Integration eines Kindes mit Down-Syndrom im Regelkindergarten


Facharbeit (Schule), 2009
17 Seiten, Note: 2
Anonym

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Down-Syndrom
2.1 Ursachen
2.2 Merkmale

3. Integration
3.1 Integrationspädagogik – eine neue Chance?
3.2 Behinderung - gleich anders?
3.3 Die ersten Schritte der Integration

4. Regelkindergarten

5. Vorbereitung auf den Kindergarten
5.1 Aufgaben der ErzieherInnen
5.2 Einzel-und Gruppenintegration
5.3 S. im Kindergarten

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Die Geburt eines Kindes ist für die Eltern ein großes Geschenk, die Freude ein neues Familienmitglied nach neun Monaten in den Armen zu halten ist überwältigend. Sie stellen sich viele Fragen im Laufe der Schwangerschaft, ob sie den Anforderungen gerecht werden, wie sich das Kind entwickeln wird, aber auch der finanzielle Aspekt wird berücksichtigt. Die letzten Vorbereitungen werden getroffen, das Zimmer wird eingerichtet und es treten langsam Befürchtungen auf, wie die Geburt verlaufen und ob das Kind gesund auf die Welt kommen wird.

Nach der Geburt wird eine Diagnose festgestellt, dass das Kind eine geistige Beeinträchtigung aufweist, das Down-Syndrom. Ein Schock für die Eltern. Sie möchten es einfach nicht wahrhaben und geben sich in diesem Moment die Schuld. Sie hoffen, dass der Arzt sich getäuscht hat und mit dem Kind alles in Ordnung ist. Die Realität holt sie wieder auf den Boden zurück. Die Eltern versuchen sich damit abzufinden, sie haben Angst vor der Meinung der Familienangehörigen und der Gesellschaft.

Dieses Thema betrifft viele Eltern, Kinder und die Gesellschaft, in der wir leben. Laut Statistik kommt bei ca. 700 Geburten ein Kind mit Down-Syndrom zur Welt. Viele Elternpaare entscheiden sich gegen das Kind, da sie den Anforderungen nicht gerecht werden und Angst vor der Zukunft mit dem Kind haben. Eltern, die sich für das Kind entschieden haben, bekommen die Chance ein Kind mit vielen Besonderheiten aufwachsen zu sehen.

Durch meine Praxiserfahrungen, hat mich dieses Thema sehr bewegt und ich möchte mich daher mehr mit damit auseinandersetzen. In meiner Praxisstelle konnte ich viele Erfahrungen mit dem Kind, welches das Down-Syndrom hat, sammeln. Ein wichtiger Aspekt blieb jedoch unbeantwortet. Die Frage nach der Integration in einem Regelkindergarten. Dies ist auch der Schwerpunkt dieser Arbeit.

Da dieser Begriff immer mehr an Bedeutung in der pädagogischen Arbeit gewinnt und sich auch viele ErzieherInnen damit auseinander setzen müssen, habe ich mich mit diesem Thema befasst, um mehr über die Integration des Kindes zu erfahren. Viele medizinische Begriffe müssen unberücksichtigt bleiben. Ich habe mich allerdings auf die Ursachen und die Merkmale des Down-Syndroms beschränkt. Ein weiterer wichtiger Aspekt mit dem ich mich befasst habe, war die Umsetzung der Integration in einem Regelkindergarten und was wir als ErzieherInnen in unserer pädagogischen Arbeit leisten können, um die Kinder mit vielen Besonderheiten in die Gesellschaft zu etablieren.

2. Das Down-Syndrom

Das Down-Syndrom ist ein angeborenes Krankheitsbild und bereits bei der Geburt vorhanden. Die Bezeichnung Down-Syndrom geht auf den britischen Arzt John Langdon Down(1828 – 1896) zurück, der 1866 als erster die typischen Merkmale des Syndroms beschrieb und sie als abgrenzbare Einheit erkannte. Damit unterschied er diese von anderen Menschen mit geistiger Behinderung. Das Down Syndrom ist ebenfalls unter Mongolismus bekannt. Dieser Begriff ist eine veraltete Bezeichnung und stammt aus dem 18. Jahrhundert in Anlehnung an das Volk der Mongolen, wegen der charakteristischen Augenform. Heute hat der Begriff jedoch einen abwertenden Beigeschmack und sollte deshalb nicht mehr gebraucht werden, da es für das Kind eine Herausforderung darstellt sich in die Gesellschaft zu integrieren und akzeptiert zu werden.[1]

2.1 Ursachen

Viele Wissenschaftler haben sich im Laufe der Zeit mit dem Syndrom auseinander gesetzt und 1959 stellte Jérome Lejeune in Paris fest, dass bei Kindern mit Down-Syndrom ein zusätzliches Chromosom (Träger der Erbinformation im Zellkern) vorkommt. Jede Körperzelle enthält 46 Chromosomen. Diese bilden 23 Paare, wobei das eine Chromosom eines Paares von der Mutter stammt und das andere von dem Vater. Jedesmal wenn sich eine Körperzelle teilt, erhalten die neugebildeten Zellen wieder den vollständigen Chromosomensatz, 46 Stück. Bei einem Kind mit Down-Syndrom ist das Chromosom 21 daher nicht zweifach, sondern dreifach vorhanden. Der Fachausdruck dafür lautet Trisomie 21. Deshalb haben Menschen mit Down-Syndrom meist in jeder Zelle 47 Chromosomen statt nur 46. Dieses Chromosom verursacht die Verlangsamung der körperlichen als auch der geistigen Entwicklung des Kindes. Eine weitere Ursache an dem Syndrom zu erkranken, liegt im Alter der Mutter. Mit zunehmendem Alter, ca. ab 35 Jahren, wächst das Risiko ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen.[2]

2.2 Merkmale

Der Mensch wird in seinem Aussehen und in seiner Verhaltensweise durch seine Gene bestimmt. Da das Kind die Anlagen von seinen Eltern bekommt, übernimmt es von ihnen einige Merkmale z.B. die gleiche Haarfarbe. Auch ist die Entwicklung sehr ähnlich, obwohl diese etwas langsamer verläuft als bei anderen Kindern.

Trotz der Anlagen, die von den Eltern übernommen werden, haben die Kinder mit Down-Syndrom etwas gemeinsam und zwar das zusätzliche Chromosom Nr.21. Es beeinflusst bei allen Kindern den Körperbau und die Entwicklung. Obwohl die Kinder unterschiedlich in ihren alltäglichen Verhaltensweisen sind, gibt es viele Merkmale die auf das Kind mit Down-Syndrom zutreffen. Viele dieser Kennzeichen können einzeln auch bei nicht beeinträchtigten Kindern auftreten.

Bereits nach der Geburt sind Besonderheiten zu erkennen, ein besonderes Gesicht, eine verbreiterte Nasenwurzel, die häufige Frühgeburt oder ein Herzfehler sind Anzeichen, die auf das Down-Syndrom hindeuten können.

Die Augen fast aller Kinder sind leicht schräg aufwärts gerichtet. Zusätzlich verläuft oft eine schmale Hautfalte senkrecht zwischen dem inneren Augenwinkel und dem Nasenrücken. Die Augen können weiße oder hellgelbe Flecken am Rand der Iris aufweisen.

Die Mundhöhle weist oft einen schmalen, hohen Gaumen auf. Ein charakteristisches Merkmal ist jedoch die Zunge, welche häufig herausgestreckt wird, aufgrund der niedrigen Hypotonie (Muskeltonus). Darunter versteht man, dass die Muskeln oft schlaff und entspannt sind. Deshalb wird das Kind in seiner Motorik und Entwicklung beeinflusst. Es stellt für das Kind eine Herausforderung dar, sich zu rollen, zu setzen oder aufzustehen. Auch das Essen und Sprechen ist erschwert. Die Muskelhypotonie ist nicht heilbar, durch therapeutische Maßnahmen können die Muskeln so gestärkt werden, dass auch diese komplexen Bewegungsabläufe erlernt werden können.

Die Haut ist oft auffallend weich und zart und kann in den ersten Lebensjahren marmoriert erscheinen.

Ein weiteres Merkmal ist die Hautfalte an den Händen, sie wird auch als Vierfingerfurche bezeichnet.

Das Wachstum der Kinder mit Down-Syndrom verläuft sehr langsam und die Durchschnittsgröße liegt bei ca. 156 cm. Während sie als Kinder oft untergewichtig sind, ist während der Pubertät häufig eine starke Gewichtszunahme festzustellen. Durch eine vernünftige Ernährung und ausreichende Bewegung lässt sich eine Gewichtszunahme vermeiden.

Diese Merkmale treffen nicht auf jedes Kind mit Down-Syndrom zu. Bei manchen Kindern sind sie stärker ausgeprägt als bei anderen. Die Kinder können trotz gemeinsamer Merkmale ganz anders aussehen und sollten deshalb nicht auf die Merkmale reduziert werden. In ihrem alltäglichen Leben sind die Kinder dadurch nicht beeinträchtigt.[3]

3. Integration

Unter Integration wird eine Eingliederung von Menschen verstanden, unabhängig von ihrer körperlichen, geistigen, psychischen Entwicklung, sowie der religiösen und kulturellen Lage. Eine Integration ist dann gegeben, wenn alle Kinder die Chance haben sich in eine Gruppe zu etablieren und an dem Gruppengeschehen mit seinen vielfältigen Kompetenzen teilzunehmen. Somit wird das Kind in seiner Entwicklung unterstützt und eine Ausgrenzung verhindert.[4]

3.1 Integrationspädagogik – eine neue Chance?

Lange Zeit hat die heilpädagogische Betreuung von beeinträchtigten Kindern außerhalb der Familie und des sozialen Umfeldes stattgefunden.

Die therapeutischen und heilpädagogischen Einrichtungen haben sich zielgerichtet mit der Förderung des beeinträchtigten Kindes auseinandergesetzt. Dies sollte dazu führen, dass die Kinder sich in die Gesellschaft integrieren und ein Leben führen können, wie alle anderen. Dies hat allerdings seine Auswirkungen, denn auch Kinder mit Beeinträchtigung brauchen das soziale Umfeld um sich weiter zu entwickeln, wie auch Kinder ohne Beeinträchtigung.[5] Eine Untersuchung hat ergeben, dass Kinder die in einer sonderpädagogischen Einrichtung gefördert und betreut werden, nur von ebenfalls beeinträchtigten Kindern lernen und somit wenig Entwicklungsanreize und Impulse haben sich weiter zu entwickeln.[6]

Aufgrund der unterschiedlichen Einrichtungen, die die Kinder besuchen, wird es für die Kinder, mit zunehmendem Alter, eine Herausforderung darstellen in Kontakt miteinander zu treten. Dadurch steigt in einer Regeleinrichtung die Gefahr der Ausgrenzung. (vgl. Kindergarten-heute,2008, S 8f)

Durch die unzähligen Modellversuche sollte dies geändert werden. Laut SGB IX, §4,19 sollten Kinder mit und ohne Beeinträchtigung in Kindertageseinrichtungen integriert werden und nicht von ihrem sozialen Umfeld getrennt spielen und lernen. (vgl.Kindergarten-heute,2008, S. 8)

Mit der Aufnahme von Kindern mit Beeinträchtigung in Regeleinrichtungen hat sich die Arbeit auch mit Kindern ohne Beeinträchtigung sehr verändert. Viele Eltern nehmen dieses Angebot in Anspruch und schicken ihr Kind in einen Regelkindergarten in der Umgebung. Es ist deutlicher geworden, dass auch Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen ihren Platz in der Einrichtung gefunden haben.

3.2 Behinderung - gleich anders?

Der Begriff Integration von beeinträchtigten Kindern hat mittlerweile einen hohen Stellenwert in unserem Sprachgebrauch gefunden. Aber was verstehen wir unter Behinderung und worin unterscheiden sich die Menschen mit Behinderung von anderen?

Behinderung kann unterschiedlich definiert werden. Für manche Menschen bedeutet eine Behinderung, wenn jemand in der Gesellschaft nicht mithalten kann. Das bedeutet, wenn ein Rollstuhlfahrer sich unter Menschen befindet, deren Grobmotorik nicht eingeschränkt ist, fühlt sich derjenige im Rollstuhl in diesem Moment als beeinträchtigt. Wenn sich Hörbeeinträchtigte in Gebärdensprache unterhalten, fühlt sich der Hörende in diesem Moment als beeinträchtigt, weil er nichts versteht.

An diesen Beispielen wird deutlich, dass jeder Mensch den Begriff Behinderung individuell definiert und es von der Situation abhängig ist, ob jemand als beeinträchtigt bezeichnet wird.

Die Gesellschaft ordnet die Menschen mit Beeinträchtigung nach gesund und krank ein. Geistig beeinträchtigte Menschen unterscheiden sich zwar in ihrer Entwicklung und brauchen Hilfestellung bei der Ausführung von bestimmten Aufgaben, können aber dennoch genauso lachen, weinen und sich freuen wie andere Menschen.

Auch Rollstuhlfahrer, die zwar in ihrer körperlichen Entwicklung eingeschränkt sind, können trotzdem sehen und lesen.

Blinde Menschen sind in ihrer visuellen Wahrnehmung eingeschränkt, jedoch ist ihr Geruchs-und Tastsinn dagegen sehr ausgeprägt.

Menschen, die nicht in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung eingeschränkt sind, unterscheiden sich durch persönliche Eigenschaften, haben Fachkompetenz in verschiedenen Bereichen. Der eine hat einen guten Umgang mit Menschen, kann also im sozialen Bereich tätig sein, der andere dagegen kennt sich gut mit Computern aus.

[...]


[1] (vgl. Siegfried M. Pueschel, 1995, S.36f)

[2] (vgl. Siegfried M. Pueschel, 1995, S.38ff)

[3] (vgl. Siegfried M. Pueschel, 1995, S.59ff)

[4] (vgl. Kindergarten-heute, 2003, S.8)

[5] (vgl. Kindergarten-heute,2008, S.8f)

[6] (vgl. Johannes Mand, 2008, S.7f)

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Integration eines Kindes mit Down-Syndrom im Regelkindergarten
Note
2
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V295024
ISBN (eBook)
9783656929581
ISBN (Buch)
9783656929598
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
integration, kindes, down-syndrom, regelkindergarten
Arbeit zitieren
Anonym, 2009, Integration eines Kindes mit Down-Syndrom im Regelkindergarten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295024

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Integration eines Kindes mit Down-Syndrom im Regelkindergarten


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden