Rechtsextremismus im Fußball. Dortmund und der BVB

Geächtet und dennoch geduldet?


Studienarbeit, 2015

12 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Definition Rechtsextremismus

3. Mitgliederbeschaffung, Gründe und Orte

4. Beispiel: „Borussenfront“

5. Umgang mit dem Problem des Rechtsextremismus

6. Fazit

7. Literatur und Internetquellen

1. Einleitung

Über 100000 Vereinsmitglieder, ein Stadion mit einer Kapazität für über 80000 Zuschauer, 8-mal deutscher Meister, mehrmaliger Europapokalsieger und wirtschaftlich gesund. Die Liste der positiven Dinge, die man über den Ballsportverein Borussia aus Dortmund und als ein „Aushängeschild“ der Stadt, aufzählen könnte ist lang. Nach Jahren des großen sportlichen Erfolges in der jüngsten Vergangenheit und den mehr als hundert Jahren der Tradition ist der BVB einer der beliebtesten Vereine, Sportart übergreifend in ganz Deutschland. Eigene Stiftungen wie die "Leuchte auf" sorgen dafür, dass der BVB auch über die Grenzen des Fußballs hinweg gesellschaftliches Engagement zeigen kann[1]. Diese Stiftungen unterstützen unter anderem Kinder und Grundschüler aus sozialen schwächeren Schichten und ermöglichen diesen den Zugang zu besseren Bildungsmöglichkeiten. Doch neben den positiven Aspekten, die ich hier aufgeführt habe, hat ein gesellschaftlich und sportlich so angesehener Fußballverein und der Fußball selbst ein Problem welches manchmal auf der ersten Blick zwar nicht unbedingt sichtbar ist, aber dennoch nicht wegzudiskutieren ist: Rechtsextremismus.

Im Falle des BVB ist diese vorherrschende rechtsextremistische Gruppierung die sogenannte "Borussenfront". Ihre besondere Nähe zum rechtsradikalen Milieu und eine Reportage des Stern Magazins aus dem Jahr 1983 sorgte dafür, dass die Gruppierung einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde[2].

In dieser Arbeit soll es nun im speziellen um den Rechtsextremismus in der Stadt Dortmund und diese sogenannte "Fan"- Gruppierung der „Borussenfront“ gehen und dann soll an diesem Beispiel klargemacht werden wie sich diese Gruppierungen verhalten und woher sie ihre Mitglieder beziehen. Zu Beginn meiner Arbeit werde ich zunächst einmal klären was der Begriff Rechtsextremismus bedeutet und umfasst. Dabei werde ich mir mehrere Definitionen des Begriffes ansehen und versuchen die Kernaspekte eben dieser Definitionen herauszustellen. Im Anschluss soll es um die Mechanismen des Rechtsextremismus und den Umgang mit dem Rechtsextremismus von verschiedenen Seiten aus gehen . Zum Schluss werde ich die Gruppierung der „Borussenfront“ im speziellen betrachten. Es geht dabei um die Geschichte der Gruppierung und den Punkt in welchem Maße sie die Stadt Dortmund beeinflusst hat. Dieses mündet dann alles in ein Fazit welches aufzeigen soll, wie der Umgang der Polizei und dem Staat mit der "Borussenfront" im allgemeinen aussieht und ob diese trotz ihres Standes alles in allem geduldet wird. Die Literatur für diese Arbeit setzt sich vor allem aus Internetquellen zusammen, da sie die Aktualität der Situation am Besten abbilden und sich in diesem hitzigen Thema gut Gemeinsamkeiten und Unterschiede ausmachen lassen.

2. Definition Rechtsextremismus

"Rechtsextremistische Ideologie ist mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unvereinbar! "(Nandlinger,2015)

Dieses Zitat ist ein prägnantes im Zusammenhang mit dem Rechtsextremismus, da dieses bereits einen wichtigen Kern dieses „Glaubens“ bzw. dieser Einstellung deutlich aufzeigt, obwohl man dies auch nicht verallgemeinern sollte,da diese Ablehnung gegen diese Werte auch nur als „Tendenziell“ (Stöss, 2007, S.18) gesehen werden könnte. Dennoch muss man sich fragen, was ist eigentlich noch unter Rechtsextremismus zu verstehen und wer gilt als rechtsextrem bzw. rechtsextremistisch? Da der Rechtsextremismus an sich über kein „homogenes ideologisches Konzept“ (Stöss, 2007, S.12) verfügt, ist es schwierig den Begriff klar zu fassen, doch trotz allem gibt es Gemeinsamkeiten der vielen verschiedenen Ausprägungen . Dem Duden zufolge ist ein (Rechts)-Extremist beispielsweise ein politisch extrem, radikal eingestellter Mensch, was die Weite des Begriffs aufzeigt. Um dann doch zu einer vernünftigen Definition des Begriffes zu kommen, schaue ich mir nun die Definitionen von mehreren Autoren und Internetseiten und deren Hauptmerkmale bezüglich des Rechtsextremismus an und versuchte den Kern dieser zu filtern. Zunächst kann man erst einmal festhalten, dass rechtsextremistische bzw. rechtsextreme Ideologieansätze im Nationalismus und im Rassismus wurzeln. Sie sind von der Vorstellung geprägt, dass die ethnische Zugehörigkeit zu einer Nation oder Rasse die größte Bedeutung für das Individuum besitzt. Der Wert des Menschen definiert sich, wie auch die Internetpräsenz des Verfassungsschutz hervorhebt, sich über die Ethnie, den Auffassungen dieses Gesinnung folgend.[3]Das Individuum ist der Gesellschaft gegenüber minderwertig und ist dieser unterstellt und muss sich den Interessen eben dieser Gesellschaft/Gemeinschaft unterordnen (Stöss, 2007, S.18). Man geht zudem von einer „sozialen Ungleichheit“(Nandlinger,2015) der verschiedenen Gruppierungen oder Gesellschaften aus und sieht die eigene Gesellschaft, der man sich zugehörig fühlt als die höchste an. Dieser Ansatz ist dann eher von einer „Tradition des organisch - biologischen Denkens“ und der Bejahung von „sozialdarwinistischen Ansätzen“ (Glanninger, 2009, S.16) gekennzeichnet, was auch im Zusammenhang mit den Diktaturen des 20. Jahrhunderts in Europa gesehen werden kann (Jaschke, 2006, S.75). Dieses Kennzeichen, was als übersteigerter Nationalismus bezeichnet werden könnte, sieht oder beschwört eine Bedrohung von „Außen“ und versucht diese dann für die eigenen Zwecke zu nutzen und zu instrumentalisieren. Populistische Aussagen wie, „Ausländer nehmen Deutschen die Arbeitsplätze weg“ sind in diesem Zusammenhang geläufig. Diese Denkweisen sind „geschlossene Denkgebäude“ (Jaschke, 2006, S.31) , die von den Anhängern dieser Ideologie im Prinzip nicht oder nur teilweise reflektiert und werden einfach geglaubt, ähnlich wie eine Art Religion.

[...]


[1]Infos zu diesem Thema: http://www.bvb.de/Der-BVB/Stiftung/News.

[2]Sternartikel aus dem 1983.

[3]http://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af-rechtsextremismus/was-ist-rechtsextremismus.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Rechtsextremismus im Fußball. Dortmund und der BVB
Untertitel
Geächtet und dennoch geduldet?
Hochschule
Universität Kassel
Note
3,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
12
Katalognummer
V294518
ISBN (eBook)
9783668444546
ISBN (Buch)
9783668444553
Dateigröße
919 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fussball, Extremismus, Gewalt, KRawall, Hooligans, rechte Szene, National
Arbeit zitieren
Daniel Hartmann (Autor), 2015, Rechtsextremismus im Fußball. Dortmund und der BVB, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294518

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