In immer mehr Unternehmen gewinnen Aufgaben, die als Projekte – entweder unternehmensintern oder unternehmensübergreifend in Kooperation mit anderen Unternehmen - abgewickelt werden, an Bedeutung.1 Dabei ist in den letzten Jahren ein Trend zur verstärkten Projektarbeit erkennbar geworden. Von mittelständischen bis hin zu weltweit agierenden Großunternehmen, Dienstleistungsunternehmen und sogar der öffentliche Sektor setzen, mehr oder weniger gezielt, auf diese neue Form der organisatorischen Integration. Der Zweck von Wirtschaftsunternehmen ist die Leistungserstellung und – vermarktung. In der Regel erfolgt dies in sich wiederholenden, standardisierten Routineprozessen, der so genannten Linienarbeit. Ihre Ausgestaltung zielt auf Optimierung (Arbeitsteilung und Spezialisierung) bekannter Aufgaben und eingespielter Arbeitsweisen, um ein marktgerechtes Kostenniveau zu erhalten.2 Neben den Routineaufgaben sind jedoch Innovationsprozesse für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens unabdingbar. Seit dem Wirksamwerden des EU –Binnenmarktes, Anfang der neunziger Jahre, sowie durch das verstärkte Auftreten häufig unerwarteter Konkurrenten im Zuge der Globalisierung, sehen sich Unternehmen einer wachsenden Zahl von Herausforderungen gegenüber. Sie äußern sich beispielsweise in starkem Preis- und gleichzeitigem Kostendruck („Scherensituation“), in einer rasanten Verkürzung von Produktlebenszyklen, einer ausgeprägten Nachfragedifferenzierung und insgesamt sehr wechselhaften Wettbewerbspositionen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inhalt und Organisationsformen des Projektmanagements
2.1. Verschiedene Organisationsformen des Projektmanagements
2.1.1. Reine Projektorganisation
2.1.2. Stabs-Projektorganisation
2.1.3. Matrix-Projektorganisation
3. Bewertung der Projektorganisationsformen
3.1. Reine Projektorganisation
3.2. Stabs-Projektorganisation
3.3. Matrix-Projektorganisation
4. Auswahl der geeigneten Projektorganisationsform
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Einführung von Projektmanagement als Mittel der organisatorischen Integration dienen kann, um Herausforderungen in modernen Unternehmen zu bewältigen.
- Analyse verschiedener Organisationsformen des Projektmanagements
- Gegenüberstellung von reiner Projekt-, Stabs- und Matrix-Projektorganisation
- Kriterien für die Auswahl der passenden Projektorganisationsform
- Herausforderungen in der praktischen Umsetzung von Projektmanagementstrukturen
Auszug aus dem Buch
2.1.3. Matrix-Projektorganisation
Die Matrix-Projektorganisation ist eine besondere Form der Matrixorganisation. Deswegen wird an dieser Stelle zuerst auf die Matrixorganisation im allgemeinen und anschließend auf die Matrix-Projektorganisation im speziellen eingegangen.
Matrixorganisation: Mit steigender Unternehmensgröße, mit der zunehmenden Spezialisierung des Wissens und der rasch fortschreitenden Internationalisierung des Geschäfts hat sich in vielen Unternehmen die Tendenz zur Verselbstständigung von Abteilungen und Funktionen zugespitzt. Dies hat zum einen intern zu zahlreichen Anschlussproblemen geführt.
Problematisch wurden die sehr spezifisch geprägten Sichtweisen der einzelnen Funktionen, die unterschiedlichen Prioritäten und das daraus resultierende mangelnde Verständnis füreinander. Besonders spürbar wurden diese Probleme dort, wo es nicht um Routine-Kooperationen, sondern um Neuentwicklungen oder die Bewältigung grundlegender Geschäftsveränderungen ging.
Aus dieser Erfahrung heraus wurde die Matrixorganisation gegründet. Dabei wird speziell die Leistungsverknüpfung, d.h. das Zusammenwirken der Funktionen, Abteilungen, Tochtergesellschaften usw. in den Vordergrund gestellt. Die Matrixorganisation ist eine Dualorganisation in der sich zwei Autoritätslinien mit mehr oder weniger gleichen Kompetenzen gegenüberstehen. Diese gleichzeitige Verwendung von zwei Autoritätslinien mit unterschiedlicher Ausrichtung, z.B. der Verrichtungs- und der Objektorganisation in einem Unternehmen und für denselben Aufgabenbereich, hat zu dem Namen Matrixorganisation geführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die wachsende Bedeutung von Projektarbeit in modernen Unternehmen und Darstellung der Problemstellung durch zunehmende Globalisierung und Wettbewerbsdruck.
2. Inhalt und Organisationsformen des Projektmanagements: Definition des Projektbegriffs sowie detaillierte Vorstellung der drei zentralen Projektorganisationsformen.
3. Bewertung der Projektorganisationsformen: Kritische Analyse und Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von reiner, Stabs- und Matrix-Projektorganisation.
4. Auswahl der geeigneten Projektorganisationsform: Darstellung der Kriterien, die bei der Entscheidung für eine spezifische Organisationsstruktur innerhalb eines Unternehmens berücksichtigt werden müssen.
5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass Projektmanagement ein wertvolles Instrument ist, jedoch keine universelle Ideallösung existiert, sondern die Wahl auf die spezifischen Bedingungen abgestimmt werden muss.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Organisationsform, Reine Projektorganisation, Stabs-Projektorganisation, Matrix-Projektorganisation, organisatorische Integration, Linienorganisation, Projektleiter, Spezialisierung, Unternehmensführung, Ressourcenmanagement, Wettbewerbsfähigkeit, Innovationsprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung der Einführung von Projektmanagementstrukturen als Strategie zur besseren organisatorischen Integration in Wirtschaftsunternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Der Fokus liegt auf den verschiedenen Organisationsformen des Projektmanagements, deren Bewertung hinsichtlich Effizienz und Eignung sowie der Auswahlkriterien für den praktischen Unternehmenseinsatz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob und unter welchen Bedingungen Projektmanagement ein probates Mittel zur Bewältigung komplexer Aufgaben und zur Überwindung hierarchischer Probleme darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Organisationslehre und Managementliteratur, die verschiedene Idealtypen der Projektorganisation analysiert.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Zentrum?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition von Projekten, die detaillierte Vorstellung der Organisationsmodelle (reine Projekt-, Stabs- und Matrixorganisation) sowie deren kritische Bewertung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Organisationsformen, Projektsteuerung, Weisungsbefugnis, Ressourcenmanagement und die Abwägung zwischen Linieninstanzen und projektbezogener Aufbauorganisation.
Was unterscheidet die Matrix-Projektorganisation von der Stabs-Projektorganisation?
Während bei der Stabs-Projektorganisation der Projektleiter lediglich informellen Einfluss ohne direkte Weisungsbefugnis besitzt, ermöglicht die Matrix-Projektorganisation eine gleichberechtigte fachliche Weisungsbefugnis neben der disziplinarischen Leitung.
Warum gibt es keine „optimale“ Organisationsform für jedes Projekt?
Der Autor argumentiert, dass die Wahl der Struktur von zahlreichen, variablen Parametern wie der Unternehmensgröße, dem Projektrisiko, der Dauer und dem Grad der benötigten interdisziplinären Zusammenarbeit abhängt.
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- Thomas Spörrer (Author), 2003, Kritische Auseinandersetzung mit der Einführung des Projektmanagements als Möglichkeit der organisatorischen Integration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29525