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Einordnung von Hermaphroditismus in das "dritte Geschlecht"

Title: Einordnung von Hermaphroditismus in das "dritte Geschlecht"

Term Paper , 2014 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Cindy Gresselmeyer (Author)

Gender Studies
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Sprechen Menschen heute von uneindeutigem Geschlecht, Geschlechtsumwandlungen, Transgender im Alltag, so fällt bald der Name „Conchita Wurst“. Er oder sie scheint nicht klar klassifizierbar zu sein. Allerdings steckt hinter der „Kunstfigur“ Conchita Wurst ein homosexueller Mann: Tom Neuwirth, der angibt sich wohl in seinem männlichen Körper als Mann zu fühlen.
Somit hat er nichts mit Transsexualismus, oder dem dritten Geschlecht zu tun, sondern ist eindeutig männlichen Geschlechts. Jedoch deutet die Verwirrung hinsichtlich einer geschlechtlichen Zuordnung Tom Neuwiths auf eine Problematik hin, die sich auf das Leben von intersexuellen Menschen - auch Hermaphroditen genannt - auswirkt.
In dieser Ausarbeitung soll es um diese Menschen – Hermaphroditen - gehen, um so nicht nur den Versuch zu unternehmen, ihre geschlechtliche Situation zu beschreiben, sondern auch auf eine Problematik ansatzweise hinzudeuten, die sich durch immer neue Gendertheorien für eine unterrepräsentierte Gruppe Menschen in dieser Gesellschaft ergibt.
Ausgeklammert wird entsprechend, dass analog zur Begrifflichkeit des „Dritten Geschlechts“ heute „Queere Identität“ benutzt wird und u.a. von Anhängern der Queer-Theory und Transgenderanhängern daher u.a. beide Begriffe genutzt werden, um die unterschiedlichsten Ausprägungen von neuen „ideologischen Konstrukten“ zu bezeichnen, bzw. sie davon ausgehen, dass diese „(...) gesamte Geschlechtlichkeit gesellschaftlich konstruiert (...)“ sei.
Das Geschlecht – Kategorien
Das Geschlecht kann aktuell laut Wikipedia in zehn unterschiedliche Kategorien eingeordnet werden. Diese Kategorien beziehen sich u.a. auf das biologische Geschlecht beruhend auf Geschlechtsmerkmalen, sowie auf das genetische Geschlecht und das genitale Geschlecht. Diese möglichen Einordnungs-Kategorien betreffen u.a. Geschlechtsidentität, Geschlechtersozialisation, „Doing Gender“, kulturelle- und biologische Normierungen. So kann man angeblich zwischen 56 verschiedenen Geschlechtern bei seiner Facebook Einstellung wählen.
Laut Ant bilden Geschlechtskategorien nicht nur Strukturen ab, sondern stützen auch Machtverhältnisse. Diese „ (...) auf die Unterdrückung bestimmter Personengruppen abzielen bzw. deren Unterdrückung nutzen.“

Einleitung – Was hat Conchita Wurst mit den Hermaphroditen zu tun?
Das Geschlecht – Kategorien
Hermaphroditismus
Die Unmöglichkeit einer Unmöglichkeit
Fazit: Was bedeutet das Dritte Geschlecht nun für Hermaphroditen?
Anhang

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Was hat Conchita Wurst mit den Hermaphroditen zu tun?

2. Das Geschlecht – Kategorien

3. Hermaphroditismus

4. Die Unmöglichkeit einer Unmöglichkeit

5. Fazit: Was bedeutet das Dritte Geschlecht nun für Hermaphroditen?

6. Anhang

6.1 Bildschirmfoto aus meinen Einstellungsmöglichkeiten in meinem persönlichen Facebookprofil im Bereich „Geschlecht“

6.2 Forderungen entsprechender Interessenverbände

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die geschlechtliche Situation von Hermaphroditen (Intersexuellen) und analysiert kritisch, inwieweit aktuelle Gendertheorien und die Debatte um ein "drittes Geschlecht" zur gesellschaftlichen Anerkennung dieser Minderheit beitragen oder diese durch Instrumentalisierung erschweren.

  • Historische und medizinische Einordnung des Hermaphroditismus
  • Kritische Auseinandersetzung mit modernen Gendertheorien
  • Analyse der rechtlichen Situation und des "dritten Geschlechts"
  • Diskussion über Autonomie und Fremdbestimmung von intersexuellen Menschen
  • Aufzeigen der Forderungen von Interessenverbänden zur Verbesserung der Lebensumstände

Auszug aus dem Buch

Hermaphroditismus

Hermaphroditismus bezeichnet die Unmöglichkeit einer Zuordnung in die biologische Geschlechtskategorie aufgrund von Anteilen beider Geschlechtsmerkmale. Eine medizinische Ursache kann hier u.a. eine Abweichung von der normalen Anzahl der Geschlechtschromosomen XX oder XY sein (Chromosomenaberrationen). Optisch kommen sie mit Eierstöcken und Hoden oder mit Klitoris ähnlichem Glied, oder anders „unklar“ auf die Welt.

Während Hermaphroditen in der Antike als Götter verherrlicht wurden, verbrannte man sie im Mittelalter auf dem Scheiterhaufen als „Monster“. Durch die Genderbestrebungen und die neuen Begrifflichkeiten und Ausprägungen von „Gender“ hat sich das gesellschaftliche Verständnis immer weiter entsprechend negativ verzerrt. Heute werden die Hermaphroditen natürlich nicht mehr auf dem Scheiterhaufen verbrannt, jedoch versucht man sie nun „normal“ zu operieren. Entsprechend der Gesetzeslage wurden sie oft „zwangskategorisiert“ und mussten entsprechend aufwachsen. Ihr ganzes Leben litten und leiden sie dann unter den Nebenwirkungen von Hormongaben, sowie den Folgen einer u.U. falschen oder unmöglichen Geschlechtszuweisung. Dazu kommen Auswirkungen chirurgischer Versuche einer eindeutigen Geschlechtszuweisung, die schnell nach der Geburt und daher ihre körperliche Unversehrtheit, sie selbst und ihre Autonomie verletzend durchgeführt wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung – Was hat Conchita Wurst mit den Hermaphroditen zu tun?: Das Kapitel führt in die Thematik ein, indem es die mediale Verwirrung um die Kunstfigur Conchita Wurst nutzt, um die Abgrenzung von Transsexualität zu Intersexualität zu erläutern.

Das Geschlecht – Kategorien: Hier werden die zahlreichen, gesellschaftlich und biologisch konstruierten Geschlechtskategorien sowie deren Funktion bei der Machtausübung und Unterdrückung betrachtet.

Hermaphroditismus: Dieses Kapitel definiert Hermaphroditismus biologisch und beleuchtet den historischen Wandel vom gottgleichen Status zur medizinischen Pathologisierung und Zwangskategorisierung.

Die Unmöglichkeit einer Unmöglichkeit: Es wird die historische Perspektive (Preußisches Landrecht) der rechtlichen Anerkennung von Zwittern dem modernen Formalitäten-Dschungel und der Praxis der medizinischen Zwangseingriffe gegenübergestellt.

Fazit: Was bedeutet das Dritte Geschlecht nun für Hermaphroditen?: Das Fazit stellt klar, dass Intersexualität kein soziales Konstrukt ist, und kritisiert, dass aktuelle politische Debatten die Interessen der betroffenen Minderheit eher erschweren als fördern.

Anhang: Dokumentation der eigenen Facebook-Geschlechtseinstellungen sowie eine Zusammenstellung der Forderungen von Interessenverbänden.

Schlüsselwörter

Hermaphroditismus, Intersexualität, Dritte Geschlecht, Gendertheorie, Geschlechtskategorien, Zwangskategorisierung, Menschenrechte, körperliche Unversehrtheit, soziale Konstruktion, Geschlechtszuweisung, Minderheitenrechte, Medizinethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lebensrealität von Hermaphroditen (Intersexuellen) und hinterfragt, wie aktuelle Gendertheorien und gesellschaftliche Konstruktionen das Leben dieser Minderheit beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die biologische Definition von Intersexualität, die historisch-rechtliche Einordnung, medizinische Ethik sowie die Kritik an der Instrumentalisierung intersexueller Menschen durch politische Gender-Diskursgruppen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Situation der Hermaphroditen objektiv zu beschreiben und aufzuzeigen, dass ihre Anerkennung als eigenständiges, natürliches Sein oft hinter den Partikularinteressen anderer Gruppierungen zurücksteht.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle Publikationen, historische Rechtsdokumente und medizinische Fachdiskurse miteinander in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Geschlechtskategorien analysiert, die Geschichte des Hermaphroditismus beleuchtet, die rechtliche Situation vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart dargelegt und die medizinische Praxis der Zwangsanpassung kritisiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Hermaphroditismus, Intersexualität, Dritte Geschlecht, Zwangskategorisierung und körperliche Unversehrtheit.

Was bedeutet der "Zwitterparagraph" aus dem Preußischen Allgemeinen Landrecht historisch?

Er stellte einen gesetzlichen Rahmen dar, der Menschen ohne eindeutige Geschlechtszuordnung bei der Geburt ein Selbstbestimmungsrecht ab dem achtzehnten Lebensjahr einräumte, was im Gegensatz zu moderneren, restriktiveren Praktiken stand.

Warum sieht die Autorin die aktuellen Gender-Debatten kritisch für Hermaphroditen?

Sie argumentiert, dass die Vermischung von Intersexualität mit "Queer Theory" oder anderen Ideologien dazu führt, dass die Leiden der Betroffenen instrumentalisiert werden, anstatt ihre genuine, biologische Realität als Minderheit zu akzeptieren.

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Details

Title
Einordnung von Hermaphroditismus in das "dritte Geschlecht"
College
CVJM-College Kassel
Grade
1,3
Author
Cindy Gresselmeyer (Author)
Publication Year
2014
Pages
12
Catalog Number
V295003
ISBN (eBook)
9783656926825
ISBN (Book)
9783656926832
Language
German
Tags
Gender Hermaphroditismus Zwitter das dritte Geschlecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cindy Gresselmeyer (Author), 2014, Einordnung von Hermaphroditismus in das "dritte Geschlecht", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295003
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