Thomas Robert Malthus war der erste englische Professor für Geschichte und Ökonomie und Pfarrer. Mit der vorerst anonymen Veröffentlichung seines Bevölkerungsgesetzes schaffte er es in kürzester Zeit gleichermaßen zu Anerkennung und Kritik von Ökonomen, Politikern und Naturwissenschaftlern aller Welt. Erst als Streitschrift für seinen Vater verfasst, hat Malthus 5 weiter Überarbeitungen veröffentlicht. Sein Hauptwerk hatte großen Einfluss auf die Politik und die Gesetzgebung in England am Anfang des 19. Jahrhunderts und sein Gedankengut ist heute noch aktuell. Diese Vertiefungsarbeit im Fach Makroökonomie und Wirtschaftspolitik befasst sich mit dem Bevölkerungsgesetz von Thomas Robert Malthus. Zum Einstieg behandelt das erste Kapitel die damals vorherrschenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse Großbritanniens im 18. Jahrhundert in die Thomas Robert Malthus hineingeboren wurde. Sie waren geprägt vom wirtschaftlichen Umschwung, technischen Innovationen, demografischem Wandel und sozialer Probleme. Das nächste Kapitel beinhaltet eine kurze Biographie, in der die Beziehung von Malthus zu seinem Vater eine besondere Rolle spielt. Das Hauptkapitel beschreibt das Bevölkerungsgesetz. Grundlage für die Zusammenfassung der vier Bücher war die deutsche Übersetzung von Malthus‘ Hauptwerk „An Essay on the Principle of Population“ von Valentine Dorn aus dem Jahr 1924. Weiterhin wird in diesem Kapitel die unmittelbare positive und negative Kritik beschrieben die das Werk nach seiner Veröffentlichung ausgelöst hat. Zuspruch fand es hauptsächlich aus den Reihen der Wirtschaftsliberalisten und Evolutionstheoretikern, während es bei den Sozialisten auf große Ablehnung gestoßen ist. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit der Anwendung des Gedankenguts von Thomas Robert Malthus in der Neuzeit. Faszinierenderweise findet man im letzten Jahrhundert einige Anwendungsfälle der Malthusianischen Vorgehensweise und auch in den aktuellen politischen Diskussionen befinden sich Anteile von Malthus Bevölkerungstheorie oder den Lösungsansätzen bezüglich Bevölkerungswachstum oder Einkommensumverteilung. Dabei sind diese damals wie heute heftig umstritten und diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historischer Hintergrund
3 Biographie
4 Die Bevölkerungstheorie
4.1 Übersicht
4.2 Inhalt der Bücher
4.2.1 Buch 1 – Hemmnisse in unzivilisierten Gesellschaften
4.2.2 Buch 2 – Hemmnisse im modernen Europa
4.2.3 Buch 3 – aktuelle Systeme gegen das Bevölkerungswachstum
4.2.4 Buch 4 – Zukunftsaussichten und Handlungsempfehlung
4.3 Die Malthusianische Katastrophe
4.4 Auswirkungen
4.5 Kritik
5 Aktualität
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Vertiefungsarbeit setzt sich kritisch mit dem bevölkerungstheoretischen Werk von Thomas Robert Malthus auseinander. Das primäre Ziel ist es, die zentralen Thesen von Malthus im historischen Kontext zu analysieren, deren ökonomische und soziale Implikationen zu beleuchten und die heutige Relevanz sowie die anhaltende Debatte über seine Theorie aufzuzeigen.
- Historische Rahmenbedingungen des 18. und 19. Jahrhunderts
- Struktur und Kernaussagen des "An Essay on the Principle of Population"
- Die Malthusianische Falle und die Rolle der Armengesetzgebung
- Kritische Auseinandersetzung mit der Rezeption durch Zeitgenossen und spätere Ökonomen
- Transfer des Malthusianischen Gedankenguts auf moderne gesellschaftspolitische Debatten
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Buch 1 – Hemmnisse in unzivilisierten Gesellschaften
Buch 1 beschreibt die Hemmnisse der Bevölkerungsvermehrung in armen Ländern und in älteren Zivilisationen. Es ist unterteilt in 14 Kapitel. Die ersten drei Kapitel beschreiben allgemeine Themen wie die Vermehrung der Bevölkerung und Nahrung, allgemeine Hemmnisse der Bevölkerungsvermehrung und deren Wirkung und die Hemmnisse in den niedersten Bevölkerungsstufen. Danach folgen Kapitel über verschiedene Stämme und Länder: amerikanische Indianer, Südseeinseln, altes Nordeuropa, Hirtenvölker, Afrika, Sibirien, Türkei, Persien, Hindostan, Tibet, China, Japan, Griechenland und das alte Rom. Im ersten Kapitel beschreibt Malthus die Neigung aller Lebewesen, sich über das Maß der Nahrungsvorkommnisse fortzupflanzen als die Ursache allen Not und Elends in Vergangenheit und Gegenward. Er zitiert Dr. Franklin, der die Grenzen der Fruchtbarkeit einer Art oder Rasse nur in den Einengungen des Nahrungsmittelspielraumes sieht. Hintergrund ist der natürliche Instinkt, die eigene Art zu vermehren ohne die Fürsorge der Nachkommen zu überdenken. Das Nahrungsangebot ist also das stärkste und wirkungsvollste Hindernis für die Bevölkerungsvermehrung. So führt ein Mangel an Nahrung immer zu Elend und die Furcht vor dem Nahrungsmittelmangel zur Furcht vor dem Elend. Diese Furcht hat der Mensch während der Geschichte schon öfters durchleben müssen. Diese verschiedenen Gesellschaftszustände unterschiedlicher
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung von Malthus' Werk ein und umreißt den Aufbau der Vertiefungsarbeit.
2 Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen und politischen Bedingungen Großbritanniens, wie den Übergang vom Merkantilismus zum Liberalismus und die industrielle Revolution.
3 Biographie: Hier wird der Lebenslauf von Thomas Robert Malthus skizziert, wobei insbesondere sein Elternhaus und sein Werdegang als Ökonom hervorgehoben werden.
4 Die Bevölkerungstheorie: Dieses zentrale Kapitel analysiert die vier Bücher von Malthus, die mathematischen Grundlagen seiner Theorie und die daraus resultierende Kritik sowie die Malthusianische Katastrophe.
5 Aktualität: Der Autor zeigt auf, wie Malthus' Gedankengut auch in modernen politischen Debatten, etwa zur Armut oder Überbevölkerung, weiterhin präsent ist.
6 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel reflektiert die Erkenntnisse der Arbeit und ordnet die Bedeutung von Malthus' Werk für die heutige Ökonomie ein.
Schlüsselwörter
Thomas Robert Malthus, Bevölkerungswachstum, Bevölkerungstheorie, Armengesetze, Makroökonomie, Industrielle Revolution, Wirtschaftsliberalismus, Malthusianische Falle, Ressourcenknappheit, Sozialreformen, Demografischer Wandel, Wohlstand, Subsistenzmittel, Klassische Ökonomie, Überbevölkerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das bevölkerungstheoretische Hauptwerk von Thomas Robert Malthus, seinen historischen Kontext, seine Auswirkungen auf die Sozialpolitik und seine Aktualität in der heutigen Zeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss der Industriellen Revolution, die Malthusianische Bevölkerungstheorie, die Kritik an den englischen Armengesetzen und die Übertragbarkeit der Thesen auf moderne Probleme wie den demografischen Wandel.
Was ist das primäre Ziel dieser Vertiefungsarbeit?
Ziel ist es, Malthus' Thesen sachlich zu analysieren, ihre wissenschaftliche und historische Einordnung vorzunehmen und aufzuzeigen, wie seine Ideen bis in die heutige politische Diskussion fortwirken.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine tiefgehende Literatur- und Quellenanalyse des Hauptwerks "An Essay on the Principle of Population" durch und ergänzt dies durch eine historische Kontextualisierung sowie einen Transfer in die Gegenwart.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der vier Bücher Malthus', seine mathematischen Modellansätze zum Bevölkerungswachstum, die Malthusianische Katastrophe sowie die Auseinandersetzung mit Zeitgenossen und Kritikern.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Malthusianische Falle, Bevölkerungsgesetz, Armengesetzgebung, ökonomischer Liberalismus und die Auseinandersetzung mit der ökonomischen Theoriebildung.
Wie bewertet Malthus die Wirksamkeit der Armengesetze seiner Zeit?
Malthus betrachtet die Armengesetze als kontraproduktiv, da sie nach seiner Ansicht Anreize für unkontrolliertes Bevölkerungswachstum schaffen und die Eigenverantwortung der Armen schwächen.
Warum wird Malthus' Theorie oft als provokativ bezeichnet?
Seine Forderungen, Not und Elend als notwendige Korrektive des Bevölkerungswachstums zu akzeptieren und staatliche Sozialleistungen zu kürzen, stießen bereits zu seinen Lebzeiten auf erhebliche moralische und politische Empörung.
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- Maximilian Dürer (Author), 2015, Das Prinzip des Bevölkerungswachstums von Thomas Robert Malthus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294294