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Die Waffen-SS im Spiegel der NS-Propaganda

Titel: Die Waffen-SS im Spiegel der NS-Propaganda

Magisterarbeit , 2004 , 151 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: M. A. Jochen Lehnhardt (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Waffen-SS war, als militärischer Arm der bekanntesten und verrufensten Organisation des Dritten Reiches, schon bald nach dem Kriegsende in ihrer Bewertung wie keine andere umstritten. Auf der einen Seite wurde sie in Nürnberg als verbrecherische Organisation eingestuft, auf der anderen Seite in einer Rechtfertigungsliteratur heroisiert oder als bloßer vierter Wehrmachtsteil dargestellt. In den folgenden Jahren war selbst in wissenschaftlichen Publikationen das Bild einer besonderen militärischen Leistungsfähigkeit der Waffen-SS fest verankert: So soll die größte Tugend ihrer Kerndivisionen gewesen sei, ihren Kampfgeist auch bei einer Niederlage zu bewahren. Ebenso wurden sie als „Inbegriff soldatischer Standhaftigkeit“ bewertet, in ihr habe ein Kriegertum gekämpft, dass „von keiner anderen Truppe erreicht oder gar übertroffen“ worden wäre. Begründet wird dieser besondere, fanatische Kampfgeist in der Waffen-SS immer wieder mit ihrer besonderen Indoktrination mit den "Idealen" der NS-Ideologie.
Das ist erstaunlich, lassen doch neuere Untersuchungen erkennen, dass ein besonderer Status der Waffen-SS nicht grundsätzlich gerechtfertigt erscheint. Weder hatten die SS-Divisionen höhere Verluste zu erleiden als das Heer, noch wurden ihr mehr höhere Orden verliehen. Ebenso scheint die Bewaffnung selbst ihrer Kernverbände nicht so exklusiv gewesen zu sein, wie es vielfach behauptet wird.
So stellt sich die Frage, wie es zu diesem Bild von der Waffen-SS als fanatischen Elite des Dritten Reiches und Feuerwehr der Ostfront kommen konnte. Zur deren Klärung erscheint es angebracht, den Blick auf die möglichen Wurzeln zu lenken. Dabei ergibt sich aus zahlreichen zeitgenössischen Quellen schnell, dass die SS-Truppen schon in der Kriegszeit in der Bevölkerung den Ruf hatten, eine elitäre, wenn auch starke Verluste erleidende und gegen den Feind rücksichtslos vorgehende Truppe zu sein. Dieses Bild ist so allgemein, dass alles auf eine gemeinsame Quelle hinweist. Für diese Zeit ist dabei vor allem an die NS-Propaganda zu denken, deren Darstellungsweise der Waffen-SS aber bisher noch nicht untersucht worden ist. Diese Lücke soll in dieser Arbeit anhand einer Untersuchung der Berichterstattung dreier zeitgenössischer Zeitungen geschlossen werden. Sollte schon damals das Bild einer ideologisch-militärischen Elite Waffen-SS verbreitet worden sein, dann wäre das ein deutlicher Hinweis auf eine Wirksamkeit der damaligen Propagandaparolen über das Kriegsende hinaus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Hinweise zu dem tatsächlichen Wert der Waffen-SS

1.1 Hitlers fanatische Glaubenskrieger?

1.2 Verluste der Waffen-SS

1.3 Einsatzgebiete

1.4 Ordensverleihungen

1.5 Zwischenergebnis

2. Medien und Kriegsberichterstattung im Dritten Reich

2.1 Gelenkte Darstellung – welche Möglichkeiten gab es?

2.2 Die Propagandakompanien

2.3 Verwendete Zeitungsliteratur

2.4 Andere Medien

3. Auswertung der untersuchten Zeitungen

3.1 1939 - Der Polenfeldzug

3.1.1 „Völkischer Beobachter“

3.1.2 „Das schwarze Korps“

3.2 1940 – Im Westen

3.2.1 „Völkischer Beobachter“ und „Das Reich“

3.2.2. „Das schwarze Korps“

3.3 1941 - Balkan und Barbarossa

3.3.1 „Völkischer Beobachter“

3.3.2 „Das Reich“

3.3.3 „Das schwarze Korps“

3.4 1942 – Demjansk

3.4.1 „Völkischer Beobachter“

3.4.2 „Das Reich“

3.4.3 „Das Schwarze Korps“

3.5 1943 – Charkow , „Zitadelle“ und Rückzug

3.5.1 „Völkischer Beobachter“

3.5.2 „Das Reich“

3.5.3 „Das Schwarze Korps“

3.6 1944 – Tscherkassy und Invasion

3.6.1 „Völkischer Beobachter“

3.6.2 „Das Reich“

3.6.3 „Das Schwarze Korps“

3.7 1945 – Ardennen, Ungarn und Untergang

3.7.1 „Völkischer Beobachter“ und „Das Reich“

3.7.2 „Das Schwarze Korps“

3.8. Zwischenergebnis

4. Gründe für eine Bevorzugung in der Propaganda

4.1 Ansehen bei Hitler

4.2 Eigene Leistung der SS

4.3 Unterstützung der Freiwilligenwerbung

4.4. Europapropaganda

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit das Bild der Waffen-SS als fanatische Elite und "Feuerwehr an der Ostfront" in der NS-Propaganda tatsächlich auf realen Gegebenheiten beruhte oder als konstruiertes Narrativ zur Legitimierung und ideologischen Aufladung diente. Der Autor hinterfragt hierbei kritisch die Rolle von Propaganda und Medien im Dritten Reich bei der Gestaltung dieses öffentlichen Images.

  • Analyse der tatsächlichen militärischen Leistungsfähigkeit und Verluste der Waffen-SS im Vergleich zur Wehrmacht.
  • Untersuchung der Struktur und Arbeitsweise der nationalsozialistischen Kriegsberichterstattung, insbesondere der Propagandakompanien.
  • Vergleichende Analyse der Darstellung der Waffen-SS in den Zeitungen "Völkischer Beobachter", "Das Reich" und "Das Schwarze Korps".
  • Untersuchung der Gründe für die propagandistische Bevorzugung der Waffen-SS durch das NS-Regime und Adolf Hitler.

Auszug aus dem Buch

1.1 Hitlers fanatische Glaubenskrieger?

Schon in der Einleitung zu dieser Arbeit wurde angemerkt, dass zumindest einige Autoren einen besonderen ideologischen Fanatismus der Soldaten der Waffen-SS als einen Grund für ihre bedeutende Rolle in der Kriegführung des Dritten Reiches ansehen.

Diese Einschätzung lässt sich daraus erklären, dass die Waffen-SS als die Verkörperung des militärischen Anspruches der SS vor allem auch ihre kämpferischen Eigenschaften aus den ideologischen Grundlagen des NS bezog. Die Waffen-SS war ein Ausdruck der besonderen Stellung der SS in der Machtstruktur des Dritten Reiches.

Diese Stellung betraf zunächst ihre besondere Nähe zu Hitler. Sie war 1923 als seine Leibwache gegründet worden und galt schon in dieser Zeit als eine Eliteformation der NSDAP, in der nur die besten und zuverlässigsten Parteimitglieder versammelt und dem späteren Diktator bedingungslos ergeben sein sollten. Mithin konnte er sie, neben Einsätzen bei den Saalschlachten der Kampfzeit, auch bei innerparteilichen Querelen wie bspw. während des sogenannten Stennes-Putsches zu seinen Gunsten einsetzen. Dafür dankte er ihr mit symbolischen Gesten wie dem Erteilen ihres Ehrenkodexes „Meine Ehre heißt Treue“ oder der Übergabe der sogenannten Blutfahne des gescheiterten Putsches von 1923 vor der ganzen Partei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinweise zu dem tatsächlichen Wert der Waffen-SS: Untersucht die ideologischen Grundlagen, Verluste, Einsatzgebiete und Ordensverleihungen, um den realen militärischen Wert der Waffen-SS kritisch zu hinterfragen.

2. Medien und Kriegsberichterstattung im Dritten Reich: Analysiert die Möglichkeiten der NS-Führung zur Lenkung der Presse, die Rolle der Propagandakompanien sowie die Charakteristika der untersuchten Zeitungen.

3. Auswertung der untersuchten Zeitungen: Dokumentiert detailliert die Berichterstattung über die Waffen-SS in den drei Zeitungen über den gesamten Kriegsverlauf hinweg.

4. Gründe für eine Bevorzugung in der Propaganda: Erörtert die Motive Hitlers, die SS-eigene Interessenvertretung und die Notwendigkeit der Freiwilligenwerbung für das positive Image der Waffen-SS.

5. Schlussbetrachtung: Fasst zusammen, dass der elitäre Ruf der Waffen-SS primär ein Produkt der NS-Propaganda war und nicht durch die militärische Realität in vollem Umfang gedeckt ist.

Schlüsselwörter

Waffen-SS, NS-Propaganda, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Kriegsberichterstattung, Völkischer Beobachter, Das Reich, Das Schwarze Korps, Hitler, Himmler, Ideologie, Elite, Freiwilligenwerbung, Militärgeschichte, Pressepolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert kritisch das öffentliche Bild der Waffen-SS während des Zweiten Weltkriegs, wie es durch die Propaganda des NS-Regimes verbreitet wurde.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Zentrum stehen die militärische Realität der Waffen-SS, die Methoden der NS-Pressezensur sowie die Vergleiche zwischen dem Bild der Waffen-SS und ihrer tatsächlichen Rolle an der Front.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob der verbreitete Ruf der Waffen-SS als fanatische Elitetruppe auf realen militärischen Leistungen basierte oder bewusst durch Propaganda konstruiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet eine vergleichende Analyse zeitgenössischer Printmedien (Zeitungen) und gleicht die propagandistischen Darstellungen mit operationsgeschichtlichen Fakten und Verluststatistiken ab.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der medialen Strukturen des Dritten Reiches und eine chronologische Auswertung der Berichterstattung in drei ausgewählten Zeitungen von 1939 bis 1945.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Waffen-SS, NS-Propaganda, Kriegsberichterstattung, Elite-Narrativ und nationalsozialistische Ideologie charakterisieren.

Warum wurde die Waffen-SS in der Propaganda bevorzugt dargestellt?

Die Bevorzugung diente dazu, die politische Sonderrolle der SS zu legitimieren, Hitler als Diktator zu stützen und den durch personelle Engpässe notwendigen Zulauf an Freiwilligen zu fördern.

Gab es einen Unterschied zwischen der Berichterstattung im "Völkischen Beobachter" und dem "Schwarzen Korps"?

Ja, während der "Völkische Beobachter" die Waffen-SS als Teil der nationalsozialistischen Kriegsanstrengungen darstellte, diente das "Schwarze Korps" als spezifisches SS-Organ dazu, die Waffen-SS ideologisch als "politische Soldaten" und Elite innerhalb der Gesellschaft zu etablieren.

Ende der Leseprobe aus 151 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Waffen-SS im Spiegel der NS-Propaganda
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Fachbereich 16 Geschichtswissenschaft)
Veranstaltung
Mittlere und Neue Geschichte
Note
1,3
Autor
M. A. Jochen Lehnhardt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
151
Katalognummer
V293919
ISBN (eBook)
9783656915782
ISBN (Buch)
9783656915799
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zweiter Weltkrieg Waffen-SS Propaganda
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M. A. Jochen Lehnhardt (Autor:in), 2004, Die Waffen-SS im Spiegel der NS-Propaganda, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293919
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