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Heirat und Bestattung im Judentum. Religionsanthropologische Untersuchung nach Arnold van Gennep und Victor Turner

Titel: Heirat und Bestattung im Judentum. Religionsanthropologische Untersuchung nach Arnold van Gennep und Victor Turner

Seminararbeit , 2013 , 19 Seiten , Note: 5 (Schweizer Notengebung)

Autor:in: Susanne Ilg (Autor:in)

Soziologie - Religion
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Rituale begleiten die Menschen durch ihr gesamtes Leben.
In ihnen spiegeln sich die Wertevorstellungen einer Gesellschaft wieder. Riten haben abhängig von ihrer Verwendungsweise verschiedene Funktionen. Ritualwissenschaftler, wie zum Beispiel Stanley Tambiah, haben differenzierte Komponenten und Funktionen als Merkmale für Rituale definiert: Das symbolische Handeln, Wiederholung, Tradition, Selbstpräsentation, Ausseralltäglichkeit, Sichtbarkeit von Wertevorstellungen, Motivation und Wirkung.
Luckmann vertritt die These, dass Rituale die Handlungsform von Symbolen sind. Sie verweisen somit auf etwas, das nicht anwesend ist und sie verbindet. Rituale stellen bewährte Handlungsmuster zur Verfügung und signalisieren somit Normalität. Weiter bewahrt die Teilnahme an Ritualen vor sozialen Sanktionen und Isolation.
Zum Beispiel bei einer verweigerten Initiation oder einer abgelehnten Hochzeitseinladung.

Desweiteren helfen Rituale über Unsicherheiten hinweg und bieten Schutz. Es ist nicht bekannt, was den Menschen nach dem Tod erwartet. Viele Totenriten sollen den Toten helfen ihren Weg ins Jenseits zu finden und stellen sicher, dass die Hinterbliebenen vor allfälligen Rachehandlungen des Verstorbenen geschützt sind. Rituale sind auch eng mit der Tradition verbunden und bestätigen sie somit als bestehende Richtlinie.

Einige Riten begleiten uns von einem Lebensabschnitt in den anderen. Diese Rituale bezeichnet Arnold van Gennep als Übergangsrituale. Mit ihnen treten wir von einem Status in den Nächsten. Nach van Gennep lösen wir uns zuerst mit Trennungsriten vom alten Status ab, dann folgen die Übergangriten und am Schluss die Angliederungsriten, die uns helfen an den neuen Status anzuknüpfen.
Victor Turner entwickelt die Theorie von van Gennep weiter und legt seinen Schwerpunkt auf die Übergangsphase.

Im Folgenden wird die jüdische Hochzeit und Beerdigung hinsichtlich der Theorien von Arnold van Gennep und Victor Turner analysiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Übergangsriten nach Arnold van Gennep

1.1. Heirat und Verlobung

1.2. Bestattung

2. Schwellenzustand nach Victor Turner

2.1. Communitas

2.2. Eigenschaften der Schwellenwesen

2.3. Gefahr und Macht der Schwachen

2.4. Millenarische Bewegungen

3. Jüdisches Brauchtum

3.1. Die jüdische Hochzeit

3.2. Die Bestattung

4. Auswertung

5. Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht jüdische Hochzeits- und Bestattungsrituale aus einer religionsanthropologischen Perspektive. Ziel der Untersuchung ist es, diese Riten mittels der theoretischen Konzepte von Arnold van Gennep (Übergangsriten) sowie Victor Turner (Schwellenzustand und Communitas) zu analysieren und deren Struktur und soziale Bedeutung innerhalb der jüdischen Gemeinschaft zu beleuchten.

  • Theoretische Grundlagen zu Übergangsriten nach Arnold van Gennep.
  • Analyse des Schwellenzustands und der "Communitas" bei Victor Turner.
  • Detaillierte Untersuchung des jüdischen Brauchtums bei Heirat und Bestattung.
  • Vergleichende Auswertung der Riten im Hinblick auf die theoretischen Modelle.

Auszug aus dem Buch

1. Übergangsriten nach Arnold van Gennep

Übergangsriten sind nach Arnold van Gennep Riten, die den Übergang von einem sozialen Zustand in einen anderen begleiten. Als Beispiel nennt er die Heirat oder die Taufe. Innerhalb dieser Ritengruppe lassen sich drei Unterkategorien feststellen: Trennungsriten, Schwellen- bzw. Umwandlungsriten und Angliederungsriten. Alle Übergangsriten durchlaufen also nach van Gennep diese drei Phasen. Die Trennungsriten stehen für die Ablösung von dem alten Status. Die Schwellen- bzw. Umwandlungsphase ist ein Zwischenstadium, wobei die Schwellenriten sich auf einen Raumwechsel beziehen und die Umwandlungsriten auf einen Zustandswechsel. Die Angliederungsriten führen zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft beziehungsweise zum Erlangen des neuen Status. Diese Phasen sind nicht in jeder Gesellschaft gleich ausgebildet und nicht in jeder Zeremonie gleich gewichtet. Für Van Gennep ist jedoch klar, dass zum Beispiel in einer Hochzeit nicht ausschliesslich Übergangsriten vorhanden sind. In einer Hochzeitszeremonie sind oft Fruchtbarkeitsriten enthalten und in Geburtszeremonien Schutz- und Divinationsriten. Alle diese Riten treten in Verbindung mit Übergangsriten auf und sind häufig so eng mit ihnen verflochten, dass die Unterscheidung zwischen Trennungs- und Schutzritus schwierig sein kann.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Ritualen als Spiegel gesellschaftlicher Werte und Vorstellung der theoretischen Grundlagen von van Gennep und Turner.

1. Übergangsriten nach Arnold van Gennep: Erläuterung der Trias aus Trennungs-, Schwellen- und Angliederungsriten sowie deren Anwendung auf Heirat und Tod.

2. Schwellenzustand nach Victor Turner: Vertiefung der Theorie Turners, insbesondere zur Bedeutung der "Communitas" und den Charakteristika von Schwellenwesen.

3. Jüdisches Brauchtum: Praktische Beschreibung und Analyse der spezifischen Rituale bei jüdischen Hochzeiten und Bestattungen.

4. Auswertung: Synthese der theoretischen Ansätze mit den empirischen Beobachtungen des jüdischen Brauchtums zur Überprüfung der Anwendbarkeit.

5. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Ritualwissenschaft, Übergangsriten, Schwellenzustand, Arnold van Gennep, Victor Turner, Judentum, Heirat, Bestattung, Communitas, Brauchtum, Religion, Sozialanthropologie, Trennungsriten, Trauer, Religionsphänomenologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der religionsanthropologischen Untersuchung von jüdischen Hochzeits- und Bestattungsritualen unter Anwendung kulturwissenschaftlicher Theorien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Analyse von Übergangsphasen im Lebenszyklus sowie die Untersuchung von sozialen Strukturen, die sich während ritueller Prozesse bilden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse, inwiefern sich die Theorien von Arnold van Gennep und Victor Turner auf die spezifischen jüdischen Traditionen der Eheschließung und des Abschieds vom Verstorbenen anwenden lassen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte, theoretisch-analytische Untersuchung, die auf den religionswissenschaftlichen Definitionen von van Gennep und Turner basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der genannten Autoren sowie die detaillierte Beschreibung der rituellen Abläufe der jüdischen Hochzeit und der Bestattung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Übergangsriten, Schwellenzustand, Communitas, jüdische Riten und rituelle Transformation.

Warum spielt das Kaddisch-Gebet bei Bestattungen eine besondere Rolle?

Es dient nicht als Gebet für den Seelenfrieden im direkten Sinne, sondern als öffentliche Heiligung Gottes und als Zeugnis, das die Kinder für die Verstorbenen ablegen.

Wie unterscheidet sich die Anwendbarkeit der Theorien bei Hochzeit und Bestattung?

Während die Theorie der Übergangsriten nach van Gennep in beiden Fällen gut greifbar ist, lässt sich die Theorie des Schwellenzustands nach Turner besonders in der Hochzeitsphase schwieriger als in der Trauerphase eindeutig nachweisen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Heirat und Bestattung im Judentum. Religionsanthropologische Untersuchung nach Arnold van Gennep und Victor Turner
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)
Note
5 (Schweizer Notengebung)
Autor
Susanne Ilg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
19
Katalognummer
V294019
ISBN (eBook)
9783656918097
ISBN (Buch)
9783656918103
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schwellenritual Schwellenriten Arnold van Gennep Victor Turner Judentum Heirat Bestattung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susanne Ilg (Autor:in), 2013, Heirat und Bestattung im Judentum. Religionsanthropologische Untersuchung nach Arnold van Gennep und Victor Turner, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294019
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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