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Magie. Vergleichende Betrachtung der Theorien von James George Frazer, Bronislaw Malinowski und Edward Evan Evans-Pritchard

Titel: Magie. Vergleichende Betrachtung der Theorien von James George Frazer, Bronislaw Malinowski und Edward Evan  Evans-Pritchard

Seminararbeit , 2013 , 27 Seiten , Note: 5 (Schweizer Notengebung)

Autor:in: Susanne Ilg (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Magie ist eine Sammelbezeichnung für Praktiken, mit denen ein Mensch seinen Willen auf andere Personen, Objekte oder Ereignisse übertragen möchte.
Oft wird dies durch bestimmte Handlungen, Beschwörungen oder Riten erreicht. Dabei geht man von einer kausalen Verknüpfung zwischen der Handlung und dem gewünschten Effekt aus. Ihr Anwendungsgebiet ist sehr vielfältig, so kann sie eingesetzt werden um Schaden abzuwehren, ein Ereignis herbeizuführen oder zu helfen.
Im Falle von negativer Magie, oft Hexerei genannt, wird dem Betroffenen durch Magie Schaden zugefügt.
Der wissenschaftliche Rationalismus bildet den Hintergrund für das Verständnis vieler anthropologischer Theorien.
Magie wurde oft als das Gegenteil von Rationalität und als Produkt des Primitiven und Zurückgebliebenen verstanden.

In der Sozialwissenschaft herrscht eine stetige Kontroverse über die Rationalität von Magie. Betrachtet man den Diskurs der letzten Jahrzehnte, so ist die Problematik der Rationalität noch immer nicht gelöst.
Es gibt keine tragfähige, allgemein anerkannte Definition von Magie. Weiter besteht die Tendenz sich davon zu verabschieden, dass der Magiebegriff einen einheitlichen, transkulturellen Bereich beschreiben kann.

Im ersten Kapitel soll eine kurze Übersicht über diese Debatte und ihre Entwicklung geboten werden. Im Verlauf der Arbeit wird der Schwerpunkt auf den Theorien von James George Frazer, Bronislaw Malinowski und Edward Evans Evans-Pritchard liegen. Diese werden vergleichend betrachtet, um aufzuzeigen, wie sie an das Phänomen der Magie herangetreten sind, wo ihre Differenzen und Gemeinsamkeiten liegen und wo sie einander aufgreifen und weiterentwickeln.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Kontroverse über die Rationalität von Magie

2. Betrachtungen der Magie von James George Frazer

2.1. Grundlagen der Magie

2.2. Die homöopathische oder imitative Magie

2.3. Übertragungsmagie

2.4. Die Rolle der Magier in der gesellschaftlichen Entwicklung

2.5. Magie, Religion, Wissenschaft

2.6. Ein Schlusswort zu James George Frazer

3. Beschreibung der Magie auf den Trobriand Inseln von Bronislaw Malinowski

3.1. Ursprung der Magie

3.2. Eigenschaften der Magie

3.3. Magie und Arbeit

3.4. Macht der Magie

3.5. Ein Schlusswort zu Bronislaw Malinowski

4. Die Zande und die Hexerei von Edward Evan Evans-Pritchard

4.1. Hexerei

4.2. Hexerei und Unglück

4.3. Medizinmänner und Orakel

4.4. Ein Schlusswort zu Edward Evans-Pritchard

5. Vergleichende Betrachtung der Theorien

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das komplexe Phänomen der Magie im Kontext der britischen Sozialanthropologie vergleichend zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie die theoretischen Ansätze von James George Frazer, Bronislaw Malinowski und Edward Evan Evans-Pritchard das Wesen magischer Praktiken definieren, welche methodischen Paradigmen sie anwenden und inwiefern sie sich in ihrer Bewertung der Rationalität von Magie voneinander unterscheiden.

  • Die evolutionistische Theorie von James George Frazer und seine Definition von Magie, Religion und Wissenschaft.
  • Die funktionalistische Perspektive von Bronislaw Malinowski und die soziale Bedeutung von Magie auf den Trobriand Inseln.
  • Die Analyse der Hexerei und Orakelpraktiken bei den Zande durch Edward Evan Evans-Pritchard.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Rationalität im Kontext fremder Denksysteme.
  • Der Vergleich methodischer Ansätze in der Sozialanthropologie vom späten 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Auszug aus dem Buch

4.1. Hexerei

Die Zande unterscheiden sehr stark zwischen Hexerei und Zauberei. Der Hexer arbeitet nicht mit Riten, Zaubersprüchen oder einer Medizin. Die Hexerkraft ist für sie eine Substanz in den Körpern der Hexer. Sie wird als gelblich und schwarz beschrieben und soll im Dünndarm liegen. Dieser Glaube war bei vielen Völkern in Zentral- und Westafrika verbreitet. Die Hexerkraft ist nicht nur ein körperliches Merkmal, sondern kann auch unilinear vererbt werden. Zum Beispiel sind die Söhne eines Hexers auch Hexer, seine Töchter hingegen nicht und umgekehrt. Konsequenterweise wären, da alle Männer der Zande biologisch verwandt sind, alle Männer der Zande Hexer. Dies wird von ihnen jedoch verneint. Wenn beispielsweise ein Mord mittels Hexerei geschieht, gelten nur die nahen paternalen Verwandten des Hexers auch als Hexer. Im Übrigen ist es weit verbreitet, dass man Hexerkraft in sich trägt, diese aber unter Umständen niemals anwendet. Die Hexerei ist ein Alltagsphänomen bei den Zande und so wird sie auch behandelt. Schutz vor Hexerei bieten in gewisser Weise die Orakel. Bei ihnen kann man nachfragen, ob man im Moment von jemandem behext wird. Wenn das Orakel dies verneint, weiss man jedoch nicht ob der Mann wirklich kein Hexer ist, oder ob er sich im Moment seiner Hexerkraft nicht bedient. Es spielt für die Zande auch keine Rolle. Die Zande sind an Hexerei nur als Kraft interessiert, die man wirken kann, um seine eigenen Interessen zu verwirklichen. Wenn jemand krank ist, fragt er sich ob einer seiner Nachbarn ihm grollt und befragt dazu das Orakel. Sie sind vor allem an den Auswirkungen von Hexerei in bestimmten Situationen interessiert (Vergl. Ebd. 39-43).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Kontroverse über die Rationalität von Magie: Das Kapitel diskutiert das Spannungsfeld zwischen magischen Vorstellungen und wissenschaftlichem Rationalismus, wobei verschiedene anthropologische Ansätze zur Einordnung der Magie beleuchtet werden.

2. Betrachtungen der Magie von James George Frazer: Hier werden Frazers evolutionistische Theorien zur Magie, unterteilt in homöopathische und Übertragungsmagie, sowie seine Sicht auf die gesellschaftliche Rolle der Magier dargestellt.

3. Beschreibung der Magie auf den Trobriand Inseln von Bronislaw Malinowski: Dieses Kapitel analysiert Malinowskis funktionalistischen Ansatz, der Magie als pragmatisches Mittel zur Bewältigung von Unsicherheit und zur Stärkung der sozialen Ordnung begreift.

4. Die Zande und die Hexerei von Edward Evan Evans-Pritchard: Der Autor untersucht das System der Hexerei bei den Zande, das als logische Erklärung für Unglücksfälle dient und eng mit Moralvorstellungen sowie Orakelpraktiken verknüpft ist.

5. Vergleichende Betrachtung der Theorien: In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Ansätze von Frazer, Malinowski und Evans-Pritchard gegenübergestellt und deren jeweilige Beiträge zum Verständnis der Magie synthetisiert.

6. Fazit: Das Fazit resümiert die Schwierigkeit eines direkten Vergleichs der Theorien aufgrund der unterschiedlichen zeitlichen und methodischen Kontexte und unterstreicht die bleibende Relevanz der Magiedebatte in der Sozialwissenschaft.

Schlüsselwörter

Magie, Sozialanthropologie, Evolutionismus, Funktionalismus, James George Frazer, Bronislaw Malinowski, Edward Evan Evans-Pritchard, Rationalität, Hexerei, Trobriand Inseln, Zande, Orakel, Symbolismus, Kausalität, Ethnographie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Magie innerhalb der britischen Sozialanthropologie und analysiert, wie bedeutende Forscher das Phänomen interpretierten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Magie zu Religion und Wissenschaft, der Begriff der Rationalität in Bezug auf fremde Denksysteme sowie die soziale Funktion von Hexerei und Riten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein systematischer Vergleich der Theorien von Frazer, Malinowski und Evans-Pritchard, um deren Differenzen, Gemeinsamkeiten und methodische Weiterentwicklungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine vergleichende Literaturanalyse, um die theoretischen Paradigmen der drei genannten Klassiker der Sozialanthropologie zu untersuchen und gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich in separaten Kapiteln den spezifischen Ansätzen von Frazer (Evolutionismus), Malinowski (Funktionalismus/Feldforschung) und Evans-Pritchard (logische Systematik bei den Zande).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Magie, Sozialanthropologie, Evolutionismus, Funktionalismus, Rationalität, Hexerei und Kausalität.

Wie unterscheidet Frazer zwischen verschiedenen Arten der Magie?

Frazer unterteilt die Magie in sympathetische Magie, welche sich in das Gesetz der Ähnlichkeit (homöopathische Magie) und das Gesetz der Berührung (Übertragungsmagie) gliedert.

Warum ist das Verständnis von Hexerei bei den Zande so zentral?

Für die Zande bietet der Hexereiglaube eine in sich schlüssige Logik, um Missgeschicke und Unglück im Alltag zu erklären, was gleichzeitig das bestehende Moralsystem stützt.

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Details

Titel
Magie. Vergleichende Betrachtung der Theorien von James George Frazer, Bronislaw Malinowski und Edward Evan Evans-Pritchard
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)
Veranstaltung
Klassiker der britischen Sozialanthropologie
Note
5 (Schweizer Notengebung)
Autor
Susanne Ilg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
27
Katalognummer
V294021
ISBN (eBook)
9783656916376
ISBN (Buch)
9783656916383
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Magie Frazer Malinowski Evans-Pritchard
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susanne Ilg (Autor:in), 2013, Magie. Vergleichende Betrachtung der Theorien von James George Frazer, Bronislaw Malinowski und Edward Evan Evans-Pritchard, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294021
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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