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Chancen und Entwicklung der psychiatrischen Institutsambulanzen. Das Psych-Entgelt

Titel: Chancen und Entwicklung der psychiatrischen Institutsambulanzen. Das Psych-Entgelt

Masterarbeit , 2015 , 71 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: BBA Claus Schildge (Autor:in)

VWL - Gesundheitsökonomie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Idee der Psychiatrischen Institutsambulanzen als vorgeschaltete Ambulanz für psychiatrische Kliniken entstand bereits 1975 im Rahmen der Psychiatrie-Enquete. Grundgedanke war, die psychiatrische Versorgung nicht mehr wie zu der Zeit meist üblich in großen stationären Einrichtungen durchführen zu lassen, sondern gemeindenah und in Zusammenspiel mit dem Umfeld der betroffenen Patienten. Seitdem haben sich Psychiatrische Institutsambulanzen zu einem wichtigen Bestandteil der psychiatrischen Versorgung entwickelt, insbesondere für chronisch und schwer erkrankte Patienten. Stand in der Zeit von den 70er bis zu Ende der 90er Jahre der Aufbau von Strukturen nach den Vorgaben der Psychiatrie-Enquete im Vordergrund, so traten ab Anfang der 2000er Jahre neue wichtige Trends im Gesundheitswesen hinzu, die eine Auswirkung auch auf das psychiatrische Versorgungsgeschehen hatten. Bedingt durch die Zunahme psychiatrischer Erkrankungen in der Bevölkerung stellte sich im ambulanten Sektor eine Unterversorgung mit psychiatrischen und psychotherapeutischen Angeboten ein. Gleichzeitig stiegen die Zahlen der Krankenhausaufenthalte, der berufsbedingten Berentungen und der Arbeitsunfähigkeitstage und damit die volkswirtschaftlichen Kosten für psychische Erkrankungen signifikant an. 2009 wurde daher seitens des Gesetzgebers die Selbstverwaltung damit beauftragt, ein leistungsbezogenes pauschaliertes Entgelt für stationäre Aufenthalte in der Psychiatrie zu entwickeln. Mit diesen sog. PEPP wurde die Anreizstruktur für die stationären Leistungserbringer verändert und die Rahmenbedingungen für eine stärkere Leistungsbezogenheit der Vergütung und der Vergleichbarkeit von Einrichtungen untereinander geschaffen. Als weitere gesundheitspolitische Entwicklung zeigt der Bereich der Integrierten Versorgung erste Ergebnisse: Modellvorhaben und sektorenübergreifende Projekte geben neue Impulse hin zu stärkerer Vernetzung bei gleichzeitiger Fokussierung auf patientenorientierte Behandlungspfade. Medizinisches und Organisatorisches Leistungsgeschehen werden so stärker auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen muss auch die Rolle der Psychiatrischen Institutsambulanzen zukünftig hinterfragt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Rahmenbedingungen der psychiatrischen Versorgung in Deutschland

2.2.1 Aspekte der nationalen Psychiatriepolitik

2.2.2 politische Standpunkte verschiedener psychiatrischer Fachverbände

3. Psychiatrische Institutsambulanzen

3.1 Auftrag und Leistungen von PIA

3.2 Bedeutung der PIA innerhalb des psychiatrischen Versorgungssystems

4. Ambulante psychiatrische Strukturen

5. Stationäre Versorgung

5.1 Einführung der PEPP

5.1.1 Politische Intention

5.1.2 Darstellung der Systematik

5.1.3 Kritische Diskussion und Auswirkungen der Einführung auf das Versorgungsgeschehen

6. Neue Versorgungsformen in der Psychiatrie

6.1 Bedeutung von regionalen Versorgungsnetzen und integrierter Versorgung

6.2 Zukünftige Perspektiven

7. PIA als strategisches Geschäftsfeld einer Universitätsklinik

7.1 Chancen und Risiken von PIA (SWOT-Analyse)

7.2 Einordnung der PIA als Baustein einer strategischen Ausrichtung des psychiatrischen Fachbereichs einer Uniklinik

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und strategische Entwicklung von psychiatrischen Institutsambulanzen (PIA) vor dem Hintergrund veränderter gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen, insbesondere der Einführung des pauschalierenden Entgeltsystems für Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP).

  • Historische Entwicklung und aktueller Status der psychiatrischen Versorgung in Deutschland.
  • Analyse des gesetzlichen Auftrags und der Bedeutung der PIA im Versorgungssystem.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Implementierung des PEPP-Systems.
  • Untersuchung von Potenzialen und Risiken der PIA als strategisches Geschäftsfeld einer Universitätsklinik.
  • Betrachtung neuer Versorgungsformen wie der Integrierten Versorgung.

Auszug aus dem Buch

3. Psychiatrische Institutsambulanzen

Die Psychiatrie-Enquete 1975 stellte fest, dass die Situation von psychisch Kranken in Deutschland meist geprägt war von langen stationären Aufenthalten in großen psychiatrischen Anstalten. Dies bedeutete für die Betroffenen häufig eine Unterbringung fern von ihrem gewohnten Umfeld in speziellen psychiatrischen Kliniken mit nur geringen Möglichkeiten der sozialen und beruflichen Rehabilitation und Integration. Bereits 1975 wurde die Forderung nach einer gemeindenahen ambulanten Versorgung von psychisch kranken, insbesondere mit schwerem und / oder chronischen Verlauf gestellt. 1976 wurde in der Reichsversicherungsordnung RVO, § 386n, Abs. 6 der Anspruch für psychiatrische Fachkrankenhäuser auf Ermächtigung für vertragsärztliche Leistungen im Rahmen von Institutsambulanzen verankert. Im Gegensatz zu den Fachkrankenhäusern die einen Anspruch auf die Ermächtigung zur Zulassung zu PIA hatten, bestand für Fachabteilungen an Allgemeinkrankenhäusern nur die Möglichkeit der Ermächtigung zur vertragsärztlichen Versorgung über den Weg der Zulassung durch die kassenärztlichen Vereinigungen, die jedoch nur positiv beschieden werden musste, sofern die Versorgung im Planungsgebiet der KV nicht sicher gestellt war.

1989 wurden die Regelungen der RVO in das SGB V, § 118 übernommen. Die Vergütung für Leistungen, die durch die PIA erbracht werden, wird seitdem nicht mehr durch die kassenärztlichen Vereinigungen übernommen, sondern direkt mit den Landesverbänden der Krankenkassen ausgehandelt. „Die fachlichen Anforderungen für die Einführung psychiatrischer Institutsambulanzen wurden in einem bundesweiten Vertrag zwischen den Spitzenverbänden der Krankenkassen, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung festgelegt und sind in der Rahmenvereinbarung § 118 Abs. 2 SGB V formuliert, die am 01.04.2001 in Kraft getreten ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel skizziert den historischen und strukturellen Wandel der psychiatrischen Versorgung in Deutschland von 1975 bis heute.

2. Rahmenbedingungen der psychiatrischen Versorgung in Deutschland: Hier werden die politische Steuerung, die Akteure im Gesundheitswesen und aktuelle gesundheitspolitische Zielstellungen analysiert.

3. Psychiatrische Institutsambulanzen: Dieses Kapitel erläutert den gesetzlichen Auftrag, die historische Entwicklung sowie die Bedeutung der PIA als multiprofessionelles Versorgungsangebot.

4. Ambulante psychiatrische Strukturen: Es werden die verschiedenen ambulanten Versorgungsformen, deren aktuelle Herausforderungen und die Rolle der niedergelassenen Fachärzte beleuchtet.

5. Stationäre Versorgung: Fokus auf der stationären Psychiatrie und der detaillierten Analyse der Einführung des PEPP-Systems sowie der damit verbundenen politischen und ökonomischen Diskussionen.

6. Neue Versorgungsformen in der Psychiatrie: Das Kapitel behandelt die Bedeutung der Integrierten Versorgung und regionaler Netzwerke sowie deren Zukunftsperspektiven.

7. PIA als strategisches Geschäftsfeld einer Universitätsklinik: Eine exemplarische SWOT-Analyse und strategische Einordnung der PIA in den Kontext einer Universitätsklinik.

8. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Rolle der PIA im modernen psychiatrischen Verbundsystem unter Berücksichtigung dynamischer Trends.

Schlüsselwörter

Psychiatrische Institutsambulanz, PIA, PEPP, Psychiatrie-Enquete, stationäre Versorgung, ambulante Versorgung, Integrierte Versorgung, psychiatrische Erkrankungen, Versorgungssystem, Krankenhausfinanzierung, Psych-Entgeltgesetz, Qualitätsindikatoren, Versorgungsauftrag, multiprofessionelles Team, psychiatrische Fachkrankenhäuser.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung, den Chancen und der strategischen Bedeutung psychiatrischer Institutsambulanzen (PIA) in der deutschen Versorgungslandschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Rahmenbedingungen der psychiatrischen Versorgung, die Einführung des neuen pauschalierenden Entgeltsystems (PEPP) sowie neue Konzepte wie die Integrierte Versorgung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Rolle der PIA zu hinterfragen und zu analysieren, wie sie sich als strategisches Geschäftsfeld, insbesondere an einer Universitätsklinik, unter geänderten politischen Rahmenbedingungen behaupten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung gesundheitspolitischer Berichte und Statistiken sowie einer SWOT-Analyse zur strategischen Standortbestimmung der PIA.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rahmenbedingungen, die detaillierte Darstellung von PIA und stationärer Versorgung, die kritische Diskussion des PEPP-Systems sowie die Bewertung neuer Versorgungsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Psychiatrische Institutsambulanz, PEPP, Integrierte Versorgung, Psychiatrie-Enquete und Versorgungsmanagement.

Welche Kritik üben Fachverbände an der Einführung von PEPP?

Die Verbände kritisieren unter anderem die Kalkulationsmethodik des InEK, die Befürchtung von Mittelkürzungen bei der personellen Ausstattung und die zu kurz bemessene Einführungsphase.

Warum ist die PIA für eine Universitätsklinik strategisch wichtig?

Die PIA bietet einen direkten Zugang zum ambulanten Segment, dient als „betriebseigener Zuweiser“ zur Nachsorge und ermöglicht eine stabile Patientenbindung in einem durch gesetzliche Ansprüche geschützten Bereich.

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Details

Titel
Chancen und Entwicklung der psychiatrischen Institutsambulanzen. Das Psych-Entgelt
Hochschule
Hochschule Fresenius; Köln
Veranstaltung
Management im Gesundheitswesen und Gesundheitsökonomie
Note
3,0
Autor
BBA Claus Schildge (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
71
Katalognummer
V294205
ISBN (eBook)
9783656918721
ISBN (Buch)
9783656918738
Sprache
Deutsch
Schlagworte
chancen entwicklung psychiatrischen institutsambulanzen berücksichtigung psych-entgeltes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
BBA Claus Schildge (Autor:in), 2015, Chancen und Entwicklung der psychiatrischen Institutsambulanzen. Das Psych-Entgelt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294205
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Leseprobe aus  71  Seiten
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