Was wäre, wenn...? Die Angst vor der Lebensmittelknappheit und die Formen der Notvorsorge


Hausarbeit, 2014
11 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einstieg

2. Welche Faktoren schüren die Angst vor Notzeiten?

3. Wie sollte ein sinnvoller Lebensmittelvorrat aussehen?

4. Die Notversorgungspakete im Überblick

5. Fazit

6. Anhang

7. Quellen

1. Einstieg

Das Leben in unserer hoch entwickelten Welt gleicht einem Schlaraffenland, vor allem wenn man es mit dem Leben zwei Generationen vor uns vergleicht. Anfang des 20. Jahrhunderts sorgten noch Missernten zu regelmäßigen Hungerperioden. Die kriegerischen Auseinandersetzungen verschärften die Versorgungsengpässe für die Bevölkerung in ganz Europa. Heutzutage verblassen die Erinnerungen an jene Zeit, in der aus Kartoffelschalen und Fleischknochen noch komplette Mahlzeiten hergestellt werden mussten, angesichts der stets prall gefüllten Einkaufsregale in den Supermärkten. Umso stärker verfällt die Bevölkerung in Panik, sobald ein Ereignis mit unvorhersehbaren Folgen auftritt, wie zum Beispiel das Hochwasser 2002. Damals kam es mitunter zu Hamsterkäufen, weil keiner wusste, wie sich die Lage noch verändern könnte. Jede Meldung über eine weitere "versunkene" Kleinstadt sorgte für große Unsicherheit, ob die Versorgung mit Lebensmitteln aufrecht erhalten werden könnte.

Solche Ereignisse führen dazu, dass sich Menschen auf kommende Situationen besser vorbereiten wollen. Laut eines Artikels aus der "Welt" im November 2012 steigt die Nachfrage für Notrationen, die man sich dank modernster Medien mittlerweile im Internet bestellen und bequem nach Hause liefern lassen kann.

Doch was sind überhaupt die Gründe für die vermehrten Sorgen in der Bevölkerung? Wer sollte tatsächlich nicht auf einen gewissen Notvorrat verzichten? Wie groß sollte ein sinnvoller Lebensmittelvorrat sein und woraus sollte er bestehen? Was taugen die Notrationen-Angebote im Internet? Das sind die Fragen, die in dieser Hausarbeit geklärt werden sollen.

2. Welche Faktoren schüren die Angst vor Notzeiten?

Wenn man sich diese Frage näher betrachtet, muss man verschiedene Aspekte betrachten. Eine Übersicht über einige Faktoren gibt Abb. 1.

Wie bereits angedeutet, besteht heutzutage und in der gegenwärtigen Situation keine Gefahr einer Mangelversorgung in Deutschland. Die Lebensmittel sind jederzeit verfügbar und vor allem hochwertig und dennoch preisgünstig. Alle Lebensmittel werden gewinnbringend hergestellt, schließlich wollen die Erzeuger auch ein Einkommen erzielen. Dabei werden immer wieder Mittel und Wege entdeckt, wie der Gewinn weiter gesteigert werden kann. Doch genau darin zeigt sich die Kehrseite der Münze. Besonders im Bereich der Fleischindustrie zeigen sich die Auswirkungen auf die Leidtragenden - die Tiere selbst. Je mehr Tiere man auf einen bestimmten Raum abgeschlossen von ihrer natürlichen Umgebung hält, umso höher wird die Verletzungsgefahr und das Ansteckungsrisiko für Krankheiten. Wie soll ein Landwirt immer den optimalen Gesundheitszustand aller seiner Tiere überblicken, wenn es bereits ausreicht, dass ein Tier einen gegen Antibiotika resistenten Keim entwickelt und diesen sehr schnell auf andere Tiere überträgt? Man erinnere sich nur an die BSE-Krise Ende der 90er Jahre bis 2001. Und man muss nicht einmal in der Fleischindustrie bleiben. Im Oktober 2012 verursachten Erdbeerlieferungen aus China aufgrund unsachgemäßer hygienischer Behandlung eine Massenvergiftung.

Da solche Skandale immer mal wieder auftreten, möchten sich die Menschen im Vorfeld darauf vorbereiten und vor evtl. Folgen auf ihre Gesundheit schützen. Sich einen Vorrat an Lebensmitteln anzulegen, bedeutet in diesem Zusammenhang, sich vor Lebensmittelskandalen zu schützen, da man in diesen Situationen für eine gewisse Zeit einen Vorrat an garantiert unbedenklichen Nahrungsmitteln besitzt. Frei nach dem Motto "Solange heute nichts passiert, ist alles gut, doch der Tag kann jederzeit kommen."

Im Jahr 2008 sorgte ein Streik in der Milchindustrie für großes Aufsehen. Die Milchbauern wollten die Niedrigpreisentwicklung für ihre Produkte nicht länger hinnehmen und verwarfen aus Protest einen hohen Teil ihrer eigens hergestellten Milch. Was damals nur auf einen Teil der landwirtschaftlichen Produktion zutraf, könnte rein hypothetisch auch größere Bereiche der Lebensmittelproduktion umfassen. Dann würden nicht nur im Käseregal die Produkte fehlen, sondern vielleicht auch in der Brot-, Fleischwaren- oder Gemüsetheke. Bis diese Lager wieder aufgefüllt werden, dauert es einige Tage, je nachdem um welche Produkte es sich handelt. Ein kleiner Vorrat an Nahrungsmitteln kann dann sicher nicht schaden.

Ein weiterer Faktor, der Angst schürt sind - auch wenn es albern erscheinen mag - die Weltuntergangsszenarien der vergangenen Jahre. Das letzte Datum 21.12.2012 hat sich - anders als vielerorts erwartet - nicht bestätigen können und dennoch wird es vor allem stark abergläubige oder einer Sekte zugehörige Menschen einen weiteren Grund gegeben haben, für den Fall der Fälle vorzusorgen. Selbst wenn sie die erworbenen Vorräte in einer derarigen Situation gar nicht mehr hätten verbrauchen können. Wo keine Erde ist, gibt es auch keine Menschen, so ein Pech aber auch.

Doch so naiv manche Vorstellung in der Bevölkerung erscheinen mag, es gibt durchaus auch ernsthafte Überlegungen, für außergewöhnliche Situationen vorzusorgen. So legte der deutsche Staat Mitte des 20. Jhd. Vorratslager an, die während der Ölkrisen oder der Katastrophe von Tschernobyl durchaus ihre Berechtigung hatten. Insbesondere seit der verstärkten terroristischen Bedrohung von 2001 sieht man sich in dieser Politik bestätigt. Die Devise dahinter ist, die Bevölkerung im Ernstfall für einen gewissen Zeitraum (der sich nach der Anzahl der zu versorgenden Menschen richtet) wenigstens mit einer Mahlzeit am Tag versorgen zu können.

Außerdem spielt die Veränderung der klimatischen Verhältnisse eine Rolle. Niemand kann die Folgen der Klimaerwärmung genau vorher sehen. Man muss beispielsweise davon ausgehen, dass sich die Niederschlagsmengen in bestimmten Regionen (v.a. Mittel- und Südeuropa) drastisch verändern werden (s.Abb.2). Diese Tatsache allein wird weitreichende Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft haben. Gleichzeitig werden die Folgen von Umweltkatastrophen und damit verbundenen Ernteverlusten zwar nicht zunehmen, jedoch durch die enorme Medienpräsenz sehr dramatisch dargestellt. So wird permanent der Nerv der Bevölkerung getroffen, auf alle Eventualitäten besser vorbereitet zu sein.

Man könnte noch zahlreiche ähnliche Faktoren heraussuchen und näher beschreiben. Um jedoch im Rahmen des Umfangs zu bleiben, sollen die bisherigen Ausführungen genügen.

3. Wie sollte ein sinnvoller Lebensmittelvorrat aussehen?

Auch wenn der Staat vorsorglich Lebensmittellager anlegt, kann es unter besonderen Umständen schnell zu Lieferengpässen kommen. An dieser Stelle sind besonders Regionen zu nennen, die entweder nur bedingt Infrastruktur besitzen (kleine Dörfer in Bergregionen) oder beispielsweise von Hochwasserfluten zeitweise abgeschnitten sein können. Auch durch schneeverwehte Straßen oder sogar Erdbeben können Versorgungswege versperrt werden.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BMELV) gibt aus diesem Grund einen Vorschlag, wie ein Notvorrat für eine Person für 2 Wochen aussehen könnte. Dieser Vorschlag ist in Abb 3 einzusehen. Der Großteil des Vorrats besteht aus Getreideprodukten, Kartoffeln, Gemüse, Obst und Fleischkonserven und er wird mit Wasser, Fisch, Milchprodukten und Fetten ergänzt. Aus ernährungsphysiologischer Sicht deckt die Zusammenstellung des Notvorrats alle wichtigen Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis ab.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Was wäre, wenn...? Die Angst vor der Lebensmittelknappheit und die Formen der Notvorsorge
Hochschule
DPFA Akademien Gruppe GmbH  (DPFA-Schulen für Diätassistenz)
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
11
Katalognummer
V293565
ISBN (eBook)
9783656910510
ISBN (Buch)
9783656910527
Dateigröße
770 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lebensmittelknappheit, Notvorsorge, Formen der Lebensmittelversorgung in Notzeiten, Notvorräte, Lebensmittelengpässe, BMELV, staatliche Notfallvorsorge, Ernährung in Notzeiten, Ernährung bei Lieferengpässen, Lebensmittelmangel in Deutschland, Angst vor Lebensmittelknappheit
Arbeit zitieren
Philipp Werner (Autor), 2014, Was wäre, wenn...? Die Angst vor der Lebensmittelknappheit und die Formen der Notvorsorge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293565

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