Schaut man sich um in unserem Land, so stellt man fest, dass schon seit einiger Zeit vieles in die falsche Richtung läuft. Entscheidungen in Politik und Gesellschaft werden nicht nach menschlichen, sondern nach rein ökonomischen Gesichtspunkten getroffen. Was zählt, sind Profit und Gewinnmaximierung, ethische Werte dagegen bleiben auf der Strecke.
Betroffen von dieser Entwicklung sind vor allem unsere Kinder. Viele von ihnen leben unterhalb der Armutsgrenze, soziale Vernachlässigung zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten, Suizid ist bei Kindern und Jugendlichen die zweithäufigste Todesursache. Auf der anderen Seite wächst die Kinderkriminalität und deutsche Kinder sind Spitzenreiter beim Drogen- und Alkoholkonsum. Auch Verhaltensauffälligkeiten nehmen immer mehr zu.
Wie konnte es soweit kommen und welche Faktoren in der gesellschaftlichen Entwicklung der letzten 20 bis 30 Jahre spielten dabei eine Rolle? Diesen und anderen Fragen geht die Autorin nach und versucht, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Dabei spielt vor allem eine Rolle, dass schon seit längerer Zeit viele Eltern in Erziehungsfragen unsicher sind, wie Umfragen bestätigen.
Im letzten Teil des Buches geht es darum, was sich ändern muss, damit Kinder in unserer Gesellschaft wieder gesund und glücklich aufwachsen und später ein erfülltes Leben in Eigenverantwortung führen können.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist los in der Gesellschaft?
1.1. Alltägliche Ärgernisse und Sorgen
1.2. Umgang miteinander
1.3. Umgang mit Kindern
1.4. Leben wir noch in einer Demokratie?
1.5. Umgang mit Tieren und mit der Natur
1.6. Kriminalität und Gewalt
2. Was ist los mit unseren Kindern?
2.1. Die Situation an deutschen Schulen
2.1.1. Null Bock auf Schule (oder: Chaos im Klassenraum)
2.1.2. Sind unsere Kinder dumm?
2.1.3. Mobbing im Klassenzimmer
2.1.4. Gewalt an Schulen (oder: Tatort Schule)
2.1.5. Amoklauf und Suizid
2.2. Was machen Kinder in ihrer Freizeit?
2.2.1. Kinder allein zuhause
2.2.2. Fernsehen, Video, Computerspiele
2.2.3. Musik hören
2.2.4. Harmlose Partys?
2.2.5. Kinderkriminalität
3. Suche nach den Ursachen
3.1. Fehlende Werte
3.2. Orientierungslosigkeit in der Erziehung
3.3. Was macht intelligente Kinder dumm?
3.4. Wodurch werden Kinder gewalttätig?
3.4.1. Wie Kinder heute aufwachsen
3.4.2. Nährboden für Gewalt
3.4.3. Welche Rolle spielt Erziehung?
3.4.4. Fazit
3.5. Warum wollen Kinder sterben?
4. Das Dilemma der institutionellen Erziehung
4.1. Kindergärten und Kindertagesstätten
4.2. U3-Gruppen
4.3. Schulen
5. Die Erziehungssituation in Deutschland
5.1. Was bedeutet Nichterziehung?
5.2. Eltern haben es nicht leicht
5.3. Liberale Eltern, bequeme Eltern?
5.4. Verwöhnende Eltern / materialistisch eingestellte Eltern
5.5. Überbehütende Eltern
5.6. Ehrgeizige Eltern
6. Blick ins Ausland
6.1. Kinderbetreuung und Schulsysteme im europäischen Vergleich
6.1.1. Schweden
6.1.2. Finnland
6.1.3. Frankreich
6.1.4. England
6.2. Was können wir lernen?
6.2.1. Vorschulischer Bereich
6.2.2. Schulischer Bereich
7. Was muss sich ändern?
7.1. Änderungen im Bereich schulischer und vorschulischer Erziehung
7.1.1. Verbesserungen im vorschulischen Bereich
7.1.2. Verbesserungen im schulischen Bereich
7.2. Änderungen auf politischer Ebene
7.3. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die wechselseitigen Einflüsse von Erziehung und gesellschaftlicher Entwicklung in Deutschland zu untersuchen und aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Missstände zur Verwahrlosung oder Verhaltensauffälligkeit bei Kindern beitragen können. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, warum Erziehungsprozesse in der heutigen Zeit zunehmend an Wirksamkeit verlieren und welche Rolle dabei Faktoren wie Medieneinflüsse, materielle Überversorgung oder fehlende Werteorientierung spielen.
- Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf die Erziehung.
- Die psychologischen und sozialen Folgen mangelnder Erziehung.
- Kritische Analyse der institutionellen Betreuungsformen.
- Der Einfluss von Medienkonsum (Fernsehen, Internet, Computerspiele) auf die kindliche Entwicklung.
- Lösungsansätze für ein gesünderes Erziehungsumfeld in Deutschland.
Auszug aus dem Buch
1. Was ist los in der Gesellschaft?
Verfolgt man die Entwicklung in unserem Land während der letzten zehn bis zwanzig Jahre, so kann man nicht umhin, festzustellen, dass einiges aus dem Ruder gelaufen ist. Seit Jahren haben wir hohe Arbeitslosenzahlen, und die Schere zwischen arm und reich wird immer größer. Arbeitnehmer mussten viele Jahre auf Lohnerhöhungen verzichten, während die Preise und die allgemeinen Lebenshaltungskosten rasant anstiegen, insbesondere nach der Euro-Einführung. Auch die Kosten im Gesundheitswesen explodierten; wer zum Arzt gehen und sich behandeln lassen will, muss oft genug tief in die Tasche greifen.
Viele Arbeitslose erlebten einen schmerzhaften sozialen Abstieg, weil sie schon nach einem Jahr Arbeitslosigkeit auf Sozialhilfe-Niveau landeten. Manager und Vorstandsvorsitzende dagegen genehmigten sich Gehaltserhöhungen oder Abfindungen in schwindelerregender Höhe. Auf der anderen Seite ist Sozialbetrug in größerem Ausmaß zu beobachten. Viele Menschen verbringen ihr Leben schon in der zweiten oder dritten Generation ohne Arbeit auf Kosten der Steuerzahler und ein großer Teil der Privathaushalte ist verschuldet.
Das soziale Klima in Deutschland hat sich immer mehr verschlechtert. Der Umgang miteinander ist oft geprägt von Kälte und Feindseligkeit, und Mobbing ist weit verbreitet. Kriminalität und Gewalt sind allgegenwärtig, Vandalismus ist an der Tagesordnung; überall trifft man auf eingeschlagene Scheiben und Ähnliches. Vieles geschieht am Rande der Legalität, Betrug ist alltäglich und die Verbraucher sind oft genug die Dummen. Die Politik scheint zu schwach zu sein, um ihre Bürger vor solchen Machenschaften zu schützen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist los in der Gesellschaft?: Dieses Kapitel beleuchtet die sich verschlechternden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, von sozialer Ungleichheit bis hin zu einem Klima von Kälte und Kriminalität.
2. Was ist los mit unseren Kindern?: Hier wird die aktuelle Problemlage an Schulen und in der Freizeit analysiert, insbesondere im Hinblick auf Gewalt, Drogenkonsum und den exzessiven Medienkonsum.
3. Suche nach den Ursachen: Dieser Teil analysiert die tieferliegenden Gründe für gesellschaftliche Missstände, wie den Verlust ethischer Werte und eine generelle Orientierungslosigkeit in der Erziehung.
4. Das Dilemma der institutionellen Erziehung: Die Arbeit kritisiert hier die Qualität der Betreuung in Kindergärten und Schulen sowie die Probleme bei der Implementierung von Ganztagskonzepten.
5. Die Erziehungssituation in Deutschland: Dieses Kapitel fasst die Herausforderungen für Eltern zusammen, die zwischen Überforderung, Liberalität und dem Mangel an Vorbildern navigieren müssen.
6. Blick ins Ausland: Durch einen europäischen Vergleich werden Erfolgsmodelle und andere Ansätze in der Erziehung und Bildung aufgezeigt.
7. Was muss sich ändern?: Das abschließende Kapitel formuliert konkrete Forderungen an die Politik, das Schulsystem und die Gesellschaft, um positive Veränderungen in der Erziehung zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Erziehung, Gesellschaft, Werteverfall, soziale Vernachlässigung, Kindheit, Gewalt, Medienkonsum, Bildungsdefizite, PISA-Studie, Prävention, emotionale Zuwendung, Sozialverhalten, Mobbing, Kinderschutz, gesellschaftlicher Wandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?
Das Buch untersucht die wechselseitige Abhängigkeit zwischen einer zunehmend kühleren gesellschaftlichen Entwicklung und der Erziehungssituation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Autorin behandelt primär die Bereiche Bildungspolitik, den Einfluss von Medien auf die kindliche Entwicklung, die Rolle der Eltern und die institutionellen Rahmenbedingungen in Kitas und Schulen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Ursachen für die zunehmenden Probleme wie Gewaltbereitschaft, Sprachdefizite und soziale Verwahrlosung bei Kindern zu identifizieren und Wege für eine werteorientierte Erziehung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert pädagogische Fachkenntnisse, aktuelle Studien (z.B. PISA, UNICEF) sowie Beobachtungen aus ihrer eigenen langjährigen Praxis als Diplom-Pädagogin.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der gesellschaftlichen Ist-Situation, die spezifischen Probleme von Kindern in Schule und Freizeit sowie die Suche nach Ursachen, wobei ein besonderer Fokus auf das Fehlverhalten von Eltern und Politik gelegt wird.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Werk?
Zu den prägenden Begriffen zählen Erziehung, Werteorientierung, soziale Verwahrlosung, Bildungsgerechtigkeit und der Schutz des Kindeswohls in einer konsumorientierten Gesellschaft.
Warum spielt die Erlebnispädagogik laut Autorin eine wichtige Rolle?
Die Autorin betont unter Bezugnahme auf Henning Köhler, dass authentische Naturerlebnisse einen notwendigen Ausgleich zur künstlichen, reizüberfluteten Welt bieten, um die psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern zu stärken.
Wie bewertet die Autorin das schwedische und finnische Schulmodell?
Sie hebt hervor, dass diese Länder in Bereichen wie personeller Ausstattung, individueller Förderung und einem verbindlichen Wertekonsens vorbildlich agieren, mahnt jedoch an, dass nicht alle Ansätze eins zu eins auf Deutschland übertragbar sind.
- Arbeit zitieren
- Diplom-Pädagogin Brigitte Halfkann (Autor:in), 2008, Erziehung und Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293944