Aufgrund der Wahrnehmung und Vorstellung von Armut entsteht oft das Gefühl, dass Armut nur in den Entwicklungsländern existiert. Doch auch in Deutschland sind viele Familien von Armut betroffen. Nach dem deutschen Kinderschutzbund leben 2,5 Millionen Kinder in Armut. Jedes siebte Kind unter 7 Jahren ist als relativ arm einzustufen und jedes 14. Kind ist aufgrund des Erwerbsstatus der Eltern dauerhaft auf Sozialhilfe angewiesen. Trotz allem gerät das Problem der Kinderarmut in der Öffentlichkeit oft in Vergessenheit. Die Kluft zwischen arm und reich wird immer größer und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Nicht nur die Politik, sondern zunehmend auch Wohlfahrtsverbände und andere soziale Organisationen befassen sich mit dem Thema Armut. Durch diese Tendenz kam es in der Vergangenheit vermehrt zur Veröffentlichung von Studien und Berichten zum Thema Armut und Kinderarmut. Auch die Bundesregierung unterstreicht die Brisanz der Kinderarmut in dem 4. Armuts- und Reichtumsbericht 2013.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Ursachen und Folgen der Kinderarmut aufzuzeigen. Einleitend erhält man zunächst einen Überblick zur Armutsdefinition und möglichen Armutskonzepten. Im folgenden Teil wird auf die Thematik der Ursachen von Kinderarmut und deren Auswirkungen auf die Lebensbedingungen für die Familie eingegangen. Am Schluss erfolgt im Resümee eine kurze Zusammenfassung und mögliche Strategien gegen Kinderarmut.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1. Definition
1.2. Armutskonzepte
1.2.1. Ressourcen-Ansatz
1.2.2. Lebenslagen-Ansatz
1.2.3. Capability-Ansatz
2. Risikogruppen und Folgen der Armut
2.1.Risikogruppen
2.1.1. Alleinerziehende
2.1.2. Arbeitslosigkeit
2.1.3. Kinderreiche Familien
2.1.4. Ausländische Familien
2.2. Folgen der Kinderarmut
2.2.1. Bildung
2.2.2. Gesundheit
2.2.3. Soziale Situation
2.2.4. Psychosoziale Situation
3. Fazit & Handlungsanweisungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Ursachen sowie die vielfältigen Folgen der Kinderarmut in Deutschland aufzuzeigen und kritisch zu beleuchten. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen Armut auf die Lebensbedingungen von Familien hat und welche konkreten Handlungsstrategien zur Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen beitragen können.
- Definition und theoretische Konzepte von Armut
- Identifikation zentraler Risikogruppen für Kinderarmut
- Analyse der Auswirkungen von Armut auf Bildung und Gesundheit
- Untersuchung psychosozialer Folgen und sozialer Ausgrenzung
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für Politik und Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
1.1. Definition
In Deutschland gibt es keine reguläre Definition von Armut bzw. Kinderarmut, da die Bestimmung und Bewertung von Armut regional, gesellschaftlich und geschichtlich variiert (Kaller, 2001: 36). Dennoch scheint es wichtig, die wichtigsten Armutsdefinitionen aufzuführen. Hierbei handelt es sich um die „Absolute Armut“, die „Relative Armut“ und die „Kinderarmut“.
Absolute Armut
Bei dieser Form der Armut verfügen die Menschen nicht einmal über die grundsätzlichen Güter, die ihr Überleben sichern (z.B. Nahrung, Wasser, Kleidung, Wohnung). Ihnen steht das absolute Existenzminimum nicht zur Verfügung. In manchen Fällen kann es sogar zu „extremer Armut“ kommen, die die Bundesregierung wie folgt definiert:
„Extreme Armut ist in der Regel dadurch charakterisiert, dass mehrere Problemlagen zusammenwirken, etwa Langzeitarbeitslosigkeit, Einkommensarmut, Wohnungslosigkeit, Drogenmissbrauch und Straffälligkeit, sowie gesundheitliche Einschränkungen. Das Risiko, extrem arm zu werden steigt, wenn die betroffene Person aus verschiedenen Gründen nicht bereit oder in der Lage ist, das bereitstehende soziale Hilfesystem in Anspruch zu nehmen“ (Neumann, 2005: 7).
Absolute Armut ist in den Industrieländern eher selten vorzufinden (Schniering, 2006: 9), daher ist ein relativer Armutsbegriff hier wichtiger als ein absoluter (Kaller, 2001: 36).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel führt in die Thematik der Kinderarmut in Deutschland ein, thematisiert die Wahrnehmung von Armut als gesellschaftliches Problem und definiert die zentralen Begriffe wie absolute, relative und Kinderarmut.
2. Risikogruppen und Folgen der Armut: Hier werden Bevölkerungsgruppen mit erhöhtem Armutsrisiko identifiziert und die weitreichenden Konsequenzen für die Entwicklung von Kindern in den Bereichen Bildung, Gesundheit sowie soziale und psychosoziale Situation analysiert.
3. Fazit & Handlungsanweisungen: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und leitet konkrete Handlungsempfehlungen ab, die unter anderem Bereiche wie Bildung, Beratung, Elternbildung und Förderung der Mobilität umfassen.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Armutsdefinition, Risikogruppen, Ressourcen-Ansatz, Lebenslagen-Ansatz, Capability-Ansatz, soziale Ausgrenzung, Bildungschancen, Gesundheit, Psychosoziale Entwicklung, Armutsprävention, Sozialleistungen, Lebensbedingungen, Erwerbstätigkeit, Familienförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Kinderarmut in Deutschland, analysiert die Ursachen, identifiziert betroffene Risikogruppen und beschreibt die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf das Leben der Kinder.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die theoretischen Armutskonzepte, die sozioökonomischen Bedingungen der betroffenen Risikogruppen sowie die Folgen für die physische und psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein umfassendes Bild der Ursachen und Folgen von Kinderarmut zu vermitteln und Strategien zur Verbesserung der Lebensumstände der betroffenen Zielgruppen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Studienanalyse, die den aktuellen Forschungsstand zu Armutskonzepten, Armutsberichten und sozialwissenschaftlichen Untersuchungen widerspiegelt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Ansätze (Ressourcen-, Lebenslagen- und Capability-Ansatz) erläutert, gefolgt von einer Analyse der Risikogruppen (z.B. Alleinerziehende, Arbeitslose) und der Auswirkungen auf Bildung, Gesundheit und das soziale Umfeld.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Kinderarmut, Armutsprävention, soziale Ausgrenzung, Bildungsbenachteiligung und Lebenslagenkonzepte beschreiben.
Wie unterscheidet sich der Capability-Ansatz von anderen Konzepten?
Der Capability-Ansatz erweitert die rein ökonomische Betrachtung um den Faktor der individuellen Nutzbarmachung von Ressourcen, um die tatsächlichen Verwirklichungschancen eines Menschen zu erfassen.
Warum sind Alleinerziehende und Migrantenfamilien besonders gefährdet?
Diese Gruppen sind laut Arbeit aufgrund struktureller Hürden wie fehlender Unterhaltszahlungen, schwierigerem Zugang zum Arbeitsmarkt und sprachlicher oder rechtlicher Barrieren einem signifikant höheren Armutsrisiko ausgesetzt.
Welche Rolle spielt die Schule bei der Armutsspirale?
Die Schule kann laut Arbeit als Ort der Diskriminierung fungieren, an dem finanzielle Benachteiligung zu schlechteren Laufbahnempfehlungen führt, was wiederum den Weg in die Arbeitslosigkeit ebnet und die Armutsspirale über Generationen hinweg festigt.
Welche Maßnahmen schlägt der Autor zur Besserung vor?
Der Autor schlägt unter anderem eine verbesserte Informationsvermittlung über Hilfsmöglichkeiten, den Ausbau von Beratungs- und Bildungsangeboten sowie eine gezielte Unterstützung bei Gesundheit, Ernährung und Teilhabe durch Jugendarbeit vor.
- Arbeit zitieren
- Stephanie Drinkgern (Autor:in), 2014, Folgen der Kinderarmut in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294391