Die Stadt im Mittelalter und die Planung eines Projekts nach Frey


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014
20 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mittelalter
2.1. Einordnung des Mittelalters
2.2. Entwicklung

3. Die Stadt als Lebensraum
3.1. Die Stadt im Mittelalter
a) Entstehung einer Stadt im Mittelalter
b) Charakteristische Merkmale einer mittelalterlichen Stadt

4. Die Bewohner einer Stadt

5. Politische Entwicklung

6. Schule, Bildung

7. Schattenseiten einer Stadt

8. Das Projekt nach Frey zu dem Thema Mittelalter
8.1. Projektmethode nach Frey
8.2. Bildungsplan und Perspektivrahmen
8.3. Das Projekt Mittelalter: Ablauf

9. Quellenverzeichnis
9.1. Bücher
9.2. Internetquellen
9.3. Bildquellen

1. Einleitung

Noch heute übt das Mittelalter eine hohe Anziehungskraft auf Menschen aus. Es werden mittelalterliche Märkte, Rittermahl und das mittelalterliche Leben nachgespielt. Viele Spiele sind im mittelalterlichen Stil aufgebaut. Zu manchen Festen kommen die Kinder als Ritter oder Burgdamen verkleidet. Außerdem sieht man in vielen Städten noch die Reste einer mittelalterlichen Mauer, mittelalterliche Häuser, die noch heute bewohnt und genutzt werden, und erhaltene Burgen oder Burgruinen, welche zu einem Museum oder als Herberge umgewandelt wurden. Die Schüler werden durch die Medien, durch Geschichten und durch ihre eigene Stadt mit Elementen aus dem Mittelalter konfrontiert.

Deswegen geht es in dieser Hausarbeit um die Zeit des Mittelalters im Hinblick auf den Lebensraum „Stadt“ und ihre Bewohner. Außerdem wird im Anschluss zum dem Thema „Mittelalter“ ein Projekt nach Frey geplant und die verschiedenen Phasen des Projekts beschrieben.

Aber bevor man ein Projekt in der Schule durchführen kann, muss man sich zuerst selber über das Thema informieren. Deswegen wird in folgenden Punkten auf einige Komponenten der Epoche „Mittelalter“ eingegangen.

2. Mittelalter

2.1. Einordnung des Mittelalters

1 Die Epoche des Mittelalters liegt in der Zeit zwischen der Antike und der Neuzeit in dem Zeitraum von ungefähr 500 bis 1500.2 Den Beginn des Mittelalters kann man ab dem Zerfall des römischen Reiches festsetzen, als der letzte römische Kaiser 476 abgesetzt wurde und die Völkerwanderung langsam zu Ende ging.3

Das Ende des Mittelalters und Anfang der frühen Neuzeit kennzeichnen die Entdeckungsfahrten von Columbus, die Reformation durch Martin Luther (Thesen), technische und kulturelle Neuerungen, wie die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg.4

Aufgrund verschiedener Ereignisse wird das Mittelalter in die drei Epochen Früh- (bis ins 11. Jahrhundert), Hoch- (bis ca. 1300) und Spätmittelalter (bis ca. 1500) eingeteilt.

2.2. Entwicklung

Bis zum 12. Jahrhundert war das Mittelalter von einer feudalen Herrschaft geprägt.5 Feudalismus ist „eine Form der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Ordnung, in der eine adlige Oberschicht vom Herrscher lehnsrechtlich mit Grundherrschaft sowie politischen und gesellschaftlichen Vorrechten ausgestattet wird“.6

Das heißt, dass eine Abhängigkeit zwischen dem Bauer und dem Grundherren und eine zwischen dem Grundherren und dem Feudalherren bestand, indem der Grundherr Land von dem Feudalherrn bekam und ihn dafür mit Lebensmittel und Schutz versorgte. Der Grundherr besaß dadurch das Land und die Menschen, die auf diesem Land lebten. Diese mussten Abgaben leisten und die obere Schicht, wie Adel, Landesherren, kirchliche Grundherren, mit Lebensmitteln versorgen.7

Ab der Mitte des 12. Jahrhunderts begann die „Städtegründungsperiode“8. Diese Phase war durch die steigende Städteanzahl, durch die wachsende Bevölkerung der Städte und durch die damit verbundene Arbeitsteilung, welche unabhängig von dem Feudalsystem war, geprägt. So entwickelten sich die Bauern langsam von der Versorgung der Feudalherren weg, und gingen auf die Belieferung der städtischen Märkte mit Produkten aus der Landwirtschaft über.

In den Städten herrschte auch eine soziale Struktur, die durch Berufe und Vermögen geprägt war, doch waren die Menschen freier als in dem Feudalsystem.9

Die städtische Unabhängigkeit begann ab 1350. Hier konnten sich die meisten Städte von dem Stadtherren lösen und eine eigene Rechtsstruktur aufbauen.10

3. Die Stadt als Lebensraum

Wenn man von einer Stadt spricht, dann hat jeder Mensch ein bestimmtes Bild davon, was eine Stadt ist und wie diese aussieht, obwohl viele Städte unterschiedlich aufgebaut sind. Hierbei sind die Epoche und das Jahr entscheidend, in denen eine Stadt gegründet wurde.

Laut Duden11 ist eine Stadt eine „größere, dicht geschlossene Siedlung, die mit bestimmten Rechten ausgestattet ist und den verwaltungsmäßigen, wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt eines Gebietes darstellt“. Diese Siedlung ist eine „große Ansammlung von Häusern und öffentlichen Gebäuden, in der viele Menschen in einer Verwaltungseinheit leben“.

So ist eine Stadt, im Gegensatz zu dem Land, ein Ort an dem viele Menschen zusammen leben. Dieser Ort kennzeichnet sich durch bestimmte Funktionen, wie zum Beispiel in „der räumlichen Arbeitsteilung und politischen Herrschaft“, welche von der „gesellschaftlichen Organisation und Produktionsform“ abhängig sind, aus. 12

Wie zur heutigen Zeit, gab es auch im Mittelalter verschiedene Lebensräume. Dazu gehörten zum Beispiel Dörfer, Städte und Burgen.

In vielen Städten kann man noch heute die mittelalterlichen Gebäude, Kirchen, Mauern und Rathäuser erkennen und besichtigen. Die mittelalterlichen Städte, wie zum Beispiel Ravensburg, Erfurt und Schwäbisch Hall, werden noch heute bewohnt und erweitert.

3.1. Die Stadt im Mittelalter

13

Im Mittelalter entstanden viele Städte und vergrößerten sich, da die Menschen sich in der Stadt bessere Lebensstandards, eigene Rechte und Arbeit erhofften. Die Städte wurden während dem Bau und der Erweiterung an die Umgebung und an die Funktion angepasst, deswegen hatten diese keine allgemeingültige Form. Außerdem sollte die Stadt, wie eine Burg, der Bevölkerung Schutz vor Angriffen bieten. Die Stadt führte mit sich, dass viele Menschen auf engem Raum lebten. Des Weiteren war die Stadt von dem wirtschaftlichen Anbau des Umlands abhängig, da in der Stadt, in der durch eine Arbeitsteilung Güter produziert wurden, selber keine landwirtschaftlichen Produkte angebaut wurden. 14 Also entstand nicht nur in der Stadt eine Arbeitsteilung, sondern auch eine zwischen dem Land und der Stadt.

a) Entstehung einer Stadt im Mittelalter

Als Grundlage für die mittelalterlichen Städte waren die Überreste von römischen Städten und kirchlichen Institutionen wichtig. Die Städte bildeten sich wieder, wenn bestimmte Faktoren auf den Ort zutrafen. Die drei wichtigsten waren herrschaftliche, wirtschaftliche und kirchliche Faktoren15. Bei dem herrschaftlichen Faktor wurde die Stadt an einem strategisch günstigen Ort gegründet. So eine Stadt lag an einer Burg und wurde zum Mittelpunkt der „regionaler Administration“. Das heißt, dass der Stadtherr oder auch die Kirche einen Standpunkt hatte, von dem aus das Umland gut überwacht und kontrolliert werden konnte.

Wenn die Stadt an einer Handlungsroute, welche sich zu dem Stadtmarkt entwickelte, errichtet wurde, wurde der wirtschaftliche Faktor gedeckt. So konnten Händler, die ihre Waren importierten, an bestimmten Tagen auf dem Markt der Stadt, welcher den Sammelpunkt bildete, verkaufen oder umtauschen.

Bei dem kirchlichen Faktor handelte es sich um einen Ort, an dem sich die Stadt an einem Klöster oder einer Bischofskirche entwickelte.

Meistens trafen mehrere Faktoren auf den Ort zu, an dem sich die Stadt entwickelte.

So entstanden die mittelalterlichen Städte gebunden an Bischofssitze, Pfalzen, Burgen und Klöster dort, wo die „Absatzmöglichkeiten, Rohstoffe und günstige Verkehrslage die Warenproduktion förderten“. 16

Es gab aber auch Städte, die ohne bereits vorhandene Grundlage gegründet wurden. Diese nannte man Städte „aus wilder Wurzel“17.

Die Menschen zog es in die Städte, da sie dort Arbeit, bessere Lebenssituation und Freiheit erhofften. Sie verließen das Land und zogen in die Stadt. Besonders im 13. und 14. Jahrhundert übten die Städte eine große Anziehungskraft auf die Menschen aus.18 Deswegen wurden diese schnell zu klein und mussten erweitert werden. Dadurch musste auch die Stadtmauer versetzt werden.19 Zu den größten Städten im Mittelalter gehörte zum Beispiel die Stadt Köln mit bis zu 40.000 Einwohnern.20

b) Charakteristische Merkmale einer mittelalterlichen Stadt

Die charakteristischen Merkmale einer mittelalterlichen Stadt sind zum Beispiel die Mauer, eigene Gesetze und der eigene Markt.

Die Mauer diente zur Verteidigung und grenzte die Stadt von dem Land außerhalb der Stadt ab.21 Meistens gehörte auch ein Stück Land außerhalb der Mauer der Stadt. Von dort aus konnte man die Umgebung kontrollieren und vor Gefahren rechtzeitig warnen. Auch einige Gebäude standen außerhalb, wie zum Beispiel die Einrichtungen für Kranke, da die Ansteckungsgefahr zu groß war um diese in der Stadt zulassen, oder sogar kleinere Siedlungen.22

Außerdem umschloss die Mauer den Bereich, in dem der Frieden durch bestimmte Gesetzte angestrebt wurde. Denn eine Stadt hatte das Recht auf eigene Gesetze und besaß eine Stadtgemeinde. Die Bürger konnten so die Angelegenheiten innerhalb der Stadt selbständig klären.

Anfangs stand der Stadtherr über der Stadt. Er überwachte diese und setzte die Regeln fest.

Handel und Gewerbe23 waren für eine Stadt sehr wichtig, da auf dem Markt Produkte aus dem Anbau des umgebenden Landes und für den alltäglichen Bedarf gekauft werden konnten. Mit der Entstehung der Städte siedelten die Märkte von den Handelsstraßen in diese um. Hier konnten sowohl reisende Händler als auch in der Stadt lebende Händler agieren. So bildeten der Markt und die verschiedene Einrichtungen, wie das Gericht und die Kathedrale, den Mittelpunkt des Umlands.

Außerdem hatte die Stadt eine eigene Produktion von Produkten, zum Beispiel in dem Bereich des Handwerks, in welchem spezialisiert gearbeitet wurde, das heißt, dass man die Arbeit aufteilte und so auch Arbeitsplätze schaffte.

4. Die Bewohner einer Stadt

24

Das Leben in einer Stadt war weniger hierarchisch strukturiert als auf dem Land. Trotzdem gab es einige verschiedene soziale Schichten, welche nach Berufen, die mehr oder weniger angesehen waren, oder nach einer anderen Religion zustande kamen. So konnte man in einer Stadt verschiedene Gruppen von Bewohnern25, wie Patrizier, welche Vermögen und politischen Einfluss besaßen, Handwerker mit unterschiedlichen Zweigen die sich in Zünfte zusammenschlossen und politisches Mitspracherecht hatten und Kaufleute, kleine Händler, auffinden.26

Berufe, die mit Schmutz und einer großen, körperlichen Anstrengung verbunden waren, wie zum Beispiel Abdecker oder Köhler (Holzkohlehersteller), waren weniger angesehen.27

Die Kaufleute hatten dagegen das größte Ansehen in einer Stadt, da sie meistens durch den Handel große Gewinne erzeugten und somit sehr reich waren. Auch Handwerker, die eigene Angestellte hatten, hatten eine hohe Stellung aufgrund des Wohlstandes.

Eine Gruppe der Einwohner gehörte zu den Tagelöhnern. Diese arbeiteten immer dort, wo gerade Arbeitskräfte gesucht wurden und hatten es deswegen schwer, da sie dabei nur sehr wenig Geld verdienen konnten.

Die unterste Schicht der Stadt stellten die „nicht ehrbare Berufe“ 28 dar, wie Henker, Totengräber, Prostituierte, Bettler sowie auch Juden, da diese nicht christlich waren. Diese Gruppen hatten auch oft weniger Rechte als die „normalen“ Bürger und mussten sich so kleiden, dass ihr Beruf sichtbar wurde.29

Die Leibeigenen dagegen, welche an einen Leibherren gebunden waren und keine eigene Rechte hatten, wurden in die Stadtgemeinde aufgenommen und hatten somit eigene Rechte und den Schutz der Stadt, wenn sie dort „Jahr und Tag“ verbracht haben, ohne dass der Herr des Leibeigenen diesen zurück gefordert hat.30

Deswegen zog es viele Menschen in die Stadt, weil es dort möglich war aufzusteigen und seine Stellung und Ansehen zu ändern, wenn man genug Vermögen erlangen konnte. Das hieß aber auch, dass man in der gesellschaftlichen Schicht genauso absinken konnte.31

[...]


1 http://diesestadtimmittelalter.files.wordpress.com/2012/04/zeitstrahl2.jpg, 18.11.14

2 Vgl. Müller, 2008, S. 18

3 Vgl. http://deutschland-im-mittelalter.de/Epochen/Spaetantike/Ablauf-Voelkerwanderung#voelkerwanderung, 03.10.14

4 Vgl. Lubich, 2010, S. 16

5 Vgl. Henning, 1985, S. 13

6 http://universal_lexikon.deacademic.com/55385/Feudalismus, 09.10.14

7 Vgl. Henning, 1985, S.14

8 Vgl. Henning, 1985, S.14

9 Vgl. Henning, 1985, S.14f

10 Vgl. Henning, 1985, S.16

11 Vgl. http://www.duden.de/rechtschreibung/Stadt, 05.10.14

12 Vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/stadt.html, 05.10.14

13 http://diesestadtimmittelalter.files.wordpress.com/2012/04/vielfalt-der-deutschen-stc3a4dte-im-mittelalter.jpg, 18.11.14

14 Vgl. http://www.leben-im-mittelalter.net/gesellschaft-im-mittelalter/sesshaftigkeit/die-stadt.html,30.10.14

15 Vgl. Müller, 2008, S. 88

16 Vgl. http://www.jadu.de/mittelalter/text/stadt.html, 13.10.14

17 Vgl. Schwarz, 2006, S. S.36

18 Vgl. Schwarz, 2006, S.36

19 Vgl. http://www.scinexx.de/dossier-detail-237-12.html, 12.10.2014

20 Vgl. Schwarz, 2006, S.36

21 Vgl. Müller, 2008, S. 86

22 Vgl. Schwarz, 2006 ,S. 38

23 Vgl. Müller, 2008, S. 85

24 http://mittelalterliche-stadt.blogspot.de/, 18.11.14

25 Vgl. Müller, 2008, S. 86

26 Vgl. Schwarz, 2006, S. 40

27 Vgl. Schwarz, 2006, S. 40

28 Vgl. http://www.leben-im-mittelalter.net/alltag-im-mittelalter/alltagsfacetten/stadtleben.html, 30.10.14

29 Vgl. Schwarz, 2006, S.54

30 Vgl. Schwarz, 2006, S.40

31 Vgl. Schwarz, 2006, S.40

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Stadt im Mittelalter und die Planung eines Projekts nach Frey
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Veranstaltung
Frühes historisches Lernen
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
20
Katalognummer
V294466
ISBN (eBook)
9783656920335
ISBN (Buch)
9783656920342
Dateigröße
894 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Die Stadt im Mittealter, Frey, Projektmethode, Mittelalter, Projektunterricht
Arbeit zitieren
Julia Ungefug (Autor), 2014, Die Stadt im Mittelalter und die Planung eines Projekts nach Frey, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294466

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