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Das Testament des Johann Ehrendorf. Analyse und Interpretation

Titel: Das Testament des Johann Ehrendorf. Analyse und Interpretation

Hausarbeit , 2012 , 9 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: David Kühlcke (Autor:in)

Weltgeschichte - Allgemeines und Vergleiche
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Interpretation einer mittelalterlichen Quelle, nämlich dem Testament des Johann Ehrendorf, welches in dem Kloster Harvestehude angefertigt wurde.

Leseprobe


Gliederung

1. Einleitung

2. Quellenbeschreibung

3. Welcher Quellengattung gehört die Quelle an?

3.1. Das Testament

3.2. Die Rente

4. Einordnung der Geldwerte

5. Welche Intention hatte Ehrendorf?

6. Quellen-/ Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das sogenannte „Testament des Johann Ehrendorf“ aus dem Jahr 1420, um dessen tatsächliche Quellengattung zu bestimmen, die darin genannten Geldwerte in den historischen Kontext der Hamburger Rentengeschäfte des 15. Jahrhunderts zu setzen und die religiösen Motive des Stifters zu analysieren.

  • Analyse der Quellengattung (Testament vs. Leibrente)
  • Untersuchung der wirtschaftlichen Bedeutung von Rentengeschäften für Klöster
  • Kontextualisierung von Geldbeträgen durch Umrechnung und Sachwertvergleiche
  • Erforschung der spätmittelalterlichen Frömmigkeit und Seelenvorsorge

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Testament

Ein mittelalterliches Testament hatte in aller Regel einen festen Aufbau mit immer wiederkehrenden Formulierungen. So lautete eine typische Invokatio meist: In nomine domini (dei) amen. In der Zeit zwischen 1310 bis 1400 gab es lediglich elf Ausnahmen von dieser Regel. Ehrendorfs Testament würde ebenfalls eine solche Ausnahme bilden, obwohl es nicht im selben Zeitraum erschienen ist. In Ehrendorfs Testament fehlt die Invokatio komplett. Auch ein konkreter Grund für das Testament, wie zum Beispiel eine schwere Krankheit oder eine Wallfahrt, fehlt, was aber auf etwa 45% der Testamente aus den Jahren zwischen 1310 und 1400 zutrifft. Die überwältigende Mehrzahl der Testamente wurde in der ersten Person verfasst. Auch dies trifft bei Ehrendorf nicht zu. Hier sind die Verfasser augenscheinlich Probst Luder, Äbtissin Wommele und Priorin Lucia. Ehrendorf selbst scheint mit seinem eigenen Testament wenig zu tun gehabt zu haben. Ebenfalls fehlen Angaben zur Begleichung von Schulden oder die Erwähnung irgendwelcher Verwandter. Dies alles ist zwar bereits in anderen Testamenten vorgekommen, wenn man aber die Häufung betrachtet, ist es naheliegend, dass es sich bei dem Testament des Johann Ehrendorf, zumindest was die Form und den Aufbau angeht, um kein Testament handelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die alltägliche Quelle des Klosters Harvestehude ein und stellt die Thesen zur Quellengattung sowie zur religiösen Motivation des Johann Ehrendorf auf.

2. Quellenbeschreibung: Es wird die physische Beschaffenheit und der Inhalt der Urkunde aus dem Jahr 1420 dargelegt, welche den Transfer von 200 Mark gegen eine lebenslange Rentenzahlung regelt.

3. Welcher Quellengattung gehört die Quelle an?: Das Kapitel diskutiert kritisch, warum die Quelle trotz ihres Titels eher als Leibrente denn als klassisches Testament einzustufen ist.

3.1. Das Testament: Hier werden formale Merkmale wie die fehlende Invokatio, die dritte Person und das Fehlen persönlicher Anordnungen analysiert, um die Einordnung als Testament in Frage zu stellen.

3.2. Die Rente: Das Rentengeschäft als mittelalterliches Kreditinstrument wird erläutert und die vorliegende Vereinbarung als spezifische Leibrente identifiziert, die eine ewige Messe absichert.

4. Einordnung der Geldwerte: Die historischen Währungseinheiten Mark und Gulden werden in Schilling umgerechnet und durch den Vergleich mit Sachwerten wie Getreide und Vieh in ihrer Kaufkraft verdeutlicht.

5. Welche Intention hatte Ehrendorf?: Die Untersuchung schließt mit der Feststellung, dass Ehrendorf ein tief religiöser Mann war, der durch die hohe finanzielle Zuwendung an das Kloster sein Seelenheil durch regelmäßige Messen sichern wollte.

6. Quellen-/ Literaturangaben: Dies ist das Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie der herangezogenen Archivquellen.

Schlüsselwörter

Kloster Harvestehude, Johann Ehrendorf, Testament, Leibrente, Rentengeschäft, Mittelalter, Hamburger Rentenmarkt, Seelenheil, Messstiftung, Spätmittelalter, Geldwerte, Frömmigkeit, Kirchengeschichte, Urkundenanalyse, Wirtschaftsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert eine spezifische Urkunde aus dem Kloster Harvestehude aus dem Jahr 1420, die als „Testament des Johann Ehrendorf“ bezeichnet wird, jedoch wirtschaftliche und formale Merkmale aufweist, die über ein gewöhnliches Testament hinausgehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die rechtliche und formale Einordnung mittelalterlicher Urkunden, die Praxis des Rentengeschäfts als Kreditform sowie die Bedeutung religiöser Stiftungen für das Seelenheil im Spätmittelalter.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu belegen, dass es sich bei der Quelle formal nicht um ein klassisches Testament handelt, sondern um eine Leibrente, und dass Ehrendorf durch diese hohe Zuwendung primär sein Seelenheil im Fegefeuer absichern wollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse angewandt, bei der formale Merkmale des Urkundentextes mit historischen Standards abgeglichen und finanzielle Transaktionen in Bezug auf Kaufkraft und zeitgenössische Vergleichswerte kontextualisiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Bestimmung der Quellengattung, die wirtschaftliche Aufarbeitung der genannten Geldwerte und eine religionsgeschichtliche Interpretation der Intention des Stifters.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Leibrente, Kloster Harvestehude, spätmittelalterliche Frömmigkeit, Messstiftung und Hamburger Rentengeschäft beschreiben.

Warum wird die Bezeichnung „Testament“ im Titel der Quelle kritisch hinterfragt?

Die Analyse zeigt, dass der Text formale Kriterien wie eine Invokatio oder persönliche Bestimmungen vermissen lässt und stattdessen die für Leibrenten typische Kapitalanlage zugunsten einer wöchentlichen Messe in den Vordergrund stellt.

Welche Bedeutung hatte die finanzielle Zuwendung Ehrendorfs für das Kloster?

Die 200 Mark stellten eine bemerkenswert hohe Summe dar, die vom Kloster gewinnbringend angelegt wurde, um die Verpflichtung der ewigen Messen zu finanzieren und vermutlich zur wirtschaftlichen Stabilität des Nonnenklosters beizutragen.

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Details

Titel
Das Testament des Johann Ehrendorf. Analyse und Interpretation
Hochschule
Universität Hamburg  (Historisches Seminar)
Note
1,3
Autor
David Kühlcke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
9
Katalognummer
V294458
ISBN (eBook)
9783656921349
ISBN (Buch)
9783656921356
Sprache
Deutsch
Schlagworte
testament johann ehrendorf analyse interpretation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
David Kühlcke (Autor:in), 2012, Das Testament des Johann Ehrendorf. Analyse und Interpretation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294458
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Leseprobe aus  9  Seiten
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