In meiner Arbeit möchte ich zunächst auf die Trivialität der nonverbalen Kommunikation verweisen. Darauf wird eine Differenzierung von verschiedenen Aspekten und Bewusstseinsebenen der Körpersprache folgen und einige Hinweise, was bei ihrer Entschlüsselung zu beachtet ist. Anschließend werde ich auf die Probleme eingehen, die beim gezielten Erlernen von körpersprachlichen Symbolen auftreten können, um schließlich, am Beispiel des Vorstellungsgespräches, zu veranschaulichen, was für Tipps und Tricks geboten werden, um die positive Wirkung der eigenen Körpersprache auf andere zu verbessern.
Inhalt:
• Bewusste und unbewusste Körpersprache
• Körpersprache lesen
• Körpersprache gezielt erlernen
• Körpersprache für das Privatleben erlernen
• Körpersprache für den Beruf erlernen
• Das Paradebeispiel Vorstellungsgespräch
• Schlussbetrachtung
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bewusste und unbewusste Körpersprache
3. Körpersprache lesen
4. Körpersprache gezielt erlernen
4.1. Körpersprache für das Privatleben erlernen
4.2. Körpersprache für den Beruf erlernen
4.2.1. Das Paradebeispiel Vorstellungsgespräch
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des gezielten Erlernens von Körpersprache, insbesondere im Hinblick auf den bewussten Einsatz nonverbaler Signale zur Selbstoptimierung und in professionellen Kontexten wie dem Vorstellungsgespräch.
- Differenzierung zwischen bewusster und unbewusster nonverbaler Kommunikation.
- Kritische Analyse der wissenschaftlichen Fundierung von populärwissenschaftlichen Ratgebern zur Körpersprache.
- Die Rolle der Körpersprache als Erfolgsfaktor im beruflichen Umfeld und bei Bewerbungsprozessen.
- Die Bedeutung von kulturellen Unterschieden bei der Interpretation und dem Einsatz körpersprachlicher Signale.
- Grenzen der Manipulierbarkeit des eigenen Körpers gegenüber dem reflexartigen Ausdruck von Emotionen.
Auszug aus dem Buch
4.2.1. Das Paradebeispiel Vorstellungsgespräch
Zum Thema Verhaltenstraining im Bezug auf Vorstellungsgespräche gibt es eine Unmenge an Literatur. Die Tipps und Tricks zum selbstbewussten Auftreten erstrecken sich von Autogenem Training bis hin zu „Step-by-Step“ Anweisungen für den Ernstfall. Immer aber wird darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, beim Vorstellungsgespräch seine Körpersprache gezielt einzusetzen. Im Folgenden werde ich einige Verhaltensregeln und Anweisungen zur Verbesserung der eigenen Körpersprache zusammengefasst wiedergeben. Wieweit sie sich in der Realität umsetzen lassen wird unter anderem von der Nervosität des Bewerbers abhängig sein. Ganz entscheidend ist immer der erste Eindruck. „Der erste Eindruck, den wir von einem Fremden gewinnen, ist meistens schon komplett, bevor er das erste Wort gesagt hat“ (Püttjer, Schnierda 2001: 29).
Es wird behauptet, dass bereits in den ersten 5-30 Sekunden eines Gesprächs die Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung einer Person fällt (Gerstein/Schubert 1998: 109). Denn wenn in den ersten Sekunden einige positive Eigenschaften an einem Menschen entdeckt wurden, so neigt man dazu, ihm oder ihr noch andere positive Eigenschaften zuzuschreiben und die negativen auszublenden. Diese Reaktion wird „Halo-Effekt“ genannt (Lauster 1985: 92). Begonnen wird der erste Eindruck meist mit dem Händedruck. Dieser sollte weder in ein Kräfte messen ausarten, noch sollte der Gegenüber das Gefühl kriegen, einen toten Fisch in die Hand gelegt zu bekommen. Ideal ist der Händedruck durchschnittlicher Stärke, begleitet von einem freundlichen Lächeln und intensivem Blickkontakt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zur Thematik der nonverbalen Kommunikation und Zielsetzung der Arbeit, die Probleme beim gezielten Training von Körpersprache aufzuzeigen.
2. Bewusste und unbewusste Körpersprache: Abgrenzung zwischen angeborenen, physiologischen Reaktionen und kulturell geprägtem, bewusstem oder unbewusstem Verhalten.
3. Körpersprache lesen: Diskussion über die Validität von populärwissenschaftlichen Deutungsmustern im Vergleich zu einer wissenschaftlich fundierten, ganzheitlichen Betrachtung.
4. Körpersprache gezielt erlernen: Analyse der Möglichkeiten, eigene Signale zu trainieren, und der damit verbundenen Herausforderungen hinsichtlich Authentizität und biologischer Grenzen.
4.1. Körpersprache für das Privatleben erlernen: Untersuchung der Bedeutung nonverbaler Codes in sozialen Gruppen und der Notwendigkeit kultureller Anpassung bei zwischenmenschlichen Interaktionen.
4.2. Körpersprache für den Beruf erlernen: Betrachtung des beruflichen Umfelds, in dem Körpersprache als Imagefaktor und Wettbewerbsvorteil fungiert.
4.2.1. Das Paradebeispiel Vorstellungsgespräch: Detaillierte Darstellung spezifischer Verhaltensregeln für Bewerbungssituationen, wie Händedruck, Augenkontakt und Körperhaltung.
5. Schlussbetrachtung: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse mit dem Fazit, dass trotz Trainierbarkeit ein unbewusster, reflexartiger Teil der Körpersprache als ehrlicher Ausdruck bestehen bleibt.
Schlüsselwörter
Körpersprache, Nonverbale Kommunikation, Verhaltenstraining, Selbstdarstellung, Vorstellungsgespräch, Halo-Effekt, Mimik, Gestik, Interkulturelle Kommunikation, Authentizität, Coaching, Signale, Kommunikation, Bewusstsein, Selbstvertrauen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem bewussten Erlernen und Trainieren der Körpersprache und analysiert, inwiefern dies möglich und sinnvoll ist, ohne die eigene Authentizität zu verlieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Differenzierung zwischen bewussten und unbewussten Signalen, den Nutzen von Körpersprache in privaten und beruflichen Kontexten sowie die Kritik an populärwissenschaftlichen Deutungshilfen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Körpersprache gezielt eingesetzt werden kann, um die eigene Wirkung zu verbessern, und dabei gleichzeitig vor den Grenzen einer zu starken Manipulation zu warnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die verschiedene wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Quellen zur Körpersprache gegenüberstellt und kritisch hinterfragt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der nonverbalen Kommunikation, die Problematik der Deutbarkeit von Signalen sowie das spezifische Training für soziale und berufliche Situationen, insbesondere für Vorstellungsgespräche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Körpersprache, nonverbale Kommunikation, Verhaltenstraining, Authentizität und Bewerbungssituationen beschreiben.
Warum ist laut der Arbeit Vorsicht bei "Gebrauchsanweisungen" für Körpersprache geboten?
Der Autor warnt, dass Körpersprache kulturabhängig und hochkomplex ist; eine isolierte Betrachtung einzelner Signale führt oft zu falschen Schlüssen und Missverständnissen.
Welche Rolle spielt die Nervosität im Vorstellungsgespräch?
Nervosität kann dazu führen, dass geübte Verhaltensmuster nicht authentisch wirken oder unbewusste biologische Signale wie Zittern oder Schweißausbrüche die beabsichtigte, selbstsichere Wirkung zunichtemachen.
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- Lotte von Lignau (Author), 2003, Verhaltenstraining: Körpersprache als erlernbarer Code, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29400