Die Schulpraktischen Studien haben grundsätzlich die Absicht, den Studierenden bereits während der theoretischen universitären Ausbildung einen Einblick in die Praxis zu verschaffen. Die Hospitationen von Unterrichtseinheiten und Erfahrungen bei der Durchführung eigener Unterrichtsversuche gewährleisten den Studierenden dabei einen Einblick in ihr späteres Berufsleben. In praktischer Hinsicht sind Praktika an Berufsschulen schließlich als ein Übungs- und Bewährungsfeld für angehende Lehrkräfte zu verstehen, die hier ihre eigene Berufseignung und berufliche Kompetenz erfahren können.
Es war ein persönliches Ziel, die Erfahrungen und Eindrücke aus dem ersten Schulpraktikum zu erweitern. Wichtig war auch, die positiven Erfahrungen des ersten Schulpraktikums zu überprüfen, um sicherzustellen, dass der Beruf der Berufsschullehrerin tatsächlich der richtige berufliche Weg ist.
Dieser Bericht setzt sich beschreibend und reflektierend mit dem zweiten Schulpraktikum auseinander. Dazu wird zuerst die Praktikumsschule mit den besuchten Abteilungen vorgestellt und insbesondere wird die Schulform beschrieben, in der der zu betrachtende Unterrichtsversuch durchgeführt wurde. Anschließend wird die ausgewählte Doppelstunde erläutert und kritisch reflektiert. Der zweite Teil des Berichts befasst sich mit einer Theorie-Praxis-Diskussion mit dem Thema der mündlichen Leistungsbewertung von Schülerbeiträgen im Unterricht. Zum Schluss dieses Praktikumsberichts erfolgt eine kritische Stellungnahme zu dem Schulpraktikum, in dem die Erkenntnisse ausgewertet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Rahmenbedingungen
2.1 Die Berufsbildende Schule Winsen/Luhe
2.2 Besuchte Abteilungen
2.3 Die Berufsfachschule Wirtschaft
3 Der Unterrichtsentwurf
3.1 Bedingungsfeldfaktoren
3.1.1 Schülerbezogene Faktoren
3.1.2 Die Praktikantin
3.1.3 Organisatorische Faktoren
3.2 Entscheidungsfeldfaktoren
3.2.1 Stellung der Lektion im Unterricht
3.3 Inhalts- und Zielentscheidungen
3.3.1 Sachanalyse
3.3.2 Stoffauswahl/Inhaltsentscheidungen
3.3.3 Situations-/Lebensweltbezug
3.3.3 Lernziele
4 Methodische Entscheidungen
4.1 Stoffanordnung
4.2 Methodik und Sozialformen
4.3 Medien
4.4 Lehr- und Lernzielkontrolle
5 Tabellarische Verlaufsplanung
6 Schülermaterialien/Anlagen
7 Kritische Stellungnahme zur Durchführung des Unterrichtsversuchs
8 Theorie-Praxis-Diskussion
8.1 Herausforderungen der Bewertung mündlicher Leistungen
8.2 Bedingungen und Konsequenzen für die mündliche Leistungsbewertung
8.3 Qualitative und methodische Gesichtspunkte der mündlichen Leistungsbewertung
8.4 Abgleich mit den eigenen Erfahrungen im Praktikum
9 Kritische Reflexion zum Unterrichtspraktikum
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert und reflektiert das zweite Schulpraktikum an der Berufsbildenden Schule Winsen/Luhe. Das primäre Ziel ist die kritische Auseinandersetzung mit einem eigenen Unterrichtsversuch im Fach Wirtschaft sowie die theoretische und praktische Reflexion der mündlichen Leistungsbewertung von Schülerbeiträgen.
- Beschreibung der schulischen Rahmenbedingungen und der besuchten Abteilungen.
- Detaillierte Planung und methodische Gestaltung einer Doppelstunde zum Thema "Grenzen der Vertragsfreiheit".
- Kritische Analyse der Durchführung des Unterrichtsversuchs anhand der einzelnen Phasen.
- Theoretische Auseinandersetzung mit Herausforderungen und Kriterien der mündlichen Leistungsbewertung.
- Reflexion der eigenen Rolle und Erfahrungen als angehende Lehrkraft im Schulpraktikum.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Sachanalyse
Aus dem Grundsatz der Privatautonomie (bürgerliches Recht) leitet sich die Vertragsfreiheit ab, die dem Einzelnen gestattet, Rechte und Pflichten zu begründen, zu ändern oder aufzuheben. Jede rechts- und geschäftsfähige Person ist somit im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung zur freien Gestaltung von Rechtsgeschäften berechtigt. Dieses besteht aus mindestens einer Willenserklärung, welche allein oder in Verbindung mit weiteren Tatbestandsmerkmalen eine bestimmte Rechtsfolge herbeiführt. Die Vertragsfreiheit bringt jedoch auch Risiken mit sich. Bei sogenannten „fehlerhaften“ Rechtsgeschäften sieht der Gesetzgeber den Nichteintritt bestimmter Rechtsfolgen vor, die mit der Willenserklärung ursprünglich beabsichtigt wurden. Willenserklärungen können unwirksam und mangelhaft sein, woraus sich die Nichtigkeit und Anfechtbarkeit von Rechtsgeschäften ergeben kann.
Nichtigkeit bedeutet das Fehlen von Rechtsfolgen und Wirkungen. Sie ergibt sich unabhängig vom Willen der Beteiligten und führt dazu, dass das den äußeren Tatbestandsmerkmalen nach zustande gekommene Rechtsgeschäft, die nach seinem vertraglichen Inhalt gewollten und bezweckten Rechtswirkungen von Anfang an nicht hervorbringen kann. Für die Nichtigkeit von Rechtsgeschäften gibt es unterschiedliche Ursachen: Die Person selbst ist geschäftsunfähig (§§ 104, 105 I BGB) oder ist beschränkt geschäftsfähig (§§ 107 - 109 BGB), wodurch ein Rechtsgeschäft erst durch die Zustimmung eines gesetzlichen Vertreters wirksam wird. Das Rechtsgeschäft ist bis zu der Genehmigung schwebend unwirksam. Es gibt allerdings Ausnahmen: Nach § 107 BGB dürfen beschränkt geschäftsfähige Personen Rechtsgeschäfte eingehen, die ihnen Vorteile bringen, sie aber zu nichts verpflichten, wie beispielsweise bei einer Schenkung. Eine weitere Ausnahme kommt durch den sogenannten Taschengeldparagraphen (§ 110 BGB) zustande.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des zweiten Schulpraktikums und Darlegung der persönlichen Zielsetzung sowie der Struktur des Berichts.
2 Rahmenbedingungen: Überblick über die Praktikumsschule BBS Winsen/Luhe, die besuchten Abteilungen und die spezifische Schulform der Berufsfachschule Wirtschaft.
3 Der Unterrichtsentwurf: Detaillierte Darstellung der Planungsfaktoren (Schüler, Lehrkraft, Organisatorisches) sowie inhaltliche und zielorientierte Überlegungen zur Unterrichtsstunde.
4 Methodische Entscheidungen: Begründung der didaktisch-methodischen Anordnung, der gewählten Sozialformen, Medien und der Vorgehensweise zur Lehr- und Lernzielkontrolle.
5 Tabellarische Verlaufsplanung: Übersichtliche Darstellung des geplanten Unterrichtsverlaufs inklusive Zeitplan, Lehrer- und Schülerverhalten sowie Medieneinsatz.
6 Schülermaterialien/Anlagen: Dokumentation aller eingesetzten Unterrichtsmaterialien, Arbeitsblätter und Ergebnissicherungen.
7 Kritische Stellungnahme zur Durchführung des Unterrichtsversuchs: Reflexion der tatsächlich durchgeführten Unterrichtsstunde unter Berücksichtigung der geplanten Phasen.
8 Theorie-Praxis-Diskussion: Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der mündlichen Leistungsbewertung und Abgleich mit den beobachteten Vorgehensweisen im Praktikum.
9 Kritische Reflexion zum Unterrichtspraktikum: Abschließende Reflexion der positiven und negativen Erfahrungen sowie eine Zusammenfassung des Nutzens des Praktikums für die eigene Berufswahl.
Schlüsselwörter
Schulpraktikum, Berufsfachschule Wirtschaft, Vertragsrecht, Rechtsgeschäfte, Nichtigkeit, Anfechtbarkeit, Unterrichtsentwurf, Mündliche Leistungsbewertung, Didaktik, Methodik, Lehrer-Schüler-Gespräch, Rollenspiel, Privatautonomie, Berufsfeld, Lernfelder.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit umfasst einen ausführlichen Bericht über ein absolviertes Schulpraktikum, inklusive eines geplanten und reflektierten Unterrichtsversuchs im Fach Wirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder sind die Planung von handlungsorientiertem Unterricht im Lernfeld 2 (Vertragsrecht) und eine fundierte Theorie-Praxis-Diskussion zur mündlichen Leistungsbewertung.
Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel liegt in der Reflexion des eigenen beruflichen Handelns als angehende Lehrkraft sowie der kritischen Auseinandersetzung mit Unterrichtsprozessen und Bewertungskriterien.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es werden methodisch-didaktische Analysemodelle der Unterrichtsvorbereitung und wissenschaftliche Literatur zur Leistungsbewertung genutzt, um die Praxisbeobachtungen zu begründen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Planung des Unterrichtsentwurfs "Grenzen der Vertragsfreiheit", die kritische Stellungnahme zur Durchführung und die theoretische Diskussion zur mündlichen Notengebung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Schulpraktikum, Vertragsrecht, Nichtigkeit/Anfechtbarkeit von Rechtsgeschäften sowie mündliche Leistungsbewertung definieren.
Warum ist die Methode des Rollenspiels im Unterrichtskonzept integriert?
Die Methode des Rollenspiels wurde gewählt, um die abstrakten rechtlichen Tatbestände erlebnisreicher und handlungsorientiert zu vermitteln und die kommunikativen Fähigkeiten der Schüler zu fördern.
Welche Rolle spielt die Transparenz bei der Leistungsbewertung?
Transparenz ist für die Autorin essenziell, da sie mangelnde Nachvollziehbarkeit bei Noten als Hauptursache für Unzufriedenheit und subjektives Empfinden bei Schülern identifiziert.
Welches Fazit zieht die Praktikantin aus den Unterrichtsbeobachtungen?
Die Praktikantin stellt fest, dass es kein einheitliches Bewertungsraster im Kollegium gibt, was sie kritisch betrachtet und für eine strukturierte, transparente Vorgehensweise plädiert.
Bestätigt das Praktikum den angestrebten Berufswunsch?
Ja, das Praktikum hat den Wunsch, als Berufsschullehrerin tätig zu sein, in allen Bereichen bekräftigt.
- Quote paper
- Jennifer Reimer (Author), 2014, Praktikumsbericht zu einem Schulpraktikum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294618