Ronald Reagan und die Invasion Grenadas


Hausarbeit, 2012
13 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.Reagans Gründe für die Invasion Grenadas
1.1 Flughafen Point Salines und der Entspannungsversuch
1.2 Ermordung Bishops
1.3 Die Sicherheit der Studenten
1.4 Der vermeintliche Hilferuf des OECS

2 . Die Invasion Grenadas
2.1.Reaktionen der Außenwelt

Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

„In this present crisis, government is not the solution to our problem; government is the problem.“1 Mit diesen Worten übernahm Ronald Reagan im Januar 1981 die Regierungsgeschäfte der USA. Seinen Wahlkampf hatte er mit dem Versprechen geführt, dass er Amerika neue Stärke und Entschlossenheit verleihen werde, die freie Welt in ihren Kampf gegen den Kommunismus zu führen. Die Kommunisten waren aus Reagans Sicht die Bösen. Gegen sie führte der Westen einen Kreuzzug der Freiheit mit dem Ziel, das ganze kommunistische System schließlich auf die 'Abfallhalde der Geschichte' zu verbannen. Nach zwei Jahren im Weißen Haus bezeichnete er die sowjetische Führung als',Zentrum des Bösen in der heutigen Welt' und ihr Land als 'Reich des Bösen'.2

Nach Reagans Ansicht war die Sowjetunion der Urheber „aller Unruhe“3 auf der Welt. Reagan und sein Außenminister Alexander Haig glaubten, dass die Sowjetunion hinter dem internationalen Terrorismus stand. Damit wurde jeder lokale Konflikt zu einer Bedrohung für die Stabilität der gesamten freien Welt. Dem musste entsprechend begegnet werden.4 Als Beispiel für diesem „lokalen Konflikt“ werde ich in der folgenden Seminararbeit die Invasion Grenadas durch die USA und deren Verbündete aus dem karibischen Raum am 25.10.1983 darstellen. Dabei werde ich die Gründe, Ursachen und Folgen der Invasion Grenadas anhand von Reagans Tagebuch und seiner „Speech to the nation“ erörtern und diese mit den Darstellungen in der Zeitschrift „Der Spiegel“ vergleichen.

1.Reagans Gründe für die Invasion Grenadas

Am 7. Februar 1974 wurde die Karibikinsel Grenada von Großbritannien unabhängig. Eric Gairy übernahm die Führung des Staates. Der amerikafreundliche und antikommunistische Politiker entwickelte sich im Laufe der Zeit mithilfe seiner Geheimpolizei zu einen verhassten und korrupten Despoten5. Während eines Besuch bei den Vereinten Nationen in New York wurde Gairy von einem unblutigen Staatsstreich überrascht, angeführt vom marxistisch eingestellte Maurice Bishop. Er beendete 1979 die korrupte Herrschaft Gairy's.6 Die revolutionäre Bewegung 'New Jewel Movement' mit Maurice Bishop an der Spitze nahm als neue Landesführung Kurs auf die aktive Zusammenarbeit mit den sozialistischen Ländern, vor allem mit Kuba und der UdSSR.7 Das neue Regime hob die Verfassung auf und ein neues System mit umfassenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rechten sollte entstehen. Er gewann mit seiner Finanzpolitik sogar das Wohlwollen der Weltbank. Zur Verteidigung wurde die Revolutionäre Volksarmee etabliert und überwiegend mit sowjetischen Waffensystemen und Uniformen nach kubanischem Vorbild ausgestattet.8 In der Zeit von 1979 bis 1983 wurden zwischen Grenada und der Sowjetunion drei Verträge über Waffenlieferungen im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar abgeschlossen. Eine derartige Entwicklung löste bei den USA eine zunehmende Unzufriedenheit aus.9

1.1 Flughafen Point Salines und Entspannungsversuch

Hinzu kam der Bau des Großflughafens Point Salines mit kubanischer Hilfe, obwohl der Bauvertrag eigentlich mit einer britischen Firma abgeschlossen war. Nach Bishop sei der Zweck des Flughafens, den umfassenden Ausbau des Tourismus durch direkte Flugverbindungen vor allem nach Westeuropa zu ermöglichen.10 Die USA hingegen sahen den Flughafen als „suspiciously suitable for military aircraft, including Soviet-built long-range bombers.“11

Eine merkliche Verschärfung der Spannungen zwischen Grenada und den USA ergab sich im März 1983. Aufgrund der US-amerikanischen Seekriegsmanöver versetze Grenada seine Armee in Gefechtsbereitschaft und Polizei-Einheiten mit insgesamt 3000 Mann wurden mobilisiert.12 Grund war die von Maurice Bishop veröffentlichten Erkenntnisse, dass die CIA den Sturz seiner Regierung vorbereite und Pläne für eine Invasion Grenadas ausarbeite. Um dieser amerikanischen Invasion zuvorzukommen, verfolgte Bishop nun eine Strategie der Annäherung mit den USA.13 Im Juni 1983 reiste Bishop nach Washington. Einen Termin im Weißen Haus bekam er allerdings nicht und musste sich mit einem Gespräch mit dem nationalen Sicherheitsberater William Clark und dem stellvertretenden US-Außenminister Kennet Dam begnügen. Bishop glaubte, dass dieses Gespräch ein nützlicher Schritt gewesen war, eine Invasion abzuwehren. Völlig beseitigt war die Gefahr jedoch nicht.14

1.2 Ermordung Bishops

Gerade dieser politische Kurswechsel Bishops und die von ihm angestrebten Wahlen zu Legitimation seiner Herrschaft, trafen auf Widerstand im marxistisch und antiamerikanisch geprägten Flügel der grenadischen Regierung. Im September erreichten beide Seiten noch einen Kompromiss, indem die Führung des New Jewel Movement zwischen Bishop und seinem Stellvertreter Bernard Coard geteilt wurde.

Am 13. Oktober jedoch wurde Bishop von den Anhängern seines Kontrahenten festgenommen und am darauffolgendem Tag unter Arrest gestellt.15 Laut Ronald Reagan wurde Maurice Bishop „(...) and several members of the cabinet [were] subsequently executed, (...)“.16 Die Zeitschrift „Der Spiegel“ hingegen schrieb Bishop „(...) wurde - wahrscheinlich von seinen eigenen Soldaten - erschossen.“17 Bis heute ist es ungewiss wie Bishop genau ums Leben kam , ob durch die neuen Behörden oder im Schusswechsel, es steht jedoch fest, dass er eines gewaltsamen Todes starb, nachdem er am 19. Oktober von seinen Anhängern nach einer Massendemonstration befreit worden war.

Einen Tag nach der Ermordung Bishops, trat unter der Leitung von Vize-Präsident George Bush ein Krisenstab zusammen, um die Ereignisse in Grenada zu erörtern. Auf Empfehlung seiner Krisenmanager stimmte Reagan einer Umleitung von 21 Kriegsschiffen in karibisches Gewässer zu, die zuvor Kurs auf das Mittelmeer genommen hatten.18

1.3 Die Sicherheit der Studenten

Der Führer der Streitkräfte, General Hudson Austin, löste am 19. Oktober 1983 die Revolutionäre Volksregierung auf und gab die Machtübernahme durch einen 16köpfigen Revolutionären Militärrat bekannt. Nun war „Grenada [was] without a government, its only authority exercised by a self-proclaimed band of military men.“19 Die erste Maßnahme, die die neue Regierung ergriff, war die Verhängung einer fünftägigen totalen Ausgangssperre. Anlass dafür war nach Austin, die Sicherheit aller ausländischen Bürger zu gewährleisten. Für Reagan hingegen war die Ausgangssperre ein Vorwand für das amerikanische Eingreifen auf Grenada, denn „The coup and subsequent disorder on Grenada have create a situation that could seriously jeopardize the lives and the safety of American citizens.“,20 besonders hervorhob er den „(...) 24-hour curfew with orders to shoot on sight anyone found moving in those 24 hours.“21 in seiner Speech to the Nation am 25. Oktober 1983. Gemeint waren damit rund 600 amerikanische Medizinstudenten und weitere 400 amerikanische Zivilisten, die sich im Medicine College auf Grenada befanden. Ziel der Invasion Grenadas war nun „Assuring the safety of American citizens on Grenada.“22, das sei gemäß Reagan „(...), my paramount concern.“23

Anders als Reagan machte sich die Leitung der medizinischen Hochschule in New York keine Sorgen um die Sicherheit ihre Studenten, die auf Grenada untergebracht waren. Laut der Hochschulverwaltung ginge es ihnen gut und eine Gefahr als Geisel genommen zu werden, bestünde nicht. Bei einer Abstimmung der Studenten auf Grenada hatten sogar nur 10 Prozent den Wunsch geäußert die Insel zu verlassen.24

1.4 Der vermeintliche Hilferuf des OECS

Ein weiterer Grund für die Invasion war, dass „(...), on Sunday the 23d, the United States received an urgent, formal request from the five member nations of the Organization of Eastern Caribbean States to assist in a joint effort to restore order and democracy on the island of Grenada.“25 Die Organisation Ostkaribischer Staaten (OECS), mit Eugenia Charles als

[...]


1 Reagan, Ronald, First inaugural addresse, January 20, 1981 in URL: http://www.pbs.org/wgbh/americanexperience/features/primary-resources/reagan-inaugural-1981/ am 4.4.2013.

2 Vgl. Isaacs, Jeremy, Der Kalte Krieg, München 2001, S.333f, Hervorhebung im Original.

3 Cannon, Lou, President Reagan. The Role of a Lifetime, New York 1991, S.316.

4 Isaacs, Jeremy, 2001, S. 334.

5 Vgl. Buschschlüter, Siegfried, Operation „Urgent fury“, Vor 25 Jahren: Die Grenada-Invasion, in URL: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/864810/ am 11.4.2013.

6 Vgl. Die Invasion auf Grenada - Operation 'Urgent Fury' in URL: http://www.aktivepolitik.de/index.php? id105 am 3.4.2013.

7 Vgl. Lukin, Victor, Stimme Russlands, Kriege des 20. Jahrhunderts, Radioaufnahme in: http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/53225790/59743726.html 1.4.2013.

8 Vgl. US-Invasion auf Grenada, 25.10.1983 - 31.10.1983 in URL: http://hrg.hr.funpic.de/grenada.htm am 3.4.2013 .

9 Vgl. Lukin, Victor, Stimme Russlands, Kriege des 20. Jahrhunderts, Radioaufnahme in: http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/53225790/59743726.html 1.4.2013.

10 Vgl. US-Invasion auf Grenada, 25.10.1983 - 31.10.1983 in URL: http://hrg.hr.funpic.de/grenada.htm am 3.4.2013.

11 Reagan, Ronald, Address to the Nation on Events in Lebanon and Grenada in URL: http://www.reagan.utexas.edu/archives/speeches/1983/102783b.htm 1.4.2013.

12 Vgl. Lukin, Victor, Stimme Russlands, Kriege des 20. Jahrhunderts, Radioaufnahme in: http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/53225790/59743726.html 1.4.2013.

13 Vgl. Die Invasion auf Grenada - Operation 'Urgent Fury' in URL: http://www.aktivepolitik.de/index.php? id105 am 3.4.2013.

14 Vgl. Buschschlüter, Siegfried, Operation „Urgent fury“, Vor 25 Jahren: Die Grenada-Invasion, in URL: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/864810/ am 11.4.2013.

15 Vgl. Die Invasion auf Grenada - Operation 'Urgent Fury' in URL: http://www.aktivepolitik.de/index.php? id105 am 3.4.2013.

16 Reagan, Ronald, Address to the Nation on Events in Lebanon and Grenada in URL: http://www.reagan.utexas.edu/archives/speeches/1983/102783b.htm 1.4.2013.

17 Naumann, Michael, Grenada - Invasion, Helden der Freiheit, in: Der Spiegel 1983, Nr.45, S. 158.

18 Vgl. Naumann, Michael, Lasst uns endlich Taten sehen, in: Der Spiegel 1983, Nr.44, S. 157.

19 Reagan, Ronald, Address to the Nation on Events in Lebanon and Grenada in URL: http://www.reagan.utexas.edu/archives/speeches/1983/102783b.htm 1.4.2013.

20 National Security Decision Directive 110, Grenada: Contingency Planning 10/21/1983 in URL: http://arcweb.archives.gov/arc/action/ShowDODescriptions am 1.4.2013.

21 Reagan, Ronald, Remarks of the President and Prime Minister Eugenia Charles of Dominica Announcing the Deployment of United States Forces in Grenada, in URL: http://www.reagan.utexas.edu/archives/speeches/1983/102583a.htm am 3.4.2013.

22 National Security Decision Directive 110A, Response to caribbean governments´ request to restore democracy on Grenada in URL: http://arcweb.archives.gov/arc/action/ShowDODescriptions am 1.4.2013.

23 Reagan, Ronald, Remarks of the President and Prime Minister Eugenia Charles of Dominica Announcing the Deployment of United States Forces in Grenada, in URL: http://www.reagan.utexas.edu/archives/speeches/1983/102583a.htm am 3.4.2013.

24 Vgl. Buschschlüter, Siegfried, Operation „Urgent fury“, Vor 25 Jahren: Die Grenada-Invasion, in URL: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/864810/ am 11.4.2013.

25 Reagan, Ronald, Remarks of the President and Prime Minister Eugenia Charles of Dominica Announcing the Deployment of United States Forces in Grenada, in URL:

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Details

Titel
Ronald Reagan und die Invasion Grenadas
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
13
Katalognummer
V294952
ISBN (eBook)
9783656927792
ISBN (Buch)
9783656927808
Dateigröße
423 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reagan, Kalter Krieg, Kommunismus, Grenada, Invasion
Arbeit zitieren
Constanze Heusinger (Autor), 2012, Ronald Reagan und die Invasion Grenadas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294952

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