Im Gespräch sollte es durch moderate Führung eine natürliche Entfaltung geben, ein Aufblühen aller, die miteinander reden. Streit wird es unvermeidlich geben, aber es wird ein Turnier sein, keiner wird umgebracht. Statt ein kalter Haufen von Leichnamen zu sein, werden die Besiegten mit den Siegern trinken.
Dem raschen Wandel der schulischen und beruflichen Anforderungen unterliegend werden Frontalunterricht und Lehrervortrag verstärkt durch den Einsatz neuartiger Methoden und Medien abgelöst. Eine Methode, die den Siegeszug von der Arbeitswelt in die Klassenzimmer erfolgreich antrat, ist die Moderation. Diese Form des Unterrichtens soll Gegenstand meiner Hausarbeit sein. Zunächst werden sich die folgenden Kapitel mit der Moderation in der Theorie auseinandersetzen. Dazu soll unter anderem geklärt werden, was versteht man unter dem Begriff der Moderation, wo liegen ihre Wurzeln, wie bereitet man sich auf die Anwendung der Moderationsmethode vor und welche Voraussetzungen seitens der Lehrer und der Schüler müssen für eine erfolgreiche Anwendung der Methode gegeben sein. Im weiteren Verlauf werden auf die Grenzen und Chancen der Verwendung moderativer Methoden im Unterricht und die Möglichkeiten der Anwendung ausgewählter Methoden in den einzelnen Unterrichtsphasen eingegangen.
Anschließend folgt ein unterrichtspraktischer Teil, in dem eine Simulation einer Unterrichtssequenz mit der Umsetzung der Moderationsmethode im Unterricht erfolgt. Dabei wird zunächst der Inhalt der Unterrichtssequenz näher beleuchtet und eine didaktisch-methodische Begründung für die Auswahl der Inhalte vorgenommen. Des Weiteren erfolgt eine Definition der Lernziele, die konkrete Darstellung des Ablaufs der Unterrichtseinheit in Form einer Verlaufsplanung und gegebenenfalls zu verwendende Materialien und die dazugehörigen Arbeitsaufträge für die Schüler. Ein Fazit über moderative Methoden im Unterricht soll die Ausarbeitung schließen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Moderationsmethode
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Historie
2.3 Planung und Vorbereitung einer Moderation
2.4 Allgemeine Voraussetzungen
2.4.1 Die Aufgaben des Moderators
2.4.2 Der Lehrer als Moderator
2.4.3 Die Voraussetzungen bei den Schülern
2.5 Chancen und Grenzen der Moderationsmethode
3 Die Planung einer Unterrichtseinheit
3.1 Didaktisch-methodische Überlegungen und Begründungen
3.1.1 Die Auswahl und Begründung der Inhalte
3.1.2 Die Auswahl und Begründung der Lernziele
3.1.3 Begründung der didaktischen Stufung des Unterrichts und des gesamten Methodenkonzeptes
3.2 Verlaufsplanung
3.3 Materialien mit Arbeitsauftrag
4 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendung moderativer Methoden im schulischen Unterricht als Alternative zum klassischen Frontalunterricht. Ziel ist es, das Konzept der Moderation theoretisch zu fundieren, ihre Voraussetzungen für Lehrende und Lernende zu klären und anhand einer konkreten Unterrichtssimulation zum Thema „Medien und Politik“ praxisnah aufzuzeigen, wie durch diesen Methodenansatz die Aktivierung der Schüler sowie die Förderung selbstgesteuerten Lernens erreicht werden können.
- Theoretische Grundlagen und historische Entwicklung der Moderationsmethode
- Rollenverständnis des Lehrers als Moderator und Prozesshelfer
- Voraussetzungen und Gesprächsregeln für eine gelungene Moderation im Klassenzimmer
- Didaktische Planung einer Unterrichtseinheit unter Einbeziehung der Bloom’schen Lernzieltaxonomie
- Praktische Umsetzung in einer Unterrichtssequenz zum Themenkomplex „Medien und Politik“
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Die Aufgaben des Moderators
Der Moderator hat in erster Linie die Aufgabe, Hilfestellung bezüglich des Kommunikationsprozesses und des organisatorischen Umfeldes zu geben. Das oberste Gebot dabei lautet: Unauffälligkeit. Er achtet auf gruppendynamische Prozesse und Meinungsbildung. Die Rolle des Moderators lässt sich an fünf markanten Punkten festhalten:
1. Prozesshelfer:
„Er ermöglicht Prozesse der Themenfindung, Meinungs- und Willensbildung, sorgt für Transparenz, hat selbst eine fragende Haltung und initiiert Selbstevaluation.“9 Der Moderator muss darauf achten, dass er sich und seine Meinung stark zurückhält. Seine Aufgabe ist es, die Veranstaltung, das Gespräch oder den Unterricht zu leiten und nicht Verhaltensweisen der Teilnehmer zu bewerten. Aufgrund dessen übt er weder Kritik noch spricht er Lob aus. 10 In dem Zusammenhang taucht in der Literatur vermehrt der Begriff „Hebammenfunktion“ auf. Das heißt, „er bringt das Kind nicht zur Welt, er unterstützt nur die Geburt.“11
Um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Schülern gewährleisten zu können, ist es von großer Bedeutung, sie über die einzelnen Abschnitte im Verlauf des Unterrichts aufzuklären. Transparenz der Inhalte fördert Sicherheit und Offenheit. Insofern ist das Herstellen der Transparenz eine der zentralen Aufgaben des Moderators. Dabei sind drei Ebenen betroffen: die inhaltliche, die methodische und die Beziehungsebene.12
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert den Einsatz moderativer Methoden als Antwort auf den Wandel schulischer Anforderungen und umreißt den theoretischen sowie praktischen Aufbau der Arbeit.
2 Die Moderationsmethode: Dieses Kapitel definiert die Moderationsmethode, beleuchtet ihre historischen Wurzeln und erläutert die spezifischen Aufgaben des Moderators sowie die notwendigen Voraussetzungen bei Schülern und Lehrern.
3 Die Planung einer Unterrichtseinheit: Der praktische Teil der Arbeit beschreibt die didaktisch-methodische Planung, die Lernzielbegründung nach Bloom sowie den konkreten Ablauf einer Unterrichtseinheit zum Thema Medien.
4 Fazit: Das Fazit bewertet die Moderationsmethode als richtungweisendes, jedoch nicht universell einsetzbares Instrument zur Förderung sozialer Kompetenzen und aktiver Teilhabe im Unterricht.
Schlüsselwörter
Moderationsmethode, Unterricht, Moderation, Prozesshelfer, Schülermotivation, Lernzieltaxonomie, Medien und Politik, selbstgesteuertes Lernen, gruppendynamische Prozesse, Transparenz, Unterrichtsplanung, didaktische Stufung, Kommunikationsprozess, handlungsorientierter Unterricht, Sozialkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung moderativer Methoden im schulischen Unterricht, um den traditionellen Frontalunterricht durch interaktive, schülerzentrierte Ansätze zu ergänzen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die theoretische Herleitung der Moderation, das Rollenverständnis von Lehrkräften, die notwendigen Rahmenbedingungen im Klassenzimmer sowie die praktische didaktische Gestaltung von Unterrichtseinheiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Nutzen moderativer Methoden für die Aktivierung der Schüler zu demonstrieren und eine methodisch fundierte Vorgehensweise für die Unterrichtsplanung vorzuschlagen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zur Moderationstheorie sowie auf die Anwendung der Bloom’schen Lernzieltaxonomie zur strukturierten Planung einer Unterrichtssimulation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Moderation und einen unterrichtspraktischen Abschnitt, in dem eine konkrete Sequenz zum Thema „Medien und Politik“ entwickelt wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Moderationsmethode, Prozesshelfer, selbstgesteuertes Lernen, didaktische Stufung, Lernzieltaxonomie und Sozialkompetenz.
Wie unterscheidet sich die Rolle des Moderators von der eines klassischen Lehrers?
Der Moderator agiert als zurückhaltender Prozesshelfer und „Diener der Gruppe“, der den Lernprozess leitet, ohne inhaltlich einzugreifen oder als allwissender Wissensvermittler zu fungieren.
Warum ist die Bloom’sche Taxonomie für die Unterrichtsplanung in dieser Arbeit relevant?
Sie dient als strukturgebendes Konzept, um die Lernziele einer Unterrichtssequenz stufenweise nach Anforderungsniveau zu ordnen – von der Wissensvermittlung bis hin zur eigenständigen Evaluation.
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- Eileen Schott (Author), 2004, Moderative Methoden im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29485