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Kultur und Gesellschaft - Kultur als schichtenspezifisches Problem

Title: Kultur und Gesellschaft - Kultur als schichtenspezifisches Problem

Seminar Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: Keine

Autor:in: Frank Mattioli-Danker (Author), Anne Behrendt (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Haben wir ein kulturelles Problem durch die soziale Ungleichheit, die sich durch unser Volk zieht und immer mehr die Gesellschaft auseinander klaffen lässt? Folgende Abschnitte aus dem Interview aus der taz mit dem Regisseur des neuen Kinofilms „Muxmäuschenstill“ soll unsere heutige gesellschaftliche Situation verdeutlichen:
taz:
"Herr Mittermeier, Mux, der Protagonist von "Muxmäuschenstill, sagt: "Ich bin ein Teil einer Gesellschaft, in der wir unsere Ideale verloren haben." Auch Jan Henrik Stahlberg, Drehbuchautor und Hauptdarsteller, spürt, "dass etwas faul ist im Staate". Was liegt dem Regisseur Marcus Mittermeier schwer auf der Seele?"
Mittermeier:
"Die Tatsache, dass wir mit Horst Köhler einen Bundespräsidenten bekommen, der aus der Wirtschaft kommt, signalisiert mir, dass es das ist, worum es in diesem Staate auch in Zukunft hauptsächlich gehen soll. Wir wollen einfach mit dem Film darauf aufmerksam machen, das unsere Gesellschaft, wenn sie so weitermacht mit ihren Klingeltönen, dämlichen Starbiografien von Oliver Kahn bis Dieter Bohlen und all dem anderen Quatsch, in ein riesengroßes moralisches Problem schlittert. Dann ist Mux der Mann der Stunde? Schließlich ist er der Reformer in Zeiten von Hartz IV, Bürgerversicherung und all den anderen Appellen an die Eigenverantwortung. Mux ist jemand, den die führenden Politiker cool fänden, weil er ein Macher ist, ein Gründer, ein Unternehmer. Einer, der konsequent die Solidargemeinschaft einfordert. Aber bei Mux muss man eben aufpassen, muss man genau unterscheiden zwischen seiner Haltung und seinem Verhalten. Das haben wir uns als wichtiges formales Mittel zurechtgelegt. Deckungsgleiches, konsequentes Handeln und Denken, das wäre ganz schnell langweilig. Mux löst durch sein brutales, asoziales und selbstherrliches Handeln stets das Gegenteil von seinem Idealismus ein."

Mit diesem Interviewabschnitt im Hinterkopf werden wir uns in dieser Arbeit mit dem Kulturbegriff und den verschiedenen Schicht-Modellen beschäftigen um die Kultur aus dieser spezifischen Problematik zu betrachten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Überblick

2.1. Kultur

2.2. Die Schichten in Gesellschaftssystemen

3. Kultur als schichtenspezifisches Problem

4. Fazit

5. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und kulturellen Phänomenen. Ziel ist es, die Auswirkungen schichtspezifischer Lebensbedingungen auf die Kultur zu analysieren und aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Marginalisierung zu Kulturpessimismus und der Bildung von Subkulturen führt.

  • Analyse des Kulturbegriffs im soziologischen Kontext
  • Untersuchung von Schichtmodellen in Gesellschaftssystemen
  • Reflektion über die Veränderung von Kultur durch soziale Ungleichheit
  • Diskussion der Bedeutung von Habitus und Kapitalverteilung nach Bourdieu
  • Betrachtung der Rolle von Massenkultur und politischem Paradigmenwechsel

Auszug aus dem Buch

3. Kultur als schichtenspezifisches Problem

Nach Eagleton hat sich der Begriff Kultur seit den 60er Jahren um seine eigene Achse gedreht. Wenn früher der Standpunkt zur hohen Kultur der war, wie der des Allmächtigen, der einen Blick von überall und nirgends hatte, bedeutet heute Kultur, die Bejahung einer spezifischen – z.B. nationalen, sexuellen, ethnischen oder regionalen – Identität, nicht deren Überschreitung. Und da sich jede dieser Identitäten als unterdrückt empfindet, hat sich das, was bei der Kultur einst als Reich der Übereinstimmung gedacht war, in eine „Kampfzone“ verwandelt. Dadurch ist Kultur nicht mehr ein Teil der Lösung, sondern ein Teil des Problems geworden. Kultur dient nicht mehr dazu, von dem Tagesgezänke abzuschalten und es hinter sich zu lassen, um uns in einer anderen Dimension als Mitmenschen begegnen zu können, sondern dient inzwischen selbst im politischen Alltag als Waffe der Auseinandersetzung und Verletzung. So finden wir diese Auseinadersetzungsmethodik im revolutionären Nationalismus, dem Feminismus oder auch bei jeder ethnischen Auseinandersetzung.

Kultur genießen wir nicht mehr in Symphonien oder am Sonntagnachmittag, sondern Kultur ist das, wofür man tötet und vernichtet.

Sollte Kultur einst ein Gegenbild zur Politik sein, steht sie heute in der Gefahr politisiert zu sein und damit verliert sie ihre Identität und ihre Zerstörung ist Nahe.

So wie Soziologie und die Nationalökonomie nach Eagleton „politisch“ werden, wird Kultur ein Bestandteil der Agenda des Postmodernismus, und nimmt seine Wege über Identität und Solidarität in den politischen Dunstkreis. Während „hohe“ Kultur das wirkungslose Gegenmittel von Politik darstellt, ist Kultur als Identität die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Somit haben wir es mit einer Kulturkrise zu tun, eine schwierige Phase der Kultur durch die gesellschaftliche Erschütterung und Veränderung bezogen auf die Verarmung der Menschen und den beschleunigten sozialen Wandel und die damit verbundene Abwanderung in Subkulturen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet anhand eines Filmbeispiels die zunehmende gesellschaftliche Entfremdung und definiert das Vorhaben, Kultur im Kontext sozialer Schichten zu betrachten.

2. Überblick: Dieses Kapitel liefert grundlegende Definitionen von Kultur und stellt soziologische Konzepte zur Schichtung der Gesellschaft dar.

2.1. Kultur: Hier wird der Kulturbegriff als Gesamtheit der Lebensformen sowie als historisch gewachsene Umweltgestaltung definiert und in den Kontext der Massenkultur gesetzt.

2.2. Die Schichten in Gesellschaftssystemen: Dieses Kapitel erläutert die Theorie der sozialen Schichtung und illustriert diese anhand des „Zwiebel-Modells“ sowie des „Haus-Modells“.

3. Kultur als schichtenspezifisches Problem: Hier wird die Transformation von Kultur zur „Kampfzone“ und ihre Instrumentalisierung in der politischen Auseinandersetzung analysiert.

4. Fazit: Das Fazit stellt die Zusammenhänge zwischen sozialer Ungleichheit, dem Verlust von Lebenssinn in der Unterschicht und dem Risiko gesellschaftlicher Aufruhr dar.

5. Literatur: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen auf.

Schlüsselwörter

Kultur, Soziale Ungleichheit, Schichten, Klassengesellschaft, Massenkultur, Subkulturen, Habitus, Bourdieu, Kapital, Kulturpessimismus, Sozialstruktur, Identität, Gesellschaftssystem, Armut, Politik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen kulturellen Entwicklungen und der vertikalen Sozialstruktur, insbesondere unter dem Aspekt der zunehmenden sozialen Ungleichheit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der soziologische Kulturbegriff, Modelle der sozialen Schichtung (z.B. Zwiebel- und Haus-Modell) sowie der Einfluss von ökonomischem, bildungsbezogenem und sozialem Kapital auf den Habitus der Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich soziale Schichtzugehörigkeit auf kulturelle Ausdrucksformen auswirkt und warum soziale Marginalisierung zur Entstehung von Subkulturen und einer Kulturkrise führen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autoren nutzen eine literaturtheoretische Aufarbeitung soziologischer Begriffe und Modelle, ergänzt durch die Anwendung der Habitus-Theorie nach Pierre Bourdieu auf aktuelle gesellschaftliche Verhältnisse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen von Kultur und Schichtsystemen, die Analyse der „Kampfzone Kultur“ sowie die Verknüpfung von Kapitalbesitz mit der Klassenordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Ungleichheit, Kulturpessimismus, Habitus, Schichtung und Klassenkultur definiert.

Warum wird im Dokument explizit auf die Habitus-Theorie von Pierre Bourdieu verwiesen?

Die Theorie dient dazu, zu erklären, warum klassenspezifische Denk- und Handlungsmuster die soziale Ungleichheit dauerhaft zementieren und den Kreislauf des „Kulturpessimismus“ aufrechterhalten.

Wie bewerten die Autoren die Rolle der „Massenkultur“ in der modernen Gesellschaft?

Die Autoren sehen in der Massenkultur ein Phänomen, das zwar eine vermeintliche Einheit bietet, aber durch die soziale Realität der Unterschicht konterkariert wird, was zu einer neuen Klassenkultur der Unterschiede führt.

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Details

Title
Kultur und Gesellschaft - Kultur als schichtenspezifisches Problem
College
University of Osnabrück  (Sozialwissenschaften)
Grade
Keine
Authors
Frank Mattioli-Danker (Author), Anne Behrendt (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V29505
ISBN (eBook)
9783638309967
ISBN (Book)
9783638748476
Language
German
Tags
Kultur Gesellschaft Kultur Problem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Mattioli-Danker (Author), Anne Behrendt (Author), 2004, Kultur und Gesellschaft - Kultur als schichtenspezifisches Problem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29505
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