In Deutschland leben wir in einer Multikulturellen Gesellschaft, in der viele verschiedene Glaubensgruppen zusammen existieren. Darunter ist eine nicht zu vernachlässingende Anzahl an muslimischen Mitmenschen, die als Einwanderer oder Gastarbeiter mit ihren Familien in den letzten vierzig Jahren nach Deutschland gekommen sind. Nach Berechnungen des Bundesministerium beläuft sich ihre Zahl auf ca. 2.1 und 2,3 Millionen.Aufgrund ihres Glaubens und ihrer Traditionen lassen sich einige Unterschiede in ihrer Lebensweise ausmachen im Vergleich zu ihren deutschen Mitbürgern.
In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit vorehelichen Beziehungen, der Partnersuche und der Heiratsanbahnung und dem Heiratsverhalten muslimischer Frauen in der zweiten Generation in Deutschland beschäftigen. Darüber hinaus möchte ich noch einen Blick auf die Familienstruktur
werfen, inwiefern sie sich von denen nicht mzuslimischer Familien unterscheidet. Aufgrund des muslimischen Glaubens und ihren Traditionen ist zu erwarten, dass sich muslimische Frauen bei Themen wie Beziehungen vor der Ehe erheblich unterscheiden von deutschen Frauen, aber auch die Wahl des Partners selber und die Anbahnung der Ehe ist nach meinen Überlegungen nach mit einigen Unterschieden gekennzeichnet. Auch das Familiengefüge müsste sich meiner Meinung nach
aufgrund der vielen Traditionen und ihrem Glauben von dem nicht muslimischer Familien unterscheiden.
Daraus entwickelte ich die Fragestellung, worin sich die Patnersuche und Heirat muslimischer Frauen in der zweiten Generation in Deutschland noch von dem deutscher Frauen unterscheidet, und ob sich diese Unterschiede auf ihren Glauben zurückführen lassen oder ob sie sich inzwischen
immer mehr von ihrem Glauben abkehren und sie sich immer mehr den deutschen Frauen annähern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Partnersuche, Heirat und Familie bei nicht muslimischen Frauen in Deutschland
3. Muslimas in der zweiten Generation in Deutschland
3.1. Überlegungen zur Entwicklung der Partnersuche, der Heiratsanbahnung und Familienstruktur
3.2. Parnersuche, Heirat und Familienleben muslimischer Frauen in der zweiten Generationen
3.3. Zwangsverheiratungen und arrangierte Ehen
4. Ergebnisse und Fazit
4.1. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Kulturen
4.2. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Beziehungsverhalten, die Partnerwahl und die Familienvorstellungen von Muslimas der zweiten Generation in Deutschland im Vergleich zu nicht muslimischen Frauen, um zu klären, ob sich Unterschiede durch religiöse Traditionen erklären lassen oder ein Wandel hin zur Individualisierung stattfindet.
- Analyse des Einflusses von Traditionen und Religion auf die Partnerwahl.
- Gegenüberstellung von Verhaltensweisen bei Partnersuche und Heirat.
- Diskussion der Konzepte von arrangierten Ehen und Zwangsheiraten.
- Untersuchung der Individualisierungstendenz innerhalb des muslimischen Glaubens.
- Vergleich der Rollenbilder in der Familie und bei der Haushaltsführung.
Auszug aus dem Buch
Partnersuche, Heiratsplanung und Familiengründung muslimischer Frauen der zweiten Generation in Deutschland
Zu den wichtigsten Inhalten des islamischen Lebensstils zählt die Ästhetisierung des Leibes. Je nach dem Grad der persönlichen Islamisierung kann man eine Selektion der Kleidung erkennen. Vorrangig kommt es den Muslimas dann doch auf die innere Einstellung an, nicht auf das äußere Erscheinungsbild.
Wesentlich unantastbarer ist hier bei allen Frauen gemein das Jungfräulichkeitsgebot. Dies wirs zumindest laut der Studie „Viele Welten leben" auch noch von 58% der Mädchen als Norm akzeptiert, aber immerhin schon 22% der Frauen lehnt dieses Gebot ab.14
Die, die die Virginitätsnorm befolgen tun dies auch aufgrund des Wissens, wie sehr ihre Eltern enttäuscht wären, wenn ihre Tochter vorehelichen Verkehr gehabt hätte. Aber ebensoviele führen auch ihren Glauben zum Islam als vorrangigsten Grund an. Dies geht für sie warscheinlich einher mit der gesellschaftlichen Annerkennung innerhalb ihrer ethnischen Gruppe von Muslimen. Für die Muslimas ist das Bewahren ihrer Jungfräulichkeit ein wesentliches Merkmal ihrer soziokulturellen Identität, und somit auch eine prägnante Abgrenzung zu den anderen Menschen und insbesondere Frauen die mit ihnen in unserer Mehrheitsgesellschaft leben. Daran erkennt man deutlich, dass die Virginitätsnorm weniger von den Mädchen als Zwang angesehen wird, sondern fast schon als Privileg, worauf sie stolz sind, dass es sie zu anderen Frauen abgrenzt.15
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die multikulturelle Gesellschaft Deutschlands ein und stellt die Forschungsfrage zur Entwicklung muslimischer Frauen bezüglich Partnersuche und Familienleben.
2. Partnersuche, Heirat und Familie bei nicht muslimischen Frauen in Deutschland: Dieses Kapitel skizziert die heutigen Normen und Verhaltensweisen in der deutschen Mehrheitsgesellschaft, insbesondere den Trend zur nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft.
3. Muslimas in der zweiten Generation in Deutschland: Dieser Hauptteil analysiert die Lebensrealität muslimischer Frauen, ihre theoretischen Entwicklungsmöglichkeiten zwischen Tradition und Moderne sowie spezifische Phänomene wie Zwangsheirat.
4. Ergebnisse und Fazit: Die Arbeit fasst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Gruppen zusammen und schlussfolgert, dass eine Individualisierung innerhalb des muslimischen Glaubens stattfindet.
Schlüsselwörter
Muslimas, zweite Generation, Partnerwahl, Heiratsverhalten, Familie, Deutschland, Integration, Individualisierung, Tradition, Religion, Jungfräulichkeitsgebot, Zwangsheirat, arrangierte Ehe, Lebenspraxis, Rollenverständnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lebensweise muslimischer Frauen der zweiten Generation in Deutschland, speziell im Hinblick auf Partnersuche, Heirat und Familienstrukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind der Vergleich zwischen muslimischen und nicht muslimischen Frauen, der Einfluss von Religion und Tradition sowie die Veränderung der Lebenspraxis durch Individualisierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll untersucht werden, ob Unterschiede im Beziehungsverhalten auf eine Säkularisierung hindeuten oder ob ein fortschreitender Prozess der Individualisierung und Privatisierung von Religion erkennbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Studienanalyse, indem sie aktuelle soziologische Forschungsergebnisse zu Migrationshintergründen und Familienstrukturen auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die Partnerwahl, das Jungfräulichkeitsgebot, die Unterschiede zwischen arrangierten Ehen und Zwangsheiraten sowie die Rolle der Eltern und die Erwartungen an den Ehemann.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen: Muslimas, Partnerwahl, Individualisierung, Tradition, Religion und Gleichberechtigung.
Wie unterscheidet sich die Partnerwahl von der vorherigen Generation?
Junge Muslimas streben heute zunehmend nach Selbstbestimmung, lehnen traditionelle Brautschauen ab und suchen den Partner häufiger individuell, auch wenn die Familie weiterhin eine beratende Rolle einnimmt.
Was ist der Unterschied zwischen einer arrangierten und einer Zwangsehe?
Während bei einer arrangierten Ehe die Partner durch Dritte vermittelt werden, aber freiwillig zustimmen, basiert die Zwangsehe auf Gewalt, Drohung und fehlender Mitsprachemöglichkeit, was einen Menschenrechtsverstoß darstellt.
Wird der muslimische Glaube durch diese Entwicklung aufgegeben?
Nein, die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der Glaube nicht aufgegeben, sondern individualisiert und in den privaten Raum verlagert wird, um den Lebensanforderungen in der Moderne zu entsprechen.
- Arbeit zitieren
- Nadine Hartmann (Autor:in), 2012, Muslimas in der zweiten Generation in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293704