Unterrichtskonzept Gentechnik. Hör-Seh-Verstehen im DaF-Unterricht


Unterrichtsentwurf, 2013

26 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Theoretische Grundlagen
1.1 Hör-Seh-Verstehen
1.2 TestDaF
1.2.1 Beschreibung vom TestDaF- und TestDaF-Hörverstehen
1.2.2 Schwierigkeiten der Hörverstehensaufgaben des TestDaF

2. Die Unterrichtseinheit
2.1 Allgemeine Beschreibung der Unterrichtseinheit
2.2 Beschreibung der Lerngruppe
2.3 Ziele der Unterrichtseinheit

3. Didaktische Überlegungen

4. Methodische Überlegungen
4.1 Videos
4.1.1 Einstiegsphase
4.1.2 Transferphase
4.2 Audios
4.2.1 Erarbeitungsphase
4.2.2 Vertiefungsphase
4.3 Vokabelvorentlastung
4.4 Abschlussphase

5.Unterrichtsverlauf

6. Unterrichtsmaterialien

Literatur:

1. Theoretische Grundlagen

1.1 Hör-Seh-Verstehen

„Ein wichtiger Unterschied zwischen Lese- und Hörverstehen ist, dass sich der Hörer außerhalb der Testsituation zumeist in Hör-Seh-Situationen befindet.“ (Grotjahn 2005, S. 121). Verglichen mit dem Hören, bei dem sämtliche Informationen über den auditiven Kanal empfangen werden, lassen sich die große Kapazität des visuellen Kanals in Hör-Seh-Situationen nutzen, um die empfangenen Inhalte zu speichern und zu verarbeiten. Außerdem werden weitere für das Verstehen wichtige Informationen – z.B. die situativen Informationen des Gehörten (Zeit, Ort, Gesprächsbeteiliger usw.) und die durch paralinguistische Zeichen Sprecherintentionen – durch den visuellen Kanal präsentiert, was das Verstehen der Inhalte, vor allem für Nichtmuttersprachler, deutlich erleichert (vgl. Grotjahn 2005, S. 122).

In den meisten deutschen Standard-Sprachprüfungen werden Hörverstehentexte aus technisch-organisatorischen Gründen nicht als Video, sondern als Audio präsentiert (vgl. Grotjahn 2005, S. 122). Dazu gehören auch die verbereitesten Sprachprüfungen für die ausländischen Studienbewerber, nämlich die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) und der Test Deutsch als Fremdsprache (TestDaF).

1.2 TestDaF

1.2.1 Beschreibung vom TestDaF- und TestDaF-Hörverstehen

Der TestDaF ist eine internationale Sprachprüfung für alle, die bereits über gute Kenntnisse in der deutschen Sprache verfügen und diese überprüfen möchten. Für die Studienbewerbung in deutschsprachigen Ländern gilt ein TestDaF-Zeugnis als Nachweis der Sprachkompetenzen. Die Prüfungsergebnisse werden in allen vier Prüfungsteilen mit vier Stufen bewertet, nämlich UNTER TDN3, TDN3, TDN4 und TDN5. Die TestDaF-Noten drei bis fünf entsprechen den Niveaustufen B2 bis C1 gemäß dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER).1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle: Vergleich der Niveaustufen2

Im Prufüngsteil Hörständnis gibt es drei Hörtexte. Die folgenden Tabelle stellt die Aufgaben zum Hörverstehen zusammenfassend dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle: Aufgaben zum TestDaF-Hörverstehen (Heine 2008, S. 40)

1.2.2 Schwierigkeiten der Hörverstehensaufgaben des TestDaF

1.2.2.1 Inhaltliche Schwierigkeiten

Im TestDaF sollen die Prüfungsteilnehmer nicht nur Dialogen in alltäglichen Situationen (Hörtext 1), sondern auch Vorträgen, Gesprächsrunden und Interviews zu allgemeinwissenschaftlichen und wisschenschaftlichen Themen (Hörtext 2 und 3) folgen können.3 Es werden zwar keine Fachkenntnisse in der Prüfung gefordert, aber thematisches und kulturelles Hintergrundwissen sowie ein gewisser Wortschatz zu den Themen in verschiedenen Bereichen sind unentbehrlich für das Verständnis der Hörtexte.

1.2.2.2 Akustische Schwierigkeiten

Für die Analyse der akustischen Schwierigkeiten der TestDaF-Hörtexte steht die Liste „Schwierigkeitsfaktoren der akustischen Komponente“ von Solmecke (2000) zur Verfügung. Anhand der offiziellen Modellprüfungen4 und meiner eigenen Prüfungserfahrung5 werden die akustischen Komponenten der TestDaF-Hörtexte in folgender Tabelle abgestuft.

* Es ist von den Anlagen am Prüfungsort abhängig. (z.B. ob der Prüfungsraum mit Kopfhörern ausgestattet wird.)

2. Die Unterrichtseinheit

2.1 Allgemeine Beschreibung der Unterrichtseinheit

Die Unterrichtseinheit „Gentechnik“ ist ein Teil eines TestDaF-Vorbereitungskurses, in dem die Aufgabentypen aller vier Prüfungsteile (Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen) trainiert werden und die Sprachkompetenz der TN verbessert wird. Die Unterrichtseinheit besteht aus zwei Unterrichtsstunden, die jeweils 45 Minuten dauern. Der Schwerpunkt dieser Unterrichtseinheit liegt auf der Übung des Hörverständnisses. Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema werden den Teilnehmern die Chancen gegeben, eigene Meinungen mündlich zu äußern. Lesen und Schreiben werden dabei relativ wenig geübt.

2.2 Beschreibung der Lerngruppe

Die Lerngruppe setzt sich aus 20 ausländischen Teilnehmern mit unterschiedlicher Herkunft zusammen. Sie sind zwischen 16 und 30 Jahre alt, haben bereits eine allgemeine Schulausbildung in ihrer Heimat bestritten und verfügen deswegen über ein gewisses Allgemeinwissen im Bereich der Naturwissenschaft. Sie lernen im Zielland die Zielsprache Deutsch, um in Zukunft in Deutschland zu studieren. Die TN erreichen das Sprachniveau B2 gemäß dem GER.

2.3 Ziele der Unterrichtseinheit

1. Die Fertigkeiten, die Details und die Gesamtaussage eines Hörtextes zu verstehen, werden trainiert.
2. Die TN gewöhnen sich an die Aufgabentypen des TestDaF.
3. Eigene Meinungen werden mithlife der Redemittel ausformuliert. Der mündliche Ausdruck wird geübt.
4. Der Wortschatz der TN zum Thema „Biologie und Lebensmittel“ wird erweitert.

3. Didaktische Überlegungen

Da naturwissenschaftliche Themen häufig im TestDaF erscheinen und alle Kursteilnehmer (TN) über gewisse Grundkenntnisse verfügen, habe ich das biologische Thema „durch Gentechnik veränderte Lebensmittel (Genlebensmittel)“ ausgewählt.

Die Gentechnik hat sich in den letzten 30 Jahren rasant entwickelt und betrifft heutzutage sowohl jeden Einzelnen als auch die Gesellschaft insgesamt. „Berichte über Erfolge der Gentechnologie lösen unter Wissenschaftlern und Laien immer wieder heftige Diskussionen darüber aus, ob das Risiko nicht den Nutzen überwiege und ob sich die Wissenschaft nicht Schranken auferlegen müsse.“ Videos6 und Audios7 über dieses Thema könnten im Unterricht bei der Hörübung motivierend wirken und in anschließenden Unterrichtsphasen Sprechanlässe bieten. Die TN sollen den Gebrauch der Gentechnik in ihrer Heimat reflektieren und sich überlegen, wo es noch Mängel gibt und wie die Risiken besser in Grenzen gehalten werden können.

Darüber hinaus trägt die Auseinandersetzung mit dem Thema „Genlebensmittel“ dazu bei, dass die TN den Wortschatz bezüglich der Biologie und Landwirtschaft, der in allen vier Prüfungsteile des TestDaFs einen Stellenwert hat, erweitern und wiederholen können.

4. Methodische Überlegungen

4.1 Videos

Obwohl die TestDaF-Teilnehmer während der Prüfung nur Audios hören können, möchte ich zwei Videos jeweils in der Einstiegsphase und der Transferphase einsetzen.

4.1.1 Einstiegsphase

Videos wirken als Einstieg in eine Unterrichtsstunde motivierend, weil sie sich neben Tönen auch aus Bildsequenzen zusammensetzen, deren Verständnis kein Sprachwissen erfordert (vgl. Brandi 1996, S. 149). Das multisensorische Lernen weckt nicht nur mehr Neugier der TN, sondern dient auch besserer Gedächtniseffekte der zu lernenden Vokabeln. „Wer das Wort nur sieht oder nur hört oder nur abschreibt, der vergibt die Chance auf schnelles effektives Lernen.“ (Komarek 2010, S. 103). In der Einstiegsphase wird das Video zweimal gesehen und die TN füllen anhand des Inhaltes des Videos eine Tabelle aus, die die Unterschiede zwischen Lebensmitteln mit und ohne Gentechnik darstellt.

4.1.2 Transferphase

In der Transferphase dient das zweite Video als Sprechanlass. Das Video wird mit Auszügen aus mehreren kurzen Interviews kombiniert und präsentiert die Meinungen der Interviewer aus verschiedenen sozialen Schichten über Genlebensmittel.

Quelle des Bildes: Günther 2003, S. 70.

Gemäß der Grafik vermittelt man 55 % der Botschaften über die Körpersprache, 39 % über die Stimme und nur 6 % auf der Wortebene. Der Inhalt selbst spielt in der Kommunikation nur eine sehr geringe Rolle. Im Unterschied zum Audio kann ein Video nonverbale Elemente wie Gestik und Mimik über den Bildkanal präsentieren, womit die TN die Ansichten der Interviewten besser auffassen können.

Die TN tauschen nach dem Anschauen des Videos ihre Meinungen aus. Um andere zu überzeugen, sollen die TN versuchen, bei der Äußerung die Pro-Argumente nochmals zu begründen und die Gegen-Argumente abzuschwächen. Es wird jeder Gruppe ein Arbeitsblatt mit nützlichen Redemitteln vorgegeben.

4.2 Audios

Das Audio dauert ca. drei Minuten. Es ist sprachlich anspruchsvoll für die TN auf dem B2 Niveau. Weil der Inhalt des Audios relativ redundant ist und die Konzentrationsübung nötig für die TN ist, wird das Audio in der Erarbeitungsphase und Vertiefungsphase ohne Pause gehört (vgl. Dahlhaus 1994, S. 116).

[...]


1 Vgl. http://www.testdaf.de/teilnehmer/tn-info_ueberblick.php, Abruf am 05.09.2013.

2 Quelle: http://www.testdaf.de/teilnehmer/tn-info_nivea_stufen.php Abruf am 05.09.2013.

3 Vgl. http://www.testdaf.de/teilnehmer/tn-vorbereitung_modellsatz2_Tipp_HV.php?id=1; Abruf am 05.09.2013.

4 Modellsatz 02 und 03 Quelle: http://www.testdaf.de/teilnehmer/tn-vorbereitung_training.php; Abruf am 05.09.2013.

5 Am 7. April 2012 an der Universität Qingdao, China.

6 Die Informationskanäle der ausgewälten Videos in diesem Unterrichtskonzept werden nicht getrennt. Die Videos laufen mit Bild und Ton, aber ohne Untertitel.

7 Transkripte werden den Teilnehmern beim Hören der Audios nicht zur Verfügung gestellt.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Unterrichtskonzept Gentechnik. Hör-Seh-Verstehen im DaF-Unterricht
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Germanistische Sprachwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar: Fertigkeit Hören und Sprechen
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
26
Katalognummer
V294529
ISBN (eBook)
9783656922629
ISBN (Buch)
9783656922636
Dateigröße
737 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hörverständnis, Unterrichtskonzept
Arbeit zitieren
Yunshuo Yang (Autor), 2013, Unterrichtskonzept Gentechnik. Hör-Seh-Verstehen im DaF-Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294529

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