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Informationslimitation und Leerstellen als realitätsfördernde Stilmittel. Eine Untersuchung am Beispiel des Films "The Blair Witch Project"

Title: Informationslimitation und Leerstellen als realitätsfördernde Stilmittel. Eine Untersuchung am Beispiel des Films "The Blair Witch Project"

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Madita Felke (Author)

Communications - Movies and Television
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Im Jahr 1999 erregte ein Film große Aufmerksamkeit: The Blair Witch Project. Die Produktionskosten betrugen knapp $35.000, allein in den USA spielte der Film aber über $150 Mio. in die Kinokassen. Doch was ist das Besondere an diesem Film? Zum einen ist es die schwierige Genrezuordnung, die den Film so besonders macht. The Blair Witch Project ist ein Horrorfilm. Allerdings entspricht er zu einem großen Teil nicht den genretypischen Konventionen des Horrorfilms, sondern markiert einen Genre-Umbruch. Deshalb soll zu Beginn der Hausarbeit das Genre Horrorfilm kurz erläutert und die besondere Stellung von The Blair Witch Project innerhalb des Genres aufgezeigt werden. The Blair Witch Project ist allerdings nicht nur ein Horrorfilm: der Film besitzt auch dokumentarischen Charakter. Allerdings erweist sich eine Einordnung in das Genre der Dokumentation schwierig: Handelt es sich bei The Blair Witch Project tatsächlich um eine Dokumentation? Oder um eine Pseudo-Dokumentation? Vielleicht gar um eine Mockumentary? Und was ist überhaupt der Unterschied zwischen den verschiedenen Begrifflichkeiten? Hier sind sich die Wissenschaftler uneinig und auch die Rezipienten nehmen den Film unterschiedlich wahr. In dieser Hausarbeit soll deshalb eine definitorische Annäherung an den Begriff ‚Mockumentary‘ erfolgen und die ‚mockumentarischen‘ Elemente in The Blair Witch Project sollen herausgearbeitet werden. Diese schwierige Genrezuordnung bringt eine Besonderheit mit sich: Während die meisten anderen Horrorfilme sofort als fiktionale Filme erkannt werden, ist das bei The Blair Witch Project nicht der Fall. Der Film wirkt sehr real und authentisch und erschwert eine eindeutige fiktionale Einordnung. Wie die realistische Wirkung des Films zustande kommt, soll in dieser Hausarbeit untersucht werden. Meiner Meinung nach sind es vor allem die eingesetzten Stilmittel Informationslimitation und Leerstelle, die den Film so authentisch wirken lassen. Hierzu gehört auch die den Film durchziehende Handkameraästhetik. Diese Begrifflichkeiten sollen im Verlauf der Hausarbeit genauer erläutert und in Bezug auf The Blair Witch Project analysiert werden.
Die zentrale Frage dieser Arbeit lautet also: Wie können Informationslimitation und Leerstellen innerhalb eines Films realitätsfördernd wirken?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 The Blair Witch Project – Problematische Genrezuordnung durch vorgetäuschte Authentizität

2 The Blair Witch Project im Kontext des Genres Horrorfilm

2.1 Das Genre Horrorfilm

2.2 Einordnung von The Blair Witch Project in das Genre Horrorfilm

3 Mockumentary – Zwischen Fiktion und Wirklichkeit

3.1 Definitiorischer Annäherungsversuch an den Begriff ‚Mockumentary‘

3.2 Überlegungen zu den ‚mockumentarischen‘ Elementen in The Blair Witch Project

4 Informationslimitation als literarisches und mediales Stilmittel

4.1 Die Leerstelle als Mittel der Informationslimitation

4.2 Die Handkamera als Mittel der Informationslimitation

5 Informationslimitierende Stilmittel in The Blair Witch Project und deren Beitrag zur realistischen Wirkung des Film

5.1 Die Wirkung der Handkameraästhetik in The Blair Witch Project

5.2 Leerstellen in The Blair Witch Project

6 Authentizität in The Blair Witch Project als Ergebnis der Verknüpfung von inhaltlicher und visueller Informationslimitation

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die filmischen Stilmittel der Informationslimitation und der Leerstelle dazu beitragen, dem Horrorfilm "The Blair Witch Project" eine besonders realistische und authentische Wirkung zu verleihen. Dabei wird der Fokus auf die textintrinsischen Merkmale gelegt, die den Zuschauer dazu anregen, die fehlenden Informationen durch eigene Imagination auszufüllen.

  • Genrezuordnung von "The Blair Witch Project" zwischen Horrorfilm und Mockumentary.
  • Analyse der Handkameraästhetik als visuelles Mittel der Informationslimitation.
  • Untersuchung der Leerstelle als inhaltliches Werkzeug zur Steuerung der Zuschauer-Imagination.
  • Zusammenhang zwischen dokumentarischer Ästhetik und Authentizitätseffekten.

Auszug aus dem Buch

Leerstellen in The Blair Witch Project

Die größte Leerstelle in BWP ist wohl die Titelfigur selbst – die Hexe von Blair. Der Zuschauer bekommt sie nie zu Gesicht, die Kamera kann das angeblich Übernatürliche nicht einfangen. Fincina Hopgood beschreibt diesen Umstand sehr treffend: The Blair Witch Project emphasises the instrusivness of the camera, while at the same time demonstrating its incapacity to capture the very subject it seeks to record: the witch herself.

Auch hier wird erkennbar, wie eng inhaltliche und visuelle Informationslimitation miteinander verknüpft sind. Doch auch in den Momenten, in denen visuell etwas sichtbar wird, bleibt häufig eine inhaltliche Leerstelle zurück. Etwa die Steinhaufen und die Reisig-Figuren in den Bäumen werden von der Kamera zwar aufgenommen und im Film sehr zentral gestellt, aber um was es sich dabei genau handelt, bleibt unklar. Hierbei handelt es sich also offenbar um explizit inszenierte Leerstellen: es entsteht dabei eine relevante Informationslücke, die ein bedeutungstragendes Fehlen markiert. Wie die Steinhaufen und Reisig-Figuren entstanden sind und was sie bedeuten sollen, bleibt bis zum Ende des Films unklar. Durch diese Leerstelle wird zwar die Imagination des Zuschauers angeregt, der wohl etwas Übernatürliches oder die Hexe von Blair dahinter vermutet; die Steinhaufen und Reisig-Figuren könnten aber auch eine natürliche Ursache haben, etwa von Jägern oder Wanderern aufgestapelt bzw. aufgehängt worden sein. Dadurch, dass BWP diese Leerstellen offen lässt, wirkt der Film besonders realistisch, denn er schließt keine natürlichen Ursachen aus. Allein die Imagination der Figuren und der Rezipienten lässt auf Übernatürliches schließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 The Blair Witch Project – Problematische Genrezuordnung durch vorgetäuschte Authentizität: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten bei der Kategorisierung des Films und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der realitätsfördernden Wirkung von Informationslimitation.

2 The Blair Witch Project im Kontext des Genres Horrorfilm: Dieses Kapitel verortet den Film historisch und genretheoretisch und arbeitet heraus, warum "The Blair Witch Project" eine radikale Gegenposition zu klassischen Horrorfilm-Konventionen einnimmt.

3 Mockumentary – Zwischen Fiktion und Wirklichkeit: Hier erfolgt eine definitorische Annäherung an den Begriff der Mockumentary sowie eine kritische Prüfung der mockumentarischen Elemente innerhalb des Films.

4 Informationslimitation als literarisches und mediales Stilmittel: Das Kapitel führt die theoretischen Konzepte der Leerstelle sowie der Handkameraästhetik als mediale Stilmittel ein.

5 Informationslimitierende Stilmittel in The Blair Witch Project und deren Beitrag zur realistischen Wirkung des Film: Der Hauptteil analysiert die konkrete Anwendung der Handkamera und der Leerstellen im Film und zeigt auf, wie diese die Zuschauer-Imagination steuern.

6 Authentizität in The Blair Witch Project als Ergebnis der Verknüpfung von inhaltlicher und visueller Informationslimitation: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass die Verzahnung dieser Stilmittel maßgeblich zur Authentizität des Films beiträgt.

Schlüsselwörter

Informationslimitation, Leerstelle, Handkameraästhetik, The Blair Witch Project, Horrorfilm, Mockumentary, Authentizität, Realitätswirkung, Fiktion, Dokumentation, Filmtheorie, Narration, Zuschauer-Imagination, Genre-Konventionen, Blair-Witch-Mythos

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die filmischen Stilmittel, die in "The Blair Witch Project" eingesetzt werden, um einen besonders hohen Grad an Realismus und Authentizität beim Zuschauer zu erzeugen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Genretheorie des Horrorfilms, das Konzept der Mockumentary, die Wirkung der Handkameraästhetik sowie die narrative Funktion von Leerstellen im Film.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es zu untersuchen, wie gezielte Informationslimitation (visuell und inhaltlich) realitätsfördernd wirken kann, indem sie den Zuschauer zur aktiven Imagination anregt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer filmtheoretischen Analyse, die auf etablierter Fachliteratur zu den Themen Genre, Mockumentary, Handkamera und narrativen Leerstellen fußt und diese auf den konkreten Film anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Mockumentary, der theoretischen Herleitung von Leerstellen und Handkameraästhetik sowie der anschließenden analytischen Untersuchung dieser Elemente im Film.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Informationslimitation, Leerstelle, Handkameraästhetik, Authentizität, Fiktion und die spezifische Genreeinordnung als Mockumentary-Horrorfilm.

Welche Rolle spielt die "Hexe von Blair" für die Leerstellen im Film?

Die Hexe fungiert als größte Leerstelle, da sie nie gezeigt wird. Diese visuelle Abwesenheit zwingt den Zuschauer, sich das Grauen selbst vorzustellen, was den Horroreffekt maßgeblich verstärkt.

Wie wirkt die Handkameraästhetik auf die Authentizität des Films?

Die unruhige Kameraführung und die amateurhafte Ästhetik täuschen eine unmittelbare, ungefilterte Realität vor, was dazu führt, dass Rezipienten das Geschehen als authentischer wahrnehmen.

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Details

Title
Informationslimitation und Leerstellen als realitätsfördernde Stilmittel. Eine Untersuchung am Beispiel des Films "The Blair Witch Project"
College
University of Bayreuth
Grade
1,3
Author
Madita Felke (Author)
Publication Year
2015
Pages
21
Catalog Number
V293898
ISBN (eBook)
9783656916796
ISBN (Book)
9783656916802
Language
German
Tags
Blair Witch Project Mockumentary Horrorfilm Leerstelle Informationslimitation Handkamera Handkameraästhetik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Madita Felke (Author), 2015, Informationslimitation und Leerstellen als realitätsfördernde Stilmittel. Eine Untersuchung am Beispiel des Films "The Blair Witch Project", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293898
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