Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschlechterstudien / Gender Studies

Die Konstruktion von Weiblichkeit in Simone de Beauvoirs "Das andere Geschlecht" im Vergleich zu Ansätzen der Gender-Studies

"Niemand wird als Frau geboren"

Titel: Die Konstruktion von Weiblichkeit in Simone de Beauvoirs "Das andere Geschlecht" im Vergleich zu Ansätzen der Gender-Studies

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Tatjana Schleiser (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Am Ende des Jahres 2012 weist in Deutschland u.a. die innerhalb der politischen Klasse und daher auch in den Medien geführte Diskussion um die Einrichtung von festen
Quoten für die Besetzung von Aufsichtsratsposten in Großunternehmen mit Frauen darauf hin, dass offensichtlich die Gleichberechtigung der Frau im Sinne einer paritätischen Repräsentanz von Frauen in Entscheidungspositionen noch längst nicht realisiert ist. Zeitgleich finden in Schweden Betreuungsangebote für Vorschulkinder großen Zulauf, die auf einem Konzept basieren, das auf jegliche Andeutung von
Geschlechterunterschieden in der Betreuungseinrichtung verzichtet, um die Kinder sexuell gleichberechtigt – oder besser: sexuell neutral – zu erziehen.

Beides sind Beispiele dafür, wie mit dem Gedanken der Gleichberechtigung der Geschlechter umgegangen wird. Beide basieren allerdings auf sehr unterschiedlichen
Auffassungen oder Wahrnehmungen des Themas. Während hinter den Initiativen deutscher Politikerinnen und Politiker ein eher traditionelles Verständnis von Gleichberechtigung steht, manifestiert sich in der Praxis...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Simone de Beauvoirs „Das andere Geschlecht“

2.1 „Weiblichkeit“ als Reflexion und Ergänzung des männlichen Prinzips

2.1.1 Historische Ableitung der Geschlechterrollen

2.1.2 Weiblichkeit als sozio-kulturelle Bedingtheit

2.2 Physische und psychische Aspekte von Weiblichkeit

3. Die Theorie der Gender-Studies

3.1 Die Trennung von „Sex“ und „Gender“

3.2 „Weiblichkeit“ als sozio-kulturelles Stereotyp

4. Vergleichende Betrachtung beider Ansätze

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die grundlegenden Konzepte aus Simone de Beauvoirs Werk „Das andere Geschlecht“ kritisch den aktuellen Ansätzen der Gender Studies gegenüberzustellen, um die historische Entwicklung und die gesellschaftliche Relevanz der wissenschaftlichen Debatte um Geschlechterrollen zu analysieren.

  • Historische und gesellschaftliche Konstruktion von Weiblichkeit
  • Unterscheidung zwischen biologischem Geschlecht (Sex) und sozialem Geschlecht (Gender)
  • Einfluss sozio-kultureller Faktoren auf Identitätsbildung
  • Kritische Reflexion patriarchaler Strukturen und deren Wandel
  • Perspektiven der Queer Studies im Vergleich zu klassischen Gender-Theorien

Auszug aus dem Buch

2. Simone de Beauvoirs „Das andere Geschlecht“

„Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“ Dieser Satz ist vermutlich der bekannteste und meist zitierte aus dem Buch „Das andere Geschlecht“, der – in leicht modifizierter Form - sogar Eingang in die populäre deutsche Kultur gefunden hat. Als dieser Gedanke formuliert und zum ersten Mal publiziert wurde, muss er gleichermaßen revolutionär wie verstörend gewirkt haben. Wie sehr er seiner Zeit voraus war, zeigt sich daran, dass die Wirkungsgeschichte von Beauvoirs Text gut zwanzig Jahre nach der Erstausgabe des Buchs einen Höhepunkt des Interesses verzeichnen konnte: „Simone de Beauvoirs Klassiker Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau (...) wurde Ende der 1960er Jahre zu einem zentralen Referenzpunkt der neuen Frauenbewegung.“

Aus dem Verneinen von Weiblichkeit als biologischem Schicksal zugunsten der Erkenntnis ihrer gesellschaftlich-kulturellen Bedingtheit folgen unweigerlich ein prozessuales Verständnis von Geschlechterrollen und die Frage nach den Bedingungen, die zur Annahme solcher Rollen führen. Denn nach Beauvoirs existentialistischer Weltsicht liegt der Verwirklichung der Geschlechterrolle tatsächlich eine individuelle Entscheidung zugrunde. Doch muss eine solche Entscheidung ja nicht auf Freiwilligkeit beruhen, sondern kann durch die Umwelt nahegelegt oder sogar – etwa unter Verweis auf Normen und die Konsequenzen für die Abweichungen von ihnen – forciert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet anhand aktueller gesellschaftlicher Debatten in Deutschland und Schweden die unterschiedlichen Auffassungen von Gleichberechtigung und führt in die Fragestellung der Arbeit ein.

2. Simone de Beauvoirs „Das andere Geschlecht“: Dieses Kapitel analysiert Beauvoirs zentrales Argument, dass Weiblichkeit ein gesellschaftlich konstruiertes Phänomen und kein biologisches Schicksal ist, und untersucht deren historische wie psychologische Dimensionen.

2.1 „Weiblichkeit“ als Reflexion und Ergänzung des männlichen Prinzips: Es wird dargelegt, wie das Weibliche historisch und biblisch als untergeordnetes Gegenstück zum männlichen Subjekt definiert wurde, um dessen Identitätsbildung zu ermöglichen.

2.1.1 Historische Ableitung der Geschlechterrollen: Das Kapitel zeichnet die Entwicklung der Geschlechterrollen von der Jäger-und-Sammler-Gesellschaft über die sesshafte Landwirtschaft bis hin zur industriellen Revolution nach.

2.1.2 Weiblichkeit als sozio-kulturelle Bedingtheit: Hier wird verdeutlicht, dass die Wahrnehmung des „anderen Geschlechts“ stets von den ökonomischen und sozialen Anforderungen der jeweiligen Ära abhängig ist.

2.2 Physische und psychische Aspekte von Weiblichkeit: Die Untersuchung zeigt, wie biologische Gegebenheiten durch gesellschaftliche Zuweisungen mit Werten belegt werden und wie Mädchen früh in Rollen konditioniert werden.

3. Die Theorie der Gender-Studies: Dieses Kapitel beschreibt die akademische Etablierung der Gender Studies und die daraus resultierende methodische Weiterentwicklung feministischer Forschung.

3.1 Die Trennung von „Sex“ und „Gender“: Es wird die fundamentale Unterscheidung zwischen dem biologischen Körper („Sex“) und der sozialen Identität („Gender“) als Ergebnis gesellschaftlicher Diskurse erörtert.

3.2 „Weiblichkeit“ als sozio-kulturelles Stereotyp: Das Kapitel diskutiert, wie moderne Rahmenbedingungen und Medien die Konstruktion von Geschlechterrollen beeinflussen und differenzieren.

4. Vergleichende Betrachtung beider Ansätze: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Beauvoirs Thesen und den Ansätzen der Gender sowie Queer Studies zusammen und reflektiert deren gesellschaftliche Praktikabilität.

Schlüsselwörter

Simone de Beauvoir, Geschlechterrollen, Feminismus, Gender Studies, Sex, Gender, Weiblichkeit, Männlichkeit, Identität, Patriarchat, gesellschaftliche Konstruktion, Emanzipation, Queer Studies, Judith Butler, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Konstruktion von Weiblichkeit, ausgehend von Simone de Beauvoirs Werk „Das andere Geschlecht“, und setzt diese in Bezug zu modernen Gender-Konzepten.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Geschlechterrollen, die sozio-kulturelle Bedingtheit des Geschlechts sowie die wissenschaftliche Trennung von biologischen und sozialen Geschlechtsmerkmalen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der wissenschaftlichen Debatte nachzuvollziehen und zu analysieren, wie sich das Verständnis von Geschlecht über Zeit und Kultur hinweg gewandelt hat.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit nutzt einen historisch-analytischen Vergleich von Primärliteratur (Beauvoir) und moderner gender-theoretischer Forschung, um theoretische Argumentationslinien zu kontrastieren.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil behandelt die historische Herleitung von Rollenbildern, die psychologischen Aspekte der Identitätsentwicklung und die Differenzierung zwischen „Sex“ und „Gender“ in der Theoriebildung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Text charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Gender Studies, gesellschaftliche Konstruktion, Geschlechteridentität, Emanzipation, Beauvoir, Patriarchat und die Dekonstruktion von Normen.

Inwiefern beeinflusst das Konzept des „Ewigweiblichen“ die Analyse?

Es dient als Beispiel für eine historisch gewachsene, mythisch überhöhte Definition von Frau, die Passivität als biologisch begründet darstellt, was von Beauvoir und späteren Theorien widerlegt wird.

Warum wird die industrielle Revolution als Wendepunkt genannt?

Sie ermöglichte Frauen erstmals seit der Urzeit wieder eine eigenständige wirtschaftliche Teilhabe durch Erwerbsarbeit, was die Grundlage für neue Emanzipationsbestrebungen legte.

Wie unterscheidet sich der Ansatz von Judith Butler von klassischen Gender Studies?

Butler dekonstruiert nicht nur das soziale Geschlecht (Gender), sondern hinterfragt auch das biologische Geschlecht (Sex) als sozio-kulturell determiniertes Konstrukt, um homophobe Machtstrukturen offenzulegen.

Was schlussfolgert die Arbeit hinsichtlich der Praktikabilität dieser Theorien?

Die Arbeit stellt fest, dass während radikale Ansätze emanzipatorisch wichtig sind, sich die Frage nach der praktischen Umsetzung im Alltag – etwa in Erziehungskonzepten – als komplexe Herausforderung erweist.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Konstruktion von Weiblichkeit in Simone de Beauvoirs "Das andere Geschlecht" im Vergleich zu Ansätzen der Gender-Studies
Untertitel
"Niemand wird als Frau geboren"
Hochschule
Universität Potsdam  (Kulrurwissenschaften)
Veranstaltung
Einführung in Gender Studies
Note
1,0
Autor
Tatjana Schleiser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
19
Katalognummer
V294510
ISBN (eBook)
9783656922247
ISBN (Buch)
9783656922254
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beauvoir Gender Studies Geschlecht Weiblichkeit Konstruktion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tatjana Schleiser (Autor:in), 2013, Die Konstruktion von Weiblichkeit in Simone de Beauvoirs "Das andere Geschlecht" im Vergleich zu Ansätzen der Gender-Studies, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294510
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  19  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum