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Die Rückkehr des Kindes als vorrangiges Ziel der Fremdunterbringung in einer Pflegefamilie oder "aus den Augen aus dem Sinn"?

Titel: Die Rückkehr des Kindes als vorrangiges Ziel der Fremdunterbringung in einer Pflegefamilie oder "aus den Augen aus dem Sinn"?

Hausarbeit , 2014 , 19 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Stefan Cornelius (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ist die Rückkehr des Kindes ein vorrangiges Ziel bei einer Fremdunterbringung in einer Pflegefamilie oder gilt hier eher der Spruch "aus den Augen aus dem Sinn"?
Es geht hier in erster Linie darum, diese Frage aus rechtlicher Sicht zu beantworten. Bindungstheoretische Ansätze oder pädagogische Modelle spielen nur eine untergeordnete Rolle.
Hier geht es eher um die Verankerung der Rückführung im SGB und im BGB und welche Aufträge und Pflichten damit für das Jugendamt verbunden sind. Es geht weiter um die Frage, woran es sich orientieren muss bei der Frage ob für das Kind eine zeitlich befristete oder auf Dauer angelegte Lebensform in Frage kommt.
Wie positioniert sich der Gesetzgeber in dem Spagat einerseits das Recht des Kindes auf Entwicklung, Förderung und Schutz zu sichern, andererseits den Eltern das Recht auf Erziehung zu ermöglichen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Dilemma aus jugendhilferechtlicher Sicht

2.1 Gesetzliche Grundlagen des SGB VIII

2.2 Verbesserung der Erziehungsfähigkeit der Herkunftsfamilie

2.3 Hilfeplanung

2.4 Zeitlich befristet oder auf Dauer angelegte Lebensform?

3 Das Dilemma aus familienrechtlicher Sicht

3.1 Wer kann die Rückkehr fordern?

3.2 Die Verbleibensanordnung

3.3 Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshofes und des Bundesverfassungsgerichtes

3.4 Das Verfahren vor dem Familiengericht

4 Zum Stand der empirischen Forschung

5 Fallbeispiel für eine missglückte Rückführung

6 Fallbeispiel für eine geglückte Rückführung

7 Wie können Rückführungen gelingen?

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die rechtliche und fachliche Problematik, ob die Rückkehr eines Kindes in die Herkunftsfamilie als primäres Ziel einer Fremdunterbringung in einer Pflegefamilie betrachtet werden muss oder ob dies das Kindeswohl gefährden kann.

  • Rechtliche Grundlagen der Rückführung im SGB VIII und BGB
  • Familiengerichtliche Auseinandersetzungen und die Rolle des Kindeswohls
  • Analyse von Fallbeispielen zu geglückten und missglückten Rückführungen
  • Gelingensbedingungen für den Prozess der Rückführung in der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Verbleibensanordnung

Über §1632 Abs.4 BGB kann der Verbleib des Kindes in einer Pflegefamilie angeordnet werden, wenn und solange das Kindeswohl durch die Wegnahme gefährdet würde. Die Verbleibensanordnung dient demnach in erster Linie dazu, dass das Kind -vorrübergehend- in der Pflegefamilie bleibt. Vorrübergehend deshalb, weil damit keine rechtliche Grundlage für ein Dauerpflegeverhältnis geschaffen werden soll, sondern eine Herausnahme zur „Unzeit“ verhindert werden soll (vgl. Küfner, 2011, S.694). Mit einer Verbleibensanordnung bleibt die Personensorge weiterhin bei den leiblichen Eltern.

Die Pflegeeltern haben die Befugnis zur Entscheidung in Angelegenheiten des täglichen Lebens (§1688 Abs.4 BGB). Nur durch Entzug der elterlichen Sorge (§1666 BGB) kann erreicht werden, dass die Eltern das Kind nicht mehr herausverlangen können. Mit der Verbleibensanordnung wird also nicht eine Dauerperspektive geschaffen, wie oft in der Praxis –insbesondere von Pflegeeltern - angenommen. Daher wird bei der Perspektive Dauerpflege zur Schaffung der Klarheit und Sicherheit für das Kind – mal abgesehen von einer Adoption - eher der §1666 BGB herangezogen.

Eine Verbleibensanordnung wird im Falle einer strittigen Herausnahme des Kindes nach dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz vorrangig geprüft, sie ist gegenüber dem Sorgerechtsentzug die „mildere“ Maßnahme (vgl. BVerfG FamRZ 1989). Eine „Zwischenlösung“ nach dem Modell der „special-guardianship“ in England ist im deutschen Recht nicht verankert. Dort können Pflegeeltern, die mehr als ein Jahr mit dem Kind zusammenleben, einen dauerhaften Status erlangen, ohne dass die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Kind und seiner Herkunftsfamilie erlöschen. Die Pflegeeltern erhalten die elterliche Verantwortung die sie weitgehend unabhängig ausfüllen können. Die Eltern können die Herausgabe des Kindes nicht mehr gegen den Willen der Pflegeeltern verlangen. Die rechtliche Wirkung ist ähnlich einer Adoption, die verwandtschaftlichen Beziehungen bleiben aber bestehen (Vgl. Children Act, 1989,).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Rückführung von Pflegekindern und definiert das Ziel der Arbeit, diese Frage aus rechtlicher Sicht zu untersuchen.

2 Das Dilemma aus jugendhilferechtlicher Sicht: Dieses Kapitel erörtert den gesetzlichen Rahmen des SGB VIII sowie die Herausforderungen der Hilfeplanung und die Ambivalenz zwischen Schutzauftrag und Rückführung.

3 Das Dilemma aus familienrechtlicher Sicht: Hier werden die rechtlichen Aspekte der Verbleibensanordnung sowie die einschlägige Rechtsprechung und der Ablauf familiengerichtlicher Verfahren analysiert.

4 Zum Stand der empirischen Forschung: Das Kapitel liefert einen Überblick über statistische Daten und Studien zu Rückführungsquoten und deren Erfolgsaussichten.

5 Fallbeispiel für eine missglückte Rückführung: Anhand einer Fallgeschichte werden die Risiken und Belastungen verdeutlicht, die eine nicht gelungene Rückführung für die Kinder nach sich zieht.

6 Fallbeispiel für eine geglückte Rückführung: Dieses Kapitel stellt einen Prozess dar, in dem eine kooperative Rückführung unter Einbeziehung aller Beteiligten erfolgreich gestaltet werden konnte.

7 Wie können Rückführungen gelingen?: Hier werden zentrale Gelingensfaktoren für Rückführungsprozesse aus der Sozialen Arbeit abgeleitet.

8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer fachlich fundierten Entscheidung unter strikter Wahrung des Kindeswohls.

Schlüsselwörter

Pflegekinder, Rückführung, Kindeswohl, Jugendhilferecht, Familienrecht, Verbleibensanordnung, Hilfeplanung, Erziehungsfähigkeit, Bindungstheorie, Fremdunterbringung, Sozialgesetzbuch, Kinderschutz, Best Practice, Familiengericht, Sozialpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob eine Rückkehr des Kindes in die Herkunftsfamilie bei einer Fremdunterbringung immer als vorrangiges Ziel anzustreben ist oder ob dies in Einzelfällen das Kindeswohl gefährden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe und des Familienrechts, die Bedeutung des Kindeswohls, die Auswirkungen von Bindungen sowie die Anforderungen an einen gelingenden Rückführungsprozess.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, aus rechtlicher und sozialpädagogischer Sicht aufzuzeigen, in welchem Dilemma sich Jugendämter befinden und wie der Gesetzgeber sowie die Fachpraxis mit der Rückkehroption umgehen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse rechtlicher Bestimmungen (SGB VIII, BGB), der Rechtsprechung, empirischer Studien und vergleicht diese mit praxisorientierten Fallbeispielen.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Dilemmas aus rechtlicher Sicht, die empirische Forschungslage sowie die Analyse von zwei gegensätzlichen Fallbeispielen zur Rückführung.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch für diese Arbeit?

Zentral sind Begriffe wie Rückführung, Verbleibensanordnung, Erziehungsfähigkeit, Hilfeplanung und Kindeswohl.

Was unterscheidet das hier genannte Fallbeispiel der missglückten Rückführung von anderen?

Das Beispiel verdeutlicht, dass selbst bei gesetzlich korrektem Vorgehen komplexe Loyalitätskonflikte und bindungstheoretische Aspekte dazu führen können, dass die Entwicklung des Kindes durch die Rückführung massiv negativ beeinträchtigt wird.

Welche Rolle spielt die Hilfeplanung bei einer Rückführung laut dem Autor?

Die Hilfeplanung ist das zentrale Steuerungsinstrument, das eine fundierte Diagnostik und klare Zielvereinbarungen enthalten muss, um den gesamten Prozess vor und nach der Rückführung methodisch zu begleiten.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Rückkehr des Kindes als vorrangiges Ziel der Fremdunterbringung in einer Pflegefamilie oder "aus den Augen aus dem Sinn"?
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
2,0
Autor
Stefan Cornelius (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
19
Katalognummer
V295325
ISBN (eBook)
9783656932796
ISBN (Buch)
9783656932802
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rückkehr kindes ziel fremdunterbringung pflegefamilie augen sinn
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Cornelius (Autor:in), 2014, Die Rückkehr des Kindes als vorrangiges Ziel der Fremdunterbringung in einer Pflegefamilie oder "aus den Augen aus dem Sinn"?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295325
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Leseprobe aus  19  Seiten
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