Waren im deutschsprachigen Raum noch bis ins 19. Jahrhundert hauptsächlich die Kirchen Schulträger, so ist es heute der Staat, der alle schulischen Angelegenheiten regelt: „Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates“, heißt es im Grundgesetz laut Artikel 7 Absatz 1. [...]
Da das gesamte politische System der Bundesrepublik Deutschland föderalistisch organisiert ist, betrifft dies auch die Bildungspolitik. Bund, Ländern und Kommunen kommen hier jeweils verschieden gewichtete Aufgaben- und Kompetenzbereiche zu. Wer auf die Geschichte des deutschen Bildungswesens zurückblickt, stellt schnell fest, dass die Bundesländer hier eine besondere Rolle einnehmen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rechtliche Grundlagen und bildungspolitische Zuständigkeiten
2.1 Aufgabenverteilung zwischen Bund und Ländern
2.2 Die Rolle der Kultusministerkonferenz
2.3 Kommunale Selbstverwaltung und staatliche Schulaufsicht
3. Strukturen des Schulwesens
3.1 Schulpflicht und Bildungsstufen
3.2 Horizontale und vertikale Gliederung
3.3 Durchlässigkeit und Schulabschlüsse
3.4 Sonderschulwesen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturelle und organisatorische Beschaffenheit des deutschen Schulsystems unter Berücksichtigung der föderalen Kompetenzverteilung und der rechtlichen Rahmenbedingungen.
- Föderale Struktur der Bildungspolitik
- Kompetenzverteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen
- Rechtliche Grundlagen der Schulaufsicht und Schulpflicht
- Horizontale und vertikale Gliederung des Bildungssystems
- Durchlässigkeit im gegliederten Schulwesen
Auszug aus dem Buch
Die Trennung der verschiedenen Zuständigkeiten
Die Trennung der verschiedenen Zuständigkeiten auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene soll durch die so entstehende Machtverteilung einerseits die Qualität des Schulsystems sichern. Wie Zahnräder greifen die verschiedenen Regelungen und Institutionen im besten Fall ineinander, und gewährleisten eine gegenseitige Kontrolle. Probleme, die hier entstehen sind beispielsweise der Mehraufwand an Bürokratie, verlangsamte Reformen durch den Föderalismus, sowie ein dichtes Geflecht von Kompetenzzuschreibungen und Aufgabenbereichen, kurz: ein „Zuständigkeitschaos“.
Ab dem ersten Lebensjahr besteht in der Bundesrepublik für Kinder die Möglichkeit, Kinderkrippen und Kindergärten zu besuchen. Ab dem dritten Lebensjahr hat sogar jedes Kind einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, wobei der Besuch des Kindergartens freiwillig ist. Weder Kinderkrippen noch Kindergärten sind aber Teil des Schulsystems, sondern der Jugendhilfe. Der Schulbesuch ist für die Schülerinnen und Schüler zwar bis auf einen geringen Eigenanteil der Lehrmittel kostenlos, aber nicht mehr freiwillig. Spätestens mit der Einschulung – je nach Bundesland zwischen dem vollendeten fünften und dem vollendeten sechsten Lebensjahr - beginnt die Schulpflicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein und umreißt die allgemeine Situation des Schulwesens in der Bundesrepublik Deutschland.
2. Rechtliche Grundlagen und bildungspolitische Zuständigkeiten: Hier wird die Verankerung des Schulwesens im Grundgesetz sowie die Kompetenzverteilung zwischen den föderalen Ebenen analysiert.
3. Strukturen des Schulwesens: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau des Bildungssystems, von der Schulpflicht über die Schulstufen bis hin zur vertikalen Gliederung und dem Sonderschulwesen.
Schlüsselwörter
Schulsystem, Föderalismus, Bildungspolitik, Kultusministerkonferenz, Schulpflicht, Grundgesetz, Schulaufsicht, Primarstufe, Sekundarstufe, Bildungsabschlüsse, Kompetenzverteilung, Kulturhoheit, Durchlässigkeit, Sonderschulwesen, Schulform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der organisatorischen Struktur und der politischen Steuerung des deutschen Schulwesens innerhalb der föderalen Ordnung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern, der Rolle der Kultusministerkonferenz sowie den Gliederungsstrukturen des Schulsystems.
Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?
Ziel ist es, die Komplexität der föderalen Bildungsverwaltung und die vertikale sowie horizontale Gliederung des Schulwesens transparent darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender bildungswissenschaftlicher Werke und juristischer Grundlagen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die rechtliche Aufsicht, die Zuständigkeiten der Kommunen und Länder sowie die verschiedenen Bildungsstufen und Durchlässigkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Föderalismus, Schulaufsicht, Kultushoheit, Schulpflicht und Gliederung des Bildungssystems.
Was genau bedeutet die „Kulturhoheit“ der Bundesländer?
Sie besagt, dass die Gesetzgebung und Planung des Schulwesens primär in der Verantwortung der einzelnen Bundesländer und nicht des Bundes liegt.
Wie ist die Durchlässigkeit im System geregelt?
Durchlässigkeit wird insbesondere durch Orientierungsstufen und die Möglichkeit von Schulwechseln bei Fehlentscheidungen in der Schullaufbahn gewährleistet.
- Arbeit zitieren
- Jana Zimmermann (Autor:in), 2013, Das Schulsystem der BRD. Struktur und Organisation in einem föderalistischen Bildungssystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293890