Re-Distributionsmanagement. Möglichkeiten, Chancen und Probleme


Hausarbeit, 2014

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

2 Grundlagen des Re-Distributionsmanagements
2.1 Definition und Ausgangsüberlegung
2.2 Einordnung der Redistribution in das Nachhaltigkeitsmarketing
2.3 Objekte der Redistribution

3 Managementaufgaben in der Redistribution
3.1 Gesamtkonzept
3.2 Redistributionsdiagnose
3.3 Redistributionskonzept
3.4 Konfliktpotential

4 Praktisches Beispiel zur Redistribution

5 Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Managementaufgaben in der Redistribution

Abbildung 2: Redistributionssysteme

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

„In Deutschland werden jährlich etwa 300 Millionen Tonnen Abfall produ- ziert.“1 Während in der Industrie der Großteil anfällt, tragen die privaten Haushalte immerhin mit 31 Millionen Tonnen zum Müllaufkommen bei. Das ökologische Problem besteht darin, dass die Abfallmenge sachgerecht ent- sorgt werden muss, wichtige energetische und stoffliche Ressourcen zuneh- mend verknappen und es immer mehr zu einer irreversiblen Störung des ökologischen Gleichgewichts kommt.2 All diese Aspekte führen dazu, dass es zu einer Änderung der aktuellen wirtschaftlichen Grundhaltungsmuster kommen muss mit dem Ziel von einer linearen zu einer zyklischen Wirt- schaftsweise zu wechseln, um somit Stoffkreisläufe zu schließen.3 Dabei stellt sich die Frage, wie die Kreislaufwirtschaft realisiert werden kann? Aus diesem Grund soll im Zuge dieser Arbeit, die Möglichkeiten, Chancen und Probleme des Re-Distributionsmanagements erörtert werden.

1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

Ziel der vorliegenden Arbeit ist festzustellen, ob die Redistribution eine ge- eignete Maßnahme für eine zyklische Wirtschaftsweise darstellt. Vor diesem Hintergrund sollen zu Beginn in Kapitel 2 die Grundlagen des Re- Distributionsmanagements thematisiert werden. Dabei werden die Aus- gangsüberlegungen dargestellt, eine Definition des Re-Distributions- managements abgegeben, die Redistribution in das Nachhaltigkeitsmarke- ting eingeordnet sowie die Objekte beschrieben. Kapitel 3 stellt die Manage- mentaufgaben in der Redistribution in den Vordergrund und geht detailiert auf die ersten beiden Schritte ein, um anschließend das sich daraus erge- bende Konfliktpotential darzulegen. Die Umsetzung des Re-Distributions- managements soll anschließend in Kapitel 4 anhand eines praktischen Bei- spiels beschrieben werden. Abschließend werden in Kapitel 5 eine Zusam- menfassung sowie ein Fazit zu der vorliegenden Arbeit abgegeben.

2 Grundlagen des Re-Distributionsmanagements

2.1 Definition und Ausgangsüberlegung

Unter dem Begriff der Redistribution oder auch Retrodistribution genannt, wird nicht wie bei der Distribution der Güterfluss vom Hersteller zum Konsu- menten verstanden, sondern ein Güterfluss in umgekehrter Richtung, also die Rückführung von ge- und verbrauchten Produkten zu Produzenten.4 „ Ein Re-Distributionsmanagement betrifft die Ergänzung und Erweiterung der Distributionssysteme um Rückführungssysteme. Das Konzept des Manage- ments der Redistribution umfasst alle Prozesse der ganzheitlichen, gewinn- und/oder kostenorientierten Planung, Steuerung, Optimierung und Kontrolle des Flusses von Altstoffen und Abfällen von ihrem Entstehungspunkt bis zur Wiederaufbereitung und/oder zu einer erneuten Verwendung bzw. Verwer- tung oder bis zur endgültigen Beseitigung bzw. Entsorgung.“5 Der Entsor- gungslogistik kommt dabei eine Schlüsselposition zu. Sie soll in der Redistri- bution den Stoffkreislauf zwischen Produktgebrauch und Recycling durch die Rückführung von Altprodukten in die Produktion (Verwertung) oder den er- neuten Gebrauch (Verwendung) schließen.6

Die Forderung nach einem Re-Distributionsmanagement wird in Unterneh- men aus unterschiedlichen Gründen zunehmend relevanter. Zunächst einmal gelten die Recyclingfähigkeit und das Recycling von Produkten und Verpa- ckungen nach der Nutzung in einigen Branchen der Konsum- und Investiti- onsgüterindustrie als ausschlaggebendes Verkaufsargument, da das Um- weltbewusstsein der Gesellschaft in den vergangen Jahren extrem gestiegen ist. Außerdem ist vielen Unternehmen die ökonomische Chance, die sich durch die Realisierung eines Redistributionssystems ergeben, klar gewor- den.7 Als wichtigster Aspekt in diesem Zusammenhang, trat am 7. Oktober 1996 das Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen, kurz Kreislaufwirtschaftsge- setzt genannt, in Kraft. Damit will der Gesetzgeber das Problem der Vermei- dung und umweltgerechten Entsorgung von Abfällen lösen, indem Produkte, Komponenten und Stoffe länger in der Nutzung gehalten, benötige Ressour- cen bei der Neuproduktion eingespart sowie die Menge aus den Altprodukten nach der Nutzung verringert werden. Somit sind die Rahmenbedingungen für das Wirtschaften in Kreisläufen abgesteckt und die Unternehmen stehen da- durch noch mehr in der Verantwortung über den gesamten Produktlebens- zyklus kreislauffähige Produkte zu schaffen. Grundlage hierfür ist die Ent- wicklung eines ganzheitlichen Produktkonzepts, das aus der Synthese der vier Grundelemente, Konstruktion & Entwicklung, Demontage & Recycling, Redistribution und einer umweltgerechte Entsorgung, besteht.8

2.2 Einordnung der Redistribution in das Nachhaltigkeitsmarketing

„Die Verfolgung ökonomischer, ökologischer und sozialer Ziele durch nach- haltiges Marketing steht im Einklang mit dem Leitbild nachhaltigen Wirtschaf- tens (Sustainable Development)“.9 Dieses besagt, dass sich die Lebens- chancen zukünftiger Generationen gegenüber den heutigen Möglichkeiten nicht verschlechtern dürfen und sich ein Wohlstandsausgleich zwischen ar- men und reichen Ländern einstellen soll.10 Dies kann in den klassischen Maßnahmenbereichen des Marketings, der Produktpolitik, Preispolitik, Kom- munikationspolitik und Distributionspolitik durch ein nachhaltiges Handeln erreicht werden. Im Folgenden wird ausschließlich auf den - für diese Arbeit relevanten - Bereich, der nachhaltigkeitsorientierten Distributionspolitik ge- nauer eingegangen. Dieser umfasst alle Entscheidungen der Versorgung nachgelagerter Vertriebsstufen sowie des Endverbrauchers unter Berück- sichtigung der Nachhaltigkeit und unterscheidet die physische und akquisito- rische Distribution. Während unter der akquisitorischen Distribution die Ver- triebssysteme, die Absatzform (durch betriebseigene oder betriebsfremde Organe) und die Absatzwege (direkt oder indirekt) verstanden werden, bein- haltet die physische Distribution das Bestandsmanagement, die Lagerung, die Auftragsabwicklung, den Transport sowie die Planung und die Dispositi- on. Der Nachhaltigkeitsgedanken konzentriert sich dabei hauptsächlich auf den Bereich der physischen Distribution. Demnach zielen nachhaltigkeits- orientierte logistische Konzepte bereits heute auf den Einsatz umweltfreund- licher und gefahrloser Transportmittel, einer effektiveren Ausnutzung der Transportmittel und einer Reduzierung bzw. Optimierung der erforderlichen Verkehrsströme. Des Weiteren werden Güterverteilzentren in städtischen Ballungsräumen errichtet und somit die Optimierung durch Bündelung von Warenströme erreicht, wodurch wiederum weniger Fahrten anfallen und Leerfahrten vermieden werden können.11 Genau an diesem Aspekt soll auch die Redistribution anknüpfen und somit ihren Teil zu einem nachhaltigkeits- orientierten Marketing beitragen.

2.3 Objekte der Redistribution

Objekte der Redistribution sind Rückstände, die auch als Reststoffe, Altpro- dukte, Altwaren oder Entsorgungswaren bezeichnet werden. Dabei unter- scheidet man Transfer- und Konsumrückstände, die bei Handelsbetrieben und Konsumenten entstehen. Unter den Transferrückständen werden Trans- port-, Um- und Verkaufsverpackungen sowie nicht verwertbare Retouren zu- sammengefasst, während Konsumrückstände durch Produktreste von Ver- brauchsgütern, Produktrückstände in der Nutzungsphase von den Ver- brauchs- und Gebrauchsgütern und nicht mehr genutzte Altprodukte gekenn- zeichnet sind. Eine weitere systematische Untergliederung der Rückstände erfolgt in der Unterscheidung nach der Trennbarkeit von Ein- und Mehrstoff- produkten. Des Weiteren ist die Einbeziehung des ökologischen Aspektes sehr wichtig, wodurch der Unterschiede zwischen umweltgefährdenden und umweltunbedenklichen Rückständen herangezogen wird. Als Beispiele für umweltgefährdende Rückstände sind hierbei lösungsmittelhaltige Farben und Lacke, Motoröle, Batterien sowie Arzneien zu nennen. Diese Rückstände erfordern eine sachkundige Beratung, um eine leichte Rückgabe, sichere Lagerung und Transport zu gewährleisten.12

[...]


1 Jakszentis, Redistributionslogistik, S.1.

2 Vgl. ebd.

3 Vgl. http://idw-online.de/pages/de/news1195

4 Vgl. Specht, Distributionsmanagement, S.305.

5 Ebd., S307.

6 Vgl. Bebber, Retrodistribution in Brauereien, S.8.

7 Vgl. Specht, Distributionsmanagemen, S.305.

8 Vgl. Gessenrich, Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, S. 103ff.

9 Balderjahn, Nachhaltiges Marketingmanagement, S. 59.

10 Vgl. ebd., S.1.

11 Vgl. Balderjahn, Nachhaltiges Marketingmanagement, S. 194.

12 Vgl. Specht, Distributionsmanagement, S.308ff.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Re-Distributionsmanagement. Möglichkeiten, Chancen und Probleme
Hochschule
AKAD-Fachschule München
Veranstaltung
Prozessmanagement und Nachhaltigkeit
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V294129
ISBN (eBook)
9783656918417
ISBN (Buch)
9783656918424
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Redistributionsmanagement
Arbeit zitieren
Stefan Mitschke (Autor), 2014, Re-Distributionsmanagement. Möglichkeiten, Chancen und Probleme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294129

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