Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)

Antispeziesismus und Peter Singer. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Tierrechtsideologie

Title: Antispeziesismus und Peter Singer. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Tierrechtsideologie

Term Paper , 2013 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Seit einigen Jahren wird der Fleischkonsum sowie der Umgang mit Tieren in immer breiteren Teilen der Gesellschaft thematisiert und kritisiert. Nicht zuletzt in der Debatte um den Klimawandel werden die Auswirkungen des Fleischkonsums kritisch begutachtet. Der Verzicht auf Fleisch oder sogar gänzlich auf tierische Produkte ist kein reines Phänomen von Subkulturen mehr, sondern erreicht zunehmend auch den gesellschaftlichen Mainstream. Die Motive des Verzichts sind dabei zweifellos äußerst verschieden: ethische Bedenken, Naturschutz oder schlicht die Erhaltung der eigenen Gesundheit - um einige Beispiele zu nennen.

Auch in den Medien findet das Thema Vegetarismus/ Veganismus zunehmend Beachtung: Auf den privaten Fernsehsendern werden vegane Fleischalternativen diversen Tests unterzogen, zum Tolerance Day zeigt ein privater Sender einen Bericht über den sogenannten „Antitierbenutzungshof“ und diverse Zeitungen weisen regelmäßig auf die steigende Zahl prominenter Persönlichkeiten hin, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. In den meisten größeren Supermärkten ist es mittlerweile kein allzu großes Problem mehr Tofu, Seitan und andere Fleischalternativen zu kaufen und auch vegane Cafes und Gaststätten sind in vielen Städten zu finden.

Beschäftigt man sich intensiver mit der Thematik, scheint vor allem die vegane Ernährungsweise oftmals unmittelbar mit dem Konzept des Antispeziesismus verknüpft zu sein und an dem australischen Philosophen Peter Singer kommt man in kaum einer Diskussion herum. Dabei bezieht Singer sich zum einen auf den Begriff Antispeziesismus und verleiht ihm andererseits durch den Wirbel um seine eigene Person erneuten Aufwind in der öffentlichen Wahrnehmung. Sowohl Singers Thesen, als auch der Begriff des Speziesismus scheinen mir äußerst folgenreich und nicht zuletzt problembehaftet.

In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich daher zunächst den Begriffen Speziesismus und Antispeziesismus annähren. Anschließend werde ich expliziter auf Peter Singer eingehen. Speziell die Frage des Umgangs mit behinderten und neugeborenen Menschen ist äußerst umstritten und soll hier beleuchtet werden. Im Anschluss werde ich versuchen Singers Ansatz zu kritisieren und ihn mit der Position von Ernst Tugendhat in dessen Aufsatz „Wer sind alle?“ konfrontieren. Abschließend sollen die Ergebnisse meiner Betrachtungen noch einmal zusammengefasst werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff des Speziesismus

3. Peter Singer

4. Die moralische Gemeinschaft bei Tugendhat

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Begriff des Speziesismus und den damit verbundenen Thesen des Philosophen Peter Singer auseinander. Dabei wird insbesondere untersucht, inwiefern die Aufhebung der moralischen Grenze zwischen Mensch und Tier, wie sie von antispeziesistischen Ansätzen gefordert wird, weitreichende Konsequenzen für das Konzept der Menschenrechte und die moralische Sonderstellung des Menschen mit sich bringt.

  • Kritische Analyse des Begriffs Speziesismus und seiner Analogie zu Rassismus und Sexismus.
  • Untersuchung der utilitaristischen Position von Peter Singer und der Erweiterung der moralischen Gemeinschaft.
  • Konfrontation des Antispeziesismus mit der Position von Ernst Tugendhat.
  • Diskussion über die Notwendigkeit und Begründbarkeit einer Grenze zwischen Mensch und Tier.
  • Evaluation des Menschenwürde-Konzepts im Kontext tierethischer Debatten.

Auszug aus dem Buch

2. Zum Begriff des Speziesismus

Der Begriff Speziesismus wurde bereits in den 1970er-Jahren eingeführt und wird vor allem in der Tierrechts- und Tierbefreiungsszene häufig verwendet. Speziesismus bezeichnet die Abwertung oder Benachteiligung von Lebewesen aufgrund ihrer Zugehörigkeit (bzw. Nichtzugehörigkeit) zu einer bestimmten Spezies. „Speziesismus ist die Auffassung, dass die Zugehörigkeit zu einer Spezies eine moralisch relevante Eigenschaft darstellt, welche hinreichende Bedingung ist, Mitglieder dieser Spezies gegenüber anderen Wesen moralisch zu privilegieren oder zu benachteiligen.“4 Peter Singer bezeichnet die Mehrheit der Menschen als Speziesisten. Durch das Essen von Fleisch vollzieht sich seiner Meinung nach für die meisten Menschen der erste direkte Kontakt mit Mitgliedern anderer Spezies. Der Konsum von Fleisch stellt dabei einen Beleg der Unterwerfung aller anderen Interessen unter diejenigen des Menschen dar.5

Speziesismus wird in eine qualifizierte und eine unqualifizierte Form unterschieden. Für den unqualifizierten Speziesismus ist allein die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Spezies moralisch relevant. Der qualifizierte Speziesismus verweist dagegen auf bestimmte Eigenschaften auf deren Grundlage eine Spezies moralische Relevanz erlangt. „Mitgliedern der Spezies Homo Sapiens kommt entweder eine moralische Sonderstellung zu, weil sie Gottes Ebendbild sind und nur um ihrer selbst willen geschaffen wurden, oder aber, weil sie als Gattungseigenschaft vernunftbegabt sind.“6 Weiterhin wird der Speziesismus in eine radikale und eine milde Form unterschieden.7 Radikale Speziesisten vertreten die Überzeugung, dass einzig und allein die menschlichen Interessen zählen und moralisch schützenswert sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle gesellschaftliche Debatte um Fleischkonsum, Vegetarismus und das Konzept des Antispeziesismus ein und skizziert das Forschungsinteresse.

2. Zum Begriff des Speziesismus: Dieses Kapitel definiert Speziesismus als Konzept, unterscheidet zwischen verschiedenen Formen wie radikal und mild sowie qualifiziert und unqualifiziert, und hinterfragt die Analogie zu Rassismus und Sexismus.

3. Peter Singer: Hier wird der utilitaristische Ansatz Peter Singers analysiert, der die Leidensfähigkeit als Kriterium für die moralische Gemeinschaft einführt und eine Gleichbehandlung von Mensch und Tier fordert.

4. Die moralische Gemeinschaft bei Tugendhat: Dieses Kapitel stellt die Position von Ernst Tugendhat vor, der eine klare Abgrenzung der moralischen Gemeinschaft auf die Menschheit befürwortet, um das Prinzip der Menschenwürde zu wahren.

5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass eine Grenzziehung zwischen Mensch und Tier notwendig ist, um die Integrität der Menschenrechte zu schützen, und empfiehlt Tugendhats Ansatz als praxistauglichere Alternative.

Schlüsselwörter

Speziesismus, Antispeziesismus, Peter Singer, Ernst Tugendhat, Tierethik, Menschenrechte, Menschenwürde, Utilitarismus, Leidensfähigkeit, moralische Gemeinschaft, Tierbefreiung, Diskriminierung, Ethik, moralische Sonderstellung, Vegetarismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer kritischen Reflexion des Konzepts des Speziesismus und dessen Auswirkungen auf das moralische Verständnis des Verhältnisses zwischen Mensch und Tier.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Tierethik, die philosophische Begründung von Menschenrechten, das Konzept der Menschenwürde sowie die utilitaristischen Theorien von Peter Singer im Vergleich zu den Positionen von Ernst Tugendhat.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die theoretischen Konsequenzen der Aufhebung der Speziesgrenze zu untersuchen und aufzuzeigen, warum die Unterscheidung zwischen Mensch und Tier für den Erhalt universaler Menschenrechte notwendig bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, indem sie Begriffe definiert, Theorien (insbesondere den Utilitarismus) kritisch gegenüberstellt und Argumentationsstrukturen hinsichtlich ihrer praktischen Konsequenzen prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung des Speziesismus, die Auseinandersetzung mit der Philosophie von Peter Singer und die Gegenüberstellung mit der moralphilosophischen Position von Ernst Tugendhat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Speziesismus, Antispeziesismus, Menschenwürde, Utilitarismus und moralische Gemeinschaft.

Wie bewertet der Autor die Analogie zwischen Speziesismus und Rassismus?

Der Autor sieht den Vergleich als problematisch und weist darauf hin, dass die Vertreter des Antispeziesismus dadurch ungewollt das Fundament der Menschenrechte untergraben, auf das sie sich als historisches Vorbild für Gerechtigkeit stützen.

Warum hält der Autor die Position von Peter Singer für gefährlich?

Der Autor argumentiert, dass Singers Kriterium der Leidensfähigkeit die moralische Sonderstellung des Menschen aufhebt und somit eine Hierarchisierung ermöglicht, die bestimmte Menschen (wie Kleinstkinder oder Behinderte) aus der Gemeinschaft ausschließen könnte.

Welchen Vorteil sieht der Autor in der Position von Ernst Tugendhat?

Der Vorteil liegt darin, dass Tugendhats Ansatz alle Menschen ausnahmslos in die moralische Gemeinschaft einbindet, ohne die Notwendigkeit, das etablierte moralische System oder das Konzept der Menschenwürde grundlegend zu verwerfen.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Antispeziesismus und Peter Singer. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Tierrechtsideologie
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Angewandte Ethik)
Course
Texte zur Umwelt- und Naturethik
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2013
Pages
17
Catalog Number
V294475
ISBN (eBook)
9783656922605
ISBN (Book)
9783656922612
Language
German
Tags
Peter Singer Speziesismus Antispeziesismus Tierrecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2013, Antispeziesismus und Peter Singer. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Tierrechtsideologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294475
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint