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Grenzen der staatlichen Verschuldung in Niedrigeinkommensländern am Beispiel der Heavily Indebted Poor Countries

Entwicklungen, Rolle des IWFs und Reformoptionen

Title: Grenzen der staatlichen Verschuldung in Niedrigeinkommensländern am Beispiel der Heavily Indebted Poor Countries

Bachelor Thesis , 2014 , 58 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lena Sawilla (Author)

Economics - Macro-economics, general
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Summary Excerpt Details

Für viel Kritik sorgt die Definition der tragfähigen Verschuldung in IWFs Mechanismen zur Lösung und Prävention der Schuldenkrise, die wachsende Rolle von inländischen Kreditmitteln kaum beachtet oder indikative Schwellenwerte teilweise zu hoch oder auch willkürlich festlegt. Eine der Hauptziele des Rahmenwerks für Schuldenbegrenzung ist, eine tragfähige Verschuldung zu gewährleisten, beachtet aber in seinen Konzessionalitätsanforderungen die gesamte Höhe der staatlichen Verschuldung nicht und richtet den Fokus stattdessen auf deren Zusammensetzung.
Ziel dieser Arbeit ist nicht, Kritik an IWFs aktueller Rolle in Niedrigeinkommensländern auszuüben, sondern dessen Instrumente für Krisenlösung und -Prävention genauer unter die Lupe zu nehmen und Lösungsvorschläge zu präsentieren, die teilweise als Ausgleich zu Schwachpunkten der IWF Instrumente dienen sollen. Intention dieser Arbeit ist mit Hilfe von Daumregeln Grenzbereiche für Niedrigeinkommensländer zu ermitteln, von der ab die tragfähige Höhe der staatlichen Verschuldung erreicht oder überschritten ist, die sich aber kaum quantifizieren lassen.

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Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. Definitionen und begriffliche Abgrenzungen

1.2. Problemstellung und Zielsetzung

1.3. Gang der Arbeit

2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER STAATLICHEN VERSCHULDUNG

2.1. Zusammensetzung der staatlichen Verschuldung

2.2. Indikatoren zur Messung der staatlichen Verschuldung

2.3. Leistungsbilanzdefizit und Auswirkungen der Auslandsverschuldung

2.4. Theoretische Ansätze

2.4.1. Staatliche Verschuldung aus keynesianischer Sicht

2.4.2. Neoklassische Theorie der staatlichen Verschuldung

2.4.3. Barro-Ricardo-Äquivalenz

3. ÖKONOMISCHE GRENZEN DER STAATLICHEN VERSCHULDUNG

3.1. Intrumentelle Grenzen aus Stabilisierungsfunktion

3.2. Relative Grenzen aus Lastverteilungsfunktion

4. GRENZEN DER AUSLANDSVERSCHULDUNG

4.1. Tragfähige Auslandsverschuldung

4.1.1. Solvenz-und Liquiditätsaspekt

4.1.2. Schuldendienstfähigkeit und finanzwirtschaftliche Grenze

4.2. Debt Overhang

4.3. Grenzen der Kreditfähigkeit

5. WIRKSAME BEGRENZUNGSKONZEPTE

5.1. Anforderungen an Begrenzungskonzepte

5.2. Begrenzungskriterien der staatlichen Verschuldung

6. BESTANDSAUFNAHME DER STAATLICHEN VERSCHULDUNGSSITUATION IN NIEDRIGEINKOMMENSLÄNDERN

6.1. Ursachen und Lösungsansätze der Schuldenkrise seit 1980er Jahre in Entwicklungsländern

6.2. Aktuelle Verschuldungssituation der Niedrigeinkommensländer

7. IWFS MECHANISMEN ZUR LÖSUNG UND PRÄVENTION DER SCHULDENKRISE IN NIEDRIGEINKOMMENSLÄNDERN

7.1. HIPC-Initiative

7.2. Rahmenwerk für Schuldentragfähigkeit

7.3. Rahmenwerk für Schuldenbegrenzung

7.4. Schwächen von IWFs Mechanismen

7.4.1. HIPC-Initiative

7.4.2. Rahmenwerk für Schuldentragfähigkeit

7.4.3. Rahmenwerk für Schuldenbegrenzung

7. 5. Konzepte zur Verbesserung von IWFs Mechanismen

7.5.1. Bottom-Up-Konzept

7.5.2. Bottos-Konzept

7.5.3. IWFs neue Reformvorschläge für Schuldenbegrenzung

8. FAZIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Grenzen der staatlichen Verschuldung in Niedrigeinkommensländern, analysiert die Rolle des IWF bei der Lösung und Prävention von Schuldenkrisen durch Mechanismen wie die HIPC-Initiative und das Debt Sustainability Framework (DSF) und erarbeitet Reformoptionen zur nachhaltigen Schuldentragfähigkeit unter Berücksichtigung sozialer Faktoren.

  • Analyse theoretischer Ansätze zur staatlichen Verschuldung (Keynesianismus, Neoklassik, Barro-Ricardo-Äquivalenz).
  • Untersuchung ökonomischer und finanzwirtschaftlicher Grenzkonzepte der Verschuldung.
  • Kritische Bestandsaufnahme der aktuellen Verschuldungssituation in Niedrigeinkommensländern.
  • Evaluierung der Wirksamkeit und Schwachstellen der aktuellen IWF-Mechanismen zur Schuldenbegrenzung.
  • Entwicklung und Diskussion alternativer Ansätze, insbesondere unter Berücksichtigung von Millennium Development Goals (MDGs).

Auszug aus dem Buch

2.1. Zusammensetzung der staatlichen Verschuldung

IWF klassifiziert Verschuldung nach staatlichen, staatlich garantierten und privaten Schuldenverpflichtungen (siehe. Bangura et al. 2000, 11f). Staatliche Verschuldung lässt sich weiter zwischen Auslands- und Inlandsverschuldung (wird in der Literatur meist als explizite und implizite Schulden bezeichnet) unterscheiden (siehe Beck und Prinz 2013, 9, Hellner 1996, 21, Sachverständigenrat 2007, 2). Staatliche Auslandsverschuldung stellt die gesamten Schuldverpflichtungen eines Staates gegenüber ausländischen staatlichen Gläubigern dar (Reinhart und Rogoff 2009, 55). „Die Gläubiger bestimmen oft sämtliche Bedingungen des Schuldenvertrages, der normalerweise der Gerichtsbarkeit der ausländischen Gläubiger oder internationalen Gesetzen unterliegt“ (Reinhart und Rogoff 2009, 55). Staatliche Inlandsverschuldung sind hingegen „alle Schuldenverpflichtungen einer Regierung, die unter nationaler Rechtsprechung des Schuldnerlandes eingegangen wurden und ihr unterliegen, unabhängig von der Nationalität des Gläubigers“ (Reinhart und Rogoff 2009, 56). Salopp ausgedrückt sind staatliche Inlandsschulden „Gelder, die das Land sich selber schuldet“ (Reinhart und Rogoff 2009, 121). Aus der Zusammensetzung der staatlichen Auslands- und Inlandsverschuldung ergibt sich die staatliche Gesamtverschuldung (siehe Reinhart und Rogoff 2009, 55).

Ein plausibles Urteil über die Grenzen der staatlichen Verschuldung ist erst dann möglich, wenn man sowohl Inlands- als auch Auslandsverschuldung in Betrachtung zieht. In der Literatur herrschen einige Vorbehalte gegenüber staatlicher Inlandsverschuldung, die teilweise unberechtigt sind (siehe Reinhart und Rogoff, 2009) Staatliche Inlandsverschuldung wird häufig als unwichtig abgetan, weil davon ausgegangen wird, dass es für staatliche Inlandsverschuldung keine Grenze gibt, weil man diese sich selber schuldet, sodass dadurch niemand reicher oder ärmer wird (Wittmann 2010, 70, siehe Reinhart und Rogoff 2009, 61). Staatliche Inlandsverschuldung gilt als weniger problematisch, u.a. auch deswegen, weil die Rückzahlung von inländischen Mitteln als deutlich einfacher angesehen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Definiert die zentralen Begriffe, erläutert die Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit sowie den methodischen Gang der Untersuchung.

2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER STAATLICHEN VERSCHULDUNG: Erläutert die Zusammensetzung der Verschuldung sowie die theoretischen Ansätze der Keynesianer, Neoklassiker und die Barro-Ricardo-Äquivalenz.

3. ÖKONOMISCHE GRENZEN DER STAATLICHEN VERSCHULDUNG: Analysiert instrumentelle Grenzen der Stabilisierungsfunktion und relative Grenzen der Lastverteilungsfunktion.

4. GRENZEN DER AUSLANDSVERSCHULDUNG: Untersucht Kriterien der tragfähigen Auslandsverschuldung, das Konzept des Debt Overhang und die Grenzen der Kreditfähigkeit.

5. WIRKSAME BEGRENZUNGSKONZEPTE: Definiert Anforderungen an wirksame Begrenzungskonzepte und bewertet diese anhand ökonomischer Kriterien.

6. BESTANDSAUFNAHME DER STAATLICHEN VERSCHULDUNGSSITUATION IN NIEDRIGEINKOMMENSLÄNDERN: Bietet einen Überblick über die Ursachen der Schuldenkrise seit den 1980er Jahren und die aktuelle Verschuldungslage.

7. IWFS MECHANISMEN ZUR LÖSUNG UND PRÄVENTION DER SCHULDENKRISE IN NIEDRIGEINKOMMENSLÄNDERN: Analysiert die HIPC-Initiative, das Rahmenwerk für Schuldentragfähigkeit und Schuldenbegrenzung sowie deren Schwächen und Verbesserungsvorschläge.

8. FAZIT: Führt die Analyseergebnisse zusammen und diskutiert abschließend die Problematik der Identifikation tragfähiger Verschuldungsgrenzen.

Schlüsselwörter

Staatliche Verschuldung, Niedrigeinkommensländer, Auslandsverschuldung, IWF, HIPC-Initiative, Schuldentragfähigkeit, Schuldenbegrenzung, Entwicklungsländer, Finanzwirtschaft, Debt Sustainability Framework, Debt Overhang, Armutsreduzierung, Millennium Development Goals, Haushaltsdefizit, Inlandsverschuldung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik der staatlichen Verschuldung in Niedrigeinkommensländern, insbesondere mit der Frage, wo die ökonomischen Grenzen der Verschuldung liegen und wie internationale Institutionen, allen voran der IWF, versuchen, Krisen zu verhindern oder zu bewältigen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Verschuldung, Kriterien für deren Tragfähigkeit, die Evaluierung der IWF-Instrumente (HIPC-Initiative und DSF) sowie die Bedeutung von sozialen Zielen wie den Millennium Development Goals im Kontext der Schuldenpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Wirksamkeit der IWF-Mechanismen kritisch zu hinterfragen, deren Schwachstellen bei der Identifizierung von Überschuldungsrisiken aufzuzeigen und Ansätze für ein verbessertes, ganzheitlicheres Konzept zur Schuldenbegrenzung zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender theoretischer Modelle und empirischer Daten der Weltbank und des IWF, um daraus Anforderungen an eine wirksame Schuldenbegrenzung abzuleiten und bestehende Ansätze kritisch zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Ableitung ökonomischer Grenzkonzepte, eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation in den betroffenen Ländern sowie die tiefgehende Analyse der Mechanismen des IWF und ergänzender Verbesserungsvorschläge wie des Bottom-Up- oder Botos-Konzeptes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie staatliche Verschuldung, Niedrigeinkommensländer, Schuldentragfähigkeit, HIPC-Initiative, IWF und ökonomische Grenzkonzepte maßgeblich charakterisiert.

Was unterscheidet das Botos-Konzept von dem IWF-Standardmodell?

Im Gegensatz zum IWF-Modell berücksichtigt das Botos-Konzept zwingend die benötigten MDG-Ausgaben (Existenzminimum) sowie Puffer für Nicht-MDG-Ausgaben und externe Schocks, um eine realistische Identifikation von Überschuldungssituationen zu gewährleisten.

Warum wird die Berücksichtigung der Inlandsverschuldung so betont?

Die Autorin argumentiert, dass die alleinige Konzentration auf die Auslandsverschuldung das Universalitätsprinzip verletzt, da zur Rückzahlung von Auslandsschulden mobilisierte Mittel nicht für inländische Investitionen oder notwendige soziale Ausgaben zur Verfügung stehen und somit die Gesamttragfähigkeit gefährdet wird.

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Details

Title
Grenzen der staatlichen Verschuldung in Niedrigeinkommensländern am Beispiel der Heavily Indebted Poor Countries
Subtitle
Entwicklungen, Rolle des IWFs und Reformoptionen
College
University of Wuppertal
Grade
1,3
Author
Lena Sawilla (Author)
Publication Year
2014
Pages
58
Catalog Number
V294113
ISBN (eBook)
9783656917595
ISBN (Book)
9783656917601
Language
German
Tags
grenzen verschuldung niedrigeinkommensländern beispiel heavily indebted poor countries entwicklungen rolle iwfs reformoptionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Sawilla (Author), 2014, Grenzen der staatlichen Verschuldung in Niedrigeinkommensländern am Beispiel der Heavily Indebted Poor Countries, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294113
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