

24 Vgl. Lozán / Graßl / Hupfer / Menzel / Raschke / Schönwiese, 2005, S. 12

25 Döll, 2008, S. 54

26 Vgl. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, 1998, S. 47

27 Vgl. Klaphake, / Scheumann, 2001, S. 3

28 Vgl. Scheele / Malz, S. 93

29 Klaphake, / Scheumann, 2001, S. 3

30 Sager, 2008, S. 31

31 Vgl. Lozán / Graßl / Hupfer / Menzel / Raschke / Schönwiese, 2005, S. 12

32 Vgl. Central Intelligence Agency, 2014, URL: https://www.cia.gov/library/publications/the-world-

factbook/geos/xx.html

33 Vgl. Sager, 2008, S. 31

34 Vgl. Lozán / Graßl / Hupfer / Menzel / Raschke / Schönwiese, 2005, S. 12

35 Vgl. Alwardt, 2011, S. 4

36 Vgl. Mauser, 2007, S. 23

37 Vgl. Alwardt, 2011, S. 4

38 Vgl. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, 1998, S. 49

39 Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, 1998, S. 49

40 Vgl. Klaphake, / Scheumann, 2001, S. 4

41 Vgl. Lozán / Graßl / Hupfer / Menzel / Raschke / Schönwiese, 2005, S. 14

42 Vgl. Klaphake, / Scheumann, 2001, S. 4

43 Vgl. Lozán / Graßl / Hupfer / Menzel / Raschke / Schönwiese, 2005, S. 14

44 Vgl. Klaphake, / Scheumann, 2001, S. 4

45 ebd., S. 3 f.

46 Vgl. Sager, 2008, S. 31

47 ebd., S. 3 f.

48 Vgl. Sager, 2008, S. 34

49 Vgl. Lozán / Graßl / Hupfer / Menzel / Raschke / Schönwiese, 2005, S. 15

50 Sager, 2008, S. 35

51 Vgl. Sager, 2008, S. 35 f.

52 Sager, 2008, S. 35

53 Scheele / Malz, 2005, S. 92

54 Vgl. Chartres / Varma, 2011, S. 50

55 Vgl. Dobner, 2010, S. 73

56 Vgl. Grove / Heidenreich, 2009, S. 4

57 Vgl. Scheele / Malz, 2005, S. 91

58 Vgl. Dobner, 2010, S. 74

59 Vgl. Winkler, 2008, S. 104

60 Vgl. Dobner, 2010, S. 74

61 Vgl. Chartres / Varma, 2011, S. 55

62 Dobner, 2010, S. 76

63 Schwandt, 2010, S. 54

64 Vgl. Klaphake, / Scheumann, 2001, S. 5

65 Vgl. Lozán / Graßl / Hupfer / Menzel / Raschke / Schönwiese, 2005, S. 16

66 ebd.

67 Vgl. Klaphake, / Scheumann, 2001, S. 5

68 Vgl. Scheele / Malz, 2005, S. 91

69 Vgl. Lozán / Graßl / Hupfer / Menzel / Raschke / Schönwiese, 2005, S. 16

70 Vgl. Klaphake, / Scheumann, 2001, S. 5

71 Dobner, 2010, S. 77

72 Blenckner, 2005, S. 225

73 Vgl. Dobner, 2010, S. 82

74 Vgl. Döll, 2008, S. 57

75 ebd., S. 58

76 Vgl. Winkler, 2008, S. 104

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Das globale Wasserproblem
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Veranstaltung
Soziale und kulturelle Folgen von Umweltproblemen
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V293536
ISBN (eBook)
9783656909965
ISBN (Buch)
9783656909972
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Umweltprobleme, Wassermangel, Wasserknappheit, Wasserproblem, Wasser
Arbeit zitieren
Sonja Bergler (Autor), 2015, Das globale Wasserproblem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293536

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