Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Die kaiserlich-französischen Beziehungen 1641-1648

Titel: Die kaiserlich-französischen Beziehungen 1641-1648

Magisterarbeit , 2005 , 108 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: M.A. Martin Bock (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Westfälische Friedenskongress, sowohl seine Vorgeschichte wie auch insbesondere sein Verlauf, zählen zu den meistuntersuchten Abschnitten der Geschichte der Frühen Neuzeit. Neue Erkenntnisse liefert die fortschreitende Aktenedition im Rahmen der Acta Pacis Westphalicae ; trotz des auf diese Weise erschlossenen, umfangreichen Quellenmaterials konnten zentrale Forschungsstreitpunkte bislang nicht beigelegt werden. Erinnert sei hier nur an die Frage der zwischenstaatlichen Friedensordnung, der Bedeutung des Westfälischen Friedensvertrags also für die europäische Staatenwelt, oder an die Schwierigkeit, angesichts der unterschiedlichsten Verhandlungsgegenstände und -ziele unter den vielen Kongressteilnehmern einen oder mehrere als Gewinner oder Verlierer zu bezeichnen. Beide Problemstellungen sind eng mit der Beurteilung des Verhältnisses zwischen Kaiser und Frankreich verknüpft.
In den letzten Jahren waren es vor allem die französischen Korrespondenzen, welchen die Editoren der APW ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben. Gleichzeitig und durchaus in Wechselwirkung mit der Quellenerschließung fand die französische Diplomatie zwischen 1643 und 1648 das Interesse der Forschung, was zu einer Reihe viel beachteter Studien führte, unter denen diejenige Anuschka Tischers besonders hervorzuheben ist.
Das Feld, das den Rahmen der vorliegenden Arbeit bildet, ist also bereits ausführlich bearbeitet worden, und zwar auch schon durch die ältere Literatur. Angesichts der in großer Menge vorhandenen Werke zur Genese des Westfälischen Friedens würde eine Untersuchung, die sich auf die Darstellung des Verhandlungsverlaufes oder der Kriegsereignisse beschränkte, also wenig Erkenntnisgewinn versprechen. Dennoch bleibt eine solche Darstellung notwendiger Bestandteil und Ausgangspunkt jedes Beitrags zum Thema; daher werden hier zunächst die jeweilige auswärtige Politik des Kaisers und Frankreichs sowie ihrer beider diplomatischen Tätigkeiten für den Zeitraum von 1641 bis 1648 behandelt; Erkenntnisse aus den erwähnten, jüngst erschienenen Akteneditionen sollen für die französische Seite die bisherigen Forschungsergebnisse möglichst ergänzen. Die Politik des Kaiserhofs wurde zuletzt im Jahr 1979 ausführlich von Karsten Ruppert behandelt. Sie ist damit zumindest quantitativ weit weniger gut untersucht als die französische; ihre profunde Darstellung – vor allem im Hinblick auf das Gesandtschaftswesen – verlangte die Heranziehung zahlreicher weiterer Quellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Rahmenbedingungen

1.1 Krieg und Frieden in der Frühen Neuzeit

1.2 Die Ausgangslagen der Verhandlungsparteien 1635-1641

1.2.1 Der Kaiser seit dem Prager Frieden

1.2.2 Frankreich seit seiner Kriegserklärung an Spanien

1.3 Die kaiserlichen und französischen Verhandlungsziele

1.3.1 Die kaiserlichen Interessen

1.3.2 Frankreich zwischen Hegemonial- und Friedenspolitik

1.3.3 Die Hamburger Friedensvereinbarung

2 Die Friedensverhandlungen zwischen Kaiser und Frankreich 1641-1648

2.1 Von der Friedensvereinbarung bis zum Beginn der kaiserlich französischen Gespräche 1644

2.2 Streit um Verfahrensfragen und grundsätzliche Verhandlungspositionen

2.3 Die Lösung der Kernprobleme

2.3.1 Bayern als Faktor der französischen und kaiserlichen Politik

2.3.2 Die französische Satisfaktion

2.3.3 Der Vorvertrag vom November 1647

2.4 Verzögerung und Abschluss des Friedensvertrages

3 Diplomatie auf dem Westfälischen Friedenskongress

3.1 Der Westfälische Friedenskongress als Zäsur

3.2 Die Diplomaten

3.2.1 Person und Aufgabe

3.2.2 Die kaiserlichen und französischen Gesandten

3.3 Zur Rolle der Mediatoren

3.4 Zur Bedeutung von Herrschaftssymbolik und Zeremoniell

4 Das Zeremoniell zwischen Kaiser und Frankreich als Indikator ihres bilateralen Verhältnisses

4.1 Der richtige Titel - Die Hamburger Vereinbarung von 1641

4.2 Der rechtmäßige Platz - Der Einzug der Gesandten in Münster

4.3 Die Repräsentation - Die Haushaltung der Gesandtschaften

4.4 Das direkte Zusammentreffen - Die Elsassverhandlungen 1646

5 Die kaiserlich-französischen Beziehungen im Urteil der Forschung

5.1 Die Diskussion um Friedensgewinner und -verlierer

5.2 Zur Divergenz von Verhandlungsinhalten und Zeremoniell – Der Beitrag des kulturalistischen Ansatzes

5.3 Zur Entwicklung des kaiserlich-französischen Verhältnisses nach 1648

Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kaiserlich-französischen Beziehungen während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden (1641–1648). Dabei analysiert der Autor das Spannungsfeld zwischen den diplomatischen Inhalten und dem zeremoniellen Rahmen, um aufzuzeigen, wie das Zeremoniell als Indikator und oft sogar als Instrument dieser bilateralen Beziehungen fungierte und wie sich diese Dynamik im Urteil der modernen Forschung widerspiegelt.

  • Analyse der Rahmenbedingungen und Friedensziele beider Mächte.
  • Untersuchung der diplomatischen Interaktionen und Verhandlungstaktiken.
  • Die Rolle des Zeremoniells als "Waffe" und Mittel der Machtdemonstration.
  • Der Einfluss von Bayern als politisches Scharnier zwischen den Mächten.
  • Kritische Bewertung der Forschungskontroversen zum Erfolg der Akteure.

Auszug aus dem Buch

4.1 Der richtige Titel – Die Hamburger Vereinbarung von 1641

Die bereits im Frühmittelalter entwickelte Nomentheorie geht von der Deckungs-gleichheit zwischen der Selbstbezeichnung eines Individuums und seinem Wesen, sowohl im Hinblick auf persönliche Befähigung als auch auf Charaktereigenschaften und – gerade im Kontext eines Herrschertitels – auf seine Machtfülle aus. Daher führten die Fürsten stets eine Vielzahl von Titulaturen an, um schon dadurch ihre Bedeutung herauszustreichen, auch wenn realiter die Deckungsgleichheit nicht immer gegeben war, d. h. das mit einem Titel verbundene Herrschaftsrecht nicht ausgeübt wurde. Die Anrede als Teil des zeremoniellen Gebarens hatte für die Fürsten und Diplomaten des Zeitalters des Westfälischen Friedens eine ebenso performative, ja vielleicht sogar die grundlegendste Kraft wie der Sitzplatz oder die Reihenfolge in Aufzählungen und Umzügen. Dass die Hamburger Vereinbarung zunächst gefährdet war und dann recht unkonventionell geschlossen wurde, ist wesentlich auf die Auseinandersetzung zwischen dem Kaiser und Frankreich über die korrekte Bezeichnung Ferdinands zurückzuführen.

Im Laufe des Jahres 1641 hatte sich der Kontakt zwischen dem Reich und dem französischen Hof intensiviert; auf die Friedensnote des Reichstages hatte Ludwig XIII. aber nur indirekt geantwortet, weil die Reichsstände in ihrem Schreiben den Ehrentitel „Maiestas“ umgangen hatten, der nach ihrem mehrheitlichen Empfinden nur dem Kaiser zustand. Der Grund für die Streitigkeit um den Titel für den Kaiser resultierte allerdings nicht unmittelbar aus dieser Vorenthaltung, sondern daraus, dass der Kaiser der mit Frankreich verbündeten Herzogin von Savoyen nicht den Titel „Regente“ gewährte. Als Retourkutsche redete Ludwig XIII. Ferdinand, obwohl schon 1636 gewählt und seit 1637 alleine herrschend, nur mit dem Titel eines Königs von Ungarn an. Er betonte damit gleichzeitig die französische Sicht, dass eine Kaiserwahl vivente imperatore unzulässig sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die politisch-militärische Ausgangslage des Kaisers und Frankreichs, inklusive ihrer oft widersprüchlichen Friedensziele und der Bedeutung der Hamburger Vereinbarung.

2 Die Friedensverhandlungen zwischen Kaiser und Frankreich 1641-1648: Der Autor schildert den zähen diplomatischen Prozess, die verschiedenen Verhandlungsphasen und die entscheidende Rolle der Satisfaktionsfrage sowie die Bedeutung Bayerns als politisches Druckmittel.

3 Diplomatie auf dem Westfälischen Friedenskongress: Dieses Kapitel analysiert das Wesen der Diplomatie dieser Zeit, die Akteure, die Mediatoren und die wachsende Bedeutung von Herrschaftssymbolik für das diplomatische Handeln.

4 Das Zeremoniell zwischen Kaiser und Frankreich als Indikator ihres bilateralen Verhältnisses: Hier wird anhand konkreter Beispiele wie dem Titelstreit, Einzügen und Repräsentationshaushaltungen gezeigt, wie das Zeremoniell als Gradmesser für das bilaterale Verhältnis diente.

5 Die kaiserlich-französischen Beziehungen im Urteil der Forschung: Abschließend setzt sich der Autor kritisch mit den Forschungsmeinungen über "Gewinner und Verlierer" sowie den verschiedenen Interpretationsansätzen (insb. dem kulturalistischen Ansatz) auseinander.

Schlüsselwörter

Westfälischer Friede, Kaiser Ferdinand III., Frankreich, Richelieu, Mazarin, Diplomatie, Zeremoniell, Satisfaktionsfrage, Rangstreit, Trauttmansdorff, Reichsverfassung, Hegemonie, Friedensverhandlungen, Dreißigjähriger Krieg, Machtpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit analysiert die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Kaiser und Frankreich während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden unter besonderer Berücksichtigung der Wechselwirkung zwischen politischer Sacharbeit und dem diplomatischen Zeremoniell.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Rahmenbedingungen des Krieges, die strategischen Ziele der beiden Mächte, der diplomatische Verhandlungsverlauf, die Bedeutung des Zeremoniells sowie die wissenschaftliche Rezeption des Friedensschlusses.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das kaiserlich-französische Verhältnis differenzierter als durch die reine Analyse von Vertragsinhalten zu bewerten, indem das zeremonielle Verhalten als Indikator für Machtansprüche und langfristige politische Ziele herangezogen wird.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine diplomatiegeschichtliche Untersuchung, die stark auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen (Korrespondenzen, Diarien) sowie der kritischen Kontrastierung aktueller Forschungsmeinungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Verhandlungsetappen, eine detaillierte Analyse der diplomatischen Instrumente und eine Untersuchung zeremonieller Praktiken wie Titelstreitigkeiten und Repräsentationsfragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wesentliche Begriffe sind Westfälischer Frieden, Diplomatie, Zeremoniell, kaiserlich-französische Beziehungen, Satisfaktionsfrage und Souveränität.

Welchen Stellenwert nimmt die Rolle Bayerns ein?

Bayern wird als entscheidendes Scharnier in der kaiserlich-französischen Diplomatie identifiziert, das oft als politisches Druckmittel agierte und die Verhandlungsstrategien beider Großmächte maßgeblich beeinflusste.

Welche Rolle spielt der kulturalistische Ansatz in der Arbeit?

Der Autor nutzt diesen Ansatz, um die symbolische Bedeutung zeremonieller Handlungen in der Frühen Neuzeit zu erklären, warnt aber davor, moderne Konzepte wie "Gleichgewicht der Staaten" unreflektiert auf diese Epoche zu übertragen.

Wie bewertet der Autor den Ausgang des Kongresses für die beteiligten Mächte?

Er schließt sich der Auffassung an, dass keine Macht ihre Maximalziele erreichte, betont jedoch, dass Frankreich durch seine Inszenierung an Prestige gewann, während der Kaiser durch den Erhalt Österreichs und der Erblande eine europäische Machtstellung behaupten konnte.

Ende der Leseprobe aus 108 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die kaiserlich-französischen Beziehungen 1641-1648
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Historisches Seminar)
Note
1,3
Autor
M.A. Martin Bock (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
108
Katalognummer
V294211
ISBN (eBook)
9783656918745
ISBN (Buch)
9783656918752
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dreißigjähriger Krieg Diplomatie; Gesandtschaftswesen; Kaiser; Ludwig XIV. Westfälischer Frieden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Martin Bock (Autor:in), 2005, Die kaiserlich-französischen Beziehungen 1641-1648, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294211
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  108  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum