Die Einleitung der vorliegenden Arbeit dient zunächst der Hinführung zum Thema, der Formulierung der Problemstellung sowie einer konkreten Zielsetzung. Dabei wird insbesondere
auf die richtige Verwendung des Begriffs Mobbing, mögliche Ursachen, Konsequenzen und den notwendigen Bedarf an Handlungsstrategien hingewiesen. In der Zielsetzung wird aufgezeigt, dass für das Verständnis der Arbeit grundlegende Kenntnisse unerlässlich sind und daher zu Beginn vermittelt werden sollten. Zudem erfolgt im Abschnitt Vorgehensweise eine Erklärung zur Strukturierung und einige kurze Anmerkungen hinsichtlich der einzelnen Bestandteile der Arbeit. Eine Darstellung alternativer Formen unfairen Verhaltens am Arbeitsplatz soll eine Abgrenzung des Mobbing-Begriffs erleichtern und zeigen, dass noch andere Arten feindseliger Übergriffe im Unternehmen existieren.
In den Kapiteln zwei und drei erfolgt eine ausführliche Darstellung des Phänomens Mobbing. Im ersten Teil werden dabei insbesondere die Entstehung und Wortherkunft betrachtet sowie nachfolgend einige prägende Definitionen verschiedener Autoren herausgegriffen und diskutiert. Zudem werden Erscheinungsformen, Handlungsarten und aufschlussreiche Mobbing-Modelle aufgezeigt. Kapitel vier gewährt einen Einblick in die Entwicklung und den Stand der Mobbing-Forschung und versucht anhand konkreter Zahlen, das Ausmaß, die Häufigkeit, die Dauer sowie den Zusammenhang zwischen einigen soziodemographischen Größen und Mobbing zu verdeutlichen. Nachfolgender Teil der Arbeit beschreibt mögliche Ursachen des Mobbing. Das Augenmerk richtet sich hierbei insbesondere auf betriebliche Größen als mobbingbegünstigende Einflussfaktoren.
Im nächsten Abschnitt erfolgt eine Veranschaulichung unterschiedlicher Auswirkungen feindseliger Übergriffe am Arbeitsplatz. Dabei werden schwerwiegende Konsequenzen
für den Betroffenen selbst, dessen soziales und privates Umfeld sowie wirtschaftliche und finanzielle Folgen für das gesamte Unternehmen und letztendlich auch für die Gesellschaft beschrieben.
Das letzte Kapitel der Arbeit beschäftigt sich mit präventiven und interventiven Maßnahmen von Seiten des Betroffenen, des Unternehmens, des Vorgesetzten und anderer
Interessenvertreter. Dabei soll vor allem gezeigt werden, welche Vorkehrungen zu treffen sind, um Mobbing im Voraus zu vermeiden bzw. welche Maßnahmen sich bei einem bereits bestehenden Mobbing-Prozess als sinnvoll erweisen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
1.4 Alternative Formen unfairen Verhaltens im Unternehmen
1.4.1 Phänomene unfairer Attacken am Arbeitsplatz
1.4.2 Instrumente unfairer Attacken am Arbeitsplatz
2 Grundlagen von Mobbing
2.1 Geschichte und Wortherkunft
2.2 Begriffsdefinition
2.2.1 Definition nach Leymann
2.2.2 Kritik an Leymanns Definition
2.2.3 Weitere Definitionen
2.3 Typologie der Handlungen
2.3.1 Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen
2.3.2 Angriffe auf die sozialen Beziehungen
2.3.3 Auswirkungen auf das soziale Ansehen
2.3.4 Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation
2.3.5 Angriffe auf die Gesundheit
2.4 Die 45 Mobbing-Handlungen
2.5 Kritik an den 45 Mobbing-Handlungen
2.6 Mehrdimensionales Mobbing-Modell von Zuschlag
2.7 Interaktion von Täter und Opfer
2.8 Das vier- bzw. fünfstufige Phasenkonzept von Leymann
2.8.1 Phase 1: Die täglichen Konflikte
2.8.2 Phase 2: Der Psychoterror beginnt
2.8.3 Phase 3: Rechtsverletzungen treten auf
2.8.4 Phase 4: Ärztliche und psychologische Fehldiagnosen
2.8.5 Phase 5: Der Ausstieg aus dem Arbeitsleben
2.9 Kritische Anmerkungen zu Leymanns Phasenkonzept
3 Erscheinungsformen von Mobbing
3.1 Horizontale Angriffe
3.2 Vertikale Angriffe
3.2.1 Angriffe von Vorgesetzten gegen Untergebene
3.2.2 Angriffe von Untergebenen gegen den Vorgesetzten
3.3 Geschlechtsspezifische Unterschiede
4 Entwicklung und heutiger Stand der Forschung
4.1 Verbreitung
4.2 Häufigkeit und Dauer
4.3 Soziodemographische Faktoren
5 Ursachen von Mobbing
5.1 Fehlerhaftes Führungsverhalten
5.2 Arbeitsorganisation
5.3 Arbeitsgestaltung
5.4 Unternehmenskultur
5.5 Ethik und Moral am Arbeitsplatz
5.6 Persönlichkeitsbezogene Merkmale
5.7 Soziale Stellung des Opfers im Unternehmen
5.8 Kommunikationsprobleme
6 Auswirkungen von Mobbing
6.1 Gesundheitliche Folgen für den Betroffenen
6.1.1 Körperliche Beschwerden
6.1.2 Psychische Probleme
6.2 Auswirkungen auf das private Umfeld
6.3 Auswirkungen auf das Unternehmen
6.3.1 Auswirkungen auf das Betriebsklima
6.3.2 Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit
6.4 Auswirkungen auf die Gesellschaft
7 Strategien zur Bekämpfung von Mobbing
7.1 Präventive Maßnahmen von Seiten des Unternehmens
7.1.1 Arbeitsgestaltung und Arbeitsplatzbedingungen
7.1.2 Betriebsklima und Arbeitszufriedenheit
7.1.3 Unternehmensphilosophie und -politik
7.1.4 Offene Kommunikationsstruktur
7.2 Präventive Maßnahmen von Seiten des Vorgesetzten
7.2.1 Führungsverhalten des Vorgesetzten
7.2.2 Mitarbeitergespräche führen
7.2.3 Erfolgreiche Mitarbeiterintegration
7.2.4 Konfliktgespräche und -bewältigung
7.2.5 Motivation der Mitarbeiter
7.3 Maßnahmen zur Intervention
7.3.1 Handlungsmöglichkeiten des Opfers
7.3.2 Handlungsmöglichkeiten der Kollegen
7.3.3 Handlungsmöglichkeiten weiterer Interessenvertreter
7.3.4 Handlungsmöglichkeiten der Führungskraft
8 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den Leser für das Phänomen Mobbing am Arbeitsplatz zu sensibilisieren und ein grundlegendes Verständnis für dessen Entstehung, Verlauf und Auswirkungen zu schaffen. Dabei wird untersucht, wie Unternehmen und Vorgesetzte präventiv agieren können und welche Interventionsmöglichkeiten bestehen, um Mobbing-Prozesse erfolgreich zu beenden.
- Grundlagen, Geschichte und Begriffsbestimmung von Mobbing
- Analyse der 45 Mobbing-Handlungen und deren Kategorisierung
- Einfluss betrieblicher Faktoren wie Führungsstil und Unternehmenskultur
- Konsequenzen für Betroffene, das private Umfeld und das Unternehmen
- Strategien zur Prävention und Intervention für Führungskräfte und Interessenvertreter
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen
Wenn sich die Situation am Arbeitsplatz in einer Phase befindet, in der Täter- und Opferrolle bereits eindeutig verteilt sind, können dem Betroffenen jegliche Möglichkeiten der Kommunikation im Unternehmen entzogen werden. Das beginnt oftmals damit, dass der entsprechenden Person der Zugang zu wichtigen Informationen verweigert, ein Gespräch zur Klärung des Problems von Seiten der Kollegen abgeblockt oder gar der Austausch von wichtigen sachlichen Mitteilungen manipuliert wird. Versuche des Opfers, das Problem zu lösen und damit die Situation am Arbeitsplatz zu verbessern, sind von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Die Akteure sind in der stärkeren Position und lassen nur ihre Sichtweise der Dinge gelten. „Das Opfer eines solchen Gesprächs hat keine Chance, etwas zu erklären, es wird ungehört „hingerichtet“.“
Es bleiben nach Leymann daher für den Betroffenen nur drei Möglichkeiten zu reagieren. „Er oder sie kann sich unterwerfen und die Ungerechtigkeit schlucken. Man kann auch kündigen. Oder man kann dafür kämpfen, dass die Beziehungen wieder in vernünftige Bahnen kommen.“ Die dritte Alternative bietet wohl am wenigstens Aussicht auf Erfolg. Die Rollen sind verteilt, so dass ohne Unterstützung des Managements, wenn dieses die Mobbing-Situation nicht selbst initiiert hat, eine geringe Chance auf Besserung besteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zum Thema, Darlegung der Problemstellung und Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Grundlagen von Mobbing: Betrachtung der Wortherkunft, verschiedener Definitionsansätze, einer Typologie der Handlungen sowie Leymanns Phasenkonzept.
3 Erscheinungsformen von Mobbing: Differenzierung zwischen horizontalen und vertikalen Angriffen sowie geschlechtsspezifischen Unterschieden.
4 Entwicklung und heutiger Stand der Forschung: Einblick in die historische Entwicklung der Mobbing-Forschung und aktuelle Erkenntnisse zu Verbreitung, Häufigkeit und Dauer.
5 Ursachen von Mobbing: Analyse betrieblicher Faktoren, die Mobbing begünstigen, wie Führungsverhalten, Arbeitsorganisation, Unternehmenskultur und Kommunikationsprobleme.
6 Auswirkungen von Mobbing: Beschreibung der physischen und psychischen Folgen für Betroffene sowie der Konsequenzen für Unternehmen und die Gesellschaft.
7 Strategien zur Bekämpfung von Mobbing: Erörterung präventiver Maßnahmen für Unternehmen und Führungskräfte sowie Interventionsmöglichkeiten für Opfer, Kollegen und Interessenvertreter.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Retrospektive Darstellung der wichtigsten Ergebnisse der Arbeit und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Themas.
Schlüsselwörter
Mobbing, Arbeitsplatz, Psychoterror, Prävention, Intervention, Konfliktmanagement, Führungskultur, Arbeitsorganisation, Mitarbeiterführung, Gesundheit, Stress, Betriebsklima, Konfliktbewältigung, Personalmanagement, Fehlzeiten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Phänomen Mobbing am Arbeitsplatz, analysiert dessen Ursachen und zeigt praxisnahe Ansätze zur Prävention und Intervention auf.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Definition und Typologie von Mobbing-Handlungen, die Phasen eines Mobbing-Prozesses, die Ursachenforschung in Unternehmen sowie die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Leser für das Thema zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wie Betriebe und Führungskräfte durch angemessene Maßnahmen gegen Mobbing-Strukturen vorgehen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze und Forschungsergebnisse zur Mobbing-Problematik zusammenführt und kritisch reflektiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Ursachenanalysen (z.B. Führungsverhalten), die Untersuchung der Auswirkungen sowie konkrete Interventionsstrategien für Führungskräfte und Interessenvertreter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mobbing, Psychoterror, Prävention, Konfliktmanagement und Arbeitskultur maßgeblich charakterisiert.
Warum ist das Führungsverhalten ein entscheidender Faktor bei der Mobbing-Entstehung?
Ein autoritärer oder Laissez-faire-Stil kann die Entstehung von Konflikten fördern, wenn Führungskräfte notwendige soziale Kompetenz vermissen lassen oder Probleme aus Angst vor Reputationsverlust ignorieren.
Welche Rolle spielt der Betriebsrat bei der Intervention?
Der Betriebsrat fungiert als neutraler Vermittler in frühen Phasen und hat nach dem Betriebsverfassungsgesetz weitreichende Rechte, um bei nachgewiesenen Diskriminierungen einzugreifen.
- Quote paper
- Kristina Diedrich (Author), 2003, Mobbing am Arbeitsplatz. Prävention und Intervention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29375