Massenvergewaltigung und Sex-Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg

Am Beispiel der deutschen, russischen und japanischen Armee


Hausarbeit, 2011

19 Seiten, Note: 1,7

Jana Zimmermann (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung
1.1 Definition und Funktion von Vergewaltigung
1.2 Vergewaltigungen im Krieg
1.3 Massenvergewaltigungen im Krieg

2. Hauptteil:
2.1 Massenvergewaltigungen und Sex-Zwangsarbeit durch das deutsche Militär:
2.1.1 Massenvergewaltigungen durch das deutsche Militär:
2.1.2 Militärbordelle der Deutschen:
2.1.3 Bordelle in Konzentrationslagern:
2.2 Massenvergewaltigungen durch das sowjetische Militär:
2.3 Massenvergewaltigungen und Sex- Zwangsarbeit durch das japanische Militär:
2.3.1 Massenvergewaltigungen durch das japanische Militär:
2.3.2 Militärbordelle/ „comfort-stations“ der Japaner:

3. Schluss:

4. Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

1.1 Definition und Funktion von Vergewaltigung

„Im Einklang mit der aktuellen internationalen Rechtsprechung verstehe ich unter Vergewaltigung die Penetration des Anus oder der Vagina mit einem Gegenstand oder Körperteil; oder eines Körperteils des Opfers oder Täters mit einem Geschlechtsteil durch Gewalt oder unter Androhung von Gewalt oder Zwang oder dadurch, dass eine Zwangssituation ausgenutzt wird oder eine Person betroffen ist, die zu einer Einwilligung nicht in der Lage ist.“ 1

Lange wurde versucht, Vergewaltigungen mit dem sexuellen Trieb der Männer zu begründen. Vergewaltigung ist allerdings kein Sexualdelikt, sondern eine Gewalttat, denn die Befriedigung, die der Täter erlangt ist nicht sexueller Art, sondern Befriedigung durch die Erniedrigung des Opfers und das Gefühl von Macht, das damit einher geht. Vergewaltigung ist also keine Triebtat sondern erfolgt mit einem Zweck: Machtverhältnisse zu klären. In diesem Fall die Macht des Mannes über die Frau2.

1.2 Vergewaltigungen im Krieg

Vergewaltigung ist fester Bestandteil von Krieg. Es wird zu Kriegszeiten immer vergewaltigt3 und ist Gegenstand der Kriegsstrategie4. Dem Gegner wird gezeigt, dass er eben nicht die Macht hat, seine Frauen zu schützen. Hier werden nicht nur die vergewaltigten Frauen gedemütigt, sondern auch die Männer, die ihrer Pflicht- nämlich ihre Frauen zu schützen- nicht nachkommen konnten und so förmlich entmannt werden5. Im Ersten Weltkrieg waren Vergewaltigungen wesentlicher Bestandteil der Kriegspropaganda und bewirkten eine enorme Kränkung des Nationalstolzes der Franzosen6. Mit Vergewaltigungen geht also eine Abschwächung des Gegners einher, da gezeigt wird, dass der Andere derzeit auf dem heimischen Terrain mehr herrscht als die Soldaten, die eigentlich der Nation angehörig sind. Die von den Männern empfundene Demütigung hat zur Folge, dass viele Männer ihre Frauen nach einer Vergewaltigung verlassen. Mit diesem Wissen scheint das Schweigen von vergewaltigten Frauen nach der Gewalttat verständlicher7.

Dass Vergewaltigungen zu Kriegszeiten kriegsstrategische Funktionen haben wird am deutlichsten, wenn man sich vor Augen führt welche symbolische Bedeutung Frauen in diesem Zusammenhang haben: Sie sind zu Kriegszeiten diejenigen, die kulturelle Werte aufrecht erhalten, die Gemeinschaft zusammenhalten und sie versorgen. Sie stehen hier stellvertretend für den Volkskörper und die Kultur einer Nation. Wer also die Frau zerstört, vernichtet kollektiv den Feind, da die soziale und kulturelle Stabilität des Gegners zerstört wird.

Vergewaltigungen im sozialen Kontext dienen der Erniedrigung der Frau, die mit der Machthabe des Mannes einher geht. Im Kriegsgeschehen dienen Vergewaltigungen ebenfalls der Demütigung sowie Erniedrigung, allerdings gilt dies hier nicht der einzelnen Frau, sondern dem Volkskörper für den sie symbolisch steht. Durch Vergewaltigung als Kriegswaffe wird die Macht einer Nation über eine andere demonstriert, was mit der wirksamen und nachhaltigen Zerstörung der Kultur eines Volkes einher geht.

1.3 Massenvergewaltigungen im Krieg

Massenvergewaltigungen kommt zu Kriegszeiten eine besondere Bedeutung zu, da der Instrumentalisierungsgrad der vergewaltigten Person um einiges höher ist als bei einer ´´einfachen´´ Vergewaltigung. Die Gruppenvergewaltigung dient unter anderem dem male bonding; der Festigung von Loyalität zwischen Männern. In der Gruppe vergewaltigen sogar Männer, die vielleicht nicht alleine vergewaltigen würden8 Als besonders schwerwiegendes Beispiel für Massenvergewaltigungen kann hier Bosnien angeführt werden, wo Massenvergewaltigungen auf öffentlichen Plätzen zur Schau gestellt wurden. Die Männer der Frauen wurden gezwungen dabei anwesend zu sein. Auf diese Weise wurde den bosnischen Frauen und Männern ihre Minderwertigkeit und Machtlosigkeit vor Augen geführt.

Vergewaltigt wird in allen Kriegen, aber sind die Muster bei der Vorgehensweise der Vergewaltigungen dieselben? Gibt es überall Massenvergewaltigungen und inwiefern geschieht dies in Verbindung mit Waffengewalt oder sogar auf Anordnung?

Während des zweiten Weltkrieges kam es zu zahlreichen Massenvergewaltigungen, sowie Einrichtungen von Militärbordellen und Bordellen in KZ´s. Da die Ausführung der Quellen zu allen sexuellen Vergehen während des zweiten Weltkrieges den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, beschränke ich mich auf die Ausführung der sexuellen Gewalttaten durch die Deutschen, Russen und Japaner.

Die vorliegende Arbeit möchte einen Einblick in Muster, die sich im Rahmen von Massenvergewaltigungen und Sex- Zwangsarbeit beobachten lassen, aufzeigen. Zunächst werden die Vergehen der Armeen der einzelnen Nationen mit besonderen Vorgehensweisen genannt, wobei der Ablauf der Vergewaltigungsakte in Freiheit oder während der Gefangenschaft in einem während des Krieges errichteten Bordells aufgezeigt werden. Abschließend wird ein Vergleich der erkennbaren Muster zwischen dem deutschen, sowjetischen und japanischen Militär gezogen, der Ähnlichkeiten und Unterschiede im Rahmen der Massenvergewaltigungen/ Sex-Zwangsarbeit aufzeigen soll.

2. Hauptteil:

Das Ausmaß von sexueller Gewalt differiert in den einzelnen Kriegen drastisch, ebenso wie die Formen in denen sie ausgeübt wird. Es kam zu sexueller Folter, sexueller Sklaverei, Einzeltaten an Frauen, an Männern, sexuellen Gewalttaten in der Öffentlichkeit, mit Verschleppung, in Kombination mit anderen Gewalttaten oder/und anschließender Tötung9. Einige wurden auf Befehl ausgeführt, andere durch Selbstentscheid10. Unter Massenvergewaltigung versteht man die Vergewaltigung eines oder mehrerer Opfer durch eine Gruppe von Männern11. Ich sehe in diesem Zusammenhang auch die Sex-Zwangsarbeit in Lagerbordellen oder KZ-Bordellen als Vergewaltigung/ Massenvergewaltigung an, da die Handlungen eben nicht freiwillig erfolgten. Dies werde ich später genauer erläutern. Massenvergewaltigungen gibt es am häufigsten zu Kriegszeiten, in Friedenszeiten eher weniger12. Eine der Begründungen hierfür ist, dass Macht- und Gewaltausübung für die Soldaten im Krieg an der Tagesordnung sind. Sie haben die Erlaubnis, ja sogar den Befehl zu töten, wodurch ein aktiver Drang zur Vernichtung vorherrscht, gesteigert durch negative Feindpropaganda. Die Gruppendynamik sowie Alkoholeinfluss können hier eine entscheidende Rolle spielen13.

2.1 Massenvergewaltigungen und Sex-Zwangsarbeit durch das deutsche Militär:

2.1.1 Massenvergewaltigungen durch das deutsche Militär:

Nach den Nürnberger Rassegesetzten aus 1935 galt die Vergewaltigung einer Jüdin als Rassenschande, trotzdem wurden Zigeunerinnen, Jüdinnen, Polinnen und weitere Angehörige von minderwertigen Rassen massenhaft vergewaltigt14. Beispiellos hierfür sind die Massenvergewaltigungen von Deutschen an Jüdinnen im Warschauer Ghetto15, wobei beschlagnahmte deutsche Dokumente beweisen, dass hier systematisch vergewaltigt wurde, Terror zu verbreiten16. Auch auf ihrem Vorstoß nach Osten begingen die Deutschen zahlreiche Massenvergewaltigungen17, es existieren zahlreiche Photographien von Frauen, die nackt oder halbnackt aufgefunden wurden, teilweise in den Wäldern, an Bäume gefesselt. Manche wurden noch nach dem Tod vergewaltigt, neben ihnen Gegenstände, die evtl. dem Missbrauch dienten18. Eine derartige Zurschaustellung weist darauf hin, dass sich die Demonstration des Vorhandenseins sexueller Gewalt und die damit einhergehende Machtlosigkeit nicht nur den Opfern galt, sondern allen, die darauf aufmerksam wurden19. Schließlich wurden in sämtlichen besetzten Gebieten in Osteuropa Frauen und Mädchen unterschiedlicher Herkunft, auch Jüdinnen vergewaltigt, obwohl dies auf militärische Anordnung hin untersagt war20.

Es gibt keine Hinweise auf eine Anordnung von Vergewaltigung durch die Befehlshaber der SS und der Polizei21, allerdings wurden sexuelle Gewalttaten nicht konsequent verfolgt, wodurch den militärischen Einheiten und einzelnen Männern Handlungsspielräume eröffnet wurden22.

Aus dem Jahr 1941 ist ein Fall bekannt, in dem eine Lehrerin in einem Schulgebäude in Pskov (Russland) verhört wurde. Sie unternahm einen Fluchtversuch, wonach sie brutal mit einer Peitsche gefoltert und vergewaltigt wurde. Die Soldaten hielten sie für mehrere Tage gefangen und versklavten sie sexuell23. Diesen Fall nenne ich deshalb, weil er einer der wenigen ist, bei dem so detailliert die Vorgehensweise bei einer Gruppenvergewaltigung geschildert wird: Anscheinend wird grundsätzlich in einer Rangfolge agiert, wonach der Offizier mit dem höchsten Rang der Erste ist. Die ihm unterstellten Soldaten warten, bis sie an der Reihe sind. Die Bestätigung, einer Gemeinschaft zugehörig zu sein ist unter den lebensbedrohlichen Situationen im Krieg für den Einzelnen von größter Wichtigkeit. So kann derartiges Verhalten bei einer Gruppenvergewaltigung als Bestätigung ihres untrennbaren Bundes und der damit verbundenen Hierarchien gedeutet werden: Sie treffen sich in bestimmter Reihenfolge nacheinander oder gleichzeitig im Körper der Frau.24

Besonders grausam sind auch die Berichte eines russischen Diplomats, der Massenvergewaltigungen in und um Smolensk schilderte, bei denen die Angehörigen bei den Vergewaltigungen der Frauen und Mädchen zusehen mussten25.

2.1.2 Militärbordelle der Deutschen:

Es wurde davon ausgegangen, dass es der militärischen Stärke zuträglich sei, wenn die Soldaten heterosexuell aktiv sind26, womit die Einrichtung von Militärbordellen gerechtfertigt werden konnte. Allerdings handelt es sich hier um Zwangsprostitution, da die Frauen meist in Verbindung mit extremer Gewaltanwendung oder/und Zwangsverschleppungen in die Bordelle getrieben wurden27. Die Überwachung von Sexualität im NS-Staat wird am Beispiel der Bordellführung besonders deutlich, da überliefert ist, dass jeder Besuch in einem Wehrmachtsbordell seit 1939 mit akribischer Genauigkeit schriftlich festgehalten wurde.28

In Bezug auf Militärbordelle galt, dass „rassische Grenzen“ überschritten werden durften, da es sich nicht um gesellschaftlichen Verkehr sondern um eine sachlich- wirtschaftliche Beziehung handelte. Jüdinnen waren allerdings ausgeschlossen29.

In Osteuropa wurden viele von den Deutschen zur Prostitution gezwungen: Es gab Militärbordelle in Städten (Bsp. Nürnberg30 ), Feldlagern an der Front oder in besetzten Gebieten. Einige der Frauen arbeiteten dort freiwillig, um den schrecklichen Lebensbedingungen während der Zeit der Besatzung zu entgehen, andere wurden unter Androhung von Tod oder Internierung dazu gezwungen.31

Beispielhaft hierfür ist das damals von Deutschen besetzte Smolensk, wo hunderte russischer Frauen in ein deutsches Bordell getrieben wurden.32 In Schriften aus 1942-1944 sind Andeutungen zu finden, nach denen ein Standardbordell für Besatzungszwecke für ganz Europa von manchen Befehlshabern der Wehrmacht angestrebt wurde33.

2.1.3 Bordelle in Konzentrationslagern:

Außer den Militärbordellen wurden im zweiten Weltkrieg von der SS zehn Bordelle in Konzentrationslagern errichtet: 1942: Mauthausen und Gusen, 1943: Auschwitz-Stammlager, Auschwitz-Monowitz, Buchenwald, 1944: Flossenbürg, Neuengamme, Dachau, Sachsenhausen, 1945: Mittelbau Dora. Es erfolgte jeweils die Errichtung eines sogenannten Sonderbaus für die Inbetriebnahme der Bordelle.34

Zunächst erscheint es völlig absurd, dass ausgehungerte, vom Krieg gezeichnete männliche Häftlinge mit weiblichen Inhaftierten verkehren, allerdings sollten die Bordellbesuche als Lohn dienen und die Männer zu noch besseren Leistungen anspornen35. Wie in den Militärbordellen ging man also davon aus, dass das Ausleben von heterosexueller Aktivität zu einer Steigerung der Leistung führt.36 Der Bordellbesuch war allerdings nicht allen Inhaftierten gestattet, sondern unter Berücksichtigung eines Prämiensystems besonders fleißigen Arbeitern vorbehalten. Dazu gehörten Hafterleichterung, Tabakwarenbezug und eben der Bordellbesuch37. Doch auch die Bordellbesuche wurden nach rassistischen Kriterien organisiert: Russen, Juden, Roma und Sinti waren Bordellbesuche verboten.38 Auch wurde anfangs vorwiegend deutschen Häftlingen Bordellbesuche gestattet, später auch Häftlingen anderer Nationen39. Es handelt sich hier nicht um Soldaten, sondern um Gefangene, die nicht an Gewaltausübung im bewaffneten Krieg gewöhnt waren. Im Gegensatz zu den Besuchern der Militärbordelle hatten die Häftlinge keinen Zugriff zu Alkohol oder Waffen. Es gibt anscheinend keine Quellen, die besagen, dass brutale Gewalteinwirkungen oder Tötungen seitens der inhaftierten Bordellbesucher stattgefunden hätten, wie dies etwa aus den Militärbordellen bekannt ist40. Das lässt auf eine enge Verbindung zwischen Sexualität, Gewalt, Aggression und Krieg schließen. Außerdem müssen die Gefangenen ähnliche Männlichkeitsvorstellungen gehabt haben wie diejenigen, die die Frauen zur Prostitution zwangen, sonst hätten sie das Angebot des Bordellbesuchs nicht genutzt41.

Die Gefangenen mussten dazu auf einem Vordruck der SS einen Antrag für den Bordellbesuch stellen, dieser musste von der SS genehmigt werden. Beim morgendlichen Appell wurde dann öffentlich ausgerufen, ob der Bordellbesuch gestattet wurde.42 Bsp. Mauthausen: Häftling wurde abends zwischen 6 und 8 Uhr zu Baracke 1 gebracht, dort registriert und untersucht. War er frei von Geschlechtskrankheiten, bekam er eine Injektion (nicht näher definiert) und wurde einem Zimmer zugewiesen43. Zehn Bordellgänger pro Abend pro Frau waren in Mauthausen die Regel, aus anderen Bordellen sind noch mehr überliefert44.

Die Inhaftierten unterstanden einer ständiger Überwachung und Kontrolle der SS. Geschlechtsverkehr war nur in liegender Position gestattet45, was von SS-Männern durch Gucklöcher in den Türen während des Geschlechtsverkehrs überprüft werden konnte46. SS-Männern war der sexuelle Kontakt zu den inhaftierten Sex-Zwangsarbeiterinnen untersagt, Übergriffe der SS-Männer sind aber überlieferten Erzählungen zufolge sehr wahrscheinlich47 48. Sicher ist die permanente Androhung von Gewalt durch die SS49 und im KZ Vught in Holland (1944 befreit) waren Vergewaltigungen von jüdischen Frauen scheinbar an der Tagesordnung50.

Die Frauen, die in den KZ-Bordellen arbeiteten kamen nicht etwa aus Freiheit, sondern waren schon vorher in Konzentrationslager gebracht worden und wurden dort erst für die Zwangsprostitution aussortiert51. Viele wussten nicht, wofür sie ausgesucht und abkommandiert wurden, andere meldeten sich aufgrund falscher Versprechen (sie würden nach sechs Monaten freigelassen), anfangs nahm man nur ehemalige Prostituierte, oder die der Prostitution verdächtigt wurden, später erfolgte Zwangsrekrutierung52. Das wurde notwendig, nachdem einige zurückkehrten, weil sie etwa Geschlechtskrankheiten hatten oder schwanger waren53, und so den anderen Frauen über die schrecklichen Arbeitsbedingungen erzählen konnten. In den Häftlingsbordellen wurden ausschließlich weibliche Häftlinge aus den KZ´s Auschwitz-Birkenau und Ravensbrück zwangsverpflichtet. Sie arbeiteten dann in den Bordellen Auschwitz-Stammlager und Auschwitz-Monowitz54. Die rekrutierten Frauen wurden im Krankenbau auf Geschlechtskrankheiten untersucht. Wenn sie gesund waren, bekamen sie zusätzliche und bessere Essensrationen, Hypermanganbäder und Kalzium55. Manche Frauen wurden vor ihrem Arbeitseinsatz im Bordell von SS-Männern vergewaltigt, um sie „auszuprobieren“56. In der Regel waren zehn Frauen gleichzeitig pro Lagerbordell verpflichtet57, insgesamt hatten ca. 190 Frauen ihren „Arbeitseinsatz im Bordell“58. In engem Zusammenhang mit den KZ-Bordellen hat sich der Begriff Sex-Zwangsarbeit gegenüber dem Begriff Zwangsprostitution durchgesetzt, da der Begriff Prostitution ein Tauschgeschäft beschreibt. Die Arbeit fand unter Zwang statt, aber ob die Frauen eine Entlohnung erhalten haben, ist bis heute ungeklärt und in vielen Fällen unwahrscheinlich59.

[...]


1 Jean Wood, Elisabeth: Sexuelle Gewalt im Krieg. Zum Verständnis unterschiedlicher Formen, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 75-101, hier S. 76

2 Seifert, Ruth: Der weibliche Körper als Symbol und Zeichen. Geschlechtsspezifische Gewalt und die kulturelle Konstruktion des Krieges, in: Gestrich, Andreas (Hrsg.): Gewalt im Krieg: Ausübung, Erfahrung und Verweigerung von Gewalt in Kriegen des 20. Jahrhunderts, Lit Verlag, Münster, 1996, S. 13-33, hier S. 14

3 Brownmiller, Susan (Hrsg.): Gegen unseren Willen. Vergewaltigung und Männerherrschaft, Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt a. M., 1980, S. 38

4 Oppenheimer, Christa: Anerkennung, Missachtung und Gewalt. Anerkennungstheoretische Reflexionen am Beispiel Frauen- und Heiratshandel sowie Vergewaltigung als Kriegspraxis, Ulrike Helmer Verlag, Frankfurt a. M. , 2006, S. 181

5 Seifert, Ruth: Der weibliche Körper als Symbol und Zeichen. Geschlechtsspezifische Gewalt und die kulturelle Konstruktion des Krieges, in: Gestrich, Andreas (Hrsg.): Gewalt im Krieg: Ausübung, Erfahrung und Verweigerung von Gewalt in Kriegen des 20. Jahrhunderts, Lit Verlag, Münster, 1996, S. 13-33, hier S. 26, f.

6 Brownmiller, Susan (Hrsg.): Gegen unseren Willen. Vergewaltigung und Männerherrschaft, Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt a. M., 1980, S. 50

7 Seifert, Ruth: Der weibliche Körper als Symbol und Zeichen. Geschlechtsspezifische Gewalt und die kulturelle Konstruktion des Krieges, in: Gestrich, Andreas (Hrsg.): Gewalt im Krieg: Ausübung, Erfahrung und Verweigerung von Gewalt in Kriegen des 20. Jahrhunderts, Lit Verlag, Münster, 1996, S. 13-33, hier S. 26

8 Price, Lisa, S.: Finding the Man in the Soldier-Rapist. Some Reflections on Comprehension and Accountability, in: Women´s Studies International Forum 24 (2001), Nr. 2, S. 211-227, hier S. 216

9 Jean Wood, Elisabeth: Sexuelle Gewalt im Krieg. Zum Verständnis unterschiedlicher Formen, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 75-101, hier S. 75 f.

10 Gödtel, Reiner (Hrsg.): Sexualität und Gewalt, 1. Aufl. Hoffmann und Campe, Hamburg, 1992, S. 197, ff.

11 Ebenda, S. 196

12 Ebenda, S. 196

13 Ebenda, S. 197

14 Brownmiller, Susan (Hrsg.): Gegen unseren Willen. Vergewaltigung und Männerherrschaft, Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt a. M., 1980, S. 57

15 Ebenda, S. 58

16 Ebenda, S. 59

17 Ebenda, S. 60, f.

18 Mühlhäuser, Regina: Handlungsräume. Sexuelle Gewalt durch Wehrmacht und SS in den besetzten Gebieten der Sowjetunion 1941-1945, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S.167- 185, hier S.176, f.

19 Ebenda, S.177

20 Jean Wood, Elisabeth: Sexuelle Gewalt im Krieg. Zum Verständnis unterschiedlicher Formen, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 75-101, hier S. 79

21 Mühlhäuser, Regina: Handlungsräume. Sexuelle Gewalt durch Wehrmacht und SS in den besetzten Gebieten der Sowjetunion 1941-1945, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S.167- 185, hier S. 168

22 Ebenda, S.169, 189, f.

23 Ebenda, S. 175

24 Ebenda, S.175

25 Schmölzer, Hilde: Der Krieg ist männlich. Ist der Friede weiblich? Verlag für Gesellschaftskritik, Wien, 1996, S. 213

26 Mühlhäuser, Regina/ Eschebach, Insa: Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Deutungen, Darstellungen, Begriffe, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 11-32, hier S. 15

27 Ebenda, S. 15

28 Wickert, Christl: Tabu Lagerbordell. Vom Umgang mit der Zwangsprostitution nach 1945, in: Eschebach, Insa/ Jacobeit, Sigrid/ Wenk, Silke (Hrsg.): Gedächtnis und Geschlecht. Deutungsmuster in Darstellungen des nationalsozialistischen Genozids, Campus Verlag, Frankfurt a. M., 2002, S. 41-58, hier S. 43

29 Mühlhäuser, Regina/ Eschebach, Insa: Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Deutungen, Darstellungen, Begriffe, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 11-32, hier S. 15, f.

30 Brownmiller, Susan (Hrsg.): Gegen unseren Willen. Vergewaltigung und Männerherrschaft, Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt a. M., 1980, S. 80

31 Jean Wood, Elisabeth: Sexuelle Gewalt im Krieg. Zum Verständnis unterschiedlicher Formen, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 75-101, hier S. 79, f.

32 Brownmiller, Susan (Hrsg.): Gegen unseren Willen. Vergewaltigung und Männerherrschaft, Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt a. M., 1980, S. 69

33 Mühlhäuser, Regina/ Eschebach, Insa: Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Deutungen, Darstellungen, Begriffe, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 11-32, hier S. 15

34 Halbmayr, Brigitte: Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Fakten, Mythen und Positionen, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 127-145, hier S. 130

35 Mühlhäuser, Regina/ Eschebach, Insa: Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Deutungen, Darstellungen, Begriffe, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 11-32, hier S. 17

36 Ebenda, S. 11

37 Ebenda, S. 16

38 Halbmayr, Brigitte: Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Fakten, Mythen und Positionen, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 127-145, hier S. 130

39 Ebenda, S. 130

40 Mühlhäuser, Regina/ Eschebach, Insa: Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Deutungen, Darstellungen, Begriffe, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 11-32, hier S. 18

41 Ebenda, S. 17

42 Ebenda, S. 17

43 Halbmayr, Brigitte: Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Fakten, Mythen und Positionen, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 127-145, hier S. 132

44 Ebenda, S. 133

45 Ebenda, S. 132

46 Mühlhäuser, Regina/ Eschebach, Insa: Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Deutungen, Darstellungen, Begriffe, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 11-32, hier S. 17

47 Halbmayr, Brigitte: Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Fakten, Mythen und Positionen, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 127-145, hier S. 140, f.

48 Schmölzer, Hilde: Der Krieg ist männlich. Ist der Friede weiblich? Verlag für Gesellschaftskritik, Wien, 1996, S. 213

49 Halbmayr, Brigitte: Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Fakten, Mythen und Positionen, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 127-145, hier S. 142

50 Brownmiller, Susan (Hrsg.): Gegen unseren Willen. Vergewaltigung und Männerherrschaft, Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt a. M., 1980, S. 69

51 Mühlhäuser, Regina/ Eschebach, Insa: Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Deutungen, Darstellungen, Begriffe, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 11-32, hier S. 19

52 Halbmayr, Brigitte: Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Fakten, Mythen und Positionen, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 127-145, hier S. 137, f.

53 Ebenda, S. 133

54 Ebenda, S. 131

55 Ebenda, S. 131

56 Ebenda, S. 131

57 Ebenda, S. 133

58 Mühlhäuser, Regina/ Eschebach, Insa: Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Deutungen, Darstellungen, Begriffe, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 11-32, hier S. 17

59 Halbmayr, Brigitte: Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Fakten, Mythen und Positionen, in: Eschebach, Insa / Mühlhäuser, Regina (Hrsg.): Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Metropol Verlag, Berlin, 2008, S. 127-145, hier S. 140

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Massenvergewaltigung und Sex-Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg
Untertitel
Am Beispiel der deutschen, russischen und japanischen Armee
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V293894
ISBN (eBook)
9783656915430
ISBN (Buch)
9783656915447
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
massenvergewaltigung, sex-zwangsarbeit, zweiten, weltkrieg, beispiel, armee
Arbeit zitieren
Jana Zimmermann (Autor), 2011, Massenvergewaltigung und Sex-Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293894

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