Unterhaltungsgebäude in der Antike. Baupolitische Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen oder Generierung von Prestige?


Referat (Ausarbeitung), 2014
8 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Unterhaltungsgebäude - Circus Maximus und Kolosseum

4. Baupolitik

5. Fazit

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Lange war die Forschungssicht der Wirtschaft des antiken Roms von dem „Dogma[s] […] der ‚Primitivität‘“[1] geprägt. Doch diese Debatte gewann in den letzten Jahren neue Fahrt und bewegt die Forschung, ihr vorherrschendes Bild der antiken Wirtschaft zumindest zu modifizieren. Diese Arbeit setzt sich das Ziel einen Überblick über die Intention kaiserlicher Baupolitik darzulegen. Der Fokus hierbei liegt darauf, ob die kaiserlichen Bauten maßgeblich dem Prestige dienlich sein sollten oder ob ein aktiver Eingriff in den Arbeitsmarkt, also eine Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, sichergestellt werden sollte. Beispielhaft rücken Gebäude der Unterhaltungsindustrie in die nähere Betrachtung dieser Arbeit.

Es wird zunächst knapp ein Überblick über den Forschungsstand zum Eingreifen der Politik des alten Roms in Wirtschaftsabläufe und die Arbeitsmarktsituation geliefert. Anschließend werden exemplarisch der Circus Maximus und das Kolosseum als Bauwerke der Unterhaltungsindustrie vorgestellt und daraufhin untersucht, ob sie vornehmlich der Gewinnung von Prestige dienten oder Arbeitsplätze geschaffen werden sollten. Den Abschluss der Arbeit bildet ein Forschungsausblick mit einer kleinen Quellenbeschreibung Suetons, der den Ansatz für weitere Forschung bietet. Zudem folgt ein Fazit, das die in der Arbeit zutage geförderten Aspekte zusammenfasst.

2. Forschungsstand

Die Forschung wird durch die Koexistenz zweier genereller Thesen dominiert. Auf der einen Seite stehen die „Primitivisten“ (vornehmlich geprägt durch die Forschung von M.I. Finley), die davon ausgehen, dass „die […] antike[n] Wirtschaft durch soziale und politische Gegebenheiten“ bestimmt wurde. „So sei den Führungsschichten der Begriff wirtschaftlicher Rationalität völlig unbekannt gewesen und […] Handel und Gewerbe sollen in ihren Überlegungen keinerlei Rolle gespielt haben.“ Das Fehlen einer „marktorientierten Wirtschaftsweise“ lässt vermuten, dass die Baupolitik, wie sie in dieser Arbeit untersucht werden soll, eher dem Prestige, als der Schaffung von konjunkturell gegensteuernde Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit dienen sollte.[2]

Die Gegenthese stellen die sogenannten Modernisten auf, die zwar klar die „Andersartigkeit dieser Wirtschaft gegenüber der Modernen“ außer Frage stellen, aber die primitivistische These insofern als zu weitgeführt ansehen, dass das antike Rom nicht „in allen Ebenen als strukturell extrem unterentwickelt“ anzusehen ist. So sei der „Staat selbst […] durch die Effizienz der Steuereintreibung in der Lage gewesen, auf vielen Ebenen Geld zu investieren“. Der „konsequente[n] fiskalische[n] Zugriff auf die Reichsbevölkerung“ stellte laut den Modernisten weiter die „Grundvoraussetzung für eine weitgehende Monetarisierung des Reiches“ dar.[3]

3. Unterhaltungsgebäude - Circus Maximus und Kolosseum

Nachdem in dem vorangegangenem Kapitel die vermutlich eher untergeordnete Rolle der Arbeitsplätze bei der Vergabe von Bauprojekten geschildert wurde, sollen nun die Unterhaltungsgebäude mit einem fokussierten Blick auf ihren Nutzen bezüglich des Prestiges für Bauherr und die Besucher analysiert werden. Hierfür werden die beiden womöglich bekanntesten Gebäude der Unterhaltungsindustrie Roms in den Fokus gerückt: Der Circus Maximus und das Kolosseum.

Der Circus Maximus bot Platz für annähernd 150 000 Zuschauer und war ein Paradebeispiel für Roms heilige Traditionen, städtischen Glanz und der globalen Ambitionen. Neben Pferderennen wurden verschiedenste Arten von Spielen veranstaltet; als prestigeträchtig gedeutet werden könnten hier vor allem die Militärtriümphe, Kaisergeburtstage und –beerdigungen, sowie Regierungsjubiläen.[4] Auch bei den Arten der Spiele gab es große Parallelen bei den Veranstaltungen von Kolosseum und Circus Maximus.[5]

[...]


[1] Hans-Joachim Drexhage, Heinrich Konen u.a.: Die Wirtschaft des Römischen Reiches (1.-3. Jahrhundert). Eine Einführung, Berlin 2002, S.11. Im Folgenden zitiert als: Hans-Joachim Drexhage: Die Wirtschaft des Römischen Reiches.

[2] Hans-Joachim Drexhage: Die Wirtschaft des Römischen Reiches, S.19f.

[3] Hans-Joachim Drexhage: Die Wirtschaft des Römischen Reiches, S.20f.

[4] Paul Christensen, Donald G. Kyle: A Companion to Sport and Spectacle in Greek and Roman Antiquity (Blackwell Companions to the Ancient World), Oxford u.a. 2014, S. 493. Im Folgenden zitiert als: Paul Christensen: Sport and Spectacle.

[5] Paul Christensen: Sport and Spectacle, S.382-392.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Unterhaltungsgebäude in der Antike. Baupolitische Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen oder Generierung von Prestige?
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Geschichte)
Veranstaltung
Archaischer Tauschhandel oder Marktwirtschaft? Das römische Wirtschaftssystem in der hohen Kaiserzeit
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
8
Katalognummer
V294662
ISBN (eBook)
9783656924586
ISBN (Buch)
9783656924593
Dateigröße
412 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterhaltung, Gebäude, Colosseum, Kolosseum, Circus Maximus, Rom, Spiele, Ädil, Prestige, Ruhm, Ansehen, Werbung, Wahlkampf, Cursus Honorum
Arbeit zitieren
Robin Kramme (Autor), 2014, Unterhaltungsgebäude in der Antike. Baupolitische Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen oder Generierung von Prestige?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294662

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