Depression. Die Gesichter einer Volkskrankheit

Wer bringt uns dazu und wie kommen wir heraus?


Hausarbeit, 2015
10 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Begriff Volkskrankheit
2.1 Definition einer „Volkskrankheit“

3 Individualisierung des Lebens - Möglichkeit oder Gefahrenquelle?

3 Macht der Kapitalismus „depressiv“?

4 Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Bruce Darnell, Catherine Zeta-Jones, Robbie Williams und viele weitere bekannte und erfolgreiche Persönlichkeiten sind depressiv.

Die Zahl der Erkrankten steigt stetig an - egal aus welchem Berufsfeld. Treffen kann es alle.

Zurzeit gibt es etwa 121 Millionen Menschen, die weltweit an Depressionen leiden. Auch in Deutschland sind rund 3-4 Millionen Menschen davon betroffen. 5% der Betroffenen in Deutschland sind zwischen 18 und 65 Jahre alt.

Allerdings schätzt die WHO, dass nur jeder vierte Betroffene weltweit auch angemessen behandelt wird.1

Von 2000 bis 2013 stieg die Anzahl der Fehltage am Arbeitsplatz über 70% an. Dies führt ebenfalls zu einem wesentlichen Anstieg von Antidepressiva- und Psychopharmaka-Ver- schreibungen, um dem Leistungsdruck weiterhin standhalten zu können. Sie stieg in diesem Zeitraum von einem Drittel auf ganze sechs Prozent an, lässt sich bei der Rp-Online nachle- sen2. Die Depression gilt jetzt als eine der größten Volkskrankheiten mit steigender Tendenz. Mediziner vermuten, dass jeder fünfte einmal an einer Depression erkrankt - meistens mehr Frauen als Männer.

Doch die Frage ist, wie es zu diesem enormen und weiterhin wachsenden Anstieg von depres- siv Erkrankten kommen kann. Es wird ein stetiges Funktionieren erwartet. Es wird verlangt seine Arbeit zu leisten und trotz allem glücklich zu sein, so der Stern am 20. Januar 20153. Dazu kommen meist noch die eigenen Lebensbedingungen und das Ansehen solcher Krank- heiten.

Viele Menschen trauen sich nicht mit ihren Befürchtungen und Problemen offen umzugehen und gar einen Arzt aufzusuchen.

Für den französischen Soziologen Alain Ehrenberg liegen die Gründe einer Depression wie folgt: „ Die Depression ist die Krankheit einer Gesellschaft, deren Verhaltensnorm nicht mehr auf Schuld und Disziplin gründet, sondern auf Verantwortung und Initiative"4. Man müsse Entscheidungen treffen, so wie neue Verantwortungen für sich selbst und sein eigenes Leben. Das bedeutet, seinen Pflichten nachkommen zu müssen, ob man möchte oder nicht.

In den folgenden Kapiteln werde ich nun den Terminus „Volkskrankheit“, so wie mögliche Ursachen und Einwirkungen durch die Gesellschaft und den modernen Kapitalismus erklären. Zuletzt werde ich meine Ergebnisse zusammenfassen.

Alain Ehrenberg, La fatigue d'etre soi - Das erschöpfte Selbst“, 1998

2 Der Begriff Volkskrankheit

Heutzutage hört man immer wieder von dem Begriff einer Volkskrankheit. Doch was dahinter steckt und wie sie zu ihrem Namen kommt, soll im nächsten Kapitel aufgezeigt werden.

2.1 Definition einer „Volkskrankheit“

Der Terminus Volkskrankheit ist keine Bezeichnung, die aus der Medizin kommt. Es handelt sich eher um einen Begriff, der durch den häufigen Gebrauch in Gesellschaften zustande kommt.

Es gibt keine exakte Definition für eine Volkskrankheit. Allerdings lässt sich sagen, dass es sich dabei um eine Krankheit handelt, welche besonders häufig innerhalb des Landes vorkom- men. Man kann sie somit von eher selteneren Krankheiten differenzieren. Allerdings muss man zwischen einer Volks- und einer Zivilisationskrankheit unterscheiden. Bei einer Zivilisa- tionskrankheit wird sozusagen von einer Mitschuld gesprochen (z.B. Fettleibigkeit durch zu hohen Fastfood Konsum). Hier trägt der Lebensstil eine gewisse Bedeutung an der Entste- hung.

Beispiele für bekannte Volkskrankheiten in Deutschland sind Bluthochdruck oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Aber auch Burn-Out oder ADHS wurden schon als Volkskrankheiten bezeichnet. Sobald die Zahlen der Krankheitsfälle bei den Krankenkassen steigen, wird schnell von einer neuen, aufkommenden Volkskrankheit gesprochen. Allerdings muss man vorsichtig mit diesem Begriff sein, da oft auch von einer Art „Trend“ gesprochen wird. Zu schnell wird der Terminus verwendet. Vor allem bei psychischen Krankheiten wird oftmals von einer wachsenden Volkskrankheit gesprochen.

Ob und wenn ja, wieso die Depression eine Volkskrankheit geworden ist und worin die Gründe zu sehen sind, wird in den nächsten Kapiteln behandelt.

[...]


1 Bundesministerium für Bildung und Forschung, Stand: 26.01.2015

2 RP Online: „So depressiv ist Deutschland“, unter http://www.rp-online.de/leben/gesundheit/psychologie/de- pression-millionen-fehltage-in-deutschland-wegen-psyche-aid-1.4831487

3 Stern Online: „Die geheime Logik der Depression - Wie depressive Menschen denken“ http://www.stern.de/gesundheit/depressionen-die-geheime-logik-der-volkskrankheit-2167612.html

4 Alain Ehrenberg, La fatigue d'etre soi – Das erschöpfte Selbst“, 1998

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Depression. Die Gesichter einer Volkskrankheit
Untertitel
Wer bringt uns dazu und wie kommen wir heraus?
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Autor
Jahr
2015
Seiten
10
Katalognummer
V293928
ISBN (eBook)
9783656916123
ISBN (Buch)
9783656916130
Dateigröße
649 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
depression, exposé, kapitalismus
Arbeit zitieren
Natascha Glock (Autor), 2015, Depression. Die Gesichter einer Volkskrankheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293928

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