Entwicklungspsychologie. Entwicklungsmodelle in der Sozialarbeit


Hausarbeit, 2007

11 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Interaktionistisches Entwicklungsmodell
1.1 Wechselwirkung von Umwelt und Subjekt
1.2 Arten der Passung zwischen genetischen Anlagen und Umwelt
1.3. Jean Piaget

2 Anwendung des interaktionistischen Entwicklungsmodells auf den Fall K
2.1 Biographie der Klientin
2.2 Schlussfolgerungen

3 Aus dem interaktionistischen Modell abgeleitete Präventions- und Interventionsstrategien
3.1 Risiko- und Schutzfaktoren
3.2 Präventions- und Interventionsstrategien

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die nun folgende Hausarbeit im Fach „Entwicklungspsychologie“ hat das interaktionistische Entwicklungsmodell zum Thema. Zunächst werde ich der Aufgabenstellung entsprechend die wichtigsten Aussagen dieses Modells beschreiben um es dann auf ein Beispiel aus der Sozialarbeit anzuwenden.

Als Grundlage dient hier eine Fallbeschreibung aus meinen Erfahrungen mit einer Klientin aus dem Einführungspraktikum. Bezogen auf das interaktionistische Entwicklungsmodell werde ich die Entwicklung eines jungen Mädchens darstellen, dass seit 5 Jahren heroinabhängig ist. Anschließend werde ich auf Präventions- und Interventionsstrategien eingehen, die anhand der Modellannahmen im beschriebenen Fall einen entwicklungsfördernden Einfluss haben könnten.

Nicht allein biogenetische Faktoren bestimmen die Entwicklung, auch interaktive endo- gene und exogene Faktoren wirken auf sie ein. Die Grundfrage, die die vier Entwick- lungstheorien unterschiedlich beantworten ist, ob das Subjekt Gestalter seiner Ent- wicklung ist oder ob seine Entwicklung von inneren und äußeren Kräften gelenkt wird.

(www.psychologie- netz.de/component/option,com_docman/Itemid,0/task,doc_view/gid,127/)

Es existieren neben den interaktionistischen Theorien, die die Synthese der anderen Theorien darstellen und von der Mehrheit der westlichen Entwicklungspsychologen vertreten werden, exogenistische (Reize kontrollieren das Verhalten), endogenistische (Veränderungen werden durch Anlagen und Reifung erklärt) und Selbstregulationstheorien (Mensch als Mit-Gestalter seiner Entwicklung).

1 Interaktionistisches Entwicklungsmodell

1.1 Wechselwirkung von Umwelt und Subjekt

Interaktion bezeichnet das wechselseitige aufeinander Einwirken von Akteuren oder Systemen. Die Bedeutung der Interaktion für die Sozialarbeit liegt vor allem in der sozialisierenden Funktion der Interaktion. Die Basis auf der Identität und Gesellschaft entsteht, stellt die Interaktion dar, die als ein Abtastungsprozess zu verstehen ist. Die Person wird mit Erwartungen und Normen von der Umwelt konfrontiert. Beide müssen im Interaktionsprozess die Normen und Erwartungen des anderen erkennen und verar- beiten. Interaktionistische Theorien billigen im Gegensatz zu den anderen Theorietypen sowohl dem Entwicklungssubjekt als auch dem Entwicklungskontext gestaltende Funk- tion zu. Diese Theorien betonen also die Wechselwirkungen zwischen Person- und Umweltveränderungen. Mensch und Umwelt stehen im Austausch und beeinflussen sich gegenseitig. Dieses Faktum wurde mit unterschiedlichen Begriffen beschrieben: Schmidt (1970) und Riegel (1975) sprechen von dialektischen Theorien der Entwick- lung, Reese (1977) von kontextuellen, Sameroff (1975) von transaktionalen, Looft (1973) von relationalen Modellen der Entwicklung. Kollektive Grundannahme dieser Theorien ist, dass der Mensch und seine Umwelt ein Gesamtsystem bilden, und dass Mensch und Umwelt aktiv und in Veränderung begriffen sind. Die Umgestaltungen eines Teils führen zu Umgestaltungen auch anderer Teile und/oder des Gesamtsystems und wirken wieder zurück. Hat man früher gefragt, wie das Kind durch seine Familie geformt wird, so fragt man nun auch entgegengesetzt, wie das Kind auf die Familie zu- rückwirkt.

(vgl.http://arbeitsblaetter.stangl- taller.at/PSYCHOLOGIEENTWICKLUNG/Menschenmodelle.shtml#Riegelmodell)

Folglich hängt jeder Entwicklungsschritt, den ein Individuum erfährt, vom Individuum selbst und dem Kontext, in dem die Entwicklung von statten geht, ab. Die einzelne be- wusste oder auch unbewusste Aktivität eines Menschen und die damit einhergehende Veränderung wirkt auf seine Umwelt ein und umgekehrt. Vorraussetzung für jede Ent- wicklung ist folglich Interaktion. Man spricht hierbei auch von einer Verschränkung oder von einer kontinuierlichen Transaktion. Die Entwicklung resultiert aus der Verbin- dung des genetisch festgelegten Reaktionsspielraums mit den umweltbedingten Erfah- rungen des Kindes. Können in den ersten Lebensjahren genetische Unterschiede noch durch Milieuunterschiede überlagert werden, so setzt sich mit zunehmendem Alter die Erbanlage durch. Ursache hierfür ist die wachsende Selbstbestimmung des Genoms, also des Individuums. Folglich handelt es sich beim Genom um einen Entwicklungsfaktor, der ständig und selbsttätig wirksam ist.

Die interaktionistische Theorie besteht aus drei Elementen: den sozialen Umweltfaktoren, den individuellen Persönlichkeitsstrukturen und den Interaktionen zwischen Umwelt und Person.

1.2 Arten der Passung zwischen genetischen Anlagen und Umwelt

Im Laufe der Entwicklung werden drei Arten von Genotyp-Umwelt-Effekten unterschieden. Die passive Genotyp-Umwelt-Passung entsteht dadurch, dass Eltern ihren Kindern Umweltangebote bereitstellen, die ihren eigenen Anlagen entsprechen (z.B. Musik). Diese Art Effekte entstehen vor allem beim Vorschlulkind. Diese Umweltgestaltung kann dem Genom des Kindes entsprechen oder nicht.

Außerdem gibt es die evokative Genom-Umwelt-Passung, die dann vorliegt, wenn un- terschiedlich veranlagte Kinder in ihrer sozialen Umgebung verschiedenartige Reaktio- nen hervorrufen. Dies betrifft vor allem Schulkinder. Kinder in diesem Alter tun gern das, was ihnen Spaß macht. Dadurch wecken sie bei den anderen (Eltern, Geschwister, Schulfreunde usw.) Formen der Zuwendung und Förderung, die ihr eigenes Verhalten beeinflussen. Schließlich besteht die Aktive Genom-Umwelt-Passung, die dadurch zu- stande kommt, dass Menschen sich selbst die Umwelten auswählen, die am besten zu ihnen passen. Diese aktive Suche setzt verstärkt ab dem Jugendalter ein. Das Kind sucht, seinem Genom entsprechend, seine Umwelt aktiv aus und gestaltet sie mit.

1.3. Jean Piaget (1896-1980)

Der große Theoretiker des Interaktionismus ist Piaget, der seine Beachtung jedoch fast ausschließlich auf die kognitive Entwicklung des Kindes richtete. Die Entwicklung vollzieht sich nach Piaget in Stadien und bringt das Kind auf ein stets höheres Niveau seiner Fähigkeiten. Für das Entstehen dieser höheren Strukturen sind verschiedene Faktoren verantwortlich. Reifung ist Vorraussetzung dafür, dass bestimmte geistige Handlungen überhaupt ausgeführt werden können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Entwicklungspsychologie. Entwicklungsmodelle in der Sozialarbeit
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig  (Fachbereich Sozialwesen)
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
11
Katalognummer
V294345
ISBN (eBook)
9783656921301
ISBN (Buch)
9783656921318
Dateigröße
623 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklungspsychologie, interaktionistisch, Entwicklungsmodell
Arbeit zitieren
Maria Widera (Autor), 2007, Entwicklungspsychologie. Entwicklungsmodelle in der Sozialarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294345

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