Das deutsche Gesundheitssystem gilt international als vorbildlich und einzigartig. In den zurückliegenden Jahren hat sich das Gesundheitswesen als eine der wichtigsten Branchen des deutschen Wirtschaftsstandorts etabliert.
Dabei spielt die Gesundheitswirtschaft für die Entwicklung unserer deutschen Volkswirtschaft eine bedeutende Rolle: überdurchschnittliche Wachstumsraten als Wachstums- und Beschäftigungstreiber gegenüber der Gesamtwirtschaft - rund zweieinhalb Arbeitsplätze in anderen Wirtschaftsbereichen werden durch einen Arbeitsplatz im Gesundheitssektor erzeugt. In Deutschland sind 5,2 Millionen Menschen und damit etwa jeder achte Beschäftigte im Gesundheitswesen tätig. Auf die Gesamtwirtschaft bezogen wuchs die Zahl der Arbeitsplätze im Gesundheitswesen somit dreimal so stark. Betrachtet man diese Fakten, könnte man denken, dass das Gesundheitswesen ein ‚immer blühendes‘ Wirtschaftswunder sei, doch viele Arbeitsplätze bleiben unbesetzt und der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen ist permanent spürbar.
Aufgrund meiner Berufstätigkeit im Gesundheitswesen im Fachbereich der Radiologie als MTRA ist die Auseinandersetzungen mit dem Thema Fachkräftemangel regelmäßiger Bestandteil meiner Arbeit geworden. Sowohl in der beruflichen Tätigkeit in leitender Position u.a. zuständig für die Personalakquisition, als auch in der Arbeit des Berufsverbandes Vereinigung der Medizinisch-Technischen Berufe in der Deutschen Röntgengesellschaft (VMTB), ist der Fachkräftemangel in der Berufsgruppe der MTRA eine erstzunehmende Gefahr geworden und fordert Handlungsinitiative.
Diese Arbeit versteht sich als Versuch, die Ursachen des Fachkräftemangels bei den MTRA aufzuzeigen. Im Folgenden wird die Frage: „Welche berufspolitischen Strategien sind wirksam um dem Fachkräftemangel der MTRA entgegenzuwirken?“ bearbeitet. Dabei werden berufspolitische Strategien näher beleuchtet und mögliche Lösungswege für das Entgegenwirken des Fachkräftemangels aufgezeigt. Im ersten Teil dieser Arbeit wird ein allgemeiner Überblick über die Tätigkeiten und Arbeitsbereiche von MTRA und die aktuelle Situation gegeben. Im Hauptteil wird auf die unterschiedlichen Ursachen des Fachkräftemangels eingegangen und es werden Strategien und Maßnahmen zum Entgegenwirken dessen aufgezeigt. Im Schlussteil folgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse und ein kurzer Ausblick in die Zukunft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Beschäftigungsstruktur in Krankenhäusern
3. Medizinisch-Technischer Radiologieassistent (MTRA)
3.1. Berufsgruppe der MTRA
3.2. Aufgaben der MTRA
3.3. MTRA’s als integraler Bestandteil der medizinischen Versorgung
3.4. Entwicklung der Personalzahlen bei MTRA
4. Ursachen des Fachkräftemangels
4.1. Externe Bedingungen als Ursachen des Fachkräftemangels
4.1.1. Politik
4.1.2. Demografischer Wandel
4.1.3. Finanzierung
4.1.4. Ausbildungssituation
4.1.5. Fort- und Weiterbildungssituation - Karriereplanung
4.2. Interne Bedingungen als Ursachen des Fachkräftemangels
4.2.1. Krankenhausstruktur
4.2.2. Personalstruktur
4.2.3. Patientenstruktur
5. Strategien und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel
5.1. Politische Strategien
5.2. Betriebliche Strategien
5.3. Aus- und Weiterbildung
5.4. Ältere Mitarbeiter
5.5. Personalbeschaffung
5.6. Personalbindung
5.6.1. Materielle Anreize
5.6.2. Immaterielle Anreize
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Ursachen des Fachkräftemangels bei Medizinisch-Technischen Radiologieassistenten (MTRA) in deutschen Krankenhäusern und erörtert wirksame berufspolitische sowie betriebliche Strategien zur Entgegenwirkung dieser Entwicklung.
- Strukturanalyse des deutschen Gesundheitswesens und des Berufsfeldes MTRA.
- Differenzierung zwischen externen und internen Ursachen des Fachkräftemangels.
- Bewertung der aktuellen Ausbildungs- und Fortbildungssituation.
- Diskussion von Personalbindungs- und Personalbeschaffungsmaßnahmen.
- Einfluss von demografischem Wandel und Arbeitsverdichtung.
Auszug aus dem Buch
4.2.1. Krankenhausstruktur
Durch die Einführung der DRG fand eine Neustrukturierung der Prozesse in der Krankenhausstruktur statt. Sie ging einher mit einer enormen Arbeitsverdichtung und der Zunahme des Wettbewerbsdrucks. Diese Arbeitsverdichtung wird zu den Belastungsfaktoren gezählt. Belastungsfaktoren sind an jedem Arbeitsplatz zu finden, die sich in erhöhtem Vorkommen negativ auf die Gesundheit der Mitarbeiter auswirken. Zu ihnen zählen arbeitszeitliche Belastungen, körperliche Belastungen, organisatorische Belastungen und psychische Belastungen. Zur besseren Anschauung dient die Abbildung 2.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Diskrepanz zwischen der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung des Gesundheitssektors und dem permanent spürbaren Fachkräftemangel bei MTRA.
2. Beschäftigungsstruktur in Krankenhäusern: Dieses Kapitel ordnet die technischen Assistenzberufe definitorisch in die nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe ein.
3. Medizinisch-Technischer Radiologieassistent (MTRA): Es werden die Tätigkeitsfelder, Aufgabenprofile und die zentrale Rolle der MTRA in der medizinischen Versorgung erläutert.
4. Ursachen des Fachkräftemangels: Hier erfolgt eine tiefgehende Untersuchung externer Faktoren wie Politik und Demografie sowie interner Bedingungen wie Krankenhaus- und Personalstrukturen.
5. Strategien und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel: Dieses Kapitel präsentiert Lösungsansätze auf politischer und betrieblicher Ebene, inklusive Aspekten der Personalbindung und -beschaffung.
6. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit unternehmerischer Veränderungen gegenüber rein politischen Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Fachkräftemangel, MTRA, Krankenhaus, Gesundheitswesen, Personalmanagement, Personalbindung, Personalbeschaffung, Ausbildungsstruktur, Demografischer Wandel, Arbeitsverdichtung, DRG, Medizintechnik, Berufsimage, Fortbildung, Personalentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation befasst sich mit der Problematik des Fachkräftemangels bei Medizinisch-Technischen Radiologieassistenten (MTRA) und sucht nach Wegen, diesen Herausforderungen effektiv zu begegnen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Beschäftigungsstruktur in Krankenhäusern, das Anforderungsprofil von MTRA sowie die Analyse von Ursachen und Gegenstrategien zum Fachkräftemangel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, berufspolitische und betriebliche Strategien zu identifizieren, die wirksam sind, um dem Fachkräftemangel bei MTRA entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Statistiken und Studien zur aktuellen Lage der MTRA im deutschen Gesundheitswesen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse (externe/interne Bedingungen) und die detaillierte Darlegung von Handlungsstrategien, wie z.B. Personalbindung und Ausbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fachkräftemangel, MTRA, Personalmanagement, Demografie und Arbeitsverdichtung charakterisiert.
Warum wird der Begriff "Assistenz" im Kontext des MTRA-Berufs kritisch hinterfragt?
Der Begriff suggeriert eine Unterordnung, die den modernen, eigenständigen und hochkomplexen Aufgabenbereichen der MTRA, die weit über reine Hilfstätigkeiten hinausgehen, nicht mehr gerecht wird.
Welchen Stellenwert nimmt die Personalbindung für Krankenhäuser ein?
Die Personalbindung ist essenziell, um erfahrene Fachkräfte dauerhaft zu halten; hierbei werden sowohl materielle als auch immaterielle Anreize als Steuerungsinstrumente betrachtet.
- Quote paper
- Marcel Apel (Author), 2015, Fachkräftemangel der Medizinisch-Technischen Radiologieassistenten (MTRA). Ursachen und berufspolitische Strategien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293836