Betriebswirtschaftslehre in der Sozialen Arbeit. Eine Konzeptionsentwicklung


Hausarbeit, 2009

21 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Konzeption
1.1 Leitbild
1.2 Zielgruppe
1.3 Sozialraumbezug
1.4 Ziele

2 Finanzierungsquellen
2.1 Zuwendungsbescheid
2.2 Projektförderung
2.3 Eigenmittelfinanzierung

3 Leistungsbeschreibung
3.1 Inhalt, Umfang und Qualität der Leistungen
3.1.1 Pädagogische Regelversorgung
3.1.2 Qualitäts- und Handlungsstandards
3.1.3 Elternarbeit
3.1.4 Leitung und Verwaltung
3.1.5 Fortbildung/Supervision

4. Haushaltsplan

Literaturverzeichnis

1 Konzeption

Kurzbeschreibung der Einrichtung Name der Einrichtung

Haus in Grünau

04109 Leipzig

Träger der Einrichtung AWO

1.1 Leitbild

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen heißt für uns zunächst, ihnen Freiräume zu schaffen, ihnen aber auf diesem Wege Werte zu vermitteln, den Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten und Strukturen zu zeigen sowie Regeln auf den Weg zu geben. Wir sehen unsere Einrichtung daher einerseits als soziale Freizeiteinrichtung und andererseits als wichtige Bildungseinrichtung im Stadtteil. Wir möchten als offene Kinder- und Jugendeinrichtung dazu beitragen, dass unsere Kinder und Jugendlichen:

- Neugierig bleiben oder diese Neugierde wieder wecken, auf neue Dinge, Erfahrungen und Menschen.
- Mutig werden und sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst werden, um so ihr Leben eigenständig und selbst bestimmt zu gestalten.
- Stark werden, sich Herausforderungen friedlich zu stellen, ihre Meinung frei und unabhängig zu äußern, ohne Abhängigkeiten (durch Drogen, Alkohol, o.ä.) zu leben und andere bei diesen Herausforderungen zu unterstützen.
- Kritisch werden, um Gefahren abzuwenden, falsche Vorbilder zu durchschauen und eine eigene Meinung zu entwickeln.
- Offen werden für andere Menschen, Kulturen, Weltanschauungen und Lebenskonzepte.

Wir denken, dass wir durch unsere Arbeit und auch durch uns als Personen einen Teil zu dieser Entwicklung beitragen können. Wir möchten den Kindern und Jugendlichen dabei diese Werte vorleben und ihnen die Möglichkeit der Adaption geben.

Unsere Arbeit basiert auf Freiwilligkeit, Niedrigschwelligkeit, Verschwiegenheit und einer Komm-Struktur.

1.2 Zielgruppe

Die Zielgruppe, bzw. Besucherstruktur des AWO Kinder- und Jugendzentrum "Schiene" um- fasst im Kern die Altersschicht von acht bis ca. 20 Jahren, also mit Kindern (bis 14 Jahre), mit Jugendlichen (bis 18 Jahre) und mit Heranwachsenden (bis 27 Jahre) mit und ohne Konflikt- belastungen. Jüngere Kinder sind im täglichen Betrieb selten anzutreffen, sondern eher auf unseren Veranstaltungen. Junge Erwachsene, die 20 Jahre oder älter sind, besuchen unsere Einrichtung ebenfalls selten.

Die spezielle Lage sorgt bei uns für ein homogenes Gemisch verschiedener Kulturen. Obwohl so gut wie alle Besucher die deutsche Staatsangehörigkeit haben, zählen wir viele Kinder und Jugendlichen, deren Eltern einen Migrationshintergrund haben.

Die Gruppe der Besucher setzt sich zusammen aus Armen oder von Armut bedrohten Fami- lien, Deutsche, Kinder aus Familien die einen Migrationshintergrund haben. Diese Arbeit richtet sich an Mädchen wie Jungen, Deutsche und Migranten gleichermaßen. Wir schlüsseln diesen Bereich bewusst nicht nach dem Gender-Mainstreaming oder der Migrationsarbeit auf, da unser gesamtes Handeln diese Aspekte berücksichtigt. Darüber hinaus werden alle Schultypen werden mit dieser Arbeit angesprochen: Grund- und Mittelschulen, Lernförder- und andere Behindertenschulen, Gymnasien und Berufsschulzent- ren, andere Bildungsträger.

Darüber hinaus wendet sich unsere Arbeit an Eltern, Pädagogen (Erzieher, Sozialarbeiter, Lehrer) sowie an die Öffentlichkeit (Medien, Politiker).

1.3 Sozialraumbezug

Innerhalb des Stadtteiles Grünau, der den Leipziger Stadtbezirk West mit den Ortsteilen Grünau-Ost, Grünau-Mitte, Grünau-Nord, Grünau-Siedlung, Lausen-Grünau, Schönau und Miltitz umfasst, befand sich bis zum Abzug der sowjetischen Truppen eine Kaserne, die als „Russenkaserne“ bekannt war. Diese wurde jedoch zu Zeiten der Reichswehr erbaut und da- nach auch von der Wehrmacht genutzt. Auf diesem Gebiet, dem Schönauer Viertel, befinden sich heute neue Einfamilienhäuser und ein Einkaufszentrum. Der Einwohnerschwund Grünaus, der in der Zeit von 1994 bis 2004 besonders gravierend war, hält immer noch an.

Besonders die unsanierten Häuser standen in den letzten Monaten vor ihrem Abriss mehrheitlich zu 70 bis 80% leer. In den letzten 15 Jahren verlor der Stadtteil etwa 35.000 Einwohner (ca. 40% der Bevölkerung). Trotz einiger Modernisierungsmaßnahmen, die Grünau attraktiver gestalten sollen, ist es bisher nicht gelungen, diesen Trend zu stoppen.

Der Anteil von Familien, welche von verschiedenen Transferleistungen leben müssen hat sich erhöht. Ebenso leben im Durchschnitt mehr Migranten-Familien in Grünau. Kinder und Jugendliche aus anderen Stadtteilen besuchen unsere Einrichtung sehr selten. Obwohl einige Schulen in der näheren Umgebung der Einrichtung zu finden sind, hat sich in den letzten Jahre eine intensive und gute Zusammenarbeit mit der Grundschule in Grünau herausgebildet. Zudem bestehen Kontakte zur Hauptschule, speziell zum Sozialbereich.

1.4 Ziele

Kinder und Jugendliche brauchen Strukturen, Werte und Normen. Ein humanistisches Menschenbild und freiheitlich-demokratisches Handeln muss bekannt, erlernt und gelebt werden.

Kinder und Jugendliche haben Probleme, diese Probleme sind sehr unterschiedlich.

Es gehört zu unseren Aufgaben diese zu erkennen, sie offen anzusprechen und Hilfe anzubie- ten.

Kinder und Jugendliche sind fähig, sich und ihr Verhalten kritisch zu reflektieren und ihr Handeln danach auszurichten.

Kinder und Jugendliche sind fähig, eigene Vorstellungen zu entwickeln, diese zu vertreten und sich für die Umsetzung einzusetzen.

Kinder und Jugendliche sind fähig, Kompromisse zu entwickeln und gemeinsam zu tragen. Kinder und Jugendliche sind fähig, fair mit anderen Gruppen und Kulturen umzugehen Kinder und Jugendliche können eigene Fähigkeiten entdecken, entwickeln und einsetzen. All diese Kompetenzen sollen Ihnen vermittelt werden um das soziale Netwerk zu verbessern bzw. wiederherzustellen.

2. Finanzierungsquellen

Jugendarbeit umfasst ein breites Spektrum von Angeboten, Einrichtungen und Leistungen, die in § 11 SGB VIII rechtlich verankert sind.

§ 11 Jugendarbeit SGB VIII

(1) Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.
(2) Jugendarbeit wird angeboten von Verbänden, Gruppen und Initiativen der Jugend, von anderen Trägern der Jugendarbeit und den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe. Sie umfaßt für Mitglieder bestimmte Angebote, die offene Jugendarbeit und gemeinwesenorientierte Angebote.
(3) Zu den Schwerpunkten der Jugendarbeit gehören:
1. außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner, politischer, sozialer, gesundheitlicher, kultureller, naturkund- licher und technischer Bildung,
2. Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit,
3. arbeitswelt-, schul und familienbezogene Jugendarbeit,
4. internationale Jugendarbeit,
5. Kinder und Jugenderholung,
6. Jugendberatung.
(4) Angebote der Jugendarbeit können auch Personen, die das 27. Lebensjahr vollendet haben, in angemessenem Umfang einbeziehen.

2.1. Zuwendungsbescheid

Fachförderrichtlinien der Stadt Leipzig für die Förderung von Trägern der freien Jugendhilfe Durch den Teilfachplan Kinder- und Jugendförderung soll auf der Grundlage des § 74 SGB VIII die Tätigkeit der Kinder und Jugendhilfe angeregt und gefördert werden. Hierzu gehört es insbesondere, einerseits eine Reflexion der geleisteten Arbeit, andererseits unter Beachtung von Schwerpunktsetzungen den fachlichen und sozialräumlichen Erfordernissen für anstehende und zu bewältigende Aufgaben und Anforderungen im Rahmen der Inhalte und Zielstellungen nach § 11 bis 14 und 16 SGB VIII zu entsprechen.

Fördervoraussetzung

Förderfähig sind Vereine, Verbände, andere juristische Personen sowie Körperschaften des öffentlichen Rechts

- die Aufgaben der Jugendhilfe erfüllen, welche im Interesse der Stadt Leipzig liegen,
- die gemeinnützig arbeiten,
- die in der Stadt Leipzig ansässig und/ oder für Leipziger Kinder und Jugendliche tätig sind.

Fördergrundsätze

Über die Höhe der Förderung entscheidet der Träger der öffentlichen Jugendhilfe im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel aufgrund seines pflichtgemäßen Ermessens. Entsprechendes gilt, wenn mehrere Antragsteller die Fördervoraussetzungen erfüllen und die von ihnen vorge- sehenen Maßnahmen gleich geeignet sind, zur Befriedigung des Bedarfs jedoch nur eine Maßnahme notwendig ist. Bei der Eigenleistung sind die unterschiedliche Finanzkraft und die sonstigen Verhältnisse zu berücksichtigen (§ 74 Abs. 3 SGB VIII). Bei sonst gleich geeigne- ten Maßnahmen soll solchen der Vorzug gegeben werden, die stärker an den Interessen der Betroffenen orientiert sind und ihre

Einflussnahme auf die Ausgestaltung der Maßnahme gewährleisten (§ 74 Abs. 4 SGB VIII). Bei der Förderung gleichartiger Maßnahmen mehrerer Träger sind unter Berücksichtigung ihrer Eigenleistungen gleiche Grundsätze und Maßstäbe anzulegen. Werden gleichartige Maßnahmen von der freien und der öffentlichen Jugendhilfe durchgeführt, so sind bei der Förderung die Grundsätze und Maßstäbe anzuwenden, die für die Finanzierung der Maßnahmen der öffentlichen Jugendhilfe gelten (§ 74 Abs. 5 SGB VIII). Soweit geeignete Einrichtungen, Dienste und Veranstaltungen von anerkannten Trägern der freien Jugendhilfe betrieben werden oder rechtzeitig geschaffen werden können, soll die öffentliche Jugendhilfe von eigenen Maßnahmen absehen (§ 4 Abs. 2 SGB VIII).

Ein Rechtsanspruch auf die Gewährung einer Zuwendung besteht nicht.

Eine auf Dauer angelegte Förderung setzt in der Regel die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII voraus.

Zuwendungen dürfen nur für solche Vorhaben bewilligt werden, die noch nicht begonnen worden sind. Ausnahmen dürfen nur zugelassen werden, wenn überschlägig die Finanzierung gesichert erscheint und die Maßnahme fachlich geprüft ist. Ein vorzeitiger Maßnahmebeginn ist schriftlich zu beantragen. In geeigneten Fällen kann der Antrag auf vorzeitigen Maßnahmebeginn bereits mit der Antragstellung eingereicht werden.

Vorhaben, deren Gesamtfinanzierung nicht gesichert ist, werden nicht gefördert.

Die Zuwendungsempfänger wenden die Regelungen des Leipzig-Passes (RBIV- 473/05) an. Ein finanzieller Anspruch gegenüber der Stadt entsteht daraus nicht

Art, Umfang und Höhe der Förderung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

sowie der Förderungsarten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Durch den Zuwendungsempfänger sind bei der Anteilsfinanzierung in der Regel mindestens 5 % der als zuwendungsfähig anerkannten Ausgaben als eigener Finanzierungs- anteil (Eigenmittel, geldwerte Leistungen) aufzubringen. Der Eigenanteil ist nur zur Finanzie- rung von als zuwendungsfähig anerkannten Ausgaben einzusetzen. Eine Ausnahme bilden Maßnahmen im Leistungsbereich Jugendkulturarbeit; hier gilt in der Regel ein Eigenanteil von mindestens 15 % der als zuwendungsfähig anerkannten Ausgaben. Für die Leistungsbe- reiche Jugendsozialarbeit, Jugendschutz, Förderung der Erziehung in der Familie sowie

Dachverbände der Jugendverbandsarbeit wird in begründeten Ausnahmefällen ein Eigenanteil von weniger als 5 % unter Berücksichtigung o. g. Maßgabe anerkannt.

Zuwendungsfähig sind folgende Ausgabengruppen:

Personalausgaben

Allgemeine Betriebsausgaben

Sach- und Verwaltungsausgaben Inhaltliche Ausgaben

Investive Ausgaben

Förderfähige Maßnahmen und Projekte

- Offene Jugendarbeit in offenen Freizeittreffs
- Spielmobilarbeit
- Jugendkulturarbeit
- Jugendmedienarbeit
- Themen- und zielgruppenorientierte Maßnahmen
- Kinder- und Jugenderholung
- Familienbildung (Förderung der Erziehung in der Familie)
- Modellprojekte/ Innovation
- Baumaßnahmen etc.

Antragstellung/ Bewilligung/ Mittelauszahlung/ Mitteilungspflichten/ Verwendungsnachweis

1. Die Antragstellung erfolgt in schriftlicher Form im Jugendamt, Abteilung Verwaltung und Finanzen. Der Endtermin der Antragstellung für das Folgejahr ist der 01.09. des laufenden Jahres.

1.1 Bei der Antragstellung sind die vom Jugendamt vorgegebenen Formulare (formeller Förderantrag und Raster für das qualifizierte Antragsverfahren) zu verwenden. Bei Förderanträgen mit einem Antragsvolumen bis 30.000 € kann eine aussagefähige Maßnahmekonzeption das qualifizierte Antragsverfahren ersetzen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Betriebswirtschaftslehre in der Sozialen Arbeit. Eine Konzeptionsentwicklung
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig  (Fachbereich Sozialwesen)
Veranstaltung
Betriebswirtschaftslehre II
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
21
Katalognummer
V294342
ISBN (eBook)
9783656921288
ISBN (Buch)
9783656921295
Dateigröße
627 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzeptionsentwicklung, Betriebswirtschaftslehre, Soziale Arbeit, Konzeption, Konzept, Freie Träger
Arbeit zitieren
Maria Widera (Autor), 2009, Betriebswirtschaftslehre in der Sozialen Arbeit. Eine Konzeptionsentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294342

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