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Ehrenamtliche und Hauptamtliche in der Sozialen Arbeit

Title: Ehrenamtliche und Hauptamtliche in der Sozialen Arbeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Melanie Sieber (Author)

Social Work
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1. Einleitung
Ehrenamt hat zur Zeit Konjunktur. Alle reden davon, wer sich wo engagiert und wie man noch mehr Menschen dazu bewegen könnte, einen Teil ihrer Zeit für gesellschaftliche Belange zu investieren.
Durch die Krise des Sozialstaats wurde und wird deutlich, dass der Staat nicht unbegrenzt fähig ist, notleidenden Bürgern zu helfen. Das führt dazu, dass sich die Politiker wieder stärker auf Werte des Gemeinsinns und der Subsidiarität besinnen und die Bürger zu Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe aufrufen. Es ist nicht zu erwarten, dass sich die finanzielle Situation ändert und es Zuschüsse geben wird, eher sind weitere Kürzungen zu erwarten. Aufgrund dessen wird dem freiwilligen Engagement der Bürger ein sehr hoher Stellenwert zugesprochen und es wird auch in Zukunft notwendig sein, wenn der jetzige Standard sozialer Versorgung aufrecht erhalten bleiben soll. In der Konsequenz heißt das für die berufliche Sozialarbeit, dass sie eng und wirkungsvoll mit Ehrenamtlichen kooperieren muss.

Dies habe ich während meines studienbegleitenden Praktikums in der Bahnhofsmission Freiburg in der Praxis erfahren. Die Bahnhofsmisson wird vorwiegend durch Ehren-amtliche am Leben erhalten (es gibt 2 hauptamtliche Kräfte, 2 Zivis, 15-20 Ehrenamtliche und eine wechselnde Anzahl von Praktikanten). Dort wurde ich mit verschiedenen Problemen der Zusammenarbeit von professionellen Sozialarbeitern und Ehrenamtlichen konfrontiert und kam zu der Erkenntnis, dass ich mich als angehende professionelle Kraft mit dem Verhältnis von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen auseinandersetzen sollte.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ehrenamt und professionelle Sozialarbeit im Rückblick

3. Profil des Ehrenamtes

3.1. Definition

3.2. Kennzeichen ehrenamtlicher Arbeit

3.3. Anzahl der Ehrenamtlichen in der Gesellschaft

3.4. Motivation Ehrenamtlicher

3.5. Erwartungen der Ehrenamtlichen

4. Profil des Hauptamtes

4.1. Definition

4.2. Kennzeichen

4.3. Aufgabenbereiche

4.4. Berufsidentität

5. Konfliktpotentiale

6. Neue Wege

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das spannungsreiche Verhältnis zwischen ehrenamtlicher und professioneller Sozialarbeit vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Krisen und veränderter Anforderungen an soziale Dienste. Ziel ist es, Lösungsansätze für eine produktive Kooperation zu erarbeiten und Voraussetzungen für ein gleichberechtigtes Zusammenwirken zu identifizieren.

  • Historische Entwicklung des Verhältnisses von Ehren- und Hauptamt
  • Differenzierung der Profile ehrenamtlicher und professioneller Arbeit
  • Analyse typischer Konfliktpotentiale in der Zusammenarbeit
  • Entwicklung von Strategien für ein qualifiziertes Freiwilligen-Management
  • Bedeutung der Qualifizierung und professionellen Begleitung von Ehrenamtlichen

Auszug aus dem Buch

3.2. Kennzeichen ehrenamtlicher Arbeit

ÿ Freiwilligkeit

Ehrenamtliche engagieren sich freiwillig und in ihrer Freizeit. Entsprechend hoch ist auch ihre Motivation und ihr Anspruch an die Tätigkeit, denn sie werden kaum freiwillig eine Arbeit tun, die ihnen weder Spaß macht noch andere Vorteile bietet. Das bedeutet auch, dass sie nur in begrenztem Rahmen bereit sind, Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen. Prinzipiell steht es ihnen jederzeit frei, ihre Tätigkeit aufzugeben, wenn diese nicht mehr mit ihren persönlichen oder familiären Bedürfnissen und Interessen übereinstimmt. Da sie nicht angestellt sind, müssen sie kein Gehalt rechtfertigen, keine „Beratungsquote” erfüllen und sie stehen weder unter Leistungsdruck noch unter Erfolgszwang.

ÿ (relative) Unentgeltlichkeit

„Insgesamt ergibt die Auswertung der Umfrage bei den Trägern ehrenamtlicher Arbeit, dass in der Frage der Erstattung Unterschiede bestehen, dass aber der weitaus überwiegende Teil der Ehrenamtlichen ohne jegliches Entgelt oder mit nur geringen Kostenerstattungen oder Aufwandsentschädigungen arbeitet. Meist decken diese Erstattungen den Kostenaufwand nur zum Teil ab. Viele Ehrenamtliche nehmen die Möglichkeit von Entschädigungen oder Erstattungen kaum oder gar nicht in Anspruch.” (Qs 8, http://www.bmfsfj.de/biblioth/download/QS_8.PDF, S.36)

ÿ Nähe

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter übernehmen gegenüber dem Hilfesuchenden die Rolle eines Freundes, sie stehen mit ihm auf einer Stufe. Dadurch entsteht Nähe, im Gegensatz zur professionellen Distanz. Sie sind keine Amtspersonen, was ihnen schnelles, unbürokratisches Handeln ermöglicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung des Ehrenamts im Kontext der Sozialstaatskrise und formuliert die Forschungsfrage zur Professionalität sozialer Arbeit im Verhältnis zum freiwilligen Engagement.

2. Ehrenamt und professionelle Sozialarbeit im Rückblick: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung und die systematische Entstehung eines hierarchischen Verhältnisses zwischen beruflicher Armenpflege und ehrenamtlicher Tätigkeit nach.

3. Profil des Ehrenamtes: Hier werden Definition, Kennzeichen, Motivationen sowie Erwartungen Ehrenamtlicher untersucht, um das moderne Verständnis freiwilliger Arbeit zu skizzieren.

4. Profil des Hauptamtes: Das Kapitel definiert professionelle Sozialarbeit, beschreibt deren fachliche Kennzeichen und Aufgabenbereiche im Management sowie die aktuelle Berufsidentität der Sozialarbeiter.

5. Konfliktpotentiale: Hier werden Ursachen für Reibungspunkte in der Zusammenarbeit beleuchtet, insbesondere mangelnde Rollenabgrenzung, Vorurteile und die Gefahr der Instrumentalisierung.

6. Neue Wege: Dieses Kapitel entwickelt konkrete Handlungsoptionen für eine produktive Kooperation, inklusive Qualifizierungskonzepte und supervisorischer Begleitung.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer dauerhaften Etablierung des Themas Ehrenamt in den Ausbildungscurricula sozialer Berufe zusammen.

Schlüsselwörter

Ehrenamt, Hauptamt, Soziale Arbeit, Professionalisierung, Kooperation, Freiwilligenarbeit, Rollenverständnis, Sozialstaatskrise, Qualifizierung, Berufsidentität, Arbeitsfeld, Konfliktmanagement, Soziale Dienste, Subsidiarität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Zusammenspiel und die Konflikte zwischen freiwillig engagierten Ehrenamtlichen und professionellen Sozialarbeitern in sozialen Dienstleistungsstrukturen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Rollenklärung, historische Entwicklungslinien, Motivationsstrukturen des Ehrenamts sowie Ansätze für ein modernes Freiwilligen-Management durch professionelle Kräfte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Bedingungen für eine wertschätzende und produktive Zusammenarbeit zu identifizieren, die beide Seiten – Ehrenamtliche und Hauptamtliche – in ihrer jeweiligen Funktion stärkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung theoretischer Ansätze zur Professionalität sowie der Reflexion praktischer Erfahrungen aus einem studienbegleitenden Praktikum.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Profilbildung beider Arbeitsformen, die Identifikation spezifischer Konfliktfelder sowie die Ableitung von Strategien für neue Wege der Zusammenarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Ehrenamt, Hauptamt, Soziale Arbeit, Professionalisierung, Kooperation, Rollenverständnis und Qualifizierung.

Warum fühlen sich Ehrenamtliche in Verbänden oft ohnmächtig?

Aufgrund starrer Hierarchien und mangelnder Mitsprachemöglichkeiten entsteht häufig der Eindruck, nur als Lückenbüßer fungiert zu werden, ohne tatsächlichen Gestaltungsspielraum zu besitzen.

Wie lässt sich die Berufsidentität von Sozialarbeitern stärken?

Durch eine klare Aufgabenverteilung und Abgrenzung zum ehrenamtlichen Bereich kann die berufliche Rolle geschärft und die fachliche Kompetenz der Sozialpädagogen expliziter anerkannt werden.

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Details

Title
Ehrenamtliche und Hauptamtliche in der Sozialen Arbeit
College
University of Applied Sciences Freibug  (Sozialwesen)
Course
Sozialpolitik
Grade
1,3
Author
Melanie Sieber (Author)
Publication Year
2000
Pages
21
Catalog Number
V2945
ISBN (eBook)
9783638117685
Language
German
Tags
Ehrenamt Hauptamt freiwilliges Engagement Professionalisierung Konflikte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Sieber (Author), 2000, Ehrenamtliche und Hauptamtliche in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2945
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