Sozialmedizin. Fall eines psychiatrischen Patienten (Schizophrenie)


Studienarbeit, 2007

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Diagnose
1.1 Symptome aus der Fallbeschreibung
1.2 Zusätzlich mögliche Symptome

2 Information zur Erkrankung
2.1 Behandlung und Rehabilitation
2.1.1 Medikamentöse Behandlung
2.1.2 Nicht-medikamentöse Behandlung
2.2 Verlauf und Prognose

3 Wichtige Verhaltensweisen

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Meine Hausarbeit im Fach „Sozialmedizin“ wird die Diagnose des Falles A einer psychiat- rischen Patientin umfassen. Dabei werde ich mich anhand der im Seminar besprochenen Störungsbilder auf eine Diagnose festlegen und dies durch festgestellte Symptome unterle- gen. Außerdem werde ich laut der Diagnose weitere mögliche Anzeichen der diagnosti- zierten Störung einordnen. Anschließend werde ich mich laut der Aufgabenstellung darauf konzentrieren, welche Angaben, Ratschläge und Informationen über Therapie, Rehabilita- tion und Prognose ich dem Patienten oder seinen Angehörigen in meiner Tätigkeit als So- zialarbeiter geben würde. Des Weiteren, würde ich die Angehörigen des Patienten in Be- zug auf deren Verhalten gegenüber ihrer Angehörigen beraten und mich selbst dement- sprechend verhalten. Als Diagnose in Fallbeschreibung A, der 26 jährigen Frau, würde ich die paranoide Schizophrenie stellen. Die Bezeichnung der Schizophrenie wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts von dem Psychiater Eugen Bleuler geprägt. Er ersetzte damit die Di- agnose Dementia praecox (also vorzeitige Demenz) von Emil Kraepelin. „Schizo“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „ich spalte“, „phren“ heißt „der Geist“. Bleuler wollte mit dem Begriff ausdrücken, dass bei den Erkrankten Denken, Fühlen und Wollen ausein- ander fallen. Im medizinischen Sinne wird der Begriff Schizophrenie für eine ganze Gruppe von Erkrankungen verwendet, denn es gibt nicht nur die eine Schizophrenie, son- dern eine ganze Reihe von Erkrankungsbildern, welche alle unter dem Begriff der Schizo- phrenie zusammengefasst werden und zu den endogenen Psychosen gehören. Schizophre- nie gehört in den westlichen Kulturen zu den schwerwiegendsten psychischen Erkrankun- gen. Jeder 100. Mensch weltweit erkrankt mindestens einmal in seinem Leben daran. Nach ICD-10:

„Die schizophrenen Störungen sind im allgemeinen durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie inadäquate oder verflachte Affektivität ge- kennzeichnet. Die Klarheit des Bewusstseins und die intellektuellen Fähigkeiten sind in der Re- gel nicht beeinträchtigt. Im Laufe der Zeit können sich jedoch gewisse kognitive Defizite entwi- ckeln. Die Störung beeinträchtigt die Grundfunktionen, die dem normalen Menschen ein Gefühl von Individualität, Einzigartigkeit und Entscheidungsfreiheit geben. Die Betroffenen glauben oft, dass ihre innersten Gedanken, Gefühle und Handlungen anderen bekannt sind oder, dass andere daran teilhaben. Ein Erklärungswahn kann entstehen, mit dem Inhalt, dass natürliche oder übernatürliche Kräfte tätig sind...Die Betroffenen können sich so als Schlüsselfigur allen Geschehens erleben. Besonders akustische Halluzinationen sind häufig... Farben und Geräusche können ungewöhnlich lebhaft oder in ihrer Qualität verändert wahrgenommen werden...“ (zit. n. www.psychiatriegespraech.de/psychische_krankheiten/ schizophrenie/schizophrenie_ueberblick.php)

1 Diagnose

Das Stellen einer Diagnose, also die Zuordnung der Beschwerden eines Patienten zu einer bestimmten Erkrankung, ist wichtig für eine zielgerichtete Behandlung. Erst wenn eine eindeutige organische Verursachung der psychotischen Symptome ausgeschlossen ist, kann von einer endogenen Psychose gesprochen werden. Das Vorliegen von Symptomen wird in einem ausführlichen Gespräch erfragt.

1.1. Symptome aus der Fallbeschreibung

Die Schizophrenie ist eine der häufigsten Diagnosen im stationären Bereich der Psychiatrie. Das äußere Krankheitsbild bei der Schizophrenie ist sehr vielgestaltig, und deshalb unterscheidet man in der Systematik verschiedene Schizophrenie-Typen. Es gibt allerdings viele Mischformen und Überschneidungen.

Als Leitsymptome gelten laut ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems): 1. Gedankenlautwerden, -eingebung, -entzug, -ausbreitung, 2. Kontroll- oder Beeinflussungswahn, 3. Kommentierende oder dialogische Stimmen, 4. Anhaltender, kulturell unangemessener oder völlig unrealistischer Wahn, 5. Anhaltende Halluzinationen jeder Sinnesmodalität, 6. Gedankenabreißen oder -einschiebungen in den Gedankenfluss, 7. Katatone Symptome, also zum Beispiel das Verharren in merkwürdigen Körperhaltungen oder sinnlose Bewegungen, 8. Negative Symptome wie auffällige Apathie, Sprachverarmung etc. Für die Diagnose Schizophrenie müssen über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen hinweg wenigstens ein eindeutiges Symptom der Gruppe 1 bis 4 oder mindestens zwei Symptome der Gruppe 5 bis 8 vorliegen.

(zit. n. www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/schizophrenie)

Üblicherweise wird die Vielzahl von Symptomen nach Positivsymptomatik (Plus- oder auch Aktivsymptome) und Negativsymptomatik (Minussymptome) unterteilt. Dabei versteht man unter Positivsymptomatik Verhaltensmerkmale die über das Verhalten von Gesunden hinausgehen. Von Negativsymptomatik spricht man dagegen, wenn das Verhalten im Vergleich zum Gesunden Defizite aufweist.

Frau A ist 26 Jahre alt, erste Symptome traten in ihrer Schulzeit auf, die Erkrankung Schi- zophrenie tritt meist in diesem Altersabschnitt auf. Sie wiederholt laut der Aussage ihrer Eltern immer wieder Sätze, die sie gerade im Radio oder Fernsehen gehört habe. Dies könnte auf eine inhaltliche Denkstörung hinweisen. Frau A gibt an, dass ihr Atmen das Verhalten von anderen Menschen kontrolliert und andere Menschen könnten ihre Gedan- ken lesen. Dies weist auf eine Ich-Störung hin. Der Erkrankte erlebt sich fremd und un- wirklich. Gedanken, Gefühle, Entscheidungen und Handlungen werden nicht mehr als selbst gesteuert empfunden. Stattdessen wird erlebt, dass die eigenen Gedanken von ande- ren Menschen gelesen werden können, dass Gedanken von außen blockiert, entzogen, weggenommen werden können. Des Weiteren berichtet Sie, dass Sie seit einigen Wochen Angst hat, umgebracht zu werden. Sie ist davon überzeugt, dass beobachtet und verfolgt zu werden. Frau A berichtet sie habe deswegen extreme Angst. Diese Angst wird durch den Verfolgungswahn ausgelöst. Wahn ist eine falsche, nichtkorrigierbare Beurteilung der Re- alität. Häufig sind Wahnvorstellungen bei schizophren Erkrankten die Überzeugung, beo- bachtet und verfolgt zu werden, oder dass äußere Kräfte eine Beeinflussung des Denkens, Fühlens und Handelns verursachen. Ferner höre Frau A mehrere verschiedene Stimmen. An den meisten Tagen beginnen diese Stimmen bereits morgens und sind mit kurzen Un- terbrechungen den ganzen Tag da. Die Stimmen machen sich über andere Menschen lustig, über ihr Aussehen, ihre Kleidung oder Figur. Dann haben die Stimmen angefangen Sie zu beschimpfen. Diese Stimmen sind Halluzinationen, eine Sinneswahrnehmung, die für ei- nen wirklichen Sinneseindruck gehalten wird, obwohl der entsprechende reale Sinnesreiz nicht vorhanden ist. Weiterhin verlässt sie das Haus nicht mehr und dies gehört zu der Ne- gativsymptomatik. In Fall A würde ich den häufigsten Untertyp, die paranoide Schizo- phrenie diagnostizieren. Da hier Wahnbildungen und/oder Halluzinationen die Symptoma- tik bestimmen. Akustische Halluzinationen (z. B. imperative oder kommentierende Stim- men) kommen zu 80% vor. Im Vordergrund steht die Positivsymptomatik, dagegen treten Negativsymptome kaum auf. Indem ich mindestens ein Symptom der Gruppe 1 bis 4, nämlich 3. Kommentierende oder dialogische Stimmen eindeutig feststellen kann, außer- dem 4. den anhaltenden, kulturell unangemessenen oder völlig unrealistischen Wahn teil- weise feststelle sowie der Zeitraum von mindestens vier Wochen gegeben ist, stelle ich die Diagnose der Schizophrenie.

1.2 Zusätzlich mögliche Symptome

Symptome die weiterhin das Störungsbild der Schizophrenie charakterisieren sind affek- tive Störungen, denn typischerweise ist bei schizophren Erkrankten der emotionale Kon- takt zu anderen Menschen reduziert, wie auch im Fall A. Der Ausdruck von Gefühlen kann im Rahmen von affektiven Störungen nicht angemessen sein, die Gefühlsäußerung und der mimische Ausdruck passen nicht zur Situation. Außerdem können die inhaltlichen von formalen Denkstörungen erweitert werden. Diese finden ihren Ausdruck vor allem in ei- nem veränderten Sprachgebrauch. So können die Sätze schizophren Erkrankter sehr ver- worren und sprunghaft sein, unlogische Gedankengänge und Verknüpfungen sind zu beo- bachten. Im Rahmen der Erkrankung kann es ferner geschehen, dass der Betroffene bei voll erhaltenem Bewusstsein regungslos verharrt, oder dass das Gegenteil eintritt, nämlich eine starke motorische Unruhe. Die Unruhezustände können mit heftigen Erregungszu- ständen einhergehen. Zum Teil können auch automatenhafte oder stereotype, sich bestän- dig wiederholende Bewegungsabläufe auftreten. Dies würde aber auf die paranoide Schi- zophrenie weniger zutreffen, eher auf die katatone Form der Erkrankung. Ähnlich ist es mit Negativsymptomen wie Depressivität, Affektarmut, Sprachverarmung oder Antriebslo- sigkeit da auch dies nicht zu der Diagnose der paranoiden Schizophrenie passen würde.

2 Information zur Erkrankung

2.1 Behandlung und Rehabilitation

Bei der Behandlung schizophrener Erkrankungen wird ein mehrdimensionaler Therapiean- satz, den ich auch Ihnen empfehlen würde, praktiziert. Denn dieser Therapieansatz berück- sichtigt, dass die Erkrankung sowohl biologische, psychische als auch soziale Ursachen hat. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Kombination psychopharmakologischer, psycho- und sozialtherapeutischer Maßnahmen. Bis heute sind schizophrene Störungen nicht im eigentlichen Sinne „heilbar“. Allerdings gibt es eine ganze Reihe von Behand- lungsmöglichkeiten, die es den Betroffenen ermöglichen, ein weitgehend „normales“, Le- ben zu führen.

2.1.1 Medikamentöse Behandlung

Grundlage jeder Schizophrenie-Behandlung sollte eine moderne Therapie mit Psycho- pharmaka sein. Die zum Einsatz kommenden, antipsychotischen Medikamente heißen Neuroleptika. Der Wirkungseintritt eines Neuroleptikums bedarf eines über Tage bis Wo- chen behutsam aufgebauten Medikamentenspiegels. Schizophreniekranke müssen nicht immer und unter allen Umständen Medikamente nehmen. Manche Symptome klingen auf längere Sicht auch ohne Medikamente ab. Aber ein Verzicht auf medikamentöse Behand- lung bedeutet den Verlust der erworbenen und zugewiesenen sozialen Rollen für Sie in Beruf, Familie und Bekanntenkreis. Neuroleptika wirken spezifisch auf die Symptome, ohne die Ursachen der Psychose zu beseitigen. Diese Art der Behandlung von Schizophre- nie steht insbesondere in der akuten Krankheitsphase im Vordergrund. Sind die akuten Symptome abgeklungen, wird die neuroleptische Therapie wenigstens sechs Monate im Sinne einer Erhaltungstherapie weitergeführt. Kommt es trotzdem zu wiederholten Rück- fällen, werden wesentlich niedriger dosierte Neuroleptika zur vorbeugenden Langzeitthe- rapie eingesetzt.

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Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Sozialmedizin. Fall eines psychiatrischen Patienten (Schizophrenie)
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig  (Fachbereich Sozialwesen)
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
11
Katalognummer
V294347
ISBN (eBook)
9783656920854
ISBN (Buch)
9783656920861
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schizophrenie, Behandlung, Psychiatrisch
Arbeit zitieren
Maria Widera (Autor), 2007, Sozialmedizin. Fall eines psychiatrischen Patienten (Schizophrenie), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294347

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